29. Dezember 2025
Rotbartspint (Nyctyornis amictus)

Ein Blitz aus Rot im grünen Blätterdach

Während einer routi­ne­mä­ßigen Patrouille im Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­park hatte unser Post-Release Moni­to­ring (PRM) Team die seltene Gele­gen­heit, eine auffäl­lige Vogelart zu beob­achten: den Rotbart­spint (Nyctyornis amictus). Ihre Entde­ckung ist ein erneuter Beweis für die reiche Biodi­ver­sität der Wälder Kali­mantans. Selbst alltäg­liche Routi­n­egänge können Momente des Stau­nens mit sich bringen!

Eine farben­präch­tige, auffäl­lige Vogelart

Der Rotbart­spint ist ein mittel­großer Vogel aus der Familie der Bienen­fresser (Mero­p­idae). Er ist an seinem leuch­tend bunten Gefieder zu erkennen: ein über­wie­gend grüner Körper, eine leuch­tend rote Kehle und ein roter „Bart“, der sich über die Brust erstreckt, sowie ein kräf­tiger, leicht gebo­gener Schnabel, der an das Fangen von Insekten ange­passt ist. Der Schwanz ist relativ lang, wobei die mitt­leren Schwanz­fe­dern über die anderen hinaus­ragen – ein typi­sches Merkmal vieler Bienen­fresser. Dieses farben­präch­tige Erschei­nungs­bild macht den Rotbart­spint zu einer der auffäl­ligsten Arten in den Wäldern Südostasiens.

Dichte Tief­land- und Hügel­wälder sind der Lebens­raum des Vogels, wobei er dort Gebiete mit hohen Bäumen sowie auch offenen Berei­chen für die Jagd bevor­zugt. Verbreitet ist diese Art nur in einigen Teilen Südost­asiens, darunter die Malai­ische Halb­insel sowie die Inseln Sumatra und Borneo. In Kali­mantan wird er gele­gent­lich in geschützten Wald­ge­bieten wie dem Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­park ange­troffen, wie jetzt durch unser PRM-Team.

Orang-Utan-Schutz ist Regen­wald­schutz ist Artenschutz

Die Welt­na­tur­schutz­union (IUCN) stuft den Rotbart­spint derzeit als „nicht gefährdet“ ein. Doch obwohl er global nicht als bedroht gilt, ist auch seine Popu­la­tion durch den Verlust von Lebens­raum betroffen, verur­sacht durch Abhol­zung, Landum­wand­lung und Holz­ein­schlag. Der Schutz von Wald­öko­sys­temen wie des Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­parks – einer unserer Auswil­de­rungs­wälder – ist daher ausge­spro­chen wichtig, um auch das Über­leben des Rotbart­spints und all der anderen wald­ab­hän­gigen Arten zu sichern.

Rotbartspint (Nyctyornis amictus)
Farben­pracht im Regen­wald Borneos: der Rotbartspint

Ganz seinem Fami­li­en­namen entspre­chend ernährt sich der Rotbart­spint haupt­säch­lich von flie­genden Insekten, insbe­son­dere Bienen, Wespen und Libellen. Er jagt, indem er bewe­gungslos auf einem Ast sitzt und auf vorbei­flie­gende Insekten wartet. Blitz­schnell schnappt er sich diese dann im Flug und kehrt danach zu seinem Ansitz zurück, um die Beute zu verzehren.

Zur Fort­pflan­zung brütet diese Art in Tunneln, die in sandige Böschungen oder Erdwälle gegraben werden. Das Weib­chen legt ein kleines Gelege, und beide Eltern betei­ligen sich an der Bebrü­tung und Aufzucht der Jungen. Aufgrund ihres versteckten Brut­ver­hal­tens gelingt die Beob­ach­tung ihres Fort­pflan­zungs­zy­klus in freier Wild­bahn nur selten.

Eine Erin­ne­rung an den Reichtum der Natur

Dass es unserem PRM-Team gelungen ist, den Vogel zu entde­cken und zu beob­achten, erin­nert an die außer­ge­wöhn­liche Biodi­ver­sität in den Wäldern Kali­mantans und unter­streicht die Bedeu­tung des Schutzes natür­li­cher Lebens­räume. Wir tragen unseren Teil dazu bei, diese wich­tigen Ökosys­teme zu schützen und sicher­zu­stellen, dass diese Wälder auch in Zukunft so voller Leben bleiben.

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