13. Dezember 2025
Elefantenherde in Bukit Piton, Sabah, Malaysia

Bukit Piton: Ein Schutz­ge­biet auf dem Weg der Erholung

Nur rund 11.000 Hektar Wald sind übrig­ge­blieben. Im Natur­schutz­ge­biet Bukit Piton im malay­si­schen Bundes­staat Sabah lebt heute eine der letzten frei wandernden Orang-Utan-Popu­la­tionen auf Borneo. Das Schutz­ge­biet ist fast voll­ständig von Ölpal­men­plan­tagen umgeben: Im Norden, Osten und Westen grenzen Mono­kul­turen direkt an den Wald, im Süden trennt der Fluss Segama Bukit Piton vom nächsten Schutz­areal. Für die Tiere bedeutet das eine nahezu voll­stän­dige Isola­tion – Ausweich­mög­lich­keiten gibt es keine.

Beson­ders drama­tisch ist die Vorge­schichte des Gebiets: Gegen Ende des 20. Jahr­hun­derts wurde Bukit Piton durch massive Abhol­zung und verhee­rende Wald­brände beinahe komplett zerstört. In den darauf­fol­genden Jahren star­teten mehrere Umwelt­or­ga­ni­sa­tionen umfang­reiche Auffors­tungs­pro­jekte. Doch viele dieser Maßnahmen wurden nicht lang­fristig begleitet. Zahl­reiche junge Bäume wurden von Klet­ter­pflanzen über­wu­chert und konnten sich nicht dauer­haft etablieren.

Zwar kehrten dank der Wieder­be­wal­dung viele Wild­tier­arten wie Orang-Utans, Zwerg­ele­fanten und Kobold­makis zurück, doch der Lebens­raum blieb stark begrenzt. Mit zuneh­mender Zahl an Tieren auf derselben Fläche nimmt das verfüg­bare Nahrungs­an­gebot für jedes einzelne Tier weiter ab – ein wach­sendes Problem für das fragile Ökosystem von Bukit Piton.


Seit 2021 arbeiten wir mit unserem Projekt­partner Rhino and Forest Fund e. V. im malay­si­schen Sabah an der Rettung dieses wert­vollen Natur­schutz­ge­biets . Noch immer kämpfen wir hier gegen die Über­wu­che­rung der Bäume und für die Wieder­her­stel­lung eines geschlos­senen Kronen­dachs. Mit dem Ziel, hier wieder einen stabilen Lebens­raum für Wild­tiere aufleben zu lassen.

Das wurde bereits erreicht

Seither konnten 2.048 Hektar über­wu­cherter junger Bäume von zerstö­re­ri­schen, teils inva­siven Klet­ter­pflanzen befreit werden. 615 Hektar allein in 2025. Ziel ist es, wieder ein geschlos­senes Kronen­dach herzu­stellen. Denn dann geht das Unkraut mangels Lichts dauer­haft zurück und der Wald kann sich rege­ne­rieren. Gerade hier ist dies von entschei­dender Bedeu­tung, da Bukit Piton eines der letzten Tief­land­re­gen­wald­ge­biete Sabahs ist und zahl­rei­chen bedrohten Arten Zuflucht bietet.

Um das Nahrungs­an­gebot für Wild­tieren zu erhöhen, haben wir in 2025 rund um die vier im Jahr 2023 ange­legten Teiche weitere Futter­bäume ange­pflanzt . Zwölf Feigen­arten, sechs Dipte­ro­car­paceae-Arten und fünf weitere wilde Frucht­baum­arten müssen zwar noch einige Jahre wachsen, ehe sie Früchte tragen. Dennoch locken die Teiche bereits jetzt eine Viel­zahl von Wild­tieren an, wie die im August instal­lierten Kame­ra­fallen beweisen. In den Bäumen konnten zahl­reiche Orang-Utan-Nester doku­men­tiert werden, an den Teichen finden sich Spuren von Elefanten und Paaru­fern, in den Teichen Frosch­laich. Die Gewässer bilden also bereits jetzt eine gut frequen­tierte Wildtieroase.

Die Arbeit geht weiter! Hier können Sie unsere Pfle­ge­ar­beiten in Sabah unterstützen!