11. Dezember 2025
2025 von BOS Foundation gerettete Orang-Utan-Babys Kayla, Es und Indri

Sieben Orang-Utan-Babys, die wir 2025 gerettet haben

Jedes geret­tete Orang-Utan-Baby ist ein neuer Anfang, eine zweite Chance, ein kleiner Hoff­nungs­schimmer. Doch jedes dieser Babys steht auch für eine tote Orang-Utan-Mutter, für Trauer, Verlust und den harten Kampf ums Über­leben. 2025 haben wir 30 Orang-Utans (Stand 1. Dezember 2025) aus Notsi­tua­tionen befreien können. Viele davon konnten wir in sichere Regen­wälder umsie­deln. Doch diese sieben Orang-Utan-Waisen haben nun den langen Pfad der Reha­bi­li­ta­tion vor sich, an dessen Ende hoffent­lich eines fernen Tages die Auswil­de­rung stehen wird.

Jenny – Unsere erste Rettung des Jahres

Das neue Jahr war erst wenige Tage alt, als wir Jenny aus dem Dorf Penda­maran in Kutai Karta­ne­gara, Ost-Kali­mantan, gerettet haben. Nachdem ein Dorf­be­wohner sie fünf Monate lang illegal als Haus­tier gehalten hatte, infor­mierte er endlich die Natur­schutz­be­hörde BKSDA SKW II Teng­ga­rong. So kam Jenny ins BOS-Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum Samboja Lestari. Bei ihrer Ankunft wurde Jenny erstmal von unseren Tier­ärzten durch­ge­checkt. Glück­li­cher­weise war sie in einem recht guten Zustand.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Jenny
Im Wald­kin­der­garten von Samboja Lestari lernt Jenny natür­li­ches Orang-Utan-Verhalten

Bald hatte sich Jenny an ihre neue Umge­bung gewöhnt. Das lag sicher auch daran, weil sie im Wald­kin­der­garten von Samboja Lestari bald auf Artge­nossen in ihrem Alter gestoßen ist. Jenny zeigt langsam auch wieder natür­li­ches Orang-Utan-Verhalten, wie Klet­tern und das Erkunden ihrer Umge­bung. Dies sind viel­ver­spre­chende Anzei­chen dafür, dass sie in den kommenden Jahren weitere wich­tige Über­le­bens­fä­hig­keiten lernen kann.

Esa & Indri – Zwei junge Orang-Utan-Leben durch das Schicksal vereint

Im März kamen die Orang-Utan-Babys Esa und Indri nach Samboja Lestari. Man hatte sie auf einer Ölpal­men­plan­tage aufge­funden und einen Monat als Haus­tiere gehalten, ehe man die Behörden infor­mierte. Vor allem Indri war bei ihrer Ankunft in keinem guten Zustand. Sie hatte verschie­dene abhei­lende Verlet­zungen, eine offene Kopf­wunde von einem Hunde­biss und ein lädiertes Handgelenk.

2025 von BOS Foundation gerettete Orang-Utan-Babys Esa und Indri
Esa und Indri erholen sich in Samboja Lestari

Dank des enga­gierten Einsatzes unserer Tier­ärzte und vor allem der liebe­vollen Pflege der Baby­sit­te­rinnen, sind Esa und Indri inzwi­schen auf einem guten Weg. Sie haben sich gut einge­wöhnt, haben beide einen geseg­neten Appetit und haben Freude am Lernen. Sie scheinen das erlit­tene Trauma also langsam hinter sich zu lassen. Wie Jenny lernen auch Indri und Esa jetzt im Wald­kin­der­garten von Samboja Lestari, was ihnen sonst ihre Mutter beigebracht hätte.

Nia – Orang-Utan-Baby-Rettung in letzter Sekunde

Die kleine Nia ist vermut­lich haar­scharf dem Wild­tier­handel entkommen. Ihre Mutter ist im Regen­wald erschossen worden, Baby Nia verbrachte zwei Wochen in Gefan­gen­schaft. Der Über­re­dungs­kunst eines Dorf­be­woh­ners hat Nia es zu verdanken, dass die BOS Foun­da­tion infor­miert wurde. So kam Nia im März ins Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng in Zentral-Kali­mantan – trau­ma­ti­siert, fiebrig und mit Wunden, die von Fesseln verur­sacht worden waren.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Nia
In Nyaru Menteng kümmern sich die Baby­sit­te­rinnen liebe­voll um die kleine Nia | Foto: BPI/Björn Vaughn

Glück­li­cher­weise hat sich Nia recht schnell von den erlit­tenen Stra­pazen erholt. Den Baby­sit­tern fiel vor allem bald auf, mit welch großer Neugier Nia ihre neue Welt erforscht. Schon während der Quaran­täne begann sie zu klet­tern, zu spielen und suchte – wann immer es nötig war – Trost bei ihren mensch­li­chen Ersatz­müt­tern. Diese kleinen, aber bedeu­tungs­vollen Schritte markieren den Beginn ihrer langen Reise zur Genesung.

Momo – Ein Marty­rium liegt hinter ihr

Als unser Rettungs­team Momo im Juni im Dorf Kuala Kurun in Zentral-Kali­mantan befreite, hatte sie ein wahres Marty­rium hinter sich. Sechs Monate war das Orang-Utan-Baby in einem kleinen Hühner­ver­schlag gefangen gehalten worden, ehe man die Behörden infor­miert hatte. Sie hatte Fieber und eine alte Fraktur an einem ihrer Zehen und war in einem völlig apathi­schen Zustand. Glück­li­cher­weise hat sie sich in Nyaru Menteng dank der guten Behand­lung bald erholt.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Momo
Sechs Monate Gefan­gen­schaft lagen hinter Momo, ehe sie nach Nyaru Menteng kam

Heute ist Momo auf einem guten Weg. Sie hat einen guten Appetit, spielt gern und zeigt zuneh­mend Selbst­ver­trauen beim Klet­tern und Erkunden ihrer Umgebung.

Kayla – Sechs Monate musste sie leiden

Auch hinter Kayla lagen sechs Monate Gefan­gen­schaft in einer Katzenbox, ehe sie im Juli aus dem entle­genen Dorf Kongbeng gerettet werden konnte. Bei ihrer Ankunft in Samboja Lestari hatte sie zwar leichtes Fieber, war ansonsten aber in einem recht guten Zustand.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Kayla
Ehe Kayla nach Samboja Lestari kam, hatte man sie in einer Katzenbox gefangen gehalten

In den wenigen Monaten in unserer Obhut, hat Kayla sich recht gut einge­wöhnt. Das liegt sicher­lich auch an den anderen Orang-Utan-Babys in Samboja Lestari: Kayla, Jenny, Esa und Indri besu­chen inzwi­schen gemeinsam den Wald­kin­der­garten. Sie spielen, lernen, kuscheln und klet­tern gemeinsam. Und schenken sich Trost, wenn die Schatten der Vergan­gen­heit nach ihnen greifen.

Pororo – Klein, zart und sehr geschwächt

Im September kam Pororo nach Nyaru Menteng. Man hatte sie auf einer Straße inmitten einer Ölpal­men­plan­tage gefunden. Extrem unter­ge­wichtig und schwach kam sie ins BOS-Rettungs­zen­trum. Die Tier­ärzte stellten fest, dass sie an Malaria litt. Sofort erhielt sie inten­sive Behandlung.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Pororo
Pororo ist erst seit wenigen Wochen in Nyaru Menteng

Es dauerte nicht lange, bis die Behand­lung Wirkung zeigte und ihre Symptome nach­ließen. Langsam gewinnt Pororo wieder an Energie. Auch ihr Appetit wächst und sie zeigt mehr und Neugierde gegen­über ihrer Umge­bung. Obwohl ihr Weg zur wirk­li­chen Gene­sung noch lang ist, geben diese ersten Verbes­se­rungen Hoff­nung für ihre Zukunft.

Viele Lehr­jahre liegen jetzt vor diesen Babys

Jenny, Esa, Indri, Nia, Momo, Kayla und Pororo teilen alle das gleiche schwere Schicksal. Doch sie alle haben bei der BOS Foun­da­tion eine zweite Chance erhalten, eines Tages wild und frei und sicher im Regen­wald leben zu können. Bis dahin müssen sie viele Jahre lernen – jetzt im Wald­kin­der­garten, dann in der Wald­schule und schließ­lich auf der Walduni, der Voraus­wil­de­rungs­insel. Erst wenn sie stark genug sind und alle Über­le­bens­fä­hig­keiten erlernt haben, sind sie bereit für das wilde Leben im Dschungel Borneos. Dann können auch sie ihren Teil für das Über­leben ihrer Spezies beitragen.

Sie können uns dabei unter­stützen, Orang-Utan-Waisen auf ihr freies Leben im Regen­wald vorzu­be­reiten. Zum Beispiel mit einer Paten­schaft. Bis Weih­nachten gibt es die Geschenk­pa­ten­schaft für zehn Euro pro Monat.