20. November 2025
Orang-Utan-Babys Esa und Indri

Esa und Indri: Zwei kleine Orang-Utans auf dem Weg zurück ins Leben

Erin­nern Sie sich an Esa und Indri, die wir im Sommer unter­ernährt, verletzt und schwer trau­ma­ti­siert gerettet haben? Es gibt gute Nach­richten: Den Orang-Utan-Winz­lingen geht es besser – sie können jetzt den Wald­kin­der­garten in Samboja Lestari besuchen!

Esa und Indri werden oft für Zwil­linge gehalten: Die kleinen Mädchen sind fast gleich alt und absolut unzer­trenn­lich. Seit ihrer Ankunft in unserem Rettungs­zen­trum Samboja Lestari haben sie sich fest anein­an­der­ge­klam­mert. Was die beiden tatsäch­lich verbindet, ist jedoch etwas viel Tieferes: eine Freund­schaft, die ihnen hilft, ihren schweren, grausam über­schat­teten Start ins Leben zu meis­tern.

Gerettete Orang-Utan-Babys Esa und Indri
Esa (vorn) und Indri kurz nach ihrer Ankunft im Rettungs­zen­trum Samboja Lestari

Rettung aus ille­galer Haustierhaltung

Bei ihrer Ankunft im BOS-Rettungs­zen­trum waren Esa und Indri in alar­mie­render Verfas­sung. Etwa einen Monat lang waren die beiden in einem Verschlag illegal als Haus­tiere gehalten worden. Ihre zarten Körper zeigten deut­liche Spuren der Mangel­er­näh­rung in dieser Zeit. Indri hatte außerdem mehrere Verlet­zungen, darunter eine offene Kopf­wunde, die ihr von einem Hund zuge­fügt worden waren.
Dank der uner­müd­li­chen Arbeit unserer Vete­ri­näre sind diese Wunden heute voll­ständig verheilt. Und auch die obli­ga­to­ri­sche Quaran­täne haben Esa und Indri gut überstanden.

Orang-Utan-Baby Indri
Erste Schritte im Wald­kin­der­garten – die Baby­sit­terin immer an Indris Seite

Seit ein paar Wochen dürfen die beiden kleinen Orang-Utan-Mädchen daher den Wald­kin­der­garten besu­chen – etwas, das vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen wäre! Dort dürfen sie frei klet­tern, spielen und gemeinsam mit neuen Spiel­ge­fährten ein kleines Stück vom Regen­wald erkunden, natür­lich unter den wach­samen Augen ihrer Babysitterinnen.

Wie geht es Esa und Indri im Waldkindergarten?

Es ist eine kleine Gruppe etwa gleich­alt­riger Orang-Utan-Kinder, in der die beiden Neuzu­gänge ihre ersten Versuche unter­nehmen dürfen, spie­le­risch den Wald zu erkunden.
Indri ist noch sehr vorsichtig und zurück­halten. Aber Jenny, die schon ein wenig älter ist, versucht sie immer wieder aus der Reserve zu locken. Indri sucht in diesen Momenten oft die Nähe ihrer Ersatz­mutter, hält sich an ihr fest und sucht in ihren Armen Sicher­heit. Doch Jennys Scha­ber­nack bringt sie Schritt für Schritt dazu, mutiger zu werden. Manchmal protes­tiert Indri auch laut­stark, was bei einem so kleinen Wesen wie sie es noch ist, vor allem nied­lich klingt – aber ein Zeichen dafür ist, dass sie lernt, sich zu behaupten.

Orang-Utan-Baby Indri
Indri ist in ihrem Element: der Wald nimmt ihr Stück für Stück die Angst

Esa hingegen ist zu einem kleinen Wirbel­wind geworden, die es nun auch wagt, die Umar­mung ihrer Wahl-Schwester Indri zu verlassen. Sobald sie am Morgen den Wald­kin­der­garten erreicht, klet­tert sie in die Bäume, schmeckt junge Blätter, knab­bert an Zweigen und versucht sich sogar schon an einfa­chen Boden­nes­tern. Ihre Neugier ist ein wunder­bares Zeichen dafür, dass sie wich­tige natür­liche Verhal­tens­weisen entwi­ckelt – Fähig­keiten, die sie später zum Über­leben in freier Wild­bahn braucht.

Orang-Utan-Baby Esa
Esas Neugier lässt sie Neues ausprobieren

Wie erfah­rene Pflege Orang-Utan-Leben verändert

Beide Jung­tiere kamen unter­ge­wichtig in unserem Rettungs­zen­trum an, doch dank regel­mä­ßiger Milch­mahl­zeiten, frischen Früchten und liebe­voller Betreuung gewinnen sie Tag für Tag an Kraft. Ihr Fell glänzt wieder, ihre Augen sind wacher, ihre Körper­sprache weniger ängstlich.

Gerettetes Orang-Utan-Baby Indri
Ohne Mutter und zutiefst verängs­tigt: Indri mit Biss­wunde am Kopf

Der Fort­schritt, den Esa und Indri bereits jetzt gemacht haben, ist ein bewe­gendes Beispiel dafür, wieviel unsere Arbeit bewirken kann. Jeder Schritt, jedes Klet­tern, jede neue Erfah­rung zeigt: Diese beiden kleinen Orang-Utans haben eine echte Chance auf ein selbst­be­stimmtes Leben im Wald. Esa und Indri stehen noch am Anfang ihrer langen Reise. Damit sie – und viele andere geret­tete Orang-Utans – eines Tages in ihre natür­liche Heimat zurück­kehren können, braucht es Geduld, Erfah­rung und vor allem konti­nu­ier­liche Unterstützung.

Helfen Sie mit, dass Esa und Indri eines Tages zurück­kehren können, wohin sie gehören: in die Frei­heit des Regen­waldes! Ihre Spende – groß oder klein – schenkt Orang-Utans eine Zukunft.