Gemeinsam für die Orang-Utans: Was uns für 2026 Mut macht

Gemeinsam für die Orang-Utans: Was uns für 2026 Mut macht

Dank Ihrer Unter­stüt­zung konnten wir im Jahr 2025 viel bewegen: Wir haben 30 Orang-Utans gerettet, 17 Tiere ausge­wil­dert und hunderte Hektar Regen­wald geschützt. Beson­ders schön: In den letzten Tagen wurden zwei wild­ge­bo­rene Babys in unseren Schutz­wäl­dern entdeckt – ein Erfolg, der zeigt, dass unsere Arbeit Früchte trägt.

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Wir wünschen Ihnen einen besinn­li­chen Jahres­aus­klang und einen wunder­baren Start in ein neues Jahr, voller Hoffnung.

Soziales Lernen ermög­licht Orang-Utans umfang­rei­ches Wissen – über Gene­ra­tionen hinweg

Soziales Lernen ermög­licht Orang-Utans umfang­rei­ches Wissen – über Gene­ra­tionen hinweg

Nur mit jahre­langem Trai­ning, viel Geduld und einem sehr guten Gedächtnis lernt ein junger Orang-Utan all die Dinge, die er zum Über­leben im Regen­wald braucht. Dabei ist das Wissen regional unter­schied­lich und wird als kultu­relles Erbe von den Müttern an ihre Kinder weiter­ge­geben. Das konnte jetzt eine Studie zeigen.

Orang-Utans gehören zu den intel­li­gen­testen und lern­fä­higsten Tieren der Welt. Sie sind sogar in der Lage, sich Werk­zeuge zur Lösung von Problemen selbst auszu­denken und herzu­stellen. Dazu sind nur wenige Tier­arten über­haupt in der Lage. Doch junge Orang-Utans lernen das über­le­bens­wich­tige Wissen um das Nahrungs­an­gebot in ihrem Lebens­raum nicht etwa durch Auspro­bieren und Irrtum, sondern in einem lang­jäh­rigen Ausbil­dungs­pro­zess. Genaues Beob­achten und Nach­ahmen der Mutter spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Diesen Lern­pro­zess konnte eine Ende November 2025 erschie­nene Studie nun aufzeigen. Ihr zugrunde liegen Beob­ach­tungs­daten einer wild lebenden Popu­la­tion von Sumatra-Orang-Utans im Gebiet Suaq Balim­bing auf Sumatra, die im Zeit­raum 2007 bis 2019 erhoben wurden.

Durch soziales Lernen entsteht ein kultu­relles Erbe

Die Aneig­nung von Wissen, welche die Wissen­schaft­le­rinnen und Wissen­schaftler in ihrer Studie beschreiben, beginnt bereits in den ersten Lebens­mo­naten. In das Fell der Mutter geklam­mert und dadurch stets an ihrer Seite, beob­achten Orang-Utan-Babys jede Bewe­gung und jede Geste der Mutter.

Diese Beob­ach­tungen werden nach­ge­ahmt und in der Erin­ne­rung gespei­chert. Welche Pflanzen sind essbar und welche giftig? Wann werden bestimmte Früchte reif? Wie lassen sich verbor­gene Nahrungs­quellen wie etwa Termiten oder Honig aufspüren und zugäng­lich machen?

Über Gene­ra­tionen bauen Orang-Utans regio­nales Wissen auf

Denn der Regen­wald bietet zwar tausende von Möglich­keiten, Nahrung zu finden. Er birgt jedoch auch unzäh­lige Gefahren. Pflanzen können giftig sein, während andere heilende Eigen­schaften haben und bei Erkran­kungen verwendet werden können. Manche Früchte sind nur in bestimmten Reife­sta­dien essbar, andere Nahrungs­quellen müssen mit Werk­zeugen geöffnet werden.

Erst nach sechs bis acht Jahren, die das Jung­tier unzer­trenn­lich mit seiner Mutter verbracht hat, beginnt der Nach­wuchs sein semi-soli­täres, unab­hän­giges Leben im Regen­wald. Die außer­ge­wöhn­lich lange Kind­heit eines Orang-Utans ist also entschei­dend für sein späteres Leben und Über­leben im Regen­wald, zeigt die Studie. In dieser Zeit sammelt das Jung­tier fast sein gesamtes Wissen. Zum Zeit­punkt der Abna­be­lung, etwa im Alter von acht Jahren, hat der halb­wüch­sige Orang-Utan, so die Forschenden, ein Reper­toire von rund 250 verschie­denen Nahrungs­quellen erworben.

Orang-Utan-Waisen lernen in der BOS Waldschule
Beob­achten und Nach­ahmen: so erwerben junge Orang-Utans umfang­rei­ches Wissen. In der BOS-Wald­schule lernen sie von Baby­sit­te­rinnen und ihren Mitschülern

Wichtig für das Über­leben und den Artenschutz

Mit ihrer in der Fach­zeit­schrift Nature Human Beha­viour erschienen Studie konnten die Forsche­rinnen und Forscher zeigen, dass Orang-Utans über Gene­ra­tionen hinweg Wissen aufbauen. Damit belegten sie aber­mals eine große Ähnlich­keit zwischen den intel­li­genten Primaten und uns Menschen. Das inter­na­tio­nale Team aus Wissen­schaft­lern konnten darüber hinaus nach­weisen, dass unter­schied­liche Orang-Utan-Popu­la­tionen unter­schied­liche Nahrungs­quellen nutzen. Nicht aufgrund ihres Instinktes, sondern weil es regional spezi­fi­sches Wissen gibt, das diese Popu­la­tionen besitzen und von Gene­ra­tion zu Gene­ra­tion weiter­geben. Damit ähnelt ihre Wissens­wei­ter­gabe mensch­li­chen Kulturformen.

Das kultu­relle Erbe der Orang-Utans muss geschützt werden

Für unsere Arbeit in den BOS-Rettungs­sta­tionen bedeuten die Forschungs­er­geb­nisse eine Bestä­ti­gung unserer Anstren­gungen. Alle Jung­tiere, die wir aufnehmen, haben ihre Mütter verloren. Sie konnten das kultu­relle Wissen ihrer Art noch nicht (ausrei­chend) erlernen. In freier Wild­bahn hätten diese Jung­tiere keine Chance zu überleben.

In unseren Rettungs­zen­tren durch­laufen die Orang-Utan-Waisen daher eine lang­jäh­rige Ausbil­dung in unserer Wald­schule und später in der Wald­uni­ver­sität. Begleitet von erfah­renen mensch­li­chen Ersatz­müt­tern sowie durch Peer-Lear­ning von älteren Artge­nossen können die Orang-Utan-Kinder dennoch ihr „kultu­relle Menü“ erwerben.

Waldschulgruppe Orang-Utans mit Babysitterin
So lernen Orang-Utans in der BOS-Wald­schule © BPI | Björn Vaughn für BOSF

Im Kontext der soeben veröf­fent­li­chen Studie bedeutet das: Wir schützen nicht nur einzelne Tiere, sondern wir schützen auch das kultu­relle Erbe dieser Orang-Utan-Popu­la­tionen. Wir schützen eine vom Aussterben bedrohte Art und bewahren Wissen, das über Jahr­tau­sende erworben und weiter­ge­geben wurde.

Gemeinsam können wir Orang-Utans eine Zukunft geben

Um die jungen Orang-Utans auf ihr selbst­stän­diges, wildes Leben im Regen­wald vorzu­be­reiten, brau­chen Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­tren wie die von BOS auf der Insel Borneo ausrei­chend Zeit, erfah­rene Mitar­bei­tende und große, geschützte Waldareale.

Unter­stützen Sie mit Ihrer Spende jetzt die Ausbil­dung geret­teter Orang-Utan-Kinder! Jeder Beitrag zählt.

Quelle: Howard-Spink, E., Tennie, C., Mitra Setia, T. et al. Culture is critical in driving oran­gutan diet deve­lo­p­ment past indi­vi­dual poten­tials. Nat Hum Behav (2025).

Orang-Utan adop­tiert kleine Schwester

Orang-Utan adop­tiert kleine Schwester

Wissen­schaft­le­rinnen haben im Regen­wald auf Borneo ein für Orang-Utans außer­ge­wöhn­li­ches Verhalten beob­achtet und doku­men­tiert: Nach dem Tod der Mutter hat ein junges Orang-Utan-Weib­chen sein Geschwis­ter­chen ange­nommen und großgezogen.

Auf den ersten Blick sah das Orang-Utan-Weib­chen wie eine ganz normale Mutter aus, als Evolu­ti­ons­bio­login Amy Scott ihr das erste Mal im Regen­wald von Borneo begegnet ist. Das Rossa genannte Weib­chen trug ein etwa fünf­jäh­riges Jung­tier von Baum zu Baum. Und als das Kleine – Ronnie genannt – ihr ein Obst­stück aus der Hand nahm, ließ sie es gutmütig gewähren.
Doch dann wurde die Wissen­schaft­lerin stutzig: Rossa sah viel zu jung aus, um bereits Mutter zu sein. Darauf deutete die weiße Färbung um ihre Augen und die hellere Fell­farbe an ihrer Schnauze hin, berichtet Scott. Sie fragte sich: Wie kann ein so junges Tier bereits Nach­wuchs haben?

Mutter und Tochter sind in Wirk­lich­keit Schwestern

Eine gene­ti­sche Analyse der beiden Orang-Utans brachte die über­ra­schende Antwort: Rossa und Ronnie sind Schwes­tern! Die Entde­ckung des wissen­schaft­li­chen Teams von der Boston Univer­sity im Regen­wald von Borneo ist die erste doku­men­tierte Beob­ach­tung einer Adop­tion unter Primaten in Frei­heit. Im September 2025 wurde sie in „Etho­logy – inter­na­tional journal of beha­vioural biology“ veröf­fent­licht.

Orang-Utan-Mutter mit 2 Kindern im Regenwald
Auch bei BOS wurden wir Zeuge einer außer­ge­wöhn­li­chen Adoption

Scott fühlte sich wie eine Detek­tivin, die die einzelnen Indi­zien zusam­men­fügt: „Es hat wirk­lich Spaß gemacht“, berichtet sie, „und plötz­lich hat alles Sinn ergeben.“ Nur was der Mutter zuge­stoßen ist, konnten die Wissen­schaft­le­rinnen nicht zwei­fels­frei heraus­finden. „Obwohl wir das Verhalten wilder Orang-Utans schon seit so vielen Jahren erfor­schen, gibt es immer noch so viel, das wir nicht wissen“, zeigt sich Scott begeistert.

Worin sich Orang-Utans unterscheiden

Alle Prima­ten­arten haben eines gemeinsam: Die Mütter sind dafür verant­wort­lich, dass der Nach­wuchs gesund und sicher aufwächst und auf das Leben im Dschungel vorbe­reitet wird. In einem entschei­denden Detail unter­scheiden sich Orang-Utans jedoch von Schim­pansen, Bonobos und Gorillas: Während letz­tere in Gruppen leben, ziehen Orang-Utan-Mütter ihre Kinder allein auf.

Der Tod der Mutter bringt den Nach­wuchs in tödliche Gefahr

Bis zu acht Jahre lang bleiben die Orang-Utan-Mütter unzer­trenn­lich mit ihrem Nach­wuchs zusammen. Erst dann ist dieser bereit für ein eigen­stän­diges Leben. Während all dieser Zeit sind die Mütter allein mit ihrem Kind im Regen­wald unter­wegs. Für eine kurze Über­gangs­phase – zwischen der Geburt des nächsten Babys und der Unab­hän­gig­keit des älteren Geschwis­ters – können sie sich auch um zwei Kinder gleich­zeitig kümmern.

Adop­tion im Regen­wald von Borneo

Als die Wissen­schaftler im Gunung Palung Natio­nal­park auf Borneo Mama Veli das letzte Mal beob­achten konnten, war ihre Tochter Ronnie etwa vier Jahre alt. Das war im Jahr 2016. Im Folge­jahr kreuzte Ronnie aber­mals Wege mit dem Forschungs­team, doch nicht in Beglei­tung ihrer Mutter, sondern ihrer älteren Schwester — weshalb die Forsche­rinnen das Jung­tier auch nicht sofort iden­ti­fi­zieren und zuordnen konnten.
Rossa war zum Zeit­punkt dieser Sich­tung etwa zwölf Jahre alt. Durch­schnitt­lich bekommen wild lebende Orang-Utans im Alter von 14,8 Jahren erst­mals Nachwuchs.

„Die Schwes­tern haben sich mit etwas mehr Abstand durch den Wald bewegt, als es bei Müttern und ihren Kindern üblich ist“, berichtet Wissen­schaft­lerin Amy Scott. „Aber Rossa hat sich mütter­lich um ihre kleine Schwester geküm­mert und für sie gesorgt, etwa indem sie ihr Futter mit ihr geteilt hat.“

Rossa bekommt selbst ein Baby

Dass Rossa ihre Schwester großzog, hatte keinen nega­tiven Einfluss auf ihre eigene Entwick­lung. Im Jahr 2019 wurde sie selbst Mutter. Die Wissen­schaft­le­rinnen beob­ach­teten, dass Rossa nun ihr Schlaf­nest mit ihrem Baby teilte, während Ronnie sich ein eigenes Nest baute – so wie auch ein leib­li­ches älteres Geschwister Platz machen würde, sobald die Mutter erneut ein Baby bekommt.

Schwes­ter­chen Ronnie über­flü­gelt gleich­alt­rige Orang-Utans

Rossa kümmerte sich nun vor allem um ihren Säug­ling, hatte jedoch nichts dagegen, dass Ronnie weiterhin in der Nähe blieb. In den folgenden Monaten doku­men­tierten die Forsche­rinnen, dass Ronnie nun schnell erwachsen wurde. Früher als andere gleich­alt­rige Orang-Utans derselben Popu­la­tion bewegte sie sich allein durch den Regen­wald. Anfang 2020 verließ Ronnie schließ­lich ihre Schwester und ihre kleine Nichte, um ihr eigenes unab­hän­giges Leben im Dschungel von Gunung Palung zu beginnen.
Wäre die große Schwester nicht gewesen, die Über­le­bens­chancen für das junge Orang-Utan-Kind wären äußerst gering gewesen. „Glück­li­cher Zufall spielte hier eben­falls eine Rolle“, sagt Wissen­schaft­lerin Amy Scott und ergänzt: „Unsere Beob­ach­tungen werfen die Frage auf, wie häufig so etwas wohl passiert, ohne dass wir Menschen davon wissen.“

Orang-Utan-Mutter mit Kind im Regenwald
Baby Dumel mit ihrer Mutter Melata. Als die spurlos verschwand, adop­tierte ihre Freundin Du das Kind

Eines hat die lang­jäh­rige Forschung des Forscher­teams in der Orang-Utan-Popu­la­tion von Gunung Palung bewiesen: Die intel­li­genten, semiso­litär im Regen­wald lebenden Primaten kennen mehr Formen von Familie und Fürsorge als wir Menschen bislang ahnten.

Unser Team im Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng kann das bestä­tigen. Im letzten Jahr durften wir dort eine ähnlich berüh­rende Adop­tion miter­leben als Orang-Utan-Mutter Du das Baby ihrer Freundin Melata adop­tierte, die plötz­lich verschwunden war.

Ihre Spende hilft den vom Aussterben bedrohten Menschenaffen.

Sieben Orang-Utan-Babys, die wir 2025 gerettet haben

Sieben Orang-Utan-Babys, die wir 2025 gerettet haben

Jedes geret­tete Orang-Utan-Baby ist ein neuer Anfang, eine zweite Chance, ein kleiner Hoff­nungs­schimmer. Doch jedes dieser Babys steht auch für eine tote Orang-Utan-Mutter, für Trauer, Verlust und den harten Kampf ums Über­leben. 2025 haben wir 30 Orang-Utans (Stand 1. Dezember 2025) aus Notsi­tua­tionen befreien können. Viele davon konnten wir in sichere Regen­wälder umsie­deln. Doch diese sieben Orang-Utan-Waisen haben nun den langen Pfad der Reha­bi­li­ta­tion vor sich, an dessen Ende hoffent­lich eines fernen Tages die Auswil­de­rung stehen wird.

Jenny – Unsere erste Rettung des Jahres

Das neue Jahr war erst wenige Tage alt, als wir Jenny aus dem Dorf Penda­maran in Kutai Karta­ne­gara, Ost-Kali­mantan, gerettet haben. Nachdem ein Dorf­be­wohner sie fünf Monate lang illegal als Haus­tier gehalten hatte, infor­mierte er endlich die Natur­schutz­be­hörde BKSDA SKW II Teng­ga­rong. So kam Jenny ins BOS-Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum Samboja Lestari. Bei ihrer Ankunft wurde Jenny erstmal von unseren Tier­ärzten durch­ge­checkt. Glück­li­cher­weise war sie in einem recht guten Zustand.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Jenny
Im Wald­kin­der­garten von Samboja Lestari lernt Jenny natür­li­ches Orang-Utan-Verhalten

Bald hatte sich Jenny an ihre neue Umge­bung gewöhnt. Das lag sicher auch daran, weil sie im Wald­kin­der­garten von Samboja Lestari bald auf Artge­nossen in ihrem Alter gestoßen ist. Jenny zeigt langsam auch wieder natür­li­ches Orang-Utan-Verhalten, wie Klet­tern und das Erkunden ihrer Umge­bung. Dies sind viel­ver­spre­chende Anzei­chen dafür, dass sie in den kommenden Jahren weitere wich­tige Über­le­bens­fä­hig­keiten lernen kann.

Esa & Indri – Zwei junge Orang-Utan-Leben durch das Schicksal vereint

Im März kamen die Orang-Utan-Babys Esa und Indri nach Samboja Lestari. Man hatte sie auf einer Ölpal­men­plan­tage aufge­funden und einen Monat als Haus­tiere gehalten, ehe man die Behörden infor­mierte. Vor allem Indri war bei ihrer Ankunft in keinem guten Zustand. Sie hatte verschie­dene abhei­lende Verlet­zungen, eine offene Kopf­wunde von einem Hunde­biss und ein lädiertes Handgelenk.

2025 von BOS Foundation gerettete Orang-Utan-Babys Esa und Indri
Esa und Indri erholen sich in Samboja Lestari

Dank des enga­gierten Einsatzes unserer Tier­ärzte und vor allem der liebe­vollen Pflege der Baby­sit­te­rinnen, sind Esa und Indri inzwi­schen auf einem guten Weg. Sie haben sich gut einge­wöhnt, haben beide einen geseg­neten Appetit und haben Freude am Lernen. Sie scheinen das erlit­tene Trauma also langsam hinter sich zu lassen. Wie Jenny lernen auch Indri und Esa jetzt im Wald­kin­der­garten von Samboja Lestari, was ihnen sonst ihre Mutter beigebracht hätte.

Nia – Orang-Utan-Baby-Rettung in letzter Sekunde

Die kleine Nia ist vermut­lich haar­scharf dem Wild­tier­handel entkommen. Ihre Mutter ist im Regen­wald erschossen worden, Baby Nia verbrachte zwei Wochen in Gefan­gen­schaft. Der Über­re­dungs­kunst eines Dorf­be­woh­ners hat Nia es zu verdanken, dass die BOS Foun­da­tion infor­miert wurde. So kam Nia im März ins Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng in Zentral-Kali­mantan – trau­ma­ti­siert, fiebrig und mit Wunden, die von Fesseln verur­sacht worden waren.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Nia
In Nyaru Menteng kümmern sich die Baby­sit­te­rinnen liebe­voll um die kleine Nia | Foto: BPI/Björn Vaughn

Glück­li­cher­weise hat sich Nia recht schnell von den erlit­tenen Stra­pazen erholt. Den Baby­sit­tern fiel vor allem bald auf, mit welch großer Neugier Nia ihre neue Welt erforscht. Schon während der Quaran­täne begann sie zu klet­tern, zu spielen und suchte – wann immer es nötig war – Trost bei ihren mensch­li­chen Ersatz­müt­tern. Diese kleinen, aber bedeu­tungs­vollen Schritte markieren den Beginn ihrer langen Reise zur Genesung.

Momo – Ein Marty­rium liegt hinter ihr

Als unser Rettungs­team Momo im Juni im Dorf Kuala Kurun in Zentral-Kali­mantan befreite, hatte sie ein wahres Marty­rium hinter sich. Sechs Monate war das Orang-Utan-Baby in einem kleinen Hühner­ver­schlag gefangen gehalten worden, ehe man die Behörden infor­miert hatte. Sie hatte Fieber und eine alte Fraktur an einem ihrer Zehen und war in einem völlig apathi­schen Zustand. Glück­li­cher­weise hat sie sich in Nyaru Menteng dank der guten Behand­lung bald erholt.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Momo
Sechs Monate Gefan­gen­schaft lagen hinter Momo, ehe sie nach Nyaru Menteng kam

Heute ist Momo auf einem guten Weg. Sie hat einen guten Appetit, spielt gern und zeigt zuneh­mend Selbst­ver­trauen beim Klet­tern und Erkunden ihrer Umgebung.

Kayla – Sechs Monate musste sie leiden

Auch hinter Kayla lagen sechs Monate Gefan­gen­schaft in einer Katzenbox, ehe sie im Juli aus dem entle­genen Dorf Kongbeng gerettet werden konnte. Bei ihrer Ankunft in Samboja Lestari hatte sie zwar leichtes Fieber, war ansonsten aber in einem recht guten Zustand.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Kayla
Ehe Kayla nach Samboja Lestari kam, hatte man sie in einer Katzenbox gefangen gehalten

In den wenigen Monaten in unserer Obhut, hat Kayla sich recht gut einge­wöhnt. Das liegt sicher­lich auch an den anderen Orang-Utan-Babys in Samboja Lestari: Kayla, Jenny, Esa und Indri besu­chen inzwi­schen gemeinsam den Wald­kin­der­garten. Sie spielen, lernen, kuscheln und klet­tern gemeinsam. Und schenken sich Trost, wenn die Schatten der Vergan­gen­heit nach ihnen greifen.

Pororo – Klein, zart und sehr geschwächt

Im September kam Pororo nach Nyaru Menteng. Man hatte sie auf einer Straße inmitten einer Ölpal­men­plan­tage gefunden. Extrem unter­ge­wichtig und schwach kam sie ins BOS-Rettungs­zen­trum. Die Tier­ärzte stellten fest, dass sie an Malaria litt. Sofort erhielt sie inten­sive Behandlung.

2025 von BOS Foundation gerettetes Orang-Utan-Baby Pororo
Pororo ist erst seit wenigen Wochen in Nyaru Menteng

Es dauerte nicht lange, bis die Behand­lung Wirkung zeigte und ihre Symptome nach­ließen. Langsam gewinnt Pororo wieder an Energie. Auch ihr Appetit wächst und sie zeigt mehr und Neugierde gegen­über ihrer Umge­bung. Obwohl ihr Weg zur wirk­li­chen Gene­sung noch lang ist, geben diese ersten Verbes­se­rungen Hoff­nung für ihre Zukunft.

Viele Lehr­jahre liegen jetzt vor diesen Babys

Jenny, Esa, Indri, Nia, Momo, Kayla und Pororo teilen alle das gleiche schwere Schicksal. Doch sie alle haben bei der BOS Foun­da­tion eine zweite Chance erhalten, eines Tages wild und frei und sicher im Regen­wald leben zu können. Bis dahin müssen sie viele Jahre lernen – jetzt im Wald­kin­der­garten, dann in der Wald­schule und schließ­lich auf der Walduni, der Voraus­wil­de­rungs­insel. Erst wenn sie stark genug sind und alle Über­le­bens­fä­hig­keiten erlernt haben, sind sie bereit für das wilde Leben im Dschungel Borneos. Dann können auch sie ihren Teil für das Über­leben ihrer Spezies beitragen.

Sie können uns dabei unter­stützen, Orang-Utan-Waisen auf ihr freies Leben im Regen­wald vorzu­be­reiten. Zum Beispiel mit einer Paten­schaft. Bis Weih­nachten gibt es die Geschenk­pa­ten­schaft für zehn Euro pro Monat.