Malai­en­bärin auf Borneo gerettet: Nach Schling­falle und Schuss­ver­let­zung kämpft sie ums Überleben

Malai­en­bärin auf Borneo gerettet: Nach Schling­falle und Schuss­ver­let­zung kämpft sie ums Überleben

Der Fund muss ihm einen großen Schre­cken einge­jagt haben. Doch Mr. Pandi aus der Ortschaft Lebak­hulak in Ost-Kali­mantan zögerte keine Sekunde, um Hilfe für das schwer verletzte Malai­en­bären-Weib­chen zu holen. Die Bärin war in eine Schling­falle geraten. Und was sie durch­lebt haben muss, lässt sich nur erahnen. Die Spuren an ihrem Körper erzählten jeden­falls eine grau­same Geschichte – und sie zeigten deut­lich, welchen Gefahren Malai­en­bären in ihrem Lebens­raum Regen­wald ausge­setzt sind.

Es war Ende März 2026, als Mitar­bei­tende der Natur­schutz­be­hörde BKSDA durch den Dorf­be­wohner alar­miert und zur Hilfe gerufen wurden. Als sie vor Ort eintrafen, fanden sie ein ausge­wach­senes Malai­en­bären-Weib­chen in äußerst kriti­schem Zustand vor.

Rettung eines verletzten Malai­en­bären auf Borneo

Das Tier war so geschwächt, dass es sich kaum noch bewegen konnte. Verlet­zungen an der Schulter und bereits verschorfte Wunden am Vorder­bein deuteten darauf hin, dass sie schon vor einiger Zeit in die Falle geraten sein musste. Zudem waren drei Zehen ihres rechten Vorder­fußes ausge­ku­gelt, vermut­lich beim verzwei­felten Versuch, sich zu befreien.

Malaienbär wird in der Klinik des BOS-Rettungszentrums Samboja Lestari behandelt
Die verletzte Pfote der geret­teten Malaienbärin

Nach einer ersten Versor­gung mit Honig und Zucker­wasser wurde die Bärin tier­ärzt­lich unter­sucht und stabi­li­siert. Den Erst­hel­fern war klar: Sie brauchte inten­sive medi­zi­ni­sche Betreuung. Die Behörden infor­mierten daher unser Malai­en­bären-Team im BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari und brachten die verletzte Bärin zu uns.

Verletzte Malaienbärin wird ins BOS-Rettungszentrum Samboja Lestari gebracht
Die Malai­en­bärin bei ihrer Ankunft im BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari. Jetzt ist sie in Sicherheit

Im Rettungs­zen­trum kümmerte sich das BOS-Vete­ri­när­team sofort um das schwer verletzte Tier und unter­suchte sie umfas­send. Das Ergebnis war alarmierend.

Die drama­ti­sche Diagnose

Bei den Unter­su­chungen im Rettungs­zen­trum entdeckten die Tier­ärzte weitere Hinweise auf die Leidens­ge­schichte der Bärin. Rönt­gen­auf­nahmen zeigten Metall­frag­mente im linken Vorder­bein. Die Tier­ärzte vermuten, dass es sich um Geschosse eines Luft­ge­wehrs handelt.
Auch ihr fort­ge­schrit­tenes Alter wurde durch die Unter­su­chungen deut­lich: Trübungen der Augen, zahl­reiche fehlende Zähne und grau werdendes Fell deuteten darauf hin, dass die Bärin bereits über 30 Jahre alt sein könnte – ein hohes Alter für einen Malai­en­bären. Mit nur 23 Kilo­gramm Körper­ge­wicht wog sie außerdem deut­lich weniger als ein gesunder erwach­sener Malaienbär.

Samboja Lestari ist vor allem als Rettungs- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum für Orang-Utans bekannt. Doch auch Malai­en­bären finden hier Schutz: Verletzte, verwaiste und dauer­haft nicht auswil­de­rungs­fä­hige Malai­en­bären erhalten im Bären­re­fu­gium medi­zi­ni­sche Versor­gung und ein sicheres Zuhause.
Für die alte Bärin kommt eine Rück­kehr in den Wald auf abseh­bare Zeit nicht infrage. Doch in Samboja Lestari bekommt die Bärin genau das, was sie jetzt braucht: medi­zi­ni­sche Versor­gung, Ruhe, eine ange­passte Ernäh­rung und inten­sive Betreuung.

Wie BOS verletzte Sonnen­bären pflegt und versorgt

Das Team beob­achtet ihren Zustand engma­schig und passt die Behand­lung an ihre Bedürf­nisse an. Schritt für Schritt zeigt die Bärin erste Anzei­chen einer Besse­rung.
Ihr Weg zurück zu Kräften wird vermut­lich langsam sein. Aber langsam bedeutet nicht hoff­nungslos.
Eines nämlich hat die Bären, obwohl sie noch immer geschwächt ist und sich nicht wie ihre Artge­nossen im Refu­gium bewegen kann, bereits am Tag ihrer Ankunft gewonnen. Etwas, das ihr lange Zeit gefehlt hat. Im BOS-Rettungs­zen­trum ist sie in Sicherheit.

Malaienbären in der Freianlage des BOS-Rettungszentrums Samboja Lestari
Malai­en­bären im BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari 

Im Sun Bear Sanc­tuary leben geret­tete Malai­en­bären, die aus unter­schied­li­chen Gründen nicht mehr in die Frei­heit zurück­kehren können. Anders als bei Orang-Utans ist eine Auswil­de­rung von Malai­en­bären nach engem Kontakt mit Menschen in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Deshalb ist es umso wich­tiger, ihnen lang­fristig ein sicheres, möglichst artge­rechtes Zuhause zu bieten.

Schling­fallen werden vielen Wild­tieren zum Verhängnis

Der Fall dieser Malai­en­bärin ist leider kein Einzel­fall. Schling­fallen gehören zu den großen Gefahren für Wild­tiere – nicht nur auf Borneo. Die Fallen werden häufig aufge­stellt, um Tiere von Plan­tagen fern­zu­halten oder bestimmte Bereiche abzu­grenzen. Sie unter­scheiden dabei jedoch nicht zwischen soge­nannten „Schäd­lingen“ und geschützten Wild­tieren. Malai­en­bären geraten immer wieder in die Fallen – obwohl sie gar nicht das Ziel der Fallen­steller sind.

Beson­ders tückisch: Eine Schling­falle führt nicht zwangs­läufig sofort zum Tod. Statt­dessen können die Tiere über Tage oder sogar längere Zeit schwer verletzt gefangen bleiben. Wunden entzünden sich, Glied­maßen werden dauer­haft geschä­digt und die Tiere können kaum noch Nahrung suchen. Die Folge ist häufig eine lang­same, qual­volle Schwä­chung des gesamten Körpers.

Auch der Malai­enbär Azim wurde Opfer einer solchen Falle. Er war im Gunung-Tarak-Schutz­wald in West-Kali­mantan mit einem Draht um das Vorder­bein entdeckt worden. Eine Kame­ra­falle hatte ihn erst­mals im November 2024 aufge­nommen. Der Draht hatte sich so eng um sein Bein gelegt, dass er sich nur noch unter großen Schwie­rig­keiten fort­be­wegen konnte.

Malai­en­bären sind gefährdet

Schling­fallen sind dabei nur eine von vielen Gefahren für die kleinste Bärenart der Welt. Der Malai­enbär (Helarctos mala­yanus) ist laut Welt­na­tur­schutz­union IUCN als gefährdet (vulnerable) einge­stuft. Lebens­raum­ver­lust, Wilderei und der ille­gale Handel mit Körper­teilen setzen den Tieren zusätz­lich zu.

Beson­ders proble­ma­tisch ist der Handel mit Gallen­blasen und Galle, die trotz fehlender wissen­schaft­li­cher Grund­lage in der Tradi­tio­nellen Chine­si­schen Medizin (TCM) Verwen­dung finden. Der inter­na­tio­nale Handel mit Malai­en­bären und ihren Körper­teilen ist bereits seit Jahr­zehnten streng regu­liert: Die Art ist seit 1979 im Washing­toner Arten­schutz­über­ein­kommen CITES gelistet.

Wie wichtig Schutz und Rettung für diese außer­ge­wöhn­li­chen Bären sind, zeigt auch ein Blick auf unsere Arbeit in Samboja Lestari. Dort leben zahl­reiche geret­tete Malai­en­bären in groß­zü­gigen Gehegen, die ihnen möglichst natür­liche Beschäf­ti­gung und Nahrungs­suche ermöglichen.

Ein sicherer Ort

Die Geschichte der geret­teten Bärin macht deut­lich, wie viel Leid hinter einem einzelnen Rettungs­fall stecken kann. Verlet­zungen, Hunger und mögli­cher­weise sogar frühere Gewalt­er­fah­rungen haben ihre Spuren hinterlassen.

Nun ist sie in Sicher­heit. In Samboja Lestari bekommt sie die Zeit, die ihr Körper braucht, um sich zu erholen. Und sie bekommt etwas, das für ein Tier mit einer solchen Vergan­gen­heit beson­ders wert­voll ist: einen geschützten Ort, an dem sie nicht mehr um ihr Über­leben kämpfen muss.
Auch für alte Malai­en­bären gibt es Hoff­nung. Sie verdienen ein Leben in Würde, mit guter medi­zi­ni­scher Versor­gung, artge­rechter Ernäh­rung und der Möglich­keit, ihren Lebens­abend in einer möglichst natür­li­chen Umge­bung zu verbringen.
Das BOS-Team wird die Bärin auf ihrem weiteren Weg begleiten und alles dafür tun, dass sie sich so gut wie möglich erholt.

Helfen Sie geret­teten Malaienbären

Rettung, medi­zi­ni­sche Versor­gung und die lang­fris­tige Betreuung eines verletzten Wild­tiers sind aufwendig. Gerade Tiere wie diese alte Malai­en­bärin brau­chen inten­sive Pflege und beson­dere Aufmerk­sam­keit.
Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, geret­teten Malai­en­bären und Orang-Utans eine zweite Chance zu geben – und ihnen ein sicheres, artge­rechtes Leben zu ermöglichen.

Brand­saison 2026: Wie sich BOS auf die Wald­brände vorbereitet

Brand­saison 2026: Wie sich BOS auf die Wald­brände vorbereitet

Der erwar­tete Super-El Niño stellt Borneo vor beson­dere Heraus­for­de­rungen. Für BOS bedeutet das: auf die erwar­teten Feuer vorbe­reitet sein. Denn die Erfah­rungen aus der verhee­renden Brand­saison 2015/16 haben gezeigt, wie schnell Wald­brände zu einer Gefahr für Orang-Utans, ihre Lebens­räume und die gesamte Natur­schutz­ar­beit werden können.

Die Gefahr beginnt nicht mit den ersten Flammen. Schon eine lang­an­hal­tende Trocken­pe­riode kann die Wälder und vor allem die Torf­böden auf Borneo stark austrocknen. Damit steigt das Risiko, dass sich Feuer schnell ausbreiten und nur schwer unter Kontrolle bringen lassen. Vorbeu­gung und eine gute Vorbe­rei­tung sind daher der wich­tigste Schutz.
Warum El Niño für Borneo so gefähr­lich werden kann und welche Auswir­kungen Trocken­heit, Feuer und Rauch auf die Orang-Utans haben, haben wir hier bereits ausführ­lich erklärt.

2015/16: Eine Brand­saison, die alles verän­dert hat

Wie wichtig eine gute Vorbe­rei­tung ist, weiß BOS aus eigener Erfah­rung. Die Brand­saison 2015/16 gehört zu den schwersten Feuer­ka­ta­stro­phen, die Indo­ne­sien in den vergan­genen Jahr­zehnten erlebt hat.
Im Gebiet des BOS-Rettungs­zen­trums Samboja Lestari in Ost-Kali­mantan zerstörten die Feuer damals rund 266 Hektar wieder­auf­ge­fors­tete Fläche. Im Mawas-Schutz­ge­biet in Zentral-Kali­mantan wurden etwa 15.442 Hektar Orang-Utan-Lebens­raum durch die Brände geschä­digt. Landes­weit waren mehr als zwei Millionen Hektar Wald und Torf­land­schaften betroffen.
Doch die Folgen waren nicht auf verbrannten Regen­wald beschränkt. In Zentral-Kali­mantan war die Luft­qua­lität über zwei Monate lang so schlecht, dass die Wald­schule im BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng vorüber­ge­hend geschlossen werden musste. Die Brände kamen gefähr­lich nah an das Rettungs­zen­trum heran und konnten erst durch den gemein­samen Einsatz von Feuer­wehr- und BOS-Teams unter Kontrolle gebracht werden.

Insge­samt hatte die Kata­strophe drama­ti­sche Auswir­kungen auf die Orang-Utan-Popu­la­tionen. Zahl­reiche Tiere mussten aus verbrannten oder stark geschä­digten Lebens­räumen gerettet werden. Allein aus dem Gebiet Mang­kutub kamen 76 Orang-Utans – eine der größten Rettungs­ak­tionen in der Geschichte der BOS Foun­da­tion. Im Jahr 2016 nahm BOS insge­samt 98 neue Orang-Utans auf, die gerettet, medi­zi­nisch versorgt, reha­bi­li­tiert und lang­fristig betreut werden mussten.

Jede Rettung ist eine enorme Herausforderung

Wenn Orang-Utans durch Brände ihren Lebens­raum verlieren, scheint eine Umsied­lung zunächst eine nahe­lie­gende Lösung zu sein. Doch so einfach ist es nicht.
Ein Orang-Utan kann nicht einfach in einem anderen Wald ausge­setzt werden. Vor jeder Umsied­lung muss unter anderem geprüft werden, ob der neue Lebens­raum genü­gend Nahrung bietet, wie viele Orang-Utans dort bereits leben und ob es zu Konkur­renz um Ressourcen kommen könnte. Auch die Anpas­sungs­fä­hig­keit und die lang­fris­tigen Über­le­bens­chancen der Tiere müssen berück­sich­tigt werden.

Eine Rettung ist deshalb immer nur der erste Schritt. Im Ideal­fall sorgt der Schutz des Lebens­raums dafür, dass Orang-Utans gar nicht erst vor Feuer fliehen oder gerettet werden müssen.
Die Erfah­rungen von 2015/16 haben die Arbeit von BOS deshalb nach­haltig verän­dert. Heute geht es nicht mehr nur darum, im Notfall möglichst schnell zu reagieren. Es geht darum, Brände möglichst früh zu erkennen, ihre Entste­hung zu verhin­dern und die Voraus­set­zungen zu schaffen, um sie schnell bekämpfen zu können.

Feuerschutzturm auf Borneo
Feuer­schutz­türme gewähren einen weiten Blick über das Land. So können Brand­herde früh­zeitig loka­li­siert werden

Vorbe­rei­tung beginnt lange vor den ersten Bränden

Mit Blick auf die weitere El-Niño-Entwick­lung 2026 hat BOS deshalb seine Maßnahmen zur Brand­prä­ven­tion und ‑bekämp­fung verstärkt. Dabei setzen wir auf mehrere mitein­ander verbun­dene Säulen: Über­wa­chung, Infra­struktur, gut ausge­bil­dete Einsatz­teams und die enge Zusam­men­ar­beit mit den Menschen vor Ort.

Feuer erkennen, bevor es sich ausbreitet

Je früher ein Brand entdeckt wird, desto größer sind die Chancen, ihn unter Kontrolle zu bringen. Deshalb über­wacht BOS seine Schutz- und Auswil­de­rungs­ge­biete auf unter­schied­liche Weise. Dazu gehören regel­mä­ßige Patrouillen am Boden, die Beob­ach­tung von Feuer­wach­türmen sowie der Einsatz von Drohnen in beson­ders gefähr­deten Gebieten.

Boot mit Löschschläuchen und Pumpe auf Kanal in Borneo
Regel­mä­ßige Patrouillen – auch per Boot – gehören zu unseren Feuerschutzmaßnahmen

Hinzu kommt die tägliche Auswer­tung von Satel­li­ten­daten. Dafür nutzt BOS unter anderem die Systeme NASA FIRMS, SIPONGI und das Global Wild­fire Infor­ma­tion System (GWIS). Sie liefern Infor­ma­tionen über soge­nannte Hotspots – also Stellen, an denen Satel­liten erhöhte Tempe­ra­turen regis­trieren.
Die verschie­denen Infor­ma­ti­ons­quellen werden mitein­ander kombi­niert. So können mögliche Brand­herde möglichst früh erkannt und Einsatz­teams gezielt dorthin geschickt werden. Aus der Satel­li­ten­auf­nahme wird im besten Fall inner­halb kürzester Zeit ein konkreter Einsatz vor Ort.

Wasser muss im Ernst­fall schnell verfügbar sein

Genauso wichtig wie die Früh­erken­nung ist die Frage: Wie kommt das Lösch­wasser dorthin, wo es gebraucht wird? Deshalb über­prüft BOS regel­mäßig Brunnen, Wasser­re­ser­voirs, Kanäle und Pumpen. Auch die Wege zu den Wasser­stellen werden kontrol­liert und dort verbes­sert, wo sie für Einsatz­fahr­zeuge oder schwere Feuer­wehr­aus­rüs­tung schwer zugäng­lich sind.

Hydrant wird im Torfmoorgebiet Mawas in den Boden gebracht
In den zurück­lie­genden Jahren haben wir zahl­reiche Hydranten in unseren Projekt­ge­bieten instal­liert, um im Notfall die Versor­gung mit Lösch­wasser zu gewährleisten

Denn bei einem Brand zählt jede Minute. Wenn Pumpen, Schläuche und andere Ausrüs­tung erst über lange oder schlecht befahr­bare Wege trans­por­tiert werden müssen, kann sich ein zunächst kleiner Brand schnell zu einer größeren Gefahr entwi­ckeln.
Die Vorbe­rei­tung bedeutet deshalb auch ganz prak­ti­sche Arbeit: Technik über­prüfen, Wasser­stellen sichern, Wege zugäng­lich halten und sicher­stellen, dass die Ausrüs­tung im entschei­denden Moment funktioniert.

Die Menschen vor Ort sind ein entschei­dender Teil des Brandschutzes

Wald­brand­schutz funk­tio­niert nicht allein aus der Luft oder vom Computer aus. Gerade in den weit­läu­figen Land­schaften Borneos spielen die Menschen in den umlie­genden Gemeinden eine zentrale Rolle.
BOS unter­stützt deshalb lokale Feuer­wehr­ein­heiten bei Schu­lungen und Auffri­schungs­trai­nings und stellt Part­ner­ge­meinden Feuer­wehr­aus­rüs­tung zur Verfü­gung. Gemeinsam mit lokalen Behörden, den Kata­stro­phen­schutz­be­hörden und weiteren Part­nern werden Maßnahmen zur Brand­prä­ven­tion und zur Vorbe­rei­tung auf mögliche Notfälle abgestimmt.

Männer beim Löschtraining
Im Notfall wissen, was zu tun ist: Brand­schutz­übung der BOS Foundation

Denn die Menschen, die in und rund um die Schutz­ge­biete leben, kennen die Land­schaft und ihre Beson­der­heiten beson­ders gut. Sie können Brände früh entde­cken, schnell reagieren und damit einen entschei­denden Beitrag dazu leisten, dass aus einem kleinen Feuer keine Kata­strophe wird.

Neue regio­nale Einsatz­teams für die Brand­saison 2026

Für die kommende Brand­saison geht BOS noch einen Schritt weiter: An den verschie­denen Stand­orten in Ost- und Zentral-Kali­mantan werden regio­nale Wild­fire Prepared­ness Task Forces aufge­baut. Diese Teams sollen die Maßnahmen vor Ort besser mitein­ander vernetzen. Dazu gehören die Über­wa­chung von Brand­herden, eine schnel­lere Weiter­gabe wich­tiger Infor­ma­tionen, klarere Abläufe bei der Eska­la­tion eines Notfalls, eine bessere Koor­di­na­tion verschie­dener Einsatz­kräfte und schnel­lere Entschei­dungen auf Grund­lage aktu­eller Daten.
Gerade bei groß­flä­chigen Bränden ist Koor­di­na­tion entschei­dend. Feuer­wehr­teams, BOS-Mitar­beiter, lokale Gemeinden und Behörden müssen möglichst schnell dieselben Infor­ma­tionen erhalten und wissen, wer welche Aufgabe übernimmt.

Auch neue Tech­no­lo­gien sollen helfen

BOS arbeitet außerdem gemeinsam mit verschie­denen Part­nern daran, neue Systeme zur auto­ma­ti­schen Brand­er­ken­nung einzu­setzen. Solche Tech­no­lo­gien könnten künftig dabei helfen, Feuer noch schneller zu erkennen und Einsatz­kräfte gezielt zu alar­mieren.
Damit ergänzt die BOS Foun­da­tion ihre bishe­rigen Maßnahmen um eine weitere wich­tige Ebene: Neben Satel­li­ten­daten, Patrouillen, Feuer­wach­türmen und Drohnen sollen zusätz­liche tech­ni­sche Systeme dabei helfen, poten­zi­elle Brände so früh wie möglich aufzuspüren.

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Wenn der Wald brennt, verlieren Orang-Utans mehr als nur Bäume

Die unmit­tel­bare Gefahr eines Feuers liegt auf der Hand: Flammen zerstören Bäume und andere Pflanzen, verbrennen Nahrungs­quellen und können Orang-Utans direkt gefährden. Doch die Folgen reichen viel weiter. Nach einer langen Trocken­pe­riode kann sich die Qualität eines Lebens­raums erheb­lich verschlech­tern. Nahrung wird knapp, Wälder werden frag­men­tiert und Orang-Utans können gezwungen sein, auf der Suche nach Nahrung und Sicher­heit in die Nähe mensch­li­cher Sied­lungen zu kommen.
Damit steigt auch das Risiko von Mensch-Orang-Utan-Konflikten.
Gleich­zeitig bedeutet ein Verlust von Lebens­raum häufig mehr Arbeit für die Rettungs­zen­tren: Je mehr Orang-Utans gerettet werden müssen, desto mehr Tiere benö­tigen medi­zi­ni­sche Versor­gung, Nahrung, Betreuung und jahre­lange Reha­bi­li­ta­tion.
Und genau hier zeigt sich, warum Wald­brand­schutz ein so wich­tiger Teil des Orang-Utan-Schutzes ist. Jeder verhin­derte Brand schützt nicht nur Wald. Er kann auch verhin­dern, dass ein Orang-Utan seine Heimat verliert.

Aus den Erfah­rungen von 2015 für die Zukunft lernen

Die Feuer von 2015/16 haben BOS eine wich­tige Lektion gelehrt: Wenn ein Groß­brand erst einmal außer Kontrolle geraten ist, ist es zu spät, mit den Vorbe­rei­tungen zu beginnen. Auch die Wieder­her­stel­lung zerstörter Lebens­räume braucht sehr viel länger als ihre Zerstö­rung. In den von den Bränden betrof­fenen Gebieten von Samboja Lestari und Mawas begann BOS deshalb gemeinsam mit zahl­rei­chen Part­nern lang­fris­tige Wieder­auf­fors­tungs- und Rena­tu­rie­rungs­maß­nahmen. Diese Arbeit dauert bis heute an.
Umso wich­tiger ist es, die Wälder zu schützen, die noch intakt sind – und gleich­zeitig die Land­schaft wider­stands­fä­higer gegen die Folgen von Trocken­heit und Feuer zu machen.

Gemeinsam gegen die nächste Brandsaison

Wie stark sich das El-Niño-Phänomen 2026 entwi­ckeln wird, lässt sich nicht mit Sicher­heit vorher­sagen. Was sich aber vorbe­reiten lässt, sind die Maßnahmen für den Fall, dass die Trocken­heit und damit die Brand­ge­fahr tatsäch­lich deut­lich zunimmt.
BOS setzt dabei auf mehr als drei Jahr­zehnte Erfah­rung im Orang-Utan-Schutz – und auf die Lehren aus einer der schlimmsten Brand­sai­sons ihrer Geschichte. Denn einen Wald­brand zu bekämpfen, wenn er bereits außer Kontrolle geraten ist, ist ungleich schwie­riger, als seine Ausbrei­tung von Anfang an zu verhindern.

Mit Ihrer Spende unter­stützen Sie unsere Arbeit in der Feuer­prä­ven­tion und ‑bekämp­fung.

Eine uner­schüt­ter­liche Orang-Utan-Liebe: die Rettung und Wieder­ver­ei­ni­gung von Clara und Clarita

Eine uner­schüt­ter­liche Orang-Utan-Liebe: die Rettung und Wieder­ver­ei­ni­gung von Clara und Clarita

Es gibt Geschichten von Orang-Utans, die sich für immer in unsere Herzen einge­brannt haben. Die uns immer wieder von neuem im Innersten berühren. Eine davon ist die von Clara und ihrer uner­schüt­ter­li­chen Liebe zu ihrer Tochter Clarita.

Diese Geschichte hat unser Team im BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng auf Borneo erlebt. Die Berliner Künst­lerin Elena Bianco hat die Erleb­nisse von Clara und Clarita mit ihren bezau­bernden Illus­tra­tionen verewigt.

Orang-Utan-Illustration
Im Sommer 2017 bringt Clara ihr erstes Baby zur Welt

Die herz­er­grei­fende Geschichte beginnt im Juli 2017 mit einem glück­li­chen Ereignis: Auf der Voraus­wil­de­rungs­insel Salat Island schenkt Clara ihrer entzü­ckenden Tochter Clarita das Leben.

Clara ist damals elf Jahre alt. Es ist ihr erstes Baby – und sie kümmert sich liebe­voll um die Kleine

Doch dann geschieht das Drama: Das neugie­rige Männ­chen Rizki entführt die zwei Wochen alte Clarita von ihrer Mutter.

Orang-Utan Illustration
Das neugie­rige Orang-Utan-Männ­chen Rizki entführt Claras Baby

Clara bleibt verwirrt und verzwei­felt zurück und versteckt sich im Regenwald.

Vom Fest­land aus setzt ein Such­trupp auf die Insel über. Fieber­haft suchen unsere Mitar­beiter im dichten Regen­wald der Voraus­wil­de­rungs­insel nach Clarita. Denn das Baby braucht regel­mäßig Mutter­milch. Die Tren­nung von Mama Clara kann schnell lebens­be­droh­lich für den Orang-Utan-Winz­ling werden.

Die Voraus­wil­de­rungs­insel Salat Island ist zwar ein Stück Wildnis, in ihrem Inneren mit dichtem Regen­wald bewachsen. Doch die Größe der Insel ist über­schaubar. Zum Glück!

So gelingt es dem Such­trupp, das Orang-Utan-Männ­chen Rizki aufzu­spüren. Er hält die kleine Clarita im Arm. Schnell greift das BOS-Team ein und es gelingt ihnen, dem Entführer das Baby unbe­schadet abnehmen.

Die Rettung gelingt keine Sekunde zu früh!

Orang-Utan Illustration
Clarita ist in Sicher­heit – doch es geht ihr nicht gut 

Denn Clarita ist dehy­driert und hungrig. Und sie leidet unter einem schlimmen Haut­aus­schlag – ausge­löst von einer Pflanze, die auf der Insel wächst und mit der die zarte Baby­haut offenbar in Berüh­rung kam.

Clarita wird im Rettungs­zen­trum sofort von den BOS-Tier­ärzten versorgt und in die liebe­volle Obhut von Baby­sit­terin Ursula gegeben.

Ursula war auch schon Claras Ersatz­mama, als diese im Januar 2007 im Alter von gerade mal sechs Monaten gerettet und in das BOS-Rettungs­zen­trum gebracht wurde. Auch während ihrer Zeit in der Wald­schule war Ursula Claras engste Bezugsperson.

Orang-Utan Illustration
Baby­sit­terin Ursula päppelt Clarita liebe­voll auf

Ursula kümmert sich intensiv um Claras Baby: Sie füttert Clarita mit Säug­lings­milch, schenkt ihr Wärme, Liebe und Gebor­gen­heit, versorgt ihren Haut­aus­schlag und tröstet die Kleine.

Doch wo ist Mama Clara?

Mit wach­sender Sorge sucht das BOS-Team auf der Voraus­wil­de­rungs­insel nach ihr, durch­kämmt den dichten Regen­wald im Insel­in­neren. Doch Clara hat sich in ihrer Angst und Verzweif­lung versteckt.

Anfang August, nach Tagen inten­siver Suche, finden wir Clara endlich und bringen sie zurück ins Rettungszentrum.

Schon am nächsten Tag versu­chen wir, Clara und Clarita wieder zusammenzubringen.

Clara ist in einem Käfig bei der Tier­klinik unter­ge­bracht. Baby­sit­terin Ursula bringt Clarita zu Clara und zeigt ihr vorsichtig das Baby.

Orang-Utan Illustration
Wird Orang-Utan-Mama Clara ihr Baby nach der gewalt­samen Tren­nung wieder annehmen?

Das BOS-Team ist voller Sorge: Wird die Wieder­ver­ei­ni­gung gut gehen? Wird Clara ihr Baby wieder annehmen? Oder wird sie Clarita ablehnen, die dann als Waise aufwachsen müsste?

Die Sorge ist unbegründet

Clara erkennt ihr Baby sofort. Aufge­regt bewegt sie sich im Käfig, streckt sehn­süchtig die Hand durch das Gitter und versucht ihre Tochter zu berühren.

Ursula zeigt ihr zunächst das Baby, strei­chelt Claras Hand und spricht beru­hi­gend mit ihr. Dann nähert sie sich mit der Kleinen im Arm dem Käfig. Zärt­lich küsst Clara ihr Baby durch die Gitter. Nun ist sich das Team sicher: Sie können Mutter und Tochter wiedervereinen.

Als Ursula Clarita von der Windel befreit und ein Mitar­beiter beginnt, die Schrauben am Käfig aufzu­drehen, kann es Clara nicht schnell genug gehen: Sie dreht auch an den Schrauben, damit die Tür schneller aufgeht.

Ursula reicht der unge­duldig wartenden Orang-Utan-Mutter ihr Baby. Clara kann die Augen kaum von Clarita lassen. Nur ein kurzer Blick der Dank­bar­keit geht an Ursula. Dann schließt sie ihre Tochter liebe­voll in die Arme. Die BOS-Mitar­bei­tenden stehen atemlos und mit Tränen in den Augen daneben.

Orang-Utan Illustration
Das Team ist erleich­tert – die Wieder­ver­ei­ni­gung ist gelungen

Clara betrachtet ihre Tochter und schmiegt sie an sich. Das Baby klam­mert sich sofort in ihrem Fell fest und sucht die Nähe und Wärme ihrer Mutter.

Nur eine bange Frage bleibt: Wird Clara nach der Tren­nung noch Mutter­milch haben?

Doch auch diese Sorge ist unbe­gründet. Clara kuschelt sich mit ihrem Kind zusammen, legt es auf ihre Brust – und Clarita trinkt. Jetzt endlich können die beiden sich von den Stra­pazen erholen.

Die zu Herzen gehende Wieder­ver­ei­ni­gung von Clara und Clarita haben wir damals auch per Video fest­ge­halten. Achtung: Taschen­tü­cher bereithalten!

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Wenn Sie glauben, die berüh­rende Wieder­ver­ei­ni­gung von Mutter und Tochter sei schon alles gewesen dann haben Sie sich getäuscht. Die Geschichte ging noch weiter.

Zwei Monate verbringen Clara und Clarita nach ihrer Zusam­men­füh­rung im Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng, um zu Kräften zu kommen und voll­kommen gesund zu werden.

Im November 2017 dürfen die beiden dann auf die Voraus­wil­de­rungs­insel Bangamat umziehen, wo sich Clara vorbild­lich um ihr Tochter kümmert und das wilde Leben im Regen­wald übt.

Orang-Utan Illustration
Auf der Voraus­wil­de­rungs­insel trai­niert Clara mit ihrem Töch­ter­chen das wilde Leben im Regenwald

Knapp ein Jahr später, im September 2018, ist Clara bereit, das freie Leben im Regen­wald des Natio­nal­parks Bukit Baka Bukit Raya gemeinsam mit ihrer Tochter zu erleben. Clara ist jetzt zwölf Jahre alt, Clarita ein Jahr.

Es ist Baby­sit­terin Ursula, die den Trans­port­käfig tief im Regen­wald öffnen darf.

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Mit einer Träne im Augen­winkel nimmt sie Abschied – und ist zugleich stolz auf ihre beiden Schütz­linge, die nun im geschützten Regen­wald des Natio­nal­parks das wilde und freie Leben beginnen dürfen, für das sie schon immer bestimmt waren.

Bitte helfen Sie uns dabei! Jede Spende hilft uns, die letzten ihrer Art zu schützen. 

Orang-Utan-Moni­to­ring im Regen­wald von Borneo

Orang-Utan-Moni­to­ring im Regen­wald von Borneo

Auf Expe­di­tion mit dem Biodi­ver­si­täts-Team im Kehje Sewen Wald: Jeder Schritt verfolgt dasselbe Ziel – sicher­zu­stellen, dass der Wald bleibt und alles Leben darin weiterhin einen Ort hat, an den es zurück­kehren kann.

Unter dem dichten Blät­ter­dach des Kehje Sewen Waldes beginnt für eine Gruppe von Menschen noch vor Sonnen­auf­gang der Tag. Sie packen Verpfle­gung in ihre Ruck­säcke, über­prüfen ihre Ausrüs­tung. Wenig später brechen sie auf. Zu Fuß hinein in den Regen­wald von Ost Kali­mantan auf Borneo – einen Biodi­ver­si­täts-Hotspot und wich­tigen Lebens­raum für Orang-Utans.

Sie sind nicht auf der Suche nach Aben­teuern, sondern nach Erkennt­nissen. Denn bei der Gruppe handelt es sich um das Biodi­ver­si­täts-Team der BOS-Wald­schutz­firma Resto­rasi Habitat Oran­gutan Indo­nesia (RHOI). Ihre Aufgabe: Orang-Utans beob­achten, Nester doku­men­tieren und Daten über die Arten­viel­falt des Waldes sammeln.

Ranger im BOS-Wald Kehje Sewen
Unter dem dichten Blät­ter­dach des Kehje Sewen Waldes

Dafür unter­nimmt das Team regel­mäßig lange Märsche durch den Regen­wald, streift durch unweg­sames Gelände, nimmt Regen und schweiß­trei­bende Hitze in Kauf. Denn ihre Arbeit ist entschei­dend dafür, ob geret­tete und ausge­wil­derte Orang-Utans lang­fristig in Frei­heit über­leben können. Und ob der Kehje Sewen Regen­wald ihnen als Lebens­raum erhalten bleibt.

Arten­schutz auf Borneo: Team­ar­beit im Regenwald

Die Expe­di­tion beginnt am frühen Morgen. Zunächst macht sich das Team auf den Weg zum Basis­lager, das im Wald­ge­biet der PT-RHOI-Konzes­sion liegt. Der Weg dorthin ist lang. Während sie durch den Wald laufen, spre­chen die Team­mit­glieder über andere Kolle­ginnen und Kollegen, die den Einsatz über Flüsse mit Booten unter­stützen. Viele Menschen sind betei­ligt, damit Expe­di­tionen sicher durch­ge­führt werden können und Mate­rial zuver­lässig ankommt. Natur- und Arten­schutz funk­tio­niert nur gemeinsam.
Erst am späten Nach­mittag errei­chen sie den Lager­platz. Zelte werden aufge­baut, Essen gekocht, die Arbeit für den nächsten Tag bespro­chen.
Acht Personen gehören zur Expe­di­tion: vier Beobachter:innen, zwei Navi­ga­toren, die zugleich Wege frei­schlagen, und zwei Mitar­bei­tende, die im Camp bleiben und sich um Verpfle­gung kümmern.

Moni­to­ring von Orang-Utans und Biodiversität

Die Aufgaben sind klar verteilt. Das Post Release Moni­to­ring (PRM) Team doku­men­tiert Orang-Utan-Nester und erfasst verschie­dene Para­meter wie Nest­höhe, Baum­höhe, Stamm­durch­messer, Umwelt­be­din­gungen. Das Rese­arch-and-Biodi­ver­sity-Team sammelt Daten über Vogel­arten an fest­ge­legten Beobachtungspunkten.

Ranger im BOS-Wald Kehje Sewen
Mit Klemm­brett im Regen­wald: Das Biodi­ver­si­täts­team sammelt Daten

Jede dieser Beob­ach­tungen liefert wich­tige Infor­ma­tionen über den Zustand des Waldes und darüber, wie gut sich die ausge­wil­derten Orang-Utans an ihr Leben in Frei­heit ange­passt haben.
Kehje Sewen ist eines der Schutz­ge­biete, in denen die BOS Foun­da­tion reha­bi­li­tierte Orang-Utans auswil­dert. Gemeinsam mit der Wald­schutz­firma RHOI setzt sich die Orga­ni­sa­tion auch für den Erhalt und die Wieder­her­stel­lung von Regen­wald – den Lebens­raum der Orang-Utans – ein.

Schwie­rige Wege durch den Regen­wald von Ost-Kalimantan

Am nächsten Morgen beginnt für das Team die eigent­liche Arbeit. Ihr erstes Ziel ist Tran­sek­tion L1, eine neue Route für Moni­to­ring-Akti­vi­täten. Schnell wird klar, dass der Weg schwie­riger ist als erwartet. Die Pfade sind sehr schmal, müssen immer wieder zuerst frei gemacht werden. Die Navi­ga­toren gehen voraus und öffnen die Route, während die übrigen Team­mit­glieder aufmerksam die Umge­bung beobachten.

Ranger im BOS-Wald Kehje Sewen
Navi­ga­toren öffnen die Trek­king­routen im unweg­samen Gelände

Das Gelände ist unwegsam, die Gruppe bewegt sich teil­weise am Fluss­ufer entlang, dann wieder steigt sie steile Hänge hinauf. Gegen 15 Uhr errei­chen sie das Ende der Tran­sek­tion. Plötz­lich verän­dert sich das Wetter. Starker Wind kommt auf, kurz darauf setzt heftiger Regen ein. Aus Sicher­heits­gründen entscheidet das Team, die Beob­ach­tung abzu­kürzen und zum Camp zurückzukehren.

Ein riesiges Farn­feld wird zur Herausforderung

Auch am folgenden Tag bricht das Team erneut früh­mor­gens auf, eine andere Beob­ach­tungs­route durch den Kehje Sewen steht auf dem Exkur­si­ons­plan. Anfangs wirkt die Strecke einfa­cher. Doch mitten im Wald stößt das Team auf ein riesiges Farn­feld, einge­bettet in steiles Terrain. Kurz halten sie inne und bewun­dern die außer­ge­wöhn­liche Szenerie.
Dann geht es weiter – nur wie? Das GPS zeigt den Weg direkt durch die dicht an dicht stehenden, meter­hohen Farne. Die Navi­ga­toren versu­chen, eine alter­na­tive Route zu finden, doch das Terrain ringsum ist unwegsam und gefähr­lich. So entscheidet sich das Team für den Weg durch das Feld.
Mit der schweren Ausrüs­tung auf dem Rücken, müssen sich die Ranger durch schmale Lücken zwischen den Pflanzen schlän­geln. Stunden vergehen. Und das Ende des Farn­feldes ist noch immer nicht in Sicht.
Als es 15 Uhr wird, steht fest: Die Tran­sek­tion kann an diesem Tag nicht abge­schlossen werden. Schweren Herzens entscheidet sich das Team zur Umkehr, um das Basis­lager zu errei­chen, bevor es dunkel wird.

Warum Regen­wald­schutz und Orang-Utan-Schutz so wichtig sind

Der Tag endet mit Erschöp­fung und Enttäu­schung. Doch auch das gehört zur Arbeit im Regen­wald dazu. Denn Regen­wald­schutz und Arten­schutz besteht nicht nur aus Erfolgen. Nicht jede Route kann beendet werden, nicht jedes Ziel wird erreicht.
Die BOS-Teams sind es gewohnt, sich immer wieder auf schwie­rige Bedin­gungen einzu­stellen: auf Wetter­um­schwünge und unweg­sames Gelände, auf lange Wege und Rück­schläge. Trotzdem setzen sie ihre Arbeit fort.
Denn jedes erfasste Orang-Utan-Nest, jede Vogel­be­ob­ach­tung, jede Baum­kar­tie­rung, kurz: jeder Daten­satz, zahlt ein in die Bemü­hungen, den Wald als Lebens­raum zu bewahren.

Orang-Utan im BOS-Wald Kehje Sewen
Die Expe­di­tion ist wichtig, um den Lebens­raum der Orang-Utans zu schützen

Oder wie das Team selbst es beschreibt: Jeder Schritt im Wald verfolgt dasselbe Ziel – sicher­zu­stellen, dass der Wald bleibt und alles Leben darin weiterhin einen Ort hat, an den es zurück­kehren kann.

Jetzt den Schutz der Orang-Utans und ihres Lebens­raums unterstützen

Die Arbeit der Teams im Kehje Sewen Regen­wald zeigt, wie aufwendig und wichtig der Schutz von Orang-Utans und tropi­schem Regen­wald ist. Jede Unter­stüt­zung hilft dabei, Moni­to­ring, Wald­schutz und Auswil­de­rungs­pro­gramme lang­fristig fortzuführen.

Unter­stützen Sie unsere Teams dabei? Jede Spende hilft!

Nasen­affen im Kehje Sewen Wald: eine Begeg­nung mit den ende­mi­schen Primaten Borneos

Nasen­affen im Kehje Sewen Wald: eine Begeg­nung mit den ende­mi­schen Primaten Borneos

Zu einer beson­deren Begeg­nung kam es, als unsere Ranger im Kehje Sewen Wald in Ost-Kali­mantan auf Patrouille waren. Während des Einsatzes gelang es dem Team, einen der ende­mi­schen Primaten Borneos zu beob­achten, der für seine auffal­lend lange Nase bekannt ist: den Nasenaffen.

Der Nasen­affe (Nasalis larvatus) gehört zu den welt­weit am leich­testen wieder­zu­er­ken­nenden Primaten. Sein auffäl­ligstes Merkmal ist die lange, herab­hän­gende Nase, die beson­ders bei männ­li­chen Tieren stark ausge­prägt ist. Diese einzig­ar­tige Nase spielt eine Rolle bei der Laut­kom­mu­ni­ka­tion und soll außerdem dabei helfen, Weib­chen anzulocken.

Nasen­affen auf Borneo: eine ende­mi­sche Primatenart

Das Fell der Nasen­affen ist auf dem Rücken rötlich-braun bis orange gefärbt, während die Bauch­seite der Tiere meist heller ist. Ihre hellen Gesichter verleihen ihnen einen charak­te­ris­ti­schen Ausdruck. Im Vergleich zu vielen anderen Affen­arten sind Nasen­affen relativ groß. Ihre Körper­länge beträgt, ohne den langen Schwanz mit einzu­be­rechnen, bereits 60 bis 75 Zentimeter.

Nasenaffen
Ein präch­tiges Exem­plar im Regen­wald von Borneo | Foto: Martina Baral

Ein weiteres bemer­kens­wertes Merkmal ist ihr großer, rund­li­cher Bauch. Dabei handelt es sich um eine wich­tige Anpas­sung, die ihnen hilft, Blätter zu verdauen, die einen großen Teil ihrer Nahrung ausmachen.

Lebens­raum: Mangroven, Torf­sumpf­wälder und Fluss­ufer im Regenwald

Als ende­mi­sche Art kommen Nasen­affen ausschließ­lich auf der Insel Borneo vor, und zwar in den Regionen Kali­mantan, Sabah und Sarawak sowie in einem kleinen Teil Brunei Darussalams.

Nasenaffen
Nasen­affen leben auf hohen Bäumen in der Nähe von Wasser­quellen | Foto: Martina Baral

Dort leben sie typi­scher­weise in Torf­sumpf­wäl­dern, Mangro­ven­wäl­dern und Fluss­au­en­wäl­dern, denn die Primaten sind ange­wiesen auf hohe Bäume in der Nähe von Wasser­quellen, die ihnen Nahrung, Ruhe­plätze und Schutz vor Fress­feinden bieten. Gele­gent­lich kommen die Primaten aller­dings auch in Tief­land­wäl­dern vor, wenn dort ausrei­chend Wasser und dichte Vege­ta­tion vorhanden sind.

Nasenaffen
Nasen­affe, aufge­spürt im Wald von Kehje Sewen

Dass auch im Kehje Sewen Nasen­affen heimisch sind, beweist erneut, was für ein Biodi­ver­si­täts-Hotspot dieser Wald ist: ein einzig­ar­tiges Ökosystem, das nicht nur Orang-Utans, sondern auch anderen, seltenen Prima­ten­arten wie den Nasen­affen Lebens­raum bietet.

Ernäh­rung und Verhalten von Nasen­affen im tropi­schen Regenwald

Nasen­affen sind Pflan­zen­fresser, wobei junge Blätter den Haupt­be­stand­teil ihrer Nahrung ausma­chen. Darüber hinaus fressen sie Früchte, Samen und Blüten verschie­dener Waldpflanzen.

Nasenaffen
Der kugel­runde Bauch ist charak­te­ris­tisch für Nasen­affen | Foto: Martina Baral

Dass diese Prima­tenart über ein außer­ge­wöhn­li­ches Verdau­ungs­system verfügt, lässt schon ihr großer, rund­li­cher Bauch erahnen. Dieser bietet Platz für einen mehr­kam­me­rigen Magen, der es ihnen ermög­licht, faser­reiche Pflan­zen­nah­rung mithilfe mikro­bieller Fermen­ta­tion zu verdauen.

Nasen­affen leben meist in sozialen Gruppen, die typi­scher­weise aus einem erwach­senen Männ­chen, mehreren Weib­chen und deren Nach­wuchs bestehen. Sie sind tagaktiv und bewegen sich geschickt durch die Baum­kronen des Waldes. Außerdem gelten sie als hervor­ra­gende Schwimmer und können Flüsse über­queren, um zwischen verschie­denen Revieren zu wechseln.

Fort­pflan­zung und Sozialverhalten

Inner­halb der sozialen Gruppen führt in der Regel ein domi­nantes erwach­senes Männ­chen mehrere Weib­chen an. Die Fort­pflan­zung ist nicht streng an eine bestimmte Jahres­zeit gebunden. Nach einer Trag­zeit von etwa 166 Tagen bringt das Weib­chen norma­ler­weise ein einzelnes Jung­tier zur Welt.

Nasenaffen
Nasen­affen leben in einem Fami­li­en­ver­band | Foto: Martina Baral

Neuge­bo­rene Nasen­affen besitzen bläu­liche Gesichter und dunk­leres Fell als erwach­sene Tiere. In den ersten Lebens­mo­naten sind die Jung­tiere stark von ihren Müttern abhängig, bevor sie nach und nach lernen, selbst Nahrung zu suchen und mit anderen Grup­pen­mit­glie­dern zu interagieren.

Warum der Schutz der Nasen­affen und ihres Lebens­raums so wichtig ist

Die Rote Liste der IUCN stuft den Nasen­affen derzeit als „stark gefährdet“ (Endan­gered) ein. Haupt­ur­sa­chen für den Rück­gang der Art sind der Verlust ihres Lebens­raums durch Abhol­zung, die Umwand­lung von Wald­flä­chen in Plan­tagen sowie die Frag­men­tie­rung von Wald­land­schaften.
Die Begeg­nung mit einem Nasen­affen im Kehje-Sewen-Wald ist deshalb weit mehr als nur eine Tier­be­ob­ach­tung. Sie erin­nert daran, wie wichtig der Schutz der tropi­schen Regen­wälder Borneos ist. Gemeinsam mit Orang-Utans, Wald­vö­geln und zahl­rei­chen anderen Säuge­tieren sind Nasen­affen Teil eines eng mitein­ander verwo­benen Ökosystems.

Helfen Sie uns, dieses Para­dies zu beschützen.

Orang-Utan-Mütter orga­ni­sieren Spiel­treffen für ihren Nachwuchs

Orang-Utan-Mütter orga­ni­sieren Spiel­treffen für ihren Nachwuchs

Im Gegen­satz zu anderen, in Gruppen lebenden, Primaten, durch­streifen Orang-Utans den Regen­wald die meiste Zeit ihres Lebens alleine. Neue wissen­schaft­liche Beob­ach­tungen zeigen nun: Orang-Utan-Mütter nehmen zusätz­liche Wege in Kauf und verzichten auf Zeit zur Futter­suche, damit ihre Kinder mit Gleich­alt­rigen spielen können. Auch die Post-Release Moni­to­ring-Teams von BOS beob­achten immer wieder solche Spiel­treffen zwischen ausge­wil­derten Orang-Utans.

In den Baum­kronen des Regen­waldes von Borneo begegnen sich zwei Orang-Utan-Weib­chen. Ihre Kinder lösen sich von den Müttern und nähern sich einander an. Sie beginnen mitein­ander zu spielen, hangeln und klet­tern gemeinsam, testen dabei ihre Kraft und Geschicklichkeit.

Für die Jung­tiere ist die Begeg­nung eine beson­dere Gele­gen­heit, denn Orang-Utan-Mütter bringen jeweils nur ein Junges zur Welt und ziehen es sechs bis acht Jahre lang alleine auf. In dieser Zeit versorgt und schützt die Mutter ihren Nach­wuchs und vermit­telt ihm all die Fähig­keiten, die er für ein selbst­stän­diges Leben im Regen­wald benötigt.

Warum Spiel­treffen für junge Orang-Utans so wichtig sind

Gemein­sames Spiel ist für die Entwick­lung junger Menschen­affen wichtig: Es trai­niert ihre moto­ri­schen und kogni­tiven Fähig­keiten und hilft ihnen, soziale Bezie­hungen aufzu­bauen. Orang-Utan-Mütter scheinen deshalb aktiv dafür zu sorgen, dass ihre Kinder andere junge Orang-Utans treffen können.

Darauf deutet eine im Juni 2026 veröf­fent­lichte Studie unter Leitung des Wild­tier­öko­logen Odd T. Jacobson vom Max-Planck-Institut für Verhal­tens­bio­logie hin, die noch den Peer-Review-Prozess durch­laufen soll. An der Unter­su­chung betei­ligt waren Forschende aus Deutsch­land, der Schweiz, Indo­ne­sien und den USA, deren Exper­tise Bewe­gungs­öko­logie, Verhal­tens­bio­logie, Prima­to­logie, Kogni­ti­ons­for­schung, Ernäh­rungs­öko­logie und Orang-Utan-Lang­zeit­for­schung verbindet.

Weib­liche Orang-Utans suchen der Studie zufolge gezielt Gebiete auf, in denen andere Mütter mit ähnlich altem Nach­wuchs leben. Dabei zeigte sich den Forschenden ein deut­li­ches Muster: Bereits vor den späteren Spiel­be­geg­nungen bewegten sich die Mütter in Rich­tung bestimmter Nach­ba­rinnen. Anschlie­ßend führten ihre Wege wieder zurück. Das spricht dagegen, dass sich die Primaten ledig­lich zufällig begegneten.

Studie zeigt: Orang-Utan-Mütter planen Wege für Playdates

Auch das jewei­lige Nahrungs­an­gebot erklärte diese Bewe­gungen nicht. Die Mütter suchten die Nähe anderer Mutter-Kind-Paare unab­hängig davon, wie viele Früchte gerade verfügbar waren. Für die zusätz­li­chen Wege mussten sie zudem einen Preis zahlen: Sie verbrachten weniger Zeit mit der eigenen Nahrungsaufnahme.

Die Forschenden sehen darin einen starken Hinweis darauf, dass Orang-Utan-Mütter bei ihren tägli­chen Entschei­dungen nicht nur Schutz und Ernäh­rung, sondern auch die sozialen Bedürf­nisse ihrer Kinder berücksichtigen.

BOS Ranger beob­achten Orang-Utan-Party im Kehje Sewen Wald

Von solchen Begeg­nungen berichten auch die Post-Release Moni­to­ring (PRM) Teams von BOS. Ihre Aufgabe ist es, das Leben der reha­bi­li­tierten Orang-Utans nach der Auswil­de­rung zu beob­achten und unter anderem ihre Wege, ihre Nahrungs­suche und ihr Sozi­al­ver­halten zu dokumentieren.

Orang-Utan-Teenagers spielen im Wald
Der „Mütter-Club“ trifft sich zum Spielen: Lesan, Sayang und Teresa mit ihren drei Jungtieren

Einer Gruppe von drei Mutter-Kind-Paaren sind die PRM-Teams im Auswil­de­rungs­wald Kehje Sewen sogar mehr als einmal begegnet: Lesan, Sayang und Teresa mit ihren Kids Ayu, Padma und Berani scheinen sich regel­mäßig zur „Spiel­party“ zu treffen.

Bei einer Gele­gen­heit konnten die BOS-Ranger beob­achten, wie die drei Mütter gemeinsam in einem großen Feigen­baum saßen, während der Nach­wuchs durch das Geäst um sie herum klet­terte und hangelte, eine Art freund­schaft­li­ches Tauziehen mitein­ander spielte und sich gegen­seitig das Fell pflegte.

Was Spiel­treffen über das Sozi­al­ver­halten von Orang-Utans verraten

Die sechs­jäh­rige Ayu bewegte sich einmal sogar mit Orang-Utan-Weib­chen Sayang und ihrer etwa vier­jäh­rigen Tochter Padma ein Stück von ihrer eigenen Mutter weg zu einem benach­barten Baum, während diese ihr nur mit den Blicken folgte. Ayu verfolgte daraufhin mit großem Inter­esse, wie sich Sayang und Padma junge Blätter des Gold­pflau­men­baumes schme­cken ließen.

Padma und Ayu bei der Spiele-Party im Kehje Sewen Wald

Orang-Utan -Teenages spielen im Regenwald
Padma und Ayu bei der Spiele-Party im Kehje Sewen Wald

Einige Monate später begeg­nete das PRM-Team dem „Club der Mütter“ erneut und konnten beob­achten, wie Padma den etwa gleich­alt­rigen Berani umarmte, während sie zusammen auf einem Ast saßen. Die Orang-Utan-Kinder schienen sich in der Gesell­schaft der anderen während des Zusam­men­tref­fens sehr zufrieden und entspannt zu fühlen.

Orang-Utans leben einzel­gän­ge­risch – aber keines­wegs unsozial

Die neuen Forschungs­er­geb­nisse und auch die Erfah­rungen der BOS-Teams zeichnen ein immer diffe­ren­zier­teres Bild vom Leben der Orang-Utans. Die Menschen­affen leben zwar semi-solitär, sind jedoch keine unge­sel­ligen Einzelgänger.

Die nun vorge­legte Studie – eine Analyse von 15 Jahren Feld­daten zu 31 Mutter-Kind-Paaren – macht deut­lich, dass auch bei einer über­wie­gend einzel­gän­ge­risch lebenden Menschen­af­fenart soziale Kontakte die alltäg­li­chen Entschei­dungen prägen können. Orang-Utan-Mütter schaffen ihrem Nach­wuchs offenbar gezielt Gele­gen­heiten zum gemein­samen Spiel mit Gleich­alt­rigen und wägen dabei dessen Entwick­lungs­be­dürf­nisse gegen den eigenen Zeit- und Ener­gie­auf­wand ab. Die Forschenden sehen darin einen bislang wenig beach­teten Aspekt mütter­li­cher Fürsorge: Sie besteht nicht nur darin, Nahrung, Schutz und über­le­bens­wich­tiges Wissen zu vermit­teln, sondern kann auch bedeuten, soziale Erfah­rungen aktiv zu ermöglichen.

Orang-Utans sind faszi­nie­rende, hoch entwi­ckelte Lebe­wesen, über deren Verhalten und Zusam­men­leben wir noch längst nicht alles wissen. Umso wich­tiger ist es, sie und ihren Lebens­raum zu schützen – damit wir auch künftig von ihnen lernen können.