Melisa ist zurück – mit Baby an der Brust!

Melisa ist zurück – mit Baby an der Brust!

Mitten im üppigen Regen­wald des Natio­nal­parks Bukit Baka Bukit Raya (BBBR) in Zentral-Kali­mantan kam es zu einem uner­war­teten, berüh­renden Wieder­sehen: Unsere Beob­ach­tungs-Teams trafen auf eine Orang-Utan-Mutter – und ihr Baby. Zunächst dachten sie, es handle sich um Hilda, eine andere ausge­wil­derte Orang-Utan-Dame. Doch ein genauer Blick brachte Gewiss­heit: Es war Melisa.

Melisa wurde Ende Juli 2019 nach erfolg­rei­cher Reha­bi­li­ta­tion in die Frei­heit entlassen. Seitdem hat sie sich wunderbar an das Leben im Dschungel ange­passt. Meist versteckte sie sich hoch oben im dichten Blät­ter­dach und ließ sich nur selten von unseren Rangern entde­cken. Umso größer war die Freude, als sie 2023 plötz­lich wieder auftauchte – diesmal mit einem kleinen Baby, das sich fest an ihren Rücken klammerte.

Orang-Utan Melisa mit ihrem Baby in Nationalpark Bukit Baka Bukit Raya auf Borneo
Melisa beschützt ihr Baby

Eine wilde Mutter mit starkem Instinkt

Leider war dieser erste Blick auf Melisa und ihr Junges nur flüchtig. Die erfah­rene Orang-Utan-Mutter zeigte sofort ihren natür­li­chen Schutz­in­stinkt: Sie hielt Abstand zu den Menschen und verschwand rasch wieder im Dickicht des Regen­walds. Dennoch konnte das Team erkennen, dass das Baby noch sehr jung war – vermut­lich hatte es rund um den Juni 2023 das Licht der Welt erblickt.

Erst jetzt hatte ein Beob­ach­tungs­team mehr Glück. Es konnte Melisa länger beob­achten. Das Baby, inzwi­schen etwa zwei Jahre alt, klam­mert sich weiterhin fest an seine Mutter. Sein Geschlecht konnte bisher nicht fest­ge­stellt werden – so eng ist die Bindung zwischen Mutter und Kind.

Hoff­nungs­trä­gerin im grünen Paradies

Das Beste an dieser Geschichte? Melisa und ihr Baby sind gesund, aktiv und voller Energie. Das Moni­to­ring-Team beob­ach­teten, wie sie gemeinsam Nahrung suchten, klet­terten und sich ganz natür­lich durch den Dschungel bewegten. Es ist ein eindrucks­voller Beweis dafür, dass Melisa ihren Platz in der Wildnis gefunden hat – den sie ihn nun mit einem neuen Leben teilt.

Orang-Utan Melisa mit ihrem Baby in Nationalpark Bukit Baka Bukit Raya auf Borneo
Acht Babys konnten wir im Natio­nal­park bereits entde­cken. Melisas Nach­wuchs ist das jüngste Orang-Utan-Kind

Melisas Geschichte ist mehr als eine herz­er­wär­mende Begeg­nung. Sie ist ein Symbol für die Erfolge lang­jäh­riger Schutz­maß­nahmen, Reha­bi­li­ta­tion und sorg­fäl­tiger Nach­be­treuung. Ohne diese konti­nu­ier­liche Arbeit wäre ein solches Wieder­sehen kaum möglich gewesen. Wir werden Melisa und ihr Junges weiterhin begleiten – und hoffen, bald mehr über das kleine Orang-Utan-Wunder zu erfahren.

Schenken Sie Zukunft – spenden Sie jetzt für Melisa, ihr Baby und viele weitere Orang-Utans!

Jumbos Start im Regenwald

Jumbos Start im Regenwald

Zwölf Jahre haben wir Jumbo im BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng auf diesen großen Tag vorbe­reitet. Nach Hanau, Rongda, Pirang und Radmala ist Jumbo der fünfte Orang-Utan, den wir im Mai im Natio­nal­park Bukit Baka Bukit Raya ausge­wil­dert haben. Jetzt erst beginnt die eigent­liche Heraus­for­de­rung für das Orang-Utan-Männ­chen – das freie Leben im Regenwald.

Nachdem sich die Schie­betür des Trans­port­kä­figs geöffnet hatte, konnten wir Jumbo seine große Begeis­te­rung richtig ansehen, mit der er den Regen­wald begrüßte. Sofort begann er, seine Umge­bung zu erkunden. Inter­es­san­ter­weise klet­terte Jumbo nicht direkt auf einen Baum, sondern verbrachte zunächst Zeit auf dem Wald­boden. Laut unserem Tier­arzt war dies wahr­schein­lich Teil seines Anpas­sungs­pro­zesses – er wollte seine neue Umge­bung näher kennenlernen.

Auswilderung Orang-Utan Jumbo
Schnell lässt Jumbo die Trans­portbox hinter sich

Jumbos Neugierde auf seine neue Umge­bung war offen­sicht­lich. Irgend­wann näherte er sich unserem Post-Release-Moni­to­ring-Team (PRM), das ihn aus der Ferne beobachtete.

Verfolger im Regenwald

Das PRM-Team folgt Jumbo, wie allen frisch ausge­wil­derten Orang-Utans, in den ersten Tagen und Wochen – so lange, bis wir sicher sind, dass die Tiere sich gut in der Wildnis einge­wöhnt haben. Oder sie schneller unter­wegs sind, als ihre mensch­li­chen Verfolger und im dichten Regen­wald verschwinden.

Orang-Utan-Beobachtung PRM
Gewis­sen­haft notiert das PRM-Team alle Beobachtungen

Die PRM-Teams obser­vieren dabei die Orang-Utans vom Moment der Käfig­öff­nung, bis sie es sich in ihrem Schlaf­nest gemüt­lich gemacht haben. Am nächsten Morgen, noch vor Sonnen­auf­gang, findet sich das PRM-Team dann erneut unter dem Schlaf­nest ein, um dem Orang-Utan auf seinen Streif­zügen zu folgen.

Auswilderung Orang-Utan Jumbo
Jumbo fixiert das PRM-Team

Als Jumbo erkannte, dass das PRM-Team keine Bedro­hung darstellte, klet­terte er schließ­lich auf einen Baum und begann, junge Blätter zu knab­bern. Er wirkte ruhig und gelassen zwischen den Ästen und warf gele­gent­lich einen Blick auf unser Team, das weiterhin jede seiner Bewe­gungen aufzeichnete.

Gute Nacht nach einem aufre­genden Tag

Als die Nacht herein­brach, zeigte Jumbo eine weitere wich­tige Über­le­bens­fä­hig­keit – das Nest­bauen. Er begann, Blätter zu sammeln, um sich einen Platz zum Ausruhen zu bauen. Unge­wöhn­li­cher­weise entschied er sich, sein Nest auf einem stabilen unteren Ast zu bauen, anstatt wie die meisten wilden Orang-Utans im Blät­ter­dach. Als er fertig war, entspannte er sich in seinem Nest und beob­ach­tete ruhig den Wald, der langsam von der Dunkel­heit umhüllt wurde.

Jumbo wurde müde, als die Sonne hinter den Bäumen unter­ging. Bald darauf schlief er tief und fest in seinem einfa­chen Nest – mitten im Herzen des üppigen Tropen­waldes, der nun sein neues Zuhause ist. Dies ist ein neuer Anfang für Jumbo, ein lang ersehnter Moment der Frei­heit seit dem Tag, an dem er zum ersten Mal im Nyaru Menteng Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum ange­kommen war.

Frei­heit für fünf Orang-Utans

Frei­heit für fünf Orang-Utans

Teil­weise Jahr­zehnte haben die fünf Orang-Utans in der Obhut von BOS verbracht. Und sich dabei auf diesen großen Tag vorbe­reitet: Ihre Auswil­de­rung in den Natio­nal­park Bukit Baka Bukit Raya. Jetzt war es soweit. Die Weib­chen Hanau, Rongda und Radmala und die Männ­chen Jumbo und Pirang wurden in die Frei­heit – in ihr Zuhause – den Natio­nal­park Bukit Baka Bukit Raya entlassen.

Bevor die Reise in den Natio­nal­park losging, haben die Tier­ärzte im BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng die fünf Orang-Utans noch einem letzten gründ­li­chen medi­zi­ni­schen Check unter­zogen. Dann machten sich das Auswil­de­rungs­team und die Wald­men­schen auf den Weg. Rund 24 Stunden dauerte die Reise in den Jeeps und auf Booten – unter­bro­chen von regel­mä­ßigen Snack- und Trink­pausen für die Orang-Utans und einer kurzen Rast in der Nacht für das Team. 

Im Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­park ange­kommen, wurden die Luken der Trans­port­kä­fige eine nach der anderen geöffnet.

Nun beginnt die Arbeit der PRM-Teams. Sie folgen den neuen Regen­wald­be­woh­nern in den kommenden Monaten von Nest zu Nest. Das heißt, bis sie sich abends in ihr Schlaf­nest zurück­ziehen, um am nächsten Morgen in aller Frühe wieder unter dem Nest auf sie zu warten. Genau­es­tens beob­achten unsere Mitar­beiter, wie die Tiere in ihrem neuen Lebens­raum zurechtkommen.

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Wir wünschen den fünf neuen Wilden einen guten Start in der Freiheit!

Jede Spende unter­stützt unsere Arbeit für die vom Aussterben bedrohten Orang-Utans.

Der Neustart im Regenwald

Der Neustart im Regenwald

Im April konnten wir sechs Orang-Utans aus unserem Rettungs­zen­trum Samboja Lestari im geschützten Regen­wald von Kehje Sewen die Frei­heit schenken. Sechs Primaten, von denen jeder einzelne eine ganz beson­dere Geschichte mit sich bringt. Und auch die Auswil­de­rung selbst war etwas Beson­deres, denn der indo­ne­si­sche Forst­mi­nister Raja Juli Antoni beglei­tete unsere Orang-Utans in ihr neues Regenwaldzuhause.

Nachdem das medi­zi­ni­sche Team die sechs Auswil­de­rungs­kan­di­daten ein letztes Mal durch­ge­checkt hatte und sie – sanft sediert – vorsichtig in ihre Trans­port­boxen verfrachtet waren, machte sich die Reise­gruppe mit minis­te­rialer Beglei­tung auf den beschwer­li­chen Weg.

Alle zwei Stunden machte der Konvoi Halt, um nach den Orang-Utans zu sehen, sie mit frischem Obst und Trink­wasser zu versorgen und ihr Wohl­ergehen zu gewährleisten.

Nachts um halb zwei gönnte sich das Team eine kurze Ruhe­pause, ehe es am frühen Morgen zum Fluss weiter­fuhr. Hier wurden die Trans­port­boxen samt ihrer wert­vollen Fracht auf die moto­ri­sierten Holz­boote verladen – natür­lich gut gesi­chert mit Schwimmhilfen.

So ging es tief in den BOS-Auswil­de­rungs­wald Kehje Sewen zu den sorg­fältig ausge­wählten Stand­orten, an denen die „neuen Wilden“ in die Frei­heit entlassen werden sollten.

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Mori, die erste, deren Trans­portbox geöffnet wurde, trat eifrig heraus und begrüßte ihre neu gewon­nene Frei­heit. Ihr folgte Bugis, der wie hypno­ti­siert von seiner Umge­bung schien, als er seinen Käfig verließ. Kurz darauf wurden Mori und Bugis beim Kopu­lieren beob­achtet, was auf eine posi­tive Anpas­sung an ihre neue Umge­bung hindeutet.

Nicht zum ersten Mal

Mori war bereits 2019 in den Kehje Sewen Forest entlassen worden. Aufgrund einer Verschlech­te­rung ihres Gesund­heits­zu­stands, die durch Melio­idose verur­sacht wurde, musste sie jedoch zur medi­zi­ni­schen Behand­lung in das Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum zurück­kehren. Nun ist Mori voll­ständig genesen und bereit, in ihr wahres Zuhause in der Wildnis zurückzukehren.

Auswilderung von sechs Orang-Utans durch die BOS Foundation
Der indo­ne­si­sche Forst­mi­nister Raja Juli Antoni entlässt Mikhayla in die Freiheit

Als nächstes wurde Mikhayla frei­ge­lassen, deren Käfig vom Forst­mi­nister persön­lich geöffnet wurde. Das junge Orang-Utan-Weib­chen haben wir Anfang des Jahres extrem unter­ernährt aus einem Berg­bau­ge­biet gerettet. Jetzt, nach mona­te­langer Gene­sung im Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum Samboja Lestari war sie bereit, in eine siche­rere und besser geeig­nete Umge­bung in den Wald zurück­zu­kehren. Als ihre Trans­portbox geöffnet war, sprang Mikhayla ener­gisch heraus und klet­terte schnell auf den nächst­ge­le­genen Baum.

Endlich frei

Am nächsten Auswil­de­rungsort wurden Siti und Uli frei­ge­lassen. Siti stürmte voller Begeis­te­rung aus ihrem Käfig, während Uli es ruhiger angehen ließ und vorsichtig, aber selbst­be­wusst seine neue Umge­bung erkun­dete. Als letztes durfte der impo­sante Orang-Utan-Mann Sie-Sie in die Frei­heit stürmen. Bei der Frei­las­sung zeigte Sie-Sie einige Aggres­sionen, ein Zeichen für den Stress, den er während der Reise erlebt hatte. Glück­li­cher­weise konnten unsere Mitar­beiter jegliche Konfron­ta­tion vermeiden und eine sichere Auswil­de­rung gewährleisten.

Jetzt ist der Einsatz der Post-Release-Moni­to­ring-Teams gefragt, die den sechs neuen Bewoh­nern von Kehje Sewen in den kommenden Wochen täglich folgen werden. So wollen wir sicher­stellen, dass sich die Primaten gut an ihre neue Umge­bung anpassen konnten. Viel Glück im Regen­wald, Mori, Bugis, Mikhayla, Siti, Uli und Sie-Sie!

Mit Ihrer Spende helfen Sie den bedrohten Orang-Utans!

Frei­heit für sechs Orang-Utans im Wald von Kehje Sewen

Frei­heit für sechs Orang-Utans im Wald von Kehje Sewen

Manchmal braucht es mehr als einen Anlauf, um einem Orang-Utan die Frei­heit schenken zu können. Von den sechs Auswil­de­rungs­kan­di­daten, denen wir jetzt in unserem Auswil­de­rungs­wald Kehje Sewen die Frei­heit schenken, gehen drei den großen Schritt bereits zum zweiten Mal. Zwei weitere haben eine sehr lange Zeit der Reha­bi­li­ta­tion hinter sich. Für uns ist klar: Wir helfen jedem Orang-Utan, solange er uns braucht!

Als Mori 2019 zum ersten Mal ausge­wil­dert wurde, war sie zehn Jahre alt und nach sieben Jahren Wald­schule und Wald­uni­ver­sität im BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari (Ost-Kali­mantan) bestens vorbe­reitet auf das Leben in Frei­heit. Und sie war kern­ge­sund – das stellen umfang­reiche medi­zi­ni­sche Unter­su­chungen der Kandi­daten vor jeder Auswil­de­rung sicher. Trotzdem hat Mori das erste Jahr ihrer neuen Frei­heit im geschützten Wald Kehje Sewen nur mit viel Glück überlebt.

Mori infi­ziert sich mit einem gefähr­li­chen Krankheitserreger

Es ist nur unserem aufmerk­samen Post-Release Moni­to­ring (PRM) Team zu verdanken — das die „neuen Wilden“ während der ersten Monate nach der Auswil­de­rung intensiv begleitet — dass Moris Leben gerettet werden konnte. Denn etwa ein Jahr nach Moris Auswil­de­rung fiel den BOS-Rangern auf, dass es Mori nicht gut ging und sich ihr Zustand zuse­hends verschlech­terte. Das Team verlor keine Zeit und traf die Entschei­dung, das Orang-Utan-Weib­chen wieder einzu­fangen und zurück ins Rettungs­zen­trum Samboja Lestari zu bringen. In unserer Tier­klinik durch­ge­führte Tests ergaben, dass Mori sich mit Melio­idose infi­ziert hatte, einem Bakte­rium, das eine schwere und sogar tödliche verlau­fende Erkran­kung auslösen kann.

Kandidat für Orang-Utan-Auswilderung
Mori kurz vor ihrer zweiten Auswilderung

Es grenzt also an ein kleines Wunder, dass die 16 Jahre alte Mori nun zum zweiten Mal die Reise nach Kehje Sewen antreten kann. Unserem Ärzte­team ist es gelungen, die Orang-Utan-Dame wieder voll­ständig gesund zu pflegen und sie gründ­lich aufzu­päp­peln. Von der Krank­heit ist keine Spur zurück­ge­blieben. Jetzt ist die Zeit gekommen, es noch einmal zu versu­chen mit dem wilden Leben. Der Regen­wald erwartet Dich, Mori!

Auch Uli und Siti wurden zwei Mal gerettet und ausgewildert

Mori ist nicht die einzige, die jetzt einen zweiten Anlauf in ein freies Leben unter­nimmt. Uli wurde bereits 1999 zum ersten Mal ausge­wil­dert. Der damals noch junge Orang-Utan schien sich bestens an seinen neuen Lebens­raum gewöhnt zu haben. Denn er tauchte ab in den Gunung Beratus Wald und ward nicht mehr gesehen bis… ja, bis er 2021 auf die Idee kam, in ein Dorf zu spazieren und sich von Menschen mit Bananen, Jack­fruit und sogar Dosen­milch füttern zu lassen. Uli hatte sich in den mehr als 20 Jahren in Frei­heit zu einem Pracht­ex­em­plar von einem Orang-Utan-Männ­chen entwi­ckelt: Mit langem Haar und impo­santen Backen­wülsten. Und so wurde der fried­fer­tige Primat auf Dorf­be­such zum Social Media-Star.

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Mehr Infor­ma­tionen

Seine zwei­fel­hafte Berühmt­heit löste direkt eine Rettungs­ak­tion aus, die das Männ­chen glück­li­cher­weise unver­letzt ins BOS-Rettungs­zen­trum Samboja Lestari brachte. Eine detek­ti­vi­sche Recherche offen­barte schließ­lich Ulis Identität.

Kandidat für Orang-Utan-Auswilderung
80 Kilo­gramm schwer und bereit, in den Regen­wald zurück­zu­kehren: Uli

Im Rettungs­zen­trum konnten wir Uli von 69 auf 80 Kilo­gramm aufpäp­peln und ihm ein biss­chen Erho­lung gönnen. Jetzt bekommt er eine zweite Chance. Diesmal wird aller­dings der Kehje Sewen Wald seine neue, wilde Heimat – fernab von mensch­li­cher Zivilisation.

Mensch-Tier-Konflikte entstehen durch knappen Lebensraum

Auch für Siti wird der geschützte Kehje Sewen ein siche­reres Zuhause werden als es der Sungai Wain Wald sein konnte, in den sie bereits 1997 ausge­wil­dert wurde. Zwar war es auch Siti nach ihrer Auswil­de­rung gelungen, viele Jahre unbe­hel­ligt ihre Frei­heit zu genießen. Doch der Lebens­raum der letzten Orang-Utans auf Borneo schrumpft immer weiter. Und so ist es fast nur eine Frage der Zeit, bis Mensch und Tier sich begegnen. Leider geht diese Begeg­nung für die Tiere oftmals nicht gut aus. Jedes einzelne Orang-Utan-Waisen­kind, das wir in unseren Rettungs­zen­tren aufnehmen, ist ein weiterer, trau­riger Beweis dafür.

Siti hatte Glück. Als sie sich in der Region Balik­papan Wald­ar­bei­tern näherte und diese um Futter anbet­telte, verjagten die Männer sie nicht oder verletzten sie gar. Statt­dessen gaben sie ihr Reis und Instant­nu­deln und infor­mierten die Natur­schutz­be­hörde BKSDA, welche wiederum BOS zur Hilfe rief.
Nach 25 Jahren in Frei­heit kehrte Siti dann in unser Rettungs­zen­trum Samboja Lestari zurück. Es war ein Wieder­sehen mit gemischten Gefühlen. Denn einer­seits ist es ein großes Glück zu sehen, dass es einem einst geret­teten Tier gut ergangen ist. Ande­rer­seits wünschen wir uns, dass sie die wieder­erlangte Frei­heit nie wieder einbüßen müssen, sondern das Leben im Regen­wald von Borneo leben dürfen, für das sie geboren wurden.

Siti musste in unserem Rettungs­zen­trum aufgrund ihres Kontaktes mit Menschen eine mehr­mo­na­tige Quaran­täne durch­laufen und wurde gründ­lich von unseren Ärzten unter­sucht. Nach einiger Zeit im Sozia­li­sie­rungs­ge­hege ist es jetzt soweit: Die inzwi­schen 35-jährige Orang-Utan-Dame darf ihr neues Zuhause im Kehje Sewen beziehen.

Ist Siti die Vete­ranin unseres Rettungszentrums?

Man könnte es meinen – aber Bugis und Sie-Sie sind sogar noch länger bei uns! Manchmal braucht gut Ding eben seine Weile.

Bugis kam im Juli 2003 in unser Rettungs­zen­trum, als er bereits zehn oder elf Jahre alt war. Sie-Sie ist sogar schon seit August 1996 in Samboja Lestari: Er war zum Zeit­punkt seiner Rettung erst ein, höchs­tens zwei Jahre alt und hatte einen so zarten Körperbau, dass er auf den ersten Blick für ein weib­li­ches Baby gehalten wurde. Beide haben sich zu starken und unab­hän­gigen Orang-Utan-Männern entwi­ckelt, die alle Fähig­keiten besitzen, welche sie für ihr Leben im Regen­wald brau­chen. Und sie sind so beein­dru­ckende Orang-Utans geworden, dass wir uns sicher sind: Sie können die Väter vieler Babys werden!

Die letzte in dieser beson­deren Reise­gruppe, die sich im April 2025 in den Kehje Sewen Wald aufge­macht hat, ist Mikhayla. Auch sie ist den Menschen zu nahe­ge­kommen, hatte sich auf das Gelände einer Kohle­mine verirrt. Und auch sie hatte großes Glück: Die Arbeiter riefen die Natur­schutz­be­hörde zur Hilfe, die Mikhayla im Januar 2025 nach Samboja Lestari brachten. Die Zehn­jäh­rige zeigte deut­liche Zeichen von Stress, als sie in unserem Rettungs­zen­trum ankam, und war unter­ernährt. Weil sie mit Menschen in Kontakt gekommen war, musste sie direkt in Quaran­täne. Während dieser Zeit wurde sie vom BOS-Team medi­zi­nisch versorgt und aufge­päp­pelt. Und nun, nach knapp vier Monaten, kann Mikhayla bereits wieder in die Frei­heit entlassen werden. Manchmal kann es eben auch ganz schnell gehen.

Kandidat für Orang-Utan-Auswilderung
Mikhayla war nur kurze Zeit in unserer Obhut

Wir wünschen Mori, Uli und Siti, Bugis, Sie-Sie und Mikhayla, dass sie sich gut am Ziel ihrer langen Reise einleben! Unser aufmerk­sames PRM-Team wird ein genaues Auge darauf haben, wie es den sechs „neuen Wilden“ in ihrer neuen Heimat ergeht.

Möchten auch Sie Orang-Utans helfen, das Leben zu führen, für das sie geboren wurden? Jede Spende hilft!