Seit ihrer Auswilderung Anfang 2018 hat unser Post-Release-Monitoring-Team im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark Agis nur sehr selten gesichtet. Umso größer war jetzt die Freude, sie wiederzutreffen – und auf die Freude folgte das Staunen: Agis war nicht alleine.
Acht Jahren ist es her, dass wir das Orang-Utan-Weibchen Agis im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark ausgewildert haben. Ein großer Erfolg für die damals 14-Jährige, die wir im Alter von zweieinhalb Jahren aus illegaler Haustierhaltung befreit hatten. Sieben Monate lang war das Orang-Utan-Mädchen wie ein Menschenkind behandelt worden – mit schlimmen Folgen. Agis hatte starkes Untergewicht, war dehydriert und traumatisiert, als unsere Tierärzte sie im Rettungszentrum Nyaru Menteng untersuchten und versorgten.

Doch Agis bewies eine bewundernswerte Resilienz und hohe Anpassungsfähigkeit. Trotz ihres schweren Starts ins Leben lernte sie schnell in der Waldschule. Dabei zeigte sie sich als eher sanfte Persönlichkeit im Umgang mit ihren Artgenossen, wusste sich jedoch zu verteidigen, wenn es darauf ankam. Nach einer Probezeit auf zwei Vorauswilderungsinseln war Agis soweit.
Ein Leben in Freiheit: Orang-Utan Agis wurde gerettet und ausgewildert
Die Auswilderung in den Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark war Anfang 2018 und seitdem hat unser Post-Release-Monitoring (PRM) Team Agis nur selten zu Gesicht bekommen. Einerseits ist das ein gutes Zeichen für einen rehabilitierten Orang-Utan, denn in Freiheit lebende Artgenossen meiden Menschen.
Andererseits ist jede Sichtung eine Möglichkeit, unsere ehemaligen Schützlinge zu beobachten, um daraus für unser Rehabilitationsprogramm zu lernen. Und uns zu vergewissern, dass es ihnen gut geht. Das ist unserem PRM-Team jetzt gelungen. Und sie haben nicht nur Agis entdeckt!

An diesem Tag hatten sich die Ranger mit Trackinggeräten auf den Weg gemacht. Alle unsere Schützlinge bekommen vor ihrer Auswilderung einen kleinen Peilsender implantiert, der uns in der ersten Zeit die Beobachtung erleichtert. Die Geräte schlugen an und wiesen auf ein anderes Orang-Utan-Weibchen namens Kejora hin, die im Sommer 2023 ausgewildert worden war.
Das Tier, das unser Team kurze Zeit später entdeckte, war jedoch nicht Kejora. Es trug auch keinen aktiven Sender, war also nicht das angepeilte Tier. Was die Entdeckung noch bedeutsamer und aufregender machte, war jedoch der etwa sechs bis acht Monate alte Säugling, der sich in das Fell des Weibchens klammert.
Identifizierung der Orang-Utan-Mutter: Es handelt sich um Agis!
Um welches Tier es sich hier handelt, gab unseren Rangern zunächst Rätsel auf. Da sie Agis lange nicht zu Gesicht bekommen hatte, war ihr Name nicht der erste, der ihnen einfiel. Glücklicherweise konnten sie die Orang-Utan-Mutter mit ihrem Sohn eine ganze Weile beobachten und dabei auch fotografieren.
Zurück im Camp gelang es mithilfe der Fotos, das Weibchen als Agis zu identifizieren. Die Orang-Utan-Mutter ist jetzt etwa 21 Jahre alt und das Baby, das wir Agus nannten, ist vermutlich ihr erster Nachwuchs.

Agis mit ihrem Baby zu entdecken, war nicht nur ein besonderes und beglückendes Erlebnis für unsere Ranger. Es ist auch der wichtigste Beweis für den Erfolg unseres Rehabilitationsprogramms. Denn nicht die Anzahl geretteter Orang-Utans ist ausschlaggebend für den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Art. Auch nicht die Zahl der erfolgreich wieder ausgewilderten Tiere. Sondern jedes in Freiheit geborene Orang-Utan-Baby.
Helfen Sie uns dabei, die letzten ihrer Art zu retten, rehabilitieren und ihnen eine Chance für ein Leben in Freiheit zu schenken. Und erleben sie mit, wie aus einem traumatisierten, verwaisten Orang-Utan-Kind ein gesunder, starker und vor allem freilebender Orang-Utan wird. Werden Sie jetzt Orang-Utan-Pate und adoptieren Sie den frechen Onyer oder das kleine Energiebündel Iqo, die gerade in der BOS-Waldschule lernen!

