Bei BOS sind wir überzeugt: Natur- und Artenschutz funktionieren nur dann nachhaltig, wenn sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort gedacht werden. Der Schutz der Orang-Utans und ihrer Lebensräume ist untrennbar verbunden mit der Lebensqualität der lokalen Gemeinschaften, die in unmittelbarer Nähe der Wälder leben. Deshalb schützen wir in unseren Projekten nicht nur Regenwälder. Wir unterstützen auch die Menschen in den an unsere Schutzgebiete angrenzenden Gemeinden dabei, bessere und nachhaltigere Lebensgrundlagen zu schaffen.
Ungenutztes Land wird zu produktiven Gärten
Ein besonders wirkungsvoller Ansatz ist die Stärkung von Frauen in den Gemeinden. Rund um den Bukit Batikap-Schutzwald in Zentral-Kalimantan besitzen viele Familien ungenutzte Flächen direkt an ihren Häusern. Diese brachliegenden Flächen können wertvolle Ressourcen sein: In nachhaltige Hausgärten verwandelt, liefern sie Gemüse und Kräuter für den täglichen Bedarf.


Die Idee dahinter ist einfach und höchst effektiv: Zunächst ermitteln wir gemeinsam mit den Haushalten ihren konkreten Bedarf an Lebensmitteln. Anschließend stellen wir Setzlinge zur Verfügung und bieten Schulungen zu Anbau, Pflege und nachhaltiger Gartenarbeit an. Auf lange Sicht sollen die kleinen Hausgärten zu größeren Betrieben heranwachsen, abgestimmt auf die landwirtschaftlichen Stärken der jeweiligen Dörfer.
Das bedeutet nicht nur gesündere Ernährung – es entstehen auch neue Einkommensmöglichkeiten, die die Haushalte unabhängiger und widerstandsfähiger machen.



Herausforderungen entlegener Dörfer meistern
So einfach das Konzept klingt, seine Umsetzung ist anspruchsvoll. Viele der Dörfer in Zentral-Kalimantan sind abgelegen und haben nur begrenzten Zugang zu stabilen Arbeitsmöglichkeiten. Aus Mangel an Alternativen sind viele Menschen oftmals auf kurzfristige und schädliche Einkommensquellen angewiesen, etwa illegale Abholzung, Bergbau oder nicht nachhaltige industrielle Landwirtschaft.
Diese Tätigkeiten sind tief in der Wahrnehmung vom „Wert“ des Waldes verankert. Und diese Denkweise zu verändern, ist keine leichte Aufgabe. Genau hier setzt unser Projekt an: mit praktischen Lösungen, die direkt im Haushalt beginnen und die Lücke schließen zwischen den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Menschen und dem Schutz des Waldes.

In allen Projektphasen arbeiten wir nach den Prinzipien der Free, Prior, and Informed Consent (FPIC) – der freien, vorherigen und informierten Zustimmung. Dieses grundlegende Recht indigener Völker, verankert unter anderem in der UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker (UNDRIP), bedeutet für uns: Wir bringen keine Lösungen von außen hinein. Wir entwickeln sie Hand in Hand mit den Gemeinden – abgestimmt auf ihre Bedürfnisse, Werte und Traditionen.
Das Ziel: echte Unabhängigkeit schaffen, die Abhängigkeit von der Ausbeutung der Wälder verringern und die Ökosysteme langfristig auch für zukünftige Generationen bewahren.
Eine harmonischere Zukunft für Mensch und Natur
Mit diesem Projekt unterstützen wir die Gemeinden dabei, nachhaltige und sichere Lebensgrundlagen aufzubauen – ohne den Wald zu schädigen. So können Familien ihre Finanzen stabilisieren und in eine bessere Zukunft blicken, während gleichzeitig der Lebensraum der Orang-Utans geschützt wird.
Möglich wurde dieses Projekt durch die Unterstützung von BOS Deutschland und unserem Kooperationspartner Gamomat. Es zeigt, wie stark internationale Zusammenarbeit sein kann, wenn es darum geht, Orang-Utans, Wälder und die Menschen vor Ort zu schützen.
Naturschutz bedeutet für BOS nicht nur, Orang-Utans und Regenwälder zu retten. Er bedeutet auch, die Gemeinschaften zu stärken, die an und mit den Wäldern leben. Gemeinsam mit unseren Partnern und den lokalen Gemeinden schaffen wir eine solide Grundlage für eine Zukunft, in der Menschen und Orang-Utans in Harmonie zusammenleben können.
Auch Sie können uns bei unserer Arbeit für die Orang-Utans, ihren Lebensraum und die lokalen Gemeinschaften unterstützen. Mit Ihrer Spende oder einer Kooperation. Melden Sie sich gern bei uns.
