2. Dezember 2025
Frauen in Gemeinden auf Borneo machen bei BOS-Projekt mit

Gemeinden stärken und Wälder schützen

Bei BOS sind wir über­zeugt: Natur- und Arten­schutz funk­tio­nieren nur dann nach­haltig, wenn sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort gedacht werden. Der Schutz der Orang-Utans und ihrer Lebens­räume ist untrennbar verbunden mit der Lebens­qua­lität der lokalen Gemein­schaften, die in unmit­tel­barer Nähe der Wälder leben. Deshalb schützen wir in unseren Projekten nicht nur Regen­wälder. Wir unter­stützen auch die Menschen in den an unsere Schutz­ge­biete angren­zenden Gemeinden dabei, bessere und nach­hal­ti­gere Lebens­grund­lagen zu schaffen.

Unge­nutztes Land wird zu produk­tiven Gärten

Ein beson­ders wirkungs­voller Ansatz ist die Stär­kung von Frauen in den Gemeinden. Rund um den Bukit Batikap-Schutz­wald in Zentral-Kali­mantan besitzen viele Fami­lien unge­nutzte Flächen direkt an ihren Häusern. Diese brach­lie­genden Flächen können wert­volle Ressourcen sein: In nach­hal­tige Haus­gärten verwan­delt, liefern sie Gemüse und Kräuter für den tägli­chen Bedarf.


Die Idee dahinter ist einfach und höchst effektiv: Zunächst ermit­teln wir gemeinsam mit den Haus­halten ihren konkreten Bedarf an Lebens­mit­teln. Anschlie­ßend stellen wir Setz­linge zur Verfü­gung und bieten Schu­lungen zu Anbau, Pflege und nach­hal­tiger Garten­ar­beit an. Auf lange Sicht sollen die kleinen Haus­gärten zu größeren Betrieben heran­wachsen, abge­stimmt auf die land­wirt­schaft­li­chen Stärken der jewei­ligen Dörfer.
Das bedeutet nicht nur gesün­dere Ernäh­rung – es entstehen auch neue Einkom­mens­mög­lich­keiten, die die Haus­halte unab­hän­giger und wider­stands­fä­higer machen.

Heraus­for­de­rungen entle­gener Dörfer meistern

So einfach das Konzept klingt, seine Umset­zung ist anspruchs­voll. Viele der Dörfer in Zentral-Kali­mantan sind abge­legen und haben nur begrenzten Zugang zu stabilen Arbeits­mög­lich­keiten. Aus Mangel an Alter­na­tiven sind viele Menschen oftmals auf kurz­fris­tige und schäd­liche Einkom­mens­quellen ange­wiesen, etwa ille­gale Abhol­zung, Bergbau oder nicht nach­hal­tige indus­tri­elle Landwirtschaft.

Diese Tätig­keiten sind tief in der Wahr­neh­mung vom „Wert“ des Waldes veran­kert. Und diese Denk­weise zu verän­dern, ist keine leichte Aufgabe. Genau hier setzt unser Projekt an: mit prak­ti­schen Lösungen, die direkt im Haus­halt beginnen und die Lücke schließen zwischen den wirt­schaft­li­chen Bedürf­nissen der Menschen und dem Schutz des Waldes.

Frauen in Gemeinden auf Borneo machen bei BOS-Projekt mit
Hand in Hand mit den Gemeinden entwi­ckeln wir Lösungen

In allen Projekt­phasen arbeiten wir nach den Prin­zi­pien der Free, Prior, and Informed Consent (FPIC) – der freien, vorhe­rigen und infor­mierten Zustim­mung. Dieses grund­le­gende Recht indi­gener Völker, veran­kert unter anderem in der UN-Erklä­rung über die Rechte indi­gener Völker (UNDRIP), bedeutet für uns: Wir bringen keine Lösungen von außen hinein. Wir entwi­ckeln sie Hand in Hand mit den Gemeinden – abge­stimmt auf ihre Bedürf­nisse, Werte und Tradi­tionen.
Das Ziel: echte Unab­hän­gig­keit schaffen, die Abhän­gig­keit von der Ausbeu­tung der Wälder verrin­gern und die Ökosys­teme lang­fristig auch für zukünf­tige Gene­ra­tionen bewahren.

Eine harmo­ni­schere Zukunft für Mensch und Natur

Mit diesem Projekt unter­stützen wir die Gemeinden dabei, nach­hal­tige und sichere Lebens­grund­lagen aufzu­bauen – ohne den Wald zu schä­digen. So können Fami­lien ihre Finanzen stabi­li­sieren und in eine bessere Zukunft blicken, während gleich­zeitig der Lebens­raum der Orang-Utans geschützt wird.

Möglich wurde dieses Projekt durch die Unter­stüt­zung von BOS Deutsch­land und unserem Koope­ra­ti­ons­partner Gamomat. Es zeigt, wie stark inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit sein kann, wenn es darum geht, Orang-Utans, Wälder und die Menschen vor Ort zu schützen.

Natur­schutz bedeutet für BOS nicht nur, Orang-Utans und Regen­wälder zu retten. Er bedeutet auch, die Gemein­schaften zu stärken, die an und mit den Wäldern leben. Gemeinsam mit unseren Part­nern und den lokalen Gemeinden schaffen wir eine solide Grund­lage für eine Zukunft, in der Menschen und Orang-Utans in Harmonie zusam­men­leben können.

Auch Sie können uns bei unserer Arbeit für die Orang-Utans, ihren Lebens­raum und die lokalen Gemein­schaften unter­stützen. Mit Ihrer Spende oder einer Koope­ra­tion. Melden Sie sich gern bei uns.