19. August 2025
Orang-Utan Enrichment

10 erstaun­liche Dinge, die Menschen und Orang-Utans teilen

Menschen und Orang-Utans haben eine Über­schnei­dung von sagen­haften 97 Prozent DNA. Damit gehören die „Gärtner des Waldes“ zu den Menschen­af­fen­arten, die uns am nächsten stehen. Sowohl ihr Verhalten als auch ihre Intel­li­genz weisen bemer­kens­wert menschen­ähn­liche Eigen­schaften auf.
Wie ähnlich Orang-Utans und Menschen sich tatsäch­lich sind, möchten wir Euch anläss­lich des Welt-Orang-Utan-Tages am 19. August zeigen: mit diesen zehn erstaun­li­chen Fakten!

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Mehr Infor­ma­tionen

1. Orang-Utans besitzen Kultur


Wissenschaftler:innen haben Verhal­tens­weisen bei Orang-Utans doku­men­tiert, die von Gene­ra­tion zu Gene­ra­tion weiter­ge­geben werden – insbe­son­dere von der Mutter zu ihren Kindern. Zu den Kultur­tech­niken der Orang-Utans gehören unter anderem die Art des Nest­baus, der Gebrauch von Werk­zeugen und die Verwen­dung von Blät­tern als Regen­schirm. Diese kultu­rellen Merk­male vari­ieren je nach Orang-Utan-Popu­la­tion und Region, in der sie leben – so wie es auch beim Menschen eine regional unter­schied­liche kultu­relle Viel­falt gibt.

Orang-Utan-Nest im Regenwald
Kultur­tech­niken und Fähig­keiten werden an die nächste Gene­ra­tion weitergegeben

2. Hohe Intelligenz


Studien haben gezeigt, dass Orang-Utans im Intel­li­genz­spek­trum der Primaten weit oben stehen – auf Augen­höhe mit Schim­pansen und sogar höher als Gorillas. Sie können Ursache und Wirkung verstehen, Pläne schmieden und sogar grund­le­gende Logik anwenden.

3. Orang-Utans benutzen und erfinden Werkzeuge


Eines der über­zeu­gendsten Anzei­chen für die Kultur und Intel­li­genz der Orang-Utans ist ihre Fähig­keit, Werk­zeuge zur Lösung von Problemen einzu­setzen. In freier Wild­bahn wurde beob­achtet, wie Orang-Utans Stöcke verwenden, um Honig zu gewinnen, stache­lige Früchte zu öffnen oder Insekten aus der Baum­rinde zu holen. Diese Fähig­keit zur Problem­lö­sung spie­gelt den Einfalls­reichtum der frühen Menschen wider.

KleineOrang-Utan inder Waldschule
Schon die Kleinsten beob­achten ganz genau und lernen daraus

4. Lernen durch Beob­achten und Nachahmen


Orang-Utans lernen visuell, das heißt sie beob­achten und ahmen nach. Beson­ders wichtig ist auch hier die Mutter, aber auch andere Orang-Utans, die als „Experten“ für eine bestimmte Fertig­keit wahr­ge­nommen werden.

5. Orang-Utans leben semi-solitär


Anders als etwa Gorillas, die in Gruppen leben, bewegen sich Orang-Utans den Groß­teil ihres Lebens als Einzel­gänger durch den Regen­wald. Trotzdem sind sie fähig, komplexe soziale Bezie­hungen einzu­gehen. Insbe­son­dere gilt das für die Mutter-Kind-Bezie­hung, aber auch zur Paarung oder wenn die Bäume reife Früchte tragen, kommen Orang-Utans zusammen.

6. Fähig­keit zu Empa­thie und Trost


Wissenschaftler:innen konnten beob­achten, dass Orang-Utans Empa­thie fühlen und zeigen können. Wenn sich beispiels­weise ein anderer Orang-Utan verletzt oder einsam ist, schenken sie ihm mit einer Umar­mung oder durch anderen Körper­kon­takt Trost. Dieses Verhalten beweist ihre hohe emotio­nale Sensibilität.

7. Eine lange Kind­heit – wie bei uns Menschen


Orang-Utan-Kinder bleiben mit ihren Müttern sechs bis acht Jahre lang unzer­trenn­lich zusammen. Während dieser Zeit lernen sie alles, was sie für ihr (Über-)Leben im Regen­wald brau­chen – von der Futter­suche über den Schlaf­nestbau bis hin zu Gefahren wie etwa giftige Schlangen. Unter Säuge­tieren ist dies die längste Zeit, die Mutter und Kind zusam­men­bleiben – nur noch von uns Menschen übertroffen.

Orang-Utan-Mutter mit Kind
Mutter und Kind bleiben bis zu acht Jahre unzer­trenn­lich zusammen – außer es passiert ein Unglück

8. Orang-Utans haben Persönlichkeit


Genau wie wir Menschen, haben auch Orang-Utans ganz indi­vi­du­elle Persön­lich­keiten Manche sind schüch­tern, andere aben­teu­er­lustig, manche bleiben lieber für sich, andere begeben sich häufiger in Gesell­schaft. Diese erkenn­bare Indi­vi­dua­lität reflek­tiert die emotio­nale Komple­xität, zu der Orang-Utans fähig sind. Forscher:innen unter­su­chen diese Persön­lich­keits­merk­male, um heraus­zu­finden inwie­weit sie Einfluss auf das Über­leben im Regen­wald haben.

9. Kommu­ni­ka­tion durch Sprache und Gesten


Orang-Utans steht ein breites Spek­trum an Lauten zur Verfü­gung, um sich stimm­lich mitein­ander zu verstän­digen – sogar über weite Distanzen. Ein kleines „Wörter­buch“ der Orang-Utan-Sprache haben wir hier zusam­men­ge­stellt. Außerdem verstän­digen sie sich über Mimik, Gesten und Körper­sprache mitein­ander, um ihre Absichten zu verdeut­li­chen. So entsteht ein komplexes und effek­tives Kommunikationssystem.


Orang-Utan Longcall
Der soge­nannte Long Call ist kilo­me­ter­weit im Urwald hörbar

10. Höchst anpas­sungs­fä­higer Speiseplan


Das Nahrungs­an­gebot im Regen­wald ist äußerst viel­seitig und die Verfüg­bar­keit ändert sich fort­lau­fend. Orang-Utans sind in der Lage, über 300 verschie­dene Futter­quellen zu erkennen und essen, darunter Früchte, Blätter, Baum­rinde und Insekten. Das macht sie nicht nur höchst anpas­sungs­fähig, es hat ihnen auch den Spitz­namen „Gärtner des Waldes“ einge­bracht. Denn durch ihr Umher­streifen im Regen­wald verteilen sie auch Samen und tragen dazu bei, die Biodi­ver­sität zu erhalten.


Am 19. August ist Welt-Orang-Utan-Tag


Jedes Jahr im August macht der Welt-Orang-Utan-Tag aufmerksam auf diese wunder­baren Lebe­wesen, die uns Menschen auf so faszi­nie­rende, erstaun­liche Weise ähnlich sind. Und die durch mensch­li­ches Verhalten massiv vom Aussterben bedroht sind.
Wir von BOS kämpfen jeden Tag für die Rettung der letzten Orang-Utans auf Borneo sowie für den Schutz ihres Lebens­raumes. Doch dabei geht es nicht nur um das Über­leben dieser charis­ma­ti­schen Spezies. Es geht darum, einen nahen Verwandten zu schützen – einen Artge­nossen, dessen Schicksal eng mit der Gesund­heit unseres Planeten verbunden ist.


Sie können uns dabei unter­stützen: Werden Sie zum Orang-Utan-Kämpfer! Jede Spende zählt.