18. März 2026
Orang-Utan-Männchen Jujun

Ein neues Leben für Jujun: Wie geht es ihm auf der Schutzinsel?

Erin­nern Sie sich an das Orang-Utan-Männ­chen Jujun, der im Dezember 2025 auf eine der Schutz­in­seln unseres Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trums Samboja Lestari umziehen durfte? Da Jujun unter einer chro­ni­schen Atem­wegs­er­kran­kung leidet, kann er nicht ausge­wil­dert werden. Die BOS-Ranger beob­achten seine ersten Wochen auf der Insel, wo er nun beinahe wild lebt.


Rund zwei Monate ist es her, dass Jujun auf die Schutz­insel Nr. 5 unseres Rettungs­zen­trums Samboja Lestari umge­zogen ist. Dort behalten unsere Ranger ihn im Blick – und seine Fort­schritte sind äußerst ermu­ti­gend. Jujun verhält sich sehr aktiv und ausge­spro­chen neugierig seiner neuen Umge­bung gegen­über. Obwohl er noch einen beträcht­li­chen Teil seiner Zeit am Boden und nicht oben in den Baum­kronen verbringt, hat Jujun nahezu das gesamte Insel­areal erkundet.

Orang-Utan-Männchen Jujun
Jujun erkundet seine neue Heimat – die Schutz­insel Nr. 5


Dieses Verhalten spie­gelt seine hohe Anpas­sungs­fä­hig­keit und sein mit der Zeit wach­sendes Selbst­ver­trauen wider. Eine derart inten­sive Erkun­dung ist ein wich­tiger Bestand­teil des Anpas­sungs­pro­zesses für nicht auswil­der­bare Orang-Utans, während sie sich an einen natur­nahen Lebens­raum gewöhnen.

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Jujuns Einge­wöh­nung auf Schutz­insel Nr. 5


Während seiner Erkun­dungs­touren zeigte Jujun auch gele­gent­lich destruk­tives Verhalten – unter anderem hat das Orang-Utan-Männ­chen zwei Pfosten aus Eisen­holz (ulin), die als Seil­ver­binder dienten, zerbro­chen.
Unsere Tier­pfleger stufen sein Verhalten jedoch als normal für einen Orang-Utan seines Alters ein: Es deutet auf die zuneh­mende Entwick­lung seiner körper­li­chen Stärke hin und ist Teil seines Lern­pro­zesses, während er sich mit den Struk­turen in seiner Insel­um­ge­bung vertraut macht.


Fress­ver­halten und soziale Interaktion


In Bezug auf die Nahrungs­auf­nahme zeigt Jujun einen sehr gesunden Appetit. Mehr­fach wurde beob­achtet, dass er sich auch an Veras Futter bediente, bevor diese ihre Portion voll­ständig aufge­fressen hatte. Diese Situa­tionen gingen jedoch nicht mit aggres­sivem Verhalten einher.

Orang-Utan-Männchen Jujun
Seine neu gewon­nene Kraft weiß das domi­nante Männ­chen noch nicht immer kontrol­liert einzusetzen


Während des gesamten Beob­ach­tungs­zeit­raums zeigte Jujun keinerlei Anzei­chen von Angriffen, Bissen oder riskantem Domi­nanz­ver­halten. Die sozialen Inter­ak­tionen zwischen Jujun und Vera blieben durchweg inner­halb sicherer und natür­li­cher Grenzen. Jujun demons­trierte eine passive Domi­nanz ohne körper­liche Aggres­sion, was auf eine insge­samt stabile soziale Entwick­lung hindeutet.


Fort­lau­fende Betreuung und Beobachtung


Rund zwei Monate nach seinem Umzug auf die Schutz­insel ist unser Moni­to­ring-Team sehr zufrieden mit Jujuns körper­li­cher Verfas­sung, seinem Erkun­dungs­ver­halten und seinen sozialen Inter­ak­tionen. Wir werden die Beob­ach­tung weiter fort­setzen um sicher­zu­stellen, dass sich sein leicht destruk­tives Verhalten sowie seine Futter­kon­kur­renz zu Vera weiterhin im normalen Rahmen bewegen und um gege­be­nen­falls früh­zeitig reagieren und eingreifen zu können.

Orang-Utan-Männchen Jujun
Die Insel ermög­licht dem nicht auswil­der­baren Jujun ein artge­rechtes, würde­volles Leben


Jujuns Weg auf Schutz­insel Nr. 5 spie­gelt unser fort­lau­fendes Enga­ge­ment wider, die Lebens­qua­lität nicht auswil­der­barer Orang-Utans zu verbes­sern. Bitte unter­stützen Sie uns dabei! 

Durch ihre Spende ermög­li­chen Sie es uns, weitere Schutz­in­seln zu bauen – denn in unserer Obhut leben derzeit rund 170 Orang-Utans, die nicht auswil­derbar sind. Auch ihnen möchten wir eine zweite Chance auf ein Leben geben, das ihrer natür­li­chen Lebens­weise so nahe wie möglich kommt.