30. Juli 2025
Dr. Christian Matauschek (BOS Deutschland) und Dr. Nadine Sugianto (BOS Foundation)

BOS bei der 30. Konfe­renz der Inter­na­tional Prima­to­lo­gical Society in Madagaskar

Vom 20. bis 25. Juli 2025 versam­melte sich die welt­weite Prima­ten­schutz-Commu­nity zur 30. Konfe­renz der Inter­na­tional Prima­to­lo­gical Society (IPS) im Novotel Conven­tion Center in Antana­na­rivo, der Haupt­stadt Mada­gas­kars. Über 800 Wissen­schaft­le­rinnen, Natur­schüt­ze­rinnen, Pädago­ginnen und Entschei­dungs­trä­ge­rinnen nahmen an dieser bedeu­tenden Veran­stal­tung teil – darunter auch zwei Vertreter*innen der BOS-Familie: Dr. Chris­tian Matau­schek (BOS Deutsch­land) und Dr. Nadine Sugi­anto (BOS Foundation).


Mit der Ausrich­tung des Kongresses rückte Mada­gaskar seine welt­weit einzig­ar­tige Prima­ten­fauna in den Fokus: 112 Lemu­ren­arten leben ausschließ­lich auf dieser Insel – ein Para­de­bei­spiel für ende­mi­sche Biodi­ver­sität. Gleich­zeitig ist Mada­gaskar ein Hotspot akuter Bedro­hung: Abhol­zung, Wilderei und der Klima­wandel gefährden zahl­reiche Arten. Der IPS-Kongress bot damit die ideale Platt­form, um globale Schutz­stra­te­gien zu diskutieren.


Dr. Nadine Sugi­anto, Forschungs­ko­or­di­na­torin der BOS Foun­da­tion, präsen­tierte neue Erkennt­nisse zur Vorher­sag­bar­keit des Auswil­de­rungs­er­folgs von Orang-Utans, basie­rend auf Alter und indi­vi­du­ellen Verhal­tens­pa­ra­me­tern – ein Thema, das großes Inter­esse weckte. Zudem konnte BOS die neue Forschungs­ab­tei­lung für ange­wandte Orang-Utan-Wissen­schaft vorstellen, die sich Themen wie Tier­wohl, Verhal­tens­for­schung, Medizin und Schutz­ge­biets­ma­nage­ment widmet.

Dr. Nadine Sugianto (BOS Foundation) bei der IPS Konferenz
Dr. Nadine Sugi­anto (BOS Foun­da­tion) präsen­tiert ihre Forschungsergebnisse


Neben dem wissen­schaft­li­chen Programm bot der IPS-Kongress auch Raum für gezielten Austausch mit anderen im Prima­ten­schutz tätigen Orga­ni­sa­tionen wie Fauna & Flora Inter­na­tional, Yayasan Gunung Palung, Swara Owa und der Frank­furt Zoolo­gical Society. Gemeinsam wurden Ansätze zur Zusam­men­ar­beit in den Berei­chen Habitat- und Arten­schutz disku­tiert – ein wert­voller Schritt für zukünf­tige Syner­gien im südost­asia­ti­schen Raum.


Ein fester Bestand­teil der IPS-Konfe­renzen ist die Aktua­li­sie­rung der Liste der 25 am stärksten bedrohten Prima­ten­arten der Welt, heraus­ge­geben von IPS, IUCN/SSC und der Primate Specia­list Group, auf deren letzte Ausgabe es trau­ri­ger­weise auch der Tapa­nuli-Orang-Utan (Pongo tapa­nu­lensis) aus Sumatra geschafft hat, dessen Bestand auf unter 800 Indi­vi­duen geschätzt wird – ein drama­ti­sches Signal für die Dring­lich­keit inter­na­tio­nalen Engagements.


Die IPS-Konfe­renz in Mada­gaskar war nicht nur ein wissen­schaft­li­ches Forum, sondern auch ein Ort des globalen Schul­ter­schlusses im Kampf um das Über­leben unserer nächsten Verwandten. BOS ist stolz, Teil dieser inter­na­tio­nalen Bewe­gung zu sein – mit klarer Stimme für Orang-Utans, ihre Lebens­räume und ihre Bedeu­tung als Flagg­schiffart für den inte­gra­tiven Schutz der Artenvielfalt.