9. Januar 2026
Orang-Utan-Baby Nia

Baby-Orang-Utan Nia wächst und gedeiht – trotz kleiner Rückschläge

Ein halbes Jahr ist vergangen, seit Baby-Orang-Utan Nia in unser Rettungs­zen­trum in Nyaru Menteng kam: ein zartes, zutiefst trau­ma­ti­siertes Wesen, das den Tod ihrer Mutter miter­leben musste. Doch schon jetzt ist die Kleine kaum wieder­zu­er­kennen!
Jeden Morgen kann Nia es kaum abwarten, aus ihrem kusche­ligen Schlaf­körb­chen im Baby­haus raus in den Wald zu kommen. Im Wald­kin­der­garten ange­kommen, klet­tert sie als erstes auf ihren Lieb­lings­baum. Ganz ganz weit nach oben. Am liebsten mit einem Stück Obst in der Hand, das sie sich zuvor bei ihrer Ersatz­mama abge­holt hat.


Orang-Utan-Waise Nia: Ein neues Leben im Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng


Seht her, wie gut ich das schon kann, scheint sie damit ihren Baby­sit­te­rinnen demons­trieren zu wollen. Denn auch das ist wichtig für die unter­neh­mungs­lus­tige, lern­be­gie­rige Nia: Nie den Kontakt zu ihren liebe­vollen Ersatz­müt­tern zu verlieren. Die kleine Waise ist eben doch erst einein­halb Jahre alt. Und das entsetz­liche Erlebnis, als ihre Orang-Utan-Mutter hinter­rücks erschossen wurde, in ihre Erin­ne­rung eingebrannt.

Orang-Utan-Baby Nia
Selbst­be­wusst klet­tert die kleine Nia durch die Baum­wipfel im Waldkindergarten 

Bei ihrer Ankunft im BOS-Rettungs­zen­trum wurde Nia von unserem Ärzte­team gründ­lich unter­sucht und durch­lief ohne weitere Zwischen­fälle die obli­ga­to­ri­sche drei­mo­na­tige Quaran­täne. Seit dem Spät­sommer 2025 besucht das kleine Ener­gie­bündel nun bereits den Wald­kin­der­garten – doch ihre Gesund­heit hält die BOS-Tier­ärzte immer wieder auf Trab.
Im August entdeckten sie eine gelb­liche Verfär­bung in Nias rechtem Auge. Die Unter­su­chung ergab: Nia hat sich eine Verlet­zung der Horn­haut des Auges zuge­zogen. Mit Augen­tropfen behan­delt, wurde sie glück­li­cher­weise sehr schnell wieder gesund. Bereits wenige Tage später war die Infek­tion am Auge abgeklungen.


Tier­ärzt­liche Versor­gung geret­teter Orang-Utans: Wenn jede Behand­lung zählt


Es dauerte jedoch nicht lange, da beob­ach­teten die Baby­sit­te­rinnen, dass Nia sich heftig und immer wieder die Augen rieb. War die Horn­haut­ent­zün­dung etwa zurück­ge­kehrt? Erneut unter­suchten die Tier­ärzte Nias Augen. Doch diesmal entdeckten sie eine andere Ursache: Winzig kleine Läuse hatten sich auf den Augen­li­dern einge­nistet.
Das Problem war für unser Team kein neues: Auch andere Wald­kin­der­gar­ten­kinder wie zum Beispiel Momo hatten mit den mit bloßem Auge kaum sicht­baren Bies­tern zu kämpfen. Diesmal kam neben den Augen­tropfen auch eine spezi­elle Salbe zum Einsatz, die die Para­siten vertreiben und den lästigen Juck­reiz beenden konnten.

Orang-Utan-Baby Nia
Selbst eine Erkran­kung an den Augen bremst Ener­gie­bündel Nia nicht 

Und wie geht es Nia? 

Unser kleiner Schütz­ling hat sich von ihren Augen­krank­heiten kein biss­chen einschränken oder bremsen lassen. Das biss­chen Jucken, schien sie uns sagen zu wollen, hält mich doch nicht davon ab, auf meinen Lieb­lings­baum zu klet­tern und mit meiner Kinder­gar­ten­freundin Selfie zu spielen! Sehr gerne plantscht Nia auch in Pfützen herum und spritzt sich und andere dabei vergnügt voll mit Wasser und Matsch.


Wie verwaiste Orang-Utans im Wald­kin­der­garten lernen


Auch die anderen, etwas älteren Orang-Utan-Kinder nimmt sich Nia gerne zum Vorbild und schaut sich Dinge bei ihnen ab. So hat sie bereits ange­fangen, ihre ersten Schlaf­nester zu bauen! Noch sind diese natür­lich nicht beson­ders stabil, aber in freier Wild­bahn würde Nia in ihrem jungen Alter auch noch eine ganze Weile an ihre Mama geku­schelt in deren Schlaf­nest übernachten.

Orang-Utan-Baby Nia
Es ist erst der Anfang einer langen Reise in die Frei­heit – und Nia braucht unsere Hilfe 

Nia braucht unsere Hilfe


Und in unserem Rettungs­zen­trum darf sie sich abends, nach einem aufre­genden und aktiven Tag im Wald­kin­der­garten, von ihren Ersatz­mamas ins Bett­chen bringen lassen. Noch ein Fläsch­chen Milch vor dem Einschlafen, dann rollen sich die kleinen Orang-Utans in ihren weich gepols­terten Körb­chen zusammen – und träumen wahr­schein­lich schon von ihrem nächsten Tag im Waldkindergarten.


Arten­schutz auf Borneo: Warum Orang-Utan-Kinder unsere Unter­stüt­zung brauchen


Nias Entwick­lung macht unser Team sehr stolz, denn es spie­gelt zwei Dinge wieder: Ihren unge­bro­chenen, starken Lebens­willen, trotz ihres schweren Starts ins Leben. Und die sorg­fäl­tige und liebe­volle Pflege, die unsere Baby­sit­te­rinnen und unsere Tier­ärzte ihrem Schütz­ling schenken. So hat Nia eine zweite Chance bekommen, zu einem starken Orang-Utan heran­zu­wachsen.
Möchten Sie Nia und unser Team auf ihrem Weg unter­stützen? Jede Spende hilft uns, die letzten Orang-Utans von Borneo zu retten und ihnen eine Chance auf ein Leben in Frei­heit zu schenken!

Sie möchten Nia und ihre Schul­ka­me­raden auf dem Weg in die Frei­heit unter­stützen? Hier erfahren Sie, wie Sie helfen können!