Nur rund 11.000 Hektar Wald sind übriggeblieben. Im Naturschutzgebiet Bukit Piton im malaysischen Bundesstaat Sabah lebt heute eine der letzten frei wandernden Orang-Utan-Populationen auf Borneo. Das Schutzgebiet ist fast vollständig von Ölpalmenplantagen umgeben: Im Norden, Osten und Westen grenzen Monokulturen direkt an den Wald, im Süden trennt der Fluss Segama Bukit Piton vom nächsten Schutzareal. Für die Tiere bedeutet das eine nahezu vollständige Isolation – Ausweichmöglichkeiten gibt es keine.
Besonders dramatisch ist die Vorgeschichte des Gebiets: Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde Bukit Piton durch massive Abholzung und verheerende Waldbrände beinahe komplett zerstört. In den darauffolgenden Jahren starteten mehrere Umweltorganisationen umfangreiche Aufforstungsprojekte. Doch viele dieser Maßnahmen wurden nicht langfristig begleitet. Zahlreiche junge Bäume wurden von Kletterpflanzen überwuchert und konnten sich nicht dauerhaft etablieren.
Zwar kehrten dank der Wiederbewaldung viele Wildtierarten wie Orang-Utans, Zwergelefanten und Koboldmakis zurück, doch der Lebensraum blieb stark begrenzt. Mit zunehmender Zahl an Tieren auf derselben Fläche nimmt das verfügbare Nahrungsangebot für jedes einzelne Tier weiter ab – ein wachsendes Problem für das fragile Ökosystem von Bukit Piton.

Seit 2021 arbeiten wir mit unserem Projektpartner Rhino and Forest Fund e. V. im malaysischen Sabah an der Rettung dieses wertvollen Naturschutzgebiets . Noch immer kämpfen wir hier gegen die Überwucherung der Bäume und für die Wiederherstellung eines geschlossenen Kronendachs. Mit dem Ziel, hier wieder einen stabilen Lebensraum für Wildtiere aufleben zu lassen.
Das wurde bereits erreicht
Seither konnten 2.048 Hektar überwucherter junger Bäume von zerstörerischen, teils invasiven Kletterpflanzen befreit werden. 615 Hektar allein in 2025. Ziel ist es, wieder ein geschlossenes Kronendach herzustellen. Denn dann geht das Unkraut mangels Lichts dauerhaft zurück und der Wald kann sich regenerieren. Gerade hier ist dies von entscheidender Bedeutung, da Bukit Piton eines der letzten Tieflandregenwaldgebiete Sabahs ist und zahlreichen bedrohten Arten Zuflucht bietet.


Um das Nahrungsangebot für Wildtieren zu erhöhen, haben wir in 2025 rund um die vier im Jahr 2023 angelegten Teiche weitere Futterbäume angepflanzt . Zwölf Feigenarten, sechs Dipterocarpaceae-Arten und fünf weitere wilde Fruchtbaumarten müssen zwar noch einige Jahre wachsen, ehe sie Früchte tragen. Dennoch locken die Teiche bereits jetzt eine Vielzahl von Wildtieren an, wie die im August installierten Kamerafallen beweisen. In den Bäumen konnten zahlreiche Orang-Utan-Nester dokumentiert werden, an den Teichen finden sich Spuren von Elefanten und Paarufern, in den Teichen Froschlaich. Die Gewässer bilden also bereits jetzt eine gut frequentierte Wildtieroase.
Die Arbeit geht weiter! Hier können Sie unsere Pflegearbeiten in Sabah unterstützen!
