28. November 2025
Orang-Utan am Baum. Weckruf COP30

Ambi­tio­niert gestartet, episch geschei­tert. Welt­kli­ma­kon­fe­renz in Brasi­lien (COP30)

Vom 10. bis 21. November 2025 fand in Belém, Brasi­lien die Welt­kli­ma­kon­fe­renz COP30 statt. Wir fassen die Ergeb­nisse zusammen.

Hoff­nungs­schimmer oder Weckruf?


Zum Start der Konfe­renz erschien ein Bericht , der als Hoff­nungs­schimmer, aber gleich­zeitig auch als Richt­linie dienen sollte:
In den vergan­genen zehn Jahren sind die Emis­sionen aus Kohle, Öl und Gas nur noch um 0,8 % pro Jahr gestiegen – im Jahr­zehnt davor waren es noch 2,0 %.
Der Ausbau erneu­er­barer Ener­gien schreitet so schnell voran, dass er beinahe den jähr­li­chen Zuwachs des welt­weiten Ener­gie­be­darfs decken kann.
Aller­dings: Es reicht noch nicht und es bleibt dennoch ein Zuwachs. Die Emis­sionen aus Öl steigen voraus­sicht­lich um 1,0 %, bei Gas sogar um 1,3 %.
Damit bleibt die Welt weiterhin auf einem Kurs, der zu einer kata­stro­phalen Erder­wär­mung von 2,6 °C führen würde.

Möchten wir, dass sich die Heimat der Orang-Utans künftig in Savannen verwandelt?

Dazu zeigen neue Analysen, dass die natür­li­chen Kohlen­stoff­senken unseres Planeten – also zum Beispiel die Regen­wälder – zuneh­mend in dieser Rolle versagen.
Durch die globale Erwär­mung und weitere Abhol­zungen, haben sich tropi­sche Wälder in Südost­asien und weiten Teilen Südame­rikas von CO₂-Senken in CO₂-Quellen entwickelt.

Tropical Forest Forever Faci­lity (TFFF)

Regenwald auf Borneo
© Andrew Suryono | BOSF | BOSD

Brasi­lien als Gast­geber hatte im Vorfeld viele ehrgei­zige Themen und Pläne einge­bracht. Einer davon war die Diskus­sion über die Tropical Forest Forever Faci­lity (TFFF) – ein Konzept, das vorsieht, alle Staaten zu kompen­sieren, die auf ihrem Terri­to­rium kritisch wich­tige Regen­wälder haben und diese nach­haltig schützen. Der Fond hat das Ziel einen Betrag in Höhe von 125 Milli­arden USD zu sammeln und so die Abhol­zung zu stoppen, Rena­tu­rie­rung zu fördern und zur Wieder­her­stel­lung der globalen Klima­bi­lanz beizu­tragen.
Zumin­dest die TFFF bleibt weiterhin als Thema aktuell, auch wenn bei der COP30 keine rich­tigen Inves­toren zu finden waren. Die Hoff­nung Brasi­liens ist nun, dass sich andere Partner finden werden, denen die drohende Klima­ka­ta­strophe nicht gleich­gültig ist.

Keine Eini­gung zu fossilen Brennstoffen

Weitere zentrale Punkte der Klima­kon­fe­renz hätten die Verein­ba­rung über eine Abkehr von fossilen Brenn­stoffen sowie die Schär­fung der natio­nalen Klima-Pläne sein sollen, die das Errei­chen des 1,5‑Grad-Ziels über­haupt erst möglich machen. Doch einige der größten CO₂-Emit­tenten waren nicht zu einer Eini­gung bereit. Der COP30-Boykott der USA gab Ländern wie Saudi-Arabien den Mut, sich klar dagegen zu posi­tio­nieren.
Eine trau­rige Bilanz zum falschen Zeit­punkt! Denn wie der Global Risk Report des World Economic Forum deut­lich zeigt: Die größte Zukunfts­angst haben Menschen vor extremen Wetter­ereig­nissen und dem Verlust der biolo­gi­schen Vielfalt.

Global Risk Report 2025


Umso gefähr­li­cher ist die Tatsache, dass diese Stimmen nicht gehört werden und weiterhin nach kurz­fris­tigem Kalkül gehan­delt wird.
Johan Rock­ström, Direktor des PIK – Potsdam Insti­tute for Climate Impact Rese­arch und Professor für Erdsys­tem­wis­sen­schaften an der Univer­sität Potsdam fand zum Schluss der Konfe­renz eine tref­fende Zusam­men­fas­sung:
„Die Wahr­heit ist: Unsere einzige Chance, das 1,5‑Grad-Ziel in Reich­weite zu halten, besteht darin, die globale Emis­si­ons­kurve im Jahr 2026 nach unten zu biegen und die Emis­sionen anschlie­ßend jedes Jahr um mindes­tens 5 % zu redu­zieren. Dafür braucht es konkrete Fahr­pläne, um den Ausstieg aus fossilen Ener­gien zu beschleu­nigen und die Natur zu schützen. Nichts davon haben wir bekommen.“