Während einer routinemäßigen Patrouille im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark hatte unser Post-Release Monitoring (PRM) Team die seltene Gelegenheit, eine auffällige Vogelart zu beobachten: den Rotbartspint (Nyctyornis amictus). Ihre Entdeckung ist ein erneuter Beweis für die reiche Biodiversität der Wälder Kalimantans. Selbst alltägliche Routinegänge können Momente des Staunens mit sich bringen!
Eine farbenprächtige, auffällige Vogelart
Der Rotbartspint ist ein mittelgroßer Vogel aus der Familie der Bienenfresser (Meropidae). Er ist an seinem leuchtend bunten Gefieder zu erkennen: ein überwiegend grüner Körper, eine leuchtend rote Kehle und ein roter „Bart“, der sich über die Brust erstreckt, sowie ein kräftiger, leicht gebogener Schnabel, der an das Fangen von Insekten angepasst ist. Der Schwanz ist relativ lang, wobei die mittleren Schwanzfedern über die anderen hinausragen – ein typisches Merkmal vieler Bienenfresser. Dieses farbenprächtige Erscheinungsbild macht den Rotbartspint zu einer der auffälligsten Arten in den Wäldern Südostasiens.
Dichte Tiefland- und Hügelwälder sind der Lebensraum des Vogels, wobei er dort Gebiete mit hohen Bäumen sowie auch offenen Bereichen für die Jagd bevorzugt. Verbreitet ist diese Art nur in einigen Teilen Südostasiens, darunter die Malaiische Halbinsel sowie die Inseln Sumatra und Borneo. In Kalimantan wird er gelegentlich in geschützten Waldgebieten wie dem Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark angetroffen, wie jetzt durch unser PRM-Team.
Orang-Utan-Schutz ist Regenwaldschutz ist Artenschutz
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft den Rotbartspint derzeit als „nicht gefährdet“ ein. Doch obwohl er global nicht als bedroht gilt, ist auch seine Population durch den Verlust von Lebensraum betroffen, verursacht durch Abholzung, Landumwandlung und Holzeinschlag. Der Schutz von Waldökosystemen wie des Bukit Baka Bukit Raya Nationalparks – einer unserer Auswilderungswälder – ist daher ausgesprochen wichtig, um auch das Überleben des Rotbartspints und all der anderen waldabhängigen Arten zu sichern.

Ganz seinem Familiennamen entsprechend ernährt sich der Rotbartspint hauptsächlich von fliegenden Insekten, insbesondere Bienen, Wespen und Libellen. Er jagt, indem er bewegungslos auf einem Ast sitzt und auf vorbeifliegende Insekten wartet. Blitzschnell schnappt er sich diese dann im Flug und kehrt danach zu seinem Ansitz zurück, um die Beute zu verzehren.
Zur Fortpflanzung brütet diese Art in Tunneln, die in sandige Böschungen oder Erdwälle gegraben werden. Das Weibchen legt ein kleines Gelege, und beide Eltern beteiligen sich an der Bebrütung und Aufzucht der Jungen. Aufgrund ihres versteckten Brutverhaltens gelingt die Beobachtung ihres Fortpflanzungszyklus in freier Wildbahn nur selten.
Eine Erinnerung an den Reichtum der Natur
Dass es unserem PRM-Team gelungen ist, den Vogel zu entdecken und zu beobachten, erinnert an die außergewöhnliche Biodiversität in den Wäldern Kalimantans und unterstreicht die Bedeutung des Schutzes natürlicher Lebensräume. Wir tragen unseren Teil dazu bei, diese wichtigen Ökosysteme zu schützen und sicherzustellen, dass diese Wälder auch in Zukunft so voller Leben bleiben.
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