4. August 2026
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Ranger im BOS-Wald Kehje Sewen

Orang-Utan-Moni­to­ring im Regen­wald von Borneo

Auf Expe­di­tion mit dem Biodi­ver­si­täts-Team im Kehje Sewen Wald: Jeder Schritt verfolgt dasselbe Ziel – sicher­zu­stellen, dass der Wald bleibt und alles Leben darin weiterhin einen Ort hat, an den es zurück­kehren kann.

Unter dem dichten Blät­ter­dach des Kehje Sewen Waldes beginnt für eine Gruppe von Menschen noch vor Sonnen­auf­gang der Tag. Sie packen Verpfle­gung in ihre Ruck­säcke, über­prüfen ihre Ausrüs­tung. Wenig später brechen sie auf. Zu Fuß hinein in den Regen­wald von Ost Kali­mantan auf Borneo – einen Biodi­ver­si­täts-Hotspot und wich­tigen Lebens­raum für Orang-Utans.

Sie sind nicht auf der Suche nach Aben­teuern, sondern nach Erkennt­nissen. Denn bei der Gruppe handelt es sich um das Biodi­ver­si­täts-Team der BOS-Wald­schutz­firma Resto­rasi Habitat Oran­gutan Indo­nesia (RHOI). Ihre Aufgabe: Orang-Utans beob­achten, Nester doku­men­tieren und Daten über die Arten­viel­falt des Waldes sammeln.

Ranger im BOS-Wald Kehje Sewen
Unter dem dichten Blät­ter­dach des Kehje Sewen Waldes

Dafür unter­nimmt das Team regel­mäßig lange Märsche durch den Regen­wald, streift durch unweg­sames Gelände, nimmt Regen und schweiß­trei­bende Hitze in Kauf. Denn ihre Arbeit ist entschei­dend dafür, ob geret­tete und ausge­wil­derte Orang-Utans lang­fristig in Frei­heit über­leben können. Und ob der Kehje Sewen Regen­wald ihnen als Lebens­raum erhalten bleibt.

Arten­schutz auf Borneo: Team­ar­beit im Regenwald

Die Expe­di­tion beginnt am frühen Morgen. Zunächst macht sich das Team auf den Weg zum Basis­lager, das im Wald­ge­biet der PT-RHOI-Konzes­sion liegt. Der Weg dorthin ist lang. Während sie durch den Wald laufen, spre­chen die Team­mit­glieder über andere Kolle­ginnen und Kollegen, die den Einsatz über Flüsse mit Booten unter­stützen. Viele Menschen sind betei­ligt, damit Expe­di­tionen sicher durch­ge­führt werden können und Mate­rial zuver­lässig ankommt. Natur- und Arten­schutz funk­tio­niert nur gemeinsam.
Erst am späten Nach­mittag errei­chen sie den Lager­platz. Zelte werden aufge­baut, Essen gekocht, die Arbeit für den nächsten Tag bespro­chen.
Acht Personen gehören zur Expe­di­tion: vier Beobachter:innen, zwei Navi­ga­toren, die zugleich Wege frei­schlagen, und zwei Mitar­bei­tende, die im Camp bleiben und sich um Verpfle­gung kümmern.

Moni­to­ring von Orang-Utans und Biodiversität

Die Aufgaben sind klar verteilt. Das Post Release Moni­to­ring (PRM) Team doku­men­tiert Orang-Utan-Nester und erfasst verschie­dene Para­meter wie Nest­höhe, Baum­höhe, Stamm­durch­messer, Umwelt­be­din­gungen. Das Rese­arch-and-Biodi­ver­sity-Team sammelt Daten über Vogel­arten an fest­ge­legten Beobachtungspunkten.

Ranger im BOS-Wald Kehje Sewen
Mit Klemm­brett im Regen­wald: Das Biodi­ver­si­täts­team sammelt Daten

Jede dieser Beob­ach­tungen liefert wich­tige Infor­ma­tionen über den Zustand des Waldes und darüber, wie gut sich die ausge­wil­derten Orang-Utans an ihr Leben in Frei­heit ange­passt haben.
Kehje Sewen ist eines der Schutz­ge­biete, in denen die BOS Foun­da­tion reha­bi­li­tierte Orang-Utans auswil­dert. Gemeinsam mit der Wald­schutz­firma RHOI setzt sich die Orga­ni­sa­tion auch für den Erhalt und die Wieder­her­stel­lung von Regen­wald – den Lebens­raum der Orang-Utans – ein.

Schwie­rige Wege durch den Regen­wald von Ost-Kalimantan

Am nächsten Morgen beginnt für das Team die eigent­liche Arbeit. Ihr erstes Ziel ist Tran­sek­tion L1, eine neue Route für Moni­to­ring-Akti­vi­täten. Schnell wird klar, dass der Weg schwie­riger ist als erwartet. Die Pfade sind sehr schmal, müssen immer wieder zuerst frei gemacht werden. Die Navi­ga­toren gehen voraus und öffnen die Route, während die übrigen Team­mit­glieder aufmerksam die Umge­bung beobachten.

Ranger im BOS-Wald Kehje Sewen
Navi­ga­toren öffnen die Trek­king­routen im unweg­samen Gelände

Das Gelände ist unwegsam, die Gruppe bewegt sich teil­weise am Fluss­ufer entlang, dann wieder steigt sie steile Hänge hinauf. Gegen 15 Uhr errei­chen sie das Ende der Tran­sek­tion. Plötz­lich verän­dert sich das Wetter. Starker Wind kommt auf, kurz darauf setzt heftiger Regen ein. Aus Sicher­heits­gründen entscheidet das Team, die Beob­ach­tung abzu­kürzen und zum Camp zurückzukehren.

Ein riesiges Farn­feld wird zur Herausforderung

Auch am folgenden Tag bricht das Team erneut früh­mor­gens auf, eine andere Beob­ach­tungs­route durch den Kehje Sewen steht auf dem Exkur­si­ons­plan. Anfangs wirkt die Strecke einfa­cher. Doch mitten im Wald stößt das Team auf ein riesiges Farn­feld, einge­bettet in steiles Terrain. Kurz halten sie inne und bewun­dern die außer­ge­wöhn­liche Szenerie.
Dann geht es weiter – nur wie? Das GPS zeigt den Weg direkt durch die dicht an dicht stehenden, meter­hohen Farne. Die Navi­ga­toren versu­chen, eine alter­na­tive Route zu finden, doch das Terrain ringsum ist unwegsam und gefähr­lich. So entscheidet sich das Team für den Weg durch das Feld.
Mit der schweren Ausrüs­tung auf dem Rücken, müssen sich die Ranger durch schmale Lücken zwischen den Pflanzen schlän­geln. Stunden vergehen. Und das Ende des Farn­feldes ist noch immer nicht in Sicht.
Als es 15 Uhr wird, steht fest: Die Tran­sek­tion kann an diesem Tag nicht abge­schlossen werden. Schweren Herzens entscheidet sich das Team zur Umkehr, um das Basis­lager zu errei­chen, bevor es dunkel wird.

Warum Regen­wald­schutz und Orang-Utan-Schutz so wichtig sind

Der Tag endet mit Erschöp­fung und Enttäu­schung. Doch auch das gehört zur Arbeit im Regen­wald dazu. Denn Regen­wald­schutz und Arten­schutz besteht nicht nur aus Erfolgen. Nicht jede Route kann beendet werden, nicht jedes Ziel wird erreicht.
Die BOS-Teams sind es gewohnt, sich immer wieder auf schwie­rige Bedin­gungen einzu­stellen: auf Wetter­um­schwünge und unweg­sames Gelände, auf lange Wege und Rück­schläge. Trotzdem setzen sie ihre Arbeit fort.
Denn jedes erfasste Orang-Utan-Nest, jede Vogel­be­ob­ach­tung, jede Baum­kar­tie­rung, kurz: jeder Daten­satz, zahlt ein in die Bemü­hungen, den Wald als Lebens­raum zu bewahren.

Orang-Utan im BOS-Wald Kehje Sewen
Die Expe­di­tion ist wichtig, um den Lebens­raum der Orang-Utans zu schützen

Oder wie das Team selbst es beschreibt: Jeder Schritt im Wald verfolgt dasselbe Ziel – sicher­zu­stellen, dass der Wald bleibt und alles Leben darin weiterhin einen Ort hat, an den es zurück­kehren kann.

Jetzt den Schutz der Orang-Utans und ihres Lebens­raums unterstützen

Die Arbeit der Teams im Kehje Sewen Regen­wald zeigt, wie aufwendig und wichtig der Schutz von Orang-Utans und tropi­schem Regen­wald ist. Jede Unter­stüt­zung hilft dabei, Moni­to­ring, Wald­schutz und Auswil­de­rungs­pro­gramme lang­fristig fortzuführen.

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