Erinnern Sie sich an das Orang-Utan-Männchen Jujun, der im Dezember 2025 auf eine der Schutzinseln unseres Rehabilitationszentrums Samboja Lestari umziehen durfte? Da Jujun unter einer chronischen Atemwegserkrankung leidet, kann er nicht ausgewildert werden. Die BOS-Ranger beobachten seine ersten Wochen auf der Insel, wo er nun beinahe wild lebt.
Rund zwei Monate ist es her, dass Jujun auf die Schutzinsel Nr. 5 unseres Rettungszentrums Samboja Lestari umgezogen ist. Dort behalten unsere Ranger ihn im Blick – und seine Fortschritte sind äußerst ermutigend. Jujun verhält sich sehr aktiv und ausgesprochen neugierig seiner neuen Umgebung gegenüber. Obwohl er noch einen beträchtlichen Teil seiner Zeit am Boden und nicht oben in den Baumkronen verbringt, hat Jujun nahezu das gesamte Inselareal erkundet.

Dieses Verhalten spiegelt seine hohe Anpassungsfähigkeit und sein mit der Zeit wachsendes Selbstvertrauen wider. Eine derart intensive Erkundung ist ein wichtiger Bestandteil des Anpassungsprozesses für nicht auswilderbare Orang-Utans, während sie sich an einen naturnahen Lebensraum gewöhnen.
Jujuns Eingewöhnung auf Schutzinsel Nr. 5
Während seiner Erkundungstouren zeigte Jujun auch gelegentlich destruktives Verhalten – unter anderem hat das Orang-Utan-Männchen zwei Pfosten aus Eisenholz (ulin), die als Seilverbinder dienten, zerbrochen.
Unsere Tierpfleger stufen sein Verhalten jedoch als normal für einen Orang-Utan seines Alters ein: Es deutet auf die zunehmende Entwicklung seiner körperlichen Stärke hin und ist Teil seines Lernprozesses, während er sich mit den Strukturen in seiner Inselumgebung vertraut macht.
Fressverhalten und soziale Interaktion
In Bezug auf die Nahrungsaufnahme zeigt Jujun einen sehr gesunden Appetit. Mehrfach wurde beobachtet, dass er sich auch an Veras Futter bediente, bevor diese ihre Portion vollständig aufgefressen hatte. Diese Situationen gingen jedoch nicht mit aggressivem Verhalten einher.

Während des gesamten Beobachtungszeitraums zeigte Jujun keinerlei Anzeichen von Angriffen, Bissen oder riskantem Dominanzverhalten. Die sozialen Interaktionen zwischen Jujun und Vera blieben durchweg innerhalb sicherer und natürlicher Grenzen. Jujun demonstrierte eine passive Dominanz ohne körperliche Aggression, was auf eine insgesamt stabile soziale Entwicklung hindeutet.
Fortlaufende Betreuung und Beobachtung
Rund zwei Monate nach seinem Umzug auf die Schutzinsel ist unser Monitoring-Team sehr zufrieden mit Jujuns körperlicher Verfassung, seinem Erkundungsverhalten und seinen sozialen Interaktionen. Wir werden die Beobachtung weiter fortsetzen um sicherzustellen, dass sich sein leicht destruktives Verhalten sowie seine Futterkonkurrenz zu Vera weiterhin im normalen Rahmen bewegen und um gegebenenfalls frühzeitig reagieren und eingreifen zu können.

Jujuns Weg auf Schutzinsel Nr. 5 spiegelt unser fortlaufendes Engagement wider, die Lebensqualität nicht auswilderbarer Orang-Utans zu verbessern. Bitte unterstützen Sie uns dabei!
Durch ihre Spende ermöglichen Sie es uns, weitere Schutzinseln zu bauen – denn in unserer Obhut leben derzeit rund 170 Orang-Utans, die nicht auswilderbar sind. Auch ihnen möchten wir eine zweite Chance auf ein Leben geben, das ihrer natürlichen Lebensweise so nahe wie möglich kommt.
