29. August 2025
Orang-Utan im Wald

Im Austausch zum Wohle der Orang-Utans

Im Wiener Tier­garten Schön­brunn ist vor einigen Tagen einer der ältesten in Europa regis­trierten Orang-Utans gestorben. Mota wurde im Alter von 61 Jahre einge­schlä­fert. Die Nach­richt macht uns nach­denk­lich. Wie das Leben von Mota war, wissen wir nicht, nur so viel: Wie auch immer wir auch darüber denken, ihr Leben fand in Käfigen statt. Wir hätten ihr ein Leben in Frei­heit gewünscht.

Es gibt umstritten disku­tierte Themen zwischen Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tionen und Zoos. Über Menschen­affen in Zoos schwelt ein nicht gelöster Streit. BOS Deutsch­land hat sich in seiner Satzung verpflichtet, sich um das Über­leben der Orang-Utans und ihres Lebens­raums im Regen­wald zu kümmern. Wir haben Kritik an Zoos geübt und wir sind von Zoos kriti­siert worden.
Wir sind der Ansicht, dass trans­pa­rente Kommu­ni­ka­tion und Infor­ma­ti­ons­aus­tausch erfor­der­lich sind, um Möglich­keiten zu finden, mit Orang-Utans und Lebens­raum ange­messen umzu­gehen. Daher freuen wir uns über die Initia­tive mit dem Zoo Münster, Anfang November einen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zu starten, an dem auch Mitar­bei­te­rinnen der BOS Foun­da­tion aus Borneo teilnehmen.

Forschung, Bildung, Training

In den euro­päi­schen Zoos und den BOS-Rettungs­zen­tren leben insge­samt mehr als 500 Borneo-Orang-Utans. Dabei gibt es Über­schnei­dungen bei vielen Frage­stel­lungen rund um die Themen Tier­wohl, Verhalten und Tier­ge­sund­heit. Hier wollen wir gerne ansetzen und Koope­ra­tionen und Projekte in den Berei­chen Forschung, Bildung und Trai­ning von Fach­leuten anstoßen und durch­führen. Für uns ist dabei entschei­dend, dass alle Akti­vi­täten direkt dem Wohl und dem Schutz der Orang-Utans dienen.

In der Planung sind im ersten Schritt ein Austausch im Bereich Tierpflege/Tiermedizin zwischen Zoos und Rettungs­zen­tren und gemein­same Forschungs­themen zu chro­ni­schen Atem­wegs­er­kran­kungen bei Orang-Utans. Dabei ist uns wichtig, dass alle Betei­ligten, die sich um das Wohl­ergehen der Orang-Utans bemühen, im Austausch bleiben und gleich­zeitig eine kriti­sche Ausein­an­der­set­zung mit bestimmten Themen und Entschei­dungen möglich ist.