Kame­ra­fallen im Kehje Sewen-Wald enthüllen Artenreichtum

Kame­ra­fallen im Kehje Sewen-Wald enthüllen Artenreichtum

Bell­hir­sche, Maro­nen­lan­guren, Borneo­hau­ben­fa­sane, Malai­en­bären und auch immer wieder Orang-Utans: Die Arten­viel­falt des Kehje Sewen Waldes bleibt für das mensch­liche Auge oft verborgen. Stra­te­gisch plat­zierte Kame­ra­fallen schenken uns jetzt faszi­nie­rende und seltene Aufnahmen.

In den vergan­genen Jahren gab es rasante tech­no­lo­gi­sche Fort­schritte, die der Wild­tier­be­ob­ach­tung zugu­te­kommen. Ein Beispiel sind Kame­ra­fallen: Seit 2024 stehen unserem Post-Release Moni­to­ring (PRM) Team in Kehje Sewen (einem unserer Auswil­de­rungs­wälder) sechs Reconyx Hyper­fire (HP2X) Infra­rot­ka­meras zur Verfü­gung. Die Kameras sind dort im Einsatz, wo unser Team auf seinen Patrouillen blinde Flecken hat. Weil das Gelände zu unwegsam ist, als dass sie es intensiv beob­achten könnten, oder weil einige Tier­arten so scheu und selten sind, dass das mensch­liche Auge sie kaum je entdeckt.

Kamerafalle
Was hat die Kamera dieses Mal wohl eingefangen? 

Die sechs Infra­rot­ka­meras können bis zu 60 Tage lang Aufnahmen machen, ehe sie einge­sam­melt, die Spei­cher­karten ausge­tauscht und die Akkus aufge­laden werden müssen. Sie machen Aufnahmen, sobald sich etwas in ihrem Blick­feld bewegt, und liefern sowohl tags­über als auch nachts hoch­auf­lö­sende Bilder. Trotz ihres Namens sind Kame­ra­fallen ein absolut harm­loses Hilfs­mittel, denn sie stören oder schaden der Tier- und Pflan­zen­welt nicht.

Da in Kehje Sewen auch ausge­wil­derte Orang-Utans leben, die noch neugie­riger sind als wilde Orang-Utans – bei mindes­tens glei­chem Geschick – befinden sich die Kameras in sicher verschlos­senen und gut fixierten Boxen.

Gut geschützt vor neugie­rigen Orang-Utans hängen Kameras in den Bäumen

Unser PRM-Team hat die Wild­tier­ka­meras an stra­te­gi­schen Punkten entlang frequen­tierter Tier­wechsel plat­ziert, jeweils 500 bis 1000 Meter vonein­ander entfernt. So gelingt es, die Kern­zone des Kehje Sewen Waldes zu beob­achten und Daten zu sammeln über das Vorhan­den­sein verschie­denster Tier­arten im Wald, über ihr Verhalten und ihre Interaktionen.

Dass unserem PRM-Team Wild­tier­ka­meras zur Verfü­gung stehen, bedeutet eine signi­fi­kante Verbes­se­rung ihrer Möglich­keiten zur Beob­ach­tung und Erfor­schung der Orang-Utans und ihres Lebens­raumes. Und obwohl die Wald­men­schen natür­lich im Fokus stehen, sind auch die Beob­ach­tungen anderer Spezies wichtig. Sie geben Aufschluss über die Biodi­ver­sität in Kehje Sewen sowie Ansatz­punkte für seinen Schutz.

Laphura ignita - Borneohaubenfasan - Kamerafalle
Ein beson­ders seltenes Motiv: der Borneohaubenfasan

Seit Beginn des Projektes im vergan­genen Jahr ist bereits eine Viel­zahl an Tieren „in die Falle“ gegangen. Darunter Bell­hir­sche (Munti­acus spp.), Maro­nen­lan­guren (Pres­bytis rubicunda), Malai­en­bären (Helarctos mala­yanus) und der äußert seltene Borneo­hau­ben­fasan (Lophura ignita). Und immer wieder Orang-Utans – wilde wie auch alte Bekannte.

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