2. September 2026
Mitarbeiter der BOS Foundation trägt Orang-Utan-Waldschülerin Ecky auf dem Rücken

Fort­schritt in der Wald­schul-Ausbil­dung für Ecky, Klaus und Frank

Die drei Wald­schüler Ecky, Klaus und Frank haben in ihrer Ausbil­dung einen wich­tigen Fort­schritt gemacht: Sie sind von der Wald­schul­gruppe 1 in die nächste Ausbil­dungs­stufe im BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari versetzt worden. Dort warten nun neue Heraus­for­de­rungen auf sie. Und sie sind auf ihrem Weg zurück in den Regen­wald ein gutes Stück vorangeschritten.

In der Wald­schule gibt es keinen festen Stun­den­plan und keine Abschluss­prü­fungen. Ob ein Orang-Utan bereit für die nächste Ausbil­dungs­stufe ist, entscheidet sein gesamtes Verhalten.
Die Baby­sit­te­rinnen, Tier­pfleger und Tier­ärzte beob­achten zum Beispiel, wie sicher sich die Tiere in den Bäumen bewegen, wie selbst­ständig sie den Wald erkunden und wie viel­fältig ihre selbst­ge­suchte natür­liche Nahrung ist. Auch die Frage, wie sehr sie noch auf die Menschen ange­wiesen sind, spielt eine wich­tige Rolle.

Die drei Wald­schüler Ecky, Klaus und Frank haben in den vergan­genen Monaten bewiesen, dass sie für den nächsten Schritt bereit sind. Bereit, in die Wald­schul­gruppe 2 von Samboja Lestari aufzusteigen.

Wald­schul­gruppe 2 in Samboja Lestari ist wieder geöffnet

Während es im BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng insge­samt fünf Wald­schul­gruppen gibt, bilden wir die Orang-Utan-Waisen in Samboja Lestari in zwei Gruppen aus. Denn in Samboja Lestari werden deut­lich weniger Orang-Utans reha­bi­li­tiert. So lernen die Tiere hier länger gemeinsam. Doch in einem Alter von etwa zehn Jahren ist es – vor allem für die beiden jungen Männ­chen Klaus und Frank – an der Zeit, den nächsten Schritt ins Erwach­se­nen­leben zu unternehmen.

Wie gut, dass gerade jetzt das Gelände der Wald­schul­gruppe 2 in Samboja Lestari wieder einsatz­be­reit ist. Denn es konnte einige Zeit nicht genutzt werden. Schäden an den Zugangs­wegen sowie am Gelände und an den Nacht­kä­figen hatten eine Instand­set­zung notwendig gemacht. Nun sind die Repa­ra­turen abge­schlossen – und das Klas­sen­zimmer im Regen­wald ist bereit für seine Waldschüler.

Bereit für tieferes Eintau­chen in den Wald

Für Klaus und Frank begann der Umzugstag mit einer gründ­li­chen tier­ärzt­li­chen Unter­su­chung. Dafür wurden die beiden Halb­starken zunächst in eine leichte Narkose versetzt, um in der Tier­klinik sicher und ruhig unter­sucht zu werden.

Nachdem die Tier­ärzte grünes Licht geben konnten, brachten die Tier­pfleger Klaus und Frank in ihre Trans­port­boxen, in denen sie zum Gelände der Wald­schul­gruppe 2 umzogen.

BOS Mitarbeiter tragen Transportbox mit Orang-Utan
Bereit für den Umzug

Ecky geht ihren eigenen Weg

Ecky durfte ihren Umzug bei vollem Bewusst­sein erleben. Anders als Klaus und Frank musste das junge Orang-Utan-Weib­chen nicht sediert werden. Sie war so koope­rativ, dass sie an der Hand der BOS-Mitar­beiter auf der Lade­fläche des Jeeps stehend in ihr neues Klas­sen­zimmer einziehen konnte.

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Mehr Infor­ma­tionen

Dort ange­langt, hieß es: erstmal ankommen und beob­achten. Ecky, Klaus und Frank verbrachten die ersten Tage zunächst in den Nacht­kä­figen des Wald­schul­areals. Diese Einge­wöh­nungs­phase ist wichtig, damit sich die Tiere mit den neuen Geräu­schen, Gerü­chen und Abläufen vertraut machen können.

Warum die Einge­wöh­nung so wichtig ist

Der Wechsel von einer Wald­schul­stufe in die nächste ist für einen Orang-Utan ein großer Schritt – ähnlich wie bei einem Menschen­kind, das von der Grund­schule in die weiter­füh­rende Schule versetzt wird. Deshalb werden die Tiere nach dem Umzug ganz genau beob­achtet: Zeigen sie Anzei­chen von Stress? Wie reagieren sie auf ihre neue Umge­bung? Wie bewegen sie sich durch das Gelände? Und beginnen sie, die neuen Möglich­keiten selbst­ständig zu nutzen?

Wie lange diese Einge­wöh­nungs­phase dauert, hängt nicht von einem festen Zeit­plan ab, sondern von den tägli­chen Beob­ach­tungen der Tier­pfleger und mensch­li­chen Ersatzmütter.

Neue Heraus­for­de­rungen für Ecky, Klaus und Frank

Nach einigen Tagen im Gehege wurden Ecky, Klaus und Frank dann schritt­weise an die Akti­vi­täten der Wald­schul­gruppe 2 heran­ge­führt. Gestartet wurde mit einem kurzen Schultag. Doch Tag für Tag verbrachten sie mehr Zeit im Wald. So hatten die drei Orang-Utans ausrei­chend Zeit, um sich an ihre neue Umge­bung zu gewöhnen und dabei möglichst selbst­ständig Sicher­heit zu entwickeln.

Vom Wald­schüler zum wilden Orang-Utan

In der ersten Wald­schul­stufe lernen die Orang-Utan-Waisen grund­le­gende Fähig­keiten kennen: klet­tern, hangeln, Nahrung suchen, Nester bauen und sich in ihrer Umge­bung orien­tieren.
Jetzt sollen sie selbst­stän­diger werden und immer mehr Entschei­dungen ohne die Hilfe der Menschen treffen. Und sie sollen lernen, dem Wald zu vertrauen – als dem Ort, an dem sie eines Tages wieder dauer­haft leben sollen. Für Ecky, Klaus und Frank ist der Wechsel in die Wald­schul­gruppe 2 damit weit mehr als nur ein Umzug. Er ist ein Schritt, der sie ihrem großen Ziel näher­bringt: der Rück­kehr in die Freiheit.

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