Vom 10. bis 21. November 2025 fand in Belém, Brasilien die Weltklimakonferenz COP30 statt. Wir fassen die Ergebnisse zusammen.
Hoffnungsschimmer oder Weckruf?
Zum Start der Konferenz erschien ein Bericht , der als Hoffnungsschimmer, aber gleichzeitig auch als Richtlinie dienen sollte:
In den vergangenen zehn Jahren sind die Emissionen aus Kohle, Öl und Gas nur noch um 0,8 % pro Jahr gestiegen – im Jahrzehnt davor waren es noch 2,0 %.
Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet so schnell voran, dass er beinahe den jährlichen Zuwachs des weltweiten Energiebedarfs decken kann.
Allerdings: Es reicht noch nicht und es bleibt dennoch ein Zuwachs. Die Emissionen aus Öl steigen voraussichtlich um 1,0 %, bei Gas sogar um 1,3 %.
Damit bleibt die Welt weiterhin auf einem Kurs, der zu einer katastrophalen Erderwärmung von 2,6 °C führen würde.
Möchten wir, dass sich die Heimat der Orang-Utans künftig in Savannen verwandelt?
Dazu zeigen neue Analysen, dass die natürlichen Kohlenstoffsenken unseres Planeten – also zum Beispiel die Regenwälder – zunehmend in dieser Rolle versagen.
Durch die globale Erwärmung und weitere Abholzungen, haben sich tropische Wälder in Südostasien und weiten Teilen Südamerikas von CO₂-Senken in CO₂-Quellen entwickelt.
Tropical Forest Forever Facility (TFFF)

Brasilien als Gastgeber hatte im Vorfeld viele ehrgeizige Themen und Pläne eingebracht. Einer davon war die Diskussion über die Tropical Forest Forever Facility (TFFF) – ein Konzept, das vorsieht, alle Staaten zu kompensieren, die auf ihrem Territorium kritisch wichtige Regenwälder haben und diese nachhaltig schützen. Der Fond hat das Ziel einen Betrag in Höhe von 125 Milliarden USD zu sammeln und so die Abholzung zu stoppen, Renaturierung zu fördern und zur Wiederherstellung der globalen Klimabilanz beizutragen.
Zumindest die TFFF bleibt weiterhin als Thema aktuell, auch wenn bei der COP30 keine richtigen Investoren zu finden waren. Die Hoffnung Brasiliens ist nun, dass sich andere Partner finden werden, denen die drohende Klimakatastrophe nicht gleichgültig ist.
Keine Einigung zu fossilen Brennstoffen
Weitere zentrale Punkte der Klimakonferenz hätten die Vereinbarung über eine Abkehr von fossilen Brennstoffen sowie die Schärfung der nationalen Klima-Pläne sein sollen, die das Erreichen des 1,5‑Grad-Ziels überhaupt erst möglich machen. Doch einige der größten CO₂-Emittenten waren nicht zu einer Einigung bereit. Der COP30-Boykott der USA gab Ländern wie Saudi-Arabien den Mut, sich klar dagegen zu positionieren.
Eine traurige Bilanz zum falschen Zeitpunkt! Denn wie der Global Risk Report des World Economic Forum deutlich zeigt: Die größte Zukunftsangst haben Menschen vor extremen Wetterereignissen und dem Verlust der biologischen Vielfalt.

Umso gefährlicher ist die Tatsache, dass diese Stimmen nicht gehört werden und weiterhin nach kurzfristigem Kalkül gehandelt wird.
Johan Rockström, Direktor des PIK – Potsdam Institute for Climate Impact Research und Professor für Erdsystemwissenschaften an der Universität Potsdam fand zum Schluss der Konferenz eine treffende Zusammenfassung:
„Die Wahrheit ist: Unsere einzige Chance, das 1,5‑Grad-Ziel in Reichweite zu halten, besteht darin, die globale Emissionskurve im Jahr 2026 nach unten zu biegen und die Emissionen anschließend jedes Jahr um mindestens 5 % zu reduzieren. Dafür braucht es konkrete Fahrpläne, um den Ausstieg aus fossilen Energien zu beschleunigen und die Natur zu schützen. Nichts davon haben wir bekommen.“
