Vom 20. bis 25. Juli 2025 versammelte sich die weltweite Primatenschutz-Community zur 30. Konferenz der International Primatological Society (IPS) im Novotel Convention Center in Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars. Über 800 Wissenschaftlerinnen, Naturschützerinnen, Pädagoginnen und Entscheidungsträgerinnen nahmen an dieser bedeutenden Veranstaltung teil – darunter auch zwei Vertreter*innen der BOS-Familie: Dr. Christian Matauschek (BOS Deutschland) und Dr. Nadine Sugianto (BOS Foundation).
Mit der Ausrichtung des Kongresses rückte Madagaskar seine weltweit einzigartige Primatenfauna in den Fokus: 112 Lemurenarten leben ausschließlich auf dieser Insel – ein Paradebeispiel für endemische Biodiversität. Gleichzeitig ist Madagaskar ein Hotspot akuter Bedrohung: Abholzung, Wilderei und der Klimawandel gefährden zahlreiche Arten. Der IPS-Kongress bot damit die ideale Plattform, um globale Schutzstrategien zu diskutieren.
Dr. Nadine Sugianto, Forschungskoordinatorin der BOS Foundation, präsentierte neue Erkenntnisse zur Vorhersagbarkeit des Auswilderungserfolgs von Orang-Utans, basierend auf Alter und individuellen Verhaltensparametern – ein Thema, das großes Interesse weckte. Zudem konnte BOS die neue Forschungsabteilung für angewandte Orang-Utan-Wissenschaft vorstellen, die sich Themen wie Tierwohl, Verhaltensforschung, Medizin und Schutzgebietsmanagement widmet.

Neben dem wissenschaftlichen Programm bot der IPS-Kongress auch Raum für gezielten Austausch mit anderen im Primatenschutz tätigen Organisationen wie Fauna & Flora International, Yayasan Gunung Palung, Swara Owa und der Frankfurt Zoological Society. Gemeinsam wurden Ansätze zur Zusammenarbeit in den Bereichen Habitat- und Artenschutz diskutiert – ein wertvoller Schritt für zukünftige Synergien im südostasiatischen Raum.

Ein fester Bestandteil der IPS-Konferenzen ist die Aktualisierung der Liste der 25 am stärksten bedrohten Primatenarten der Welt, herausgegeben von IPS, IUCN/SSC und der Primate Specialist Group, auf deren letzte Ausgabe es traurigerweise auch der Tapanuli-Orang-Utan (Pongo tapanulensis) aus Sumatra geschafft hat, dessen Bestand auf unter 800 Individuen geschätzt wird – ein dramatisches Signal für die Dringlichkeit internationalen Engagements.
Die IPS-Konferenz in Madagaskar war nicht nur ein wissenschaftliches Forum, sondern auch ein Ort des globalen Schulterschlusses im Kampf um das Überleben unserer nächsten Verwandten. BOS ist stolz, Teil dieser internationalen Bewegung zu sein – mit klarer Stimme für Orang-Utans, ihre Lebensräume und ihre Bedeutung als Flaggschiffart für den integrativen Schutz der Artenvielfalt.
