Endlich wild und frei

Endlich wild und frei

Die BOS Foun­da­tion hat erfolg­reich sieben reha­bi­li­tierte Orang-Utans im Bukit Baka Bukit Raya Natio­nal­park ausge­wil­dert: Die vier Männ­chen Otan (12), Momot (12), Wibowo (12) und Ficz (18), sowie die drei Weib­chen Berunay (23), Putri (18) und Kapuan (25).

Kapuan ist ein Opfer des ille­galen Wild­tier­han­dels. Sie ist, vermut­lich als Baby, nach Thai­land verschleppt worden, wo sie bis zu ihrer Rettung in einem Vergnü­gungs­park ausge­beutet wurde. Am 22. November 2006 kehrte sie – nach langen diplo­ma­ti­schen Verhand­lungen – gemeinsam mit 47 weiteren geret­teten Orang-Utans nach Borneo zurück. Wären ihre Retter nicht gewesen, hätten Kapuan und ihre Artge­nossen ihr Leben in einem Frei­zeit­park bei Boxkämpfen und ähnli­chen Shows zur Belus­ti­gung von Touristen verbringen müssen.

Orang-Utans thailändischem Freizeitpark bei einer Boxshow
Orang-Utan-Show in einem Frei­zeit­park in Thai­land. Diesem Schicksal ist Kapuan entkommen | Foto: Jaya­pra­kash Bojan

Doch Kapuan hatte großes Glück. Etwa sechs­ein­halb Jahre alt war sie bei ihrer Ankunft im BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng. Hier sollte sie lernen, was ein wilder Orang-Utan für ein Leben in Frei­heit können und wissen muss. 2022 war sie bereit, auf eine Voraus­wil­de­rungs­insel zu ziehen. Diese letzte Hürde vor der großen Frei­heit nahm sie mit Bravour: Sie bewegte sich sicher durch die Baum­kronen, kam nur selten auf den Boden und suchte enga­giert nach natür­li­cher Nahrung.

Ein Meilen­stein für den Artenschutz

Jetzt wurde ihr im Natio­nal­park Bukit Baka Bukit Raya die Frei­heit geschenkt.

Damit ist Kapuan der 14. aus Thai­land geret­tete Orang-Utan, den die BOS Foun­da­tion auswil­dern konnte – ein echter Meilen­stein für den Arten­schutz. Der Weg dahin war nicht einfach: diplo­ma­ti­sches Geschick und 19 Jahre hinge­bungs­volle Pflege. Doch jeder einzelne Orang-Utan, der wieder in den Regen­wald zurück­kehren darf, macht all diese Mühen mehr als wert.

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An Putris Seite von Anfang an

Das weiß auch Dr. Jochen Weber, Zahn­arzt aus Neustadt an der Wein­straße. Er hat bei dieser 46. Auswil­de­rung aus dem Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng ganz beson­ders mitge­fie­bert. Denn unter den sieben neuen Wilden war auch das 18 Jahre alte Weib­chen Putri – der Orang-Utan, den er seit 2007 mit seinen Spenden unter­stützt. Und nicht nur er. Auch unter seinen Pati­en­tinnen und Pati­enten sind inzwi­schen viele Putri-Fans. „Vor allem die Kinder fragen mich immer wieder, ob es etwas Neues von Putri gibt“, berichtet Dr. Weber, der vor seinem Zahn­me­di­zin­stu­dium Biologie mit Schwer­punkt Zoologie studiert hatte.

Zahnarzt Dr. Jochen Weber
Dr. Weber in seiner Zahn­arzt­praxis. Hier hält er auch seine Pati­en­tinnen und Pati­enten über Putri auf dem Laufenden | Foto: Privat

„Orang-Utans – und Schild­kröten – waren immer schon meine Lieb­lings­tiere. Man kann sich ihnen nicht entziehen. Diese enge, lang­jäh­rige Mutter-Kind-Bindung, all ihre Fertig­keiten, die faszi­nie­renden Persön­lich­keiten, ihre Lern­fä­hig­keit“, schwärmt der Zahn­arzt. „Und Orang-Utan-Babys sind doch wirk­lich das nied­lichste, was es gibt.“
Doch schwärmen allein reichte Dr. Weber nicht, der neben BOS auch ein Kinder­hospiz in seiner Region unter­stützt. „Ich sehe es als meine Verpflich­tung als gut Verdie­nender an, etwas zurück­zu­geben. Darum habe ich auch immer wieder Vorträge vor Kolle­ginnen und Kollegen gehalten, um auch sie zu moti­vieren“, sagt er. Zumin­dest seine Pati­enten hat er über­zeugt. Denn sie spenden gern immer wieder ihr Zahn­gold für Putri und die Orang-Utans.

Auswilderung Orang-Utan-Weibchen Putri
Putris Leben in Frei­heit hat begonnen

Jetzt war Putris großer Moment gekommen: Im Natio­nal­park begann auch für sie das große Aben­teuer Frei­heit. Das Video von Putris ersten Schritten in Frei­heit hat Dr. Weber tief bewegt. „Jetzt hoffe ich, dass sie es im Regen­wald schafft. Und vor allem, dass der Lebens­raum der Orang-Utans nicht noch weiter zerstört wird“, wünscht er sich.
Dieser Hoff­nung können wir uns nur anschließen. Wir wünschen Putri, Kapuan, Otan, Momot, Wibowo, Berunay und Ficz einen guten Start in ihrem neuen wilden Leben im Nationalpark.

Ein großes Danke­schön an Dr. Jochen Weber für sein außer­ge­wöhn­li­ches Enga­ge­ment und an all unsere treuen Unter­stüt­ze­rinnen und Unter­stützer, die solche Erfolge möglich machen. Auch Sie können unsere Arbeit für die Orang-Utans und ihren Lebens­raum mit Ihrer Spende unterstützen.