10. September 2026
5 in Indien gerettete Orang-Utan-Babys

Fünf Orang-Utan-Babys in Indien entdeckt: Verdacht auf inter­na­tio­nalen Tierschmuggel

Tausende Kilo­meter von ihrer Heimat Indo­ne­sien entfernt, in einem Wald im ostin­di­schen Bundes­staat Odisha, haben Dorf­be­wohner fünf Orang-Utan-Babys entdeckt. Die Behörden vermuten, dass die Tiere Opfer eines inter­na­tio­nalen Schmugg­ler­rings geworden sind. BOS Deutsch­land verfolgt den Fall aufmerksam. Denn er zeigt einmal mehr, welche Gefahr der ille­gale Wild­tier­handel für die vom Aussterben bedrohten Menschen­affen bedeutet.

Am frühen Morgen des 8. Septem­bers entdeckten Anwoh­nende des Dorfes Badapai fünf kleine Orang-Utans auf einer Wald­lich­tung. Inner­halb kurzer Zeit versam­melten sich zahl­reiche Schau­lus­tige im Wald, bevor Mitar­bei­tende der Forst­be­hörde die Tiere in Sicher­heit bringen konnten. Nach Angaben der indi­schen Behörden handelt es sich um drei Männ­chen und zwei Weib­chen im Alter von etwa sechs bis zwölf Monaten.

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Die fünf Jung­tiere befinden sich inzwi­schen in Quaran­täne im Nandankanan-Zoo in Bhub­a­neswar im indi­schen Bundestaat Odisha. Dort werden sie rund um die Uhr betreut und alle zwei Stunden mit Bananen und Äpfeln gefüt­tert. Außerdem bietet man ihnen Spiel­zeug und Klet­ter­mög­lich­keiten an. Laut ersten Berichten sind die Tiere stabil und werden medi­zi­nisch überwacht.

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Warum der Fund so spek­ta­kulär ist

„Ich kann mich nicht erin­nern, dass jemals fünf anschei­nend geschmug­gelte Orang-Utan-Babys auf einmal entdeckt worden wären. Diese Dimen­sion macht mir wirk­lich Angst“, zeigt sich BOS Deutsch­land-Geschäfts­führer Daniel Merdes besorgt.
Aktuell deutet alles darauf hin, dass die fünf Babys ihren Müttern gewaltsam entrissen und vermut­lich illegal aus ihrer Heimat Borneo oder Sumatra nach Indien geschmug­gelt wurden. Diese Spur verfolgen auch die indi­schen Ermitt­lungs­be­hörden – darunter eine Spezi­al­ein­heit der Polizei sowie das Wild­life Crime Control Bureau. Ein mögli­cher Ermitt­lungs­an­satz betrifft einen schwarzen SUV, den Über­wa­chungs­ka­meras in der Nacht vor dem Fund in der Nähe des Waldes aufge­zeichnet haben sollen. Odishas Umwelt­mi­nister Ganesh Ram Singhkhuntia sprach von dem Verdacht, dass ein inter­na­tio­nales Netz­werk hinter dem Fall stecken könnte. Die Ermitt­lungen, auch zu mögli­chen Trans­port­wegen über Flug­häfen, Bahn­höfe und Häfen, stehen jedoch noch am Anfang.

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Offene Fragen: Herkunft, Art und Rückreise

Noch ist unklar, aus welcher Region Indo­ne­siens die fünf Orang-Utans stammen und ob es sich um Borneo‑, Sumatra- oder womög­lich Tapa­nuli-Orang-Utans handelt. Auch der genaue Schmug­gelweg ist bislang nicht bestä­tigt.
Die BOS Foun­da­tion steht bereits im Austausch mit zustän­digen Regie­rungs­be­hörden in Indo­ne­sien und wird alles daran­setzen, dass die Orang-Utans so schnell wie möglich in ihre Heimat zurück­kehren können. Klar ist: Der weitere Weg der Tiere hängt auch von diplo­ma­ti­schen Abstim­mungen zwischen den betei­ligten Ländern. Erfah­rungen aus früheren Fällen zeigen, dass eine solche Rück­füh­rung Geduld und lang­wie­rige poli­ti­sche Verhand­lungen erfordert.

Orang-Utan-Waisen als Ware

So scho­ckie­rend der Fall in Indien auch klingt – er ist kein Einzel­fall. Ille­galer Wild­tier­handel gilt welt­weit als eine der größten Bedro­hungen für die Arten­viel­falt. Ganz beson­ders für bereits gefähr­dete Arten wie den Orang-Utan. Obwohl die Beja­gung von Orang-Utans in Indo­ne­sien gesetz­lich verboten ist, werden die Tiere weiterhin getötet, um an ihre auf dem Schwarz­markt begehrten Babys zu gelangen. Diese werden oft ins Ausland geschmug­gelt, landen dort als Attrak­tionen in Zoos und Vergnü­gungs­parks oder werden illegal als Haus­tiere gehalten.
Dr. Jamartin Sihite, CEO der BOS Foun­da­tion, bringt das Ausmaß dieser Tragödie auf den Punkt: „Jede Orang-Utan-Waise in den Rettungs­zen­tren steht stell­ver­tre­tend für eine tote Orang-Utan-Mutter – denn eine Mutter würde ihr Baby niemals frei­willig zurücklassen.“

Der Handel mit geschützten Tier- und Pflan­zen­arten rangiert mitt­ler­weile welt­weit an vierter Stelle der orga­ni­sierten Krimi­na­lität, hinter Drogen­handel, Menschen­handel und Produkt­pi­ra­terie. Der jähr­liche Umsatz wird auf acht bis 20 Milli­arden Euro geschätzt. BOS Deutsch­land setzt sich seit Jahr­zehnten dafür ein, diesem Geschäft mit dem Leid der Tiere entge­gen­zu­treten – durch Aufklä­rungs­ar­beit, poli­ti­schen Druck und die Unter­stüt­zung konkreter Rettungs- und Rück­füh­rungs­ak­tionen, wie sie nun auch für die fünf Orang-Utans aus Indien ange­strebt wird.

Erfahren Sie mehr über die Hinter­gründe des ille­galen Wild­tier­han­dels und wie Sie helfen können, ihn zu stoppen.