11. Mai 2026
Malaienbär Bali um Rettungszentrum Samboja Lestari

Hoff­nung im Rettungs­zen­trum: Malai­enbär Bali kämpft sich zurück ins Leben

Das Rettungs­zen­trum Samboja Lestari schenkt nicht nur geret­teten Orang-Utans eine zweite Chance. Im Sun Bear Sanc­tuary kümmert sich BOS auch um aktuell 75 geret­tete Malai­en­bären. Dabei gibt es einen großen Unter­schied zwischen den beiden Tier­arten: Malai­en­bären können in den aller­meisten Fällen nicht wieder ausge­wil­dert werden.

Und so sind manche der Bären im Rettungs­zen­trum noch ganz jung, während andere bereits in einen ruhi­geren Lebens­ab­schnitt einge­treten sind und wieder andere haben sogar das Glück, ein sehr hohes Alter zu errei­chen. Sie alle werden von den BOS-Tier­pfle­gern artge­recht und alters­gemäß versorgt.


75 Bären leben im BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari


Im Natur­schutz werden die Lebens­phasen der Malai­en­bären nach ihrem Alter einge­teilt. Diese reichen vom Säug­lings­alter (0–1 Jahr) über das Juve­nil­sta­dium (etwa 2 Jahre) und das Subadult-Stadium (3–6 Jahre) bis hin zum Adult­sta­dium, das mehrere Fort­pflan­zungs­phasen umfasst. Die letzte Phase ist das geria­tri­sche Stadium, in dem die Tiere ein Alter von über 30 Jahren errei­chen. In dieser Phase verlang­samt sich der Stoff­wechsel, das Ener­gie­level sinkt, und erste deut­liche Alters­er­schei­nungen treten auf.

Im BOS-Rettungszentrum Samboja Lestari leben auch 75 Malaienbären
Im BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari leben auch 75 Malaienbären


Nicht alle Malai­en­bären haben das Glück, dieses hohe Alter zu errei­chen. In Samboja Lestari befinden sich jedoch etwa 15 Bären in der geria­tri­schen Phase, darunter Anggi, Kiki, Apang, Icak, Gede, Petung, Banjar, Feri, Paul, Dani, Bunga, Bento, Bali, Gendut und Jeni.
Für sie bedeutet das Alter keines­wegs das Ende von Fürsorge und Aufmerk­sam­keit. Im Gegen­teil: Gerade jetzt erhalten sie beson­ders inten­sive und gedul­dige Betreuung durch das medi­zi­ni­sche Team und die Tierpfleger.


So werden die Senioren unter den Malai­en­bären versorgt


Malai­en­bären, die das hohe Alter erreicht haben, benö­tigen im Alltag beson­dere Aufmerk­sam­keit. Im Sun Bear Sanc­tuary von Samboja Lestari erhalten sie alters­ge­rechte Nahrungs­er­gän­zung, darunter spezi­elles Hunde­futter und Multi­vit­amine, um ihren körper­li­chen Zustand zu unterstützen.


Trotz ihres Alters werden sie weiterhin dazu ermu­tigt, aktiv zu bleiben. Die Tier­pfleger sorgen dafür, dass die älteren Bären regel­mäßig ihre Schlaf­be­reiche verlassen und Zeit in den Anlagen des Schutz­ge­biets verbringen, wo sie eine natur­nahe Umge­bung genießen können, die sowohl ihr körper­li­ches als auch ihr seeli­sches Wohl­be­finden fördert.

Zusätz­lich werden regel­mäßig medi­zi­ni­sche Trai­nings durch­ge­führt, darunter das Öffnen des Mauls sowie das Kürzen der Krallen. Das Maul­trai­ning ermög­licht es dem Vete­ri­när­team, Zähne und Mund­raum zu kontrol­lieren. Das Kral­len­schneiden ist notwendig, da ältere Bären ihre Krallen deut­lich seltener zum Graben oder zum Kratzen an Holz einsetzen als in jüngeren Jahren.


Die Hinter­beine des Bären sind plötz­lich gelähmt


Unter den älteren Bewoh­nern des Schutz­ge­biets ist Bali einer der bemer­kens­wer­testen. Heute ist Bali etwa 45 Jahre alt – ein sehr hohes Alter für einen Malaienbären.

Malaienbär Bali gibt nicht auf
Malai­enbär Bali gibt nicht auf

Balis Lebensweg war nicht immer einfach. Im Jahr 2023 erlitt er eine schwere Erkran­kung, bei der seine beiden Hinter­beine gelähmt wurden. Die Lähmung war so stark, dass er den hinteren Teil seines Körpers beim Laufen hinter sich herziehen musste, um sich fortzubewegen.

Sobald sich sein Zustand bemerkbar machte, entwi­ckelte das medi­zi­ni­sche Team eine auf Bali abge­stimmte Behand­lung. In der ersten Zeit durfte der Senior seinen Schlaf­käfig nicht verlassen, damit er sich voll­ständig auf seine Gene­sung konzen­trieren konnte. Zwei Mal täglich erhielt er Medi­ka­mente und wurde von den Tier­pfle­gern intensiv betreut.

Es war für das Team sehr bewe­gend zu sehen, wie Bali versuchte, sich nur mit den Vorder­beinen fort­zu­be­wegen. Doch trotz seiner Einschrän­kungen zeigte er den starken Willen, nicht aufzugeben.


Balis lang­same Rück­kehr ins Leben


Balis Entschlos­sen­heit in Verbin­dung mit der konti­nu­ier­li­chen Pflege durch das BOS-Team bewirkte schließ­lich ein kleines Wunder: Im Jahr 2024 verbes­serte sich sein Zustand. Eines Tages konnte sich Bali wieder aufrichten und in seinem übli­chen Vier­füß­ler­gang war er in der Lage, auch die Hinter­läufe zu bewegen.


Anfangs war sein Gang noch unsi­cher. Doch Bali kämpfte sich zurück in die Norma­lität.
Das medi­zi­ni­sche Team beob­achtet ihn weiterhin sehr aufmerksam. Wenn das Wetter es zulässt, darf er nun wieder in die Außen­an­lage des Schutz­ge­biets. Dort nimmt er langsam aber sicher seine Akti­vi­täten wieder auf.

Jeder kleine Schritt, den er macht, ist ein bedeu­tender Fort­schritt.
Balis Geschichte erin­nert uns daran, dass auch ältere Malai­en­bären einen Lebens­abend in Würde und Wohl­be­finden verdient haben. Dafür braucht es jedoch die rich­tige Pflege und eine unter­stüt­zende Umge­bung.
Im Sun Bear Sanc­tuary von Samboja Lestari erhalten sowohl junge als auch ältere Bären dieselbe Chance: sicher zu leben und gut versorgt zu sein.


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