26 Orang-Utans mussten wir in diesem Jahr aus Gefahrensituationen retten. 16 von ihnen konnten wir direkt wieder in sicheren Regenwäldern auswildern. Zuletzt erreichte im September 2025 ein neuer Schützling das Orang-Utan-Rehabilitationszentrum Nyaru Menteng der BOS Foundation: ein kleines, weibliches Orang-Utan-Baby, das den Namen Pororo erhielt.
Ein Bewohner der Region Muara Teweh in Zentral-Kalimantan hatte das Jungtier auf einer Straße inmitten einer Ölpalmenplantage entdeckt. Aus Mitgefühl nahm er das geschwächte Tier für zwei Tage bei sich auf, bevor er sich an die zuständige Naturschutzbehörde BKSDA wandte – und Pororo schließlich in die Obhut der BOS Foundation übergab.

Schwach, krank – und doch voller Lebenswille
Bei ihrer Ankunft wog Pororo nur 1,96 Kilogramm – viel zu wenig für ein etwa einjähriges Orang-Utan-Kind. Äußerlich schien sie unverletzt, doch ihr Körper war schwach und ausgemergelt. Zudem verweigerte sie zunächst das Trinken, was die Sorge unseres medizinischen Teams und ihrer Pflegemutter noch verstärkte.
Eine Untersuchung ergab schließlich die Ursache: Malaria. Sofort erhielt Pororo eine spezielle Behandlung, begleitet von liebevoller Fürsorge durch ihre erfahrene Pflegemutter, die sie Tag und Nacht umsorgte.

Nach einigen Tagen begann ein kleiner Wandel: Pororo trank wieder Milch, gewann Kraft – und zeigte erstmals ihre sanfte, neugierige Persönlichkeit. Wenn ihre Pflegemutter aufstand, klammerte sie sich an deren Hose und forderte leise quiekend Nähe und Geborgenheit.
Kleine Schritte in eine große Zukunft
Mit jedem Tag wuchs Pororos Mut. Sie begann, ihre Umgebung zu erkunden, kletterte auf kleine Äste und hing spielerisch an ihrer Reifenschaukel – als wolle sie ihre neu gewonnene Kraft testen. Nur eines verunsicherte sie noch: die Langschwanzmakaken, die gelegentlich am Gehege vorbeikamen. Dann suchte Pororo schnell Zuflucht in ihrer Hängematte – und Trost bei ihrer Pflegemutter.

Momentan befindet sich Pororo noch in Quarantäne. Hier kann sie vollständig genesen und Kraft sammeln. Danach darf sie in den Waldkindergarten wechseln, wo sie gemeinsam mit anderen Orang-Utan-Waisen spielerisch lernt, was sie eines Tages in der Wildnis brauchen wird: klettern, Nahrung finden, soziale Bindungen knüpfen – und vor allem Vertrauen in sich selbst.

Dank der liebevollen Betreuung unserer Babysitterinnen wächst Pororo jeden Tag ein Stück mehr in ihr neues Leben hinein. Wir sind zuversichtlich, dass sie eines Tages stark genug sein wird, um dorthin zurückzukehren, wo sie hingehört – in die Wälder Kalimantans, ihre wahre Heimat.
Mit einer Patenschaft können Sie eine Orang-Utan-Waise auf ihrem Weg zurück in den Regenwald begleiten. Bis Weihnachten bieten wir Geschenkpatenschaft für Onyer oder Iqo für 10 € pro Monat an.
