- 2 Orang-Utans sind aus Brandgebiet gerettet
- Die Lage um das BOS-Rettungszentrum Nyaru Menteng hat sich soweit stabilisiert
- In Samboja Lestari sind gerade die Wasserstände um die Schutzinsel besorgniserregend
- Orang-Utans mit Atemwegssymptomen weiterhin in Behandlung
- 327,8 Hektar in Mawas von Feuern betroffen
- BOS-Fire Task Force Tag und Nacht im Einsatz
Jedes Jahr bringt die Trockenzeit auf Borneo ein erhöhtes Risiko für Wald- und Landbrände mit sich. Gerade in den Torfmooren Kalimantans sind Feuer besonders gefährlich, da sie sich schnell unter- und oberirdisch ausbreiten können und schwer zu löschen sind. Die Prävention von Bränden ist daher unser größtes Anliegen, an dem wir seit Jahren mit aller Kraft arbeiten. Aufgrund der großen Trockenheit und dem extremen El Niño-Ereignis in diesem Jahr, steht Borneo – und damit das BOS-Einsatzgebiet – vor extremen Herausforderungen. Die Situation ist derzeit äußerst dynamisch. Wetterbedingungen, Wind, Trockenheit und neue Brandherde können die Lage innerhalb kurzer Zeit verändern.
Wir sind bereit, uns den Flammen zu stellen. 24 Stunden an jedem Tag.
Auf dieser Seite informieren wir fortlaufend über die aktuelle Entwicklung, mögliche Gefahren für Orang-Utans und ihre Lebensräume sowie über die Maßnahmen der BOS Foundation zur Brandprävention und ‑bekämpfung.
Update vom 30. September 2026: Feuer und niedrige Wasserstände
Die Waldbrände wüten weiter und kein Ende ist in Sicht. Mittlerweile hat das Feuer 327,8 Hektar im Schutzgebiet Mawas in Zentralkalimantan vernichtet. Unsere Teams geben nicht auf, doch auf den trockengelegten Torfmoorböden ist der Kampf gegen das Feuer eine riesige Herausforderung. Erschwerend hinzu kommen die anhaltende Trockenheit und die niedrigen Wasserstände in den Waldgebieten.
Die Situation rund um unser Rettungszentrum Nyaru Menteng in Zentralkalimantan hat sich glücklicherweise stabilisiert. Dennoch patrouillieren unsere Teams weiterhin rund um die Uhr. Als Präventionsmaßnahme werden aktuell außerdem weitere Brunnen gebohrt. Denn auch Löschwasser wird aufgrund der andauernden Trockenheit zu einer immer knapperen Ressource.
Unser Rettungszentrum Samboja Lestari in Ostkalimantan ist aktuell vor den Feuern sicher. Die andauernde Trockenzeit hat allerdings auch hier den Wasserstand der Flüsse stark sinken lassen. Rund um unsere Vorauswilderungsinseln ist der Pegel bereits so weit gesunken, dass einige neugierige Orang-Utans auf Entdeckungsreise gegangen sind – beispielsweise unser Orang-Utan-Weibchen Lesley. Zu ihrem Schutz hat unser Team Lesley deshalbauf eine andere Vorauswilderungsinsel umgesiedelt, auf der bereits Orang-Utan Bujan lebt.
Orang-Utan-Weibchen aus brennendem Wald gerettet

Zwei Tage lang hat BOS gemeinsam mit Dorfbewohnern, der Naturschutzbehörde Zentralkalimantans und der indonesischen Armee gegen Flammen und dichten Rauch gekämpft, um das Leben eines jungen Orang-Utans zu retten. Die dramatische Rettungsaktion zeigt, wie akut die Waldbrände auf Borneo Orang-Utans und andere Wildtiere bedrohen.
Rauch der Waldbrände: Atemwegsprobleme bei Orang-Utans
Doch nicht nur die Feuer stellen aktuell eine Bedrohung dar. Der Rauch der Waldbrände (Haze) verbreitet sich kilometerweit und entwickelt sich zu einem massiven Gesundheitsproblem für Menschen und Tiere. Welche Folgen der giftige Smog haben wird, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen. Wir haben bereits eine ganze Reihe von Präventivmaßnahmen ergriffen, um unsere Orang-Utans zu schützen. Sie bekommen regelmäßig Vitamine, Inhalationen, Honig und Zwiebelsaft. Trotzdem sind bereits die Atemwege von 45 Orang-Utans angegriffen — die Tiere zeigen Erkrankungssymptome.
Update vom 24. September 2026: Feuer breiten sich im Torfmoorgebiet Mawas aus
Wir hätten uns für dieses Update bessere Neuigkeiten gewünscht, doch die Situation in Zentralkalimantan bleibt weiterhin kritisch. Besonders schwer betroffen ist das Torfgebiet Mawas in Zentralkalimantan, das in den vergangenen Tagen stark von den anhaltenden Waldbränden gelitten hat. Eine Fläche von rund 171 Hektar im Gebiet um Tuanan sowie Teile der Randgebiete stehen in Flammen.
Unsere Teams sind ununterbrochen im Einsatz. Doch der wochenlange Kampf gegen die Feuer zehrt zunehmend an ihren Kräften. Was ihnen Kraft gibt, ist der Gedanke daran, dass auch die Existenz ihres eigenen Zuhauses auf dem Spiel steht.
Orang-Utan-Rettungszentren: Lage stabil, Brandgefahr bleibt hoch
Zum Glück hat sich die Lage rund um unsere beiden Orang-Utan-Rettungszentren stabilisiert. Die Brände in der Nähe des Rettungszentrums Nyaru Menteng sind inzwischen gelöscht. Dennoch bleibt das Risiko weiterer Brände hoch.

Deshalb überprüfen unsere Kolleginnen und Kollegen die Gehegekapazitäten, um für den Fall einer Evakuierung vorbereitet zu sein. Aktuell ist eine solche Maßnahme nicht notwendig. Angesichts der dynamischen Situation müssen wir jedoch auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.
Unsere Teams bereiten außerdem Wasser- und Kühlmaßnahmen rund um die Orang-Utan-Gehege vor, darunter auch die Installation von Sprinklern. In der Waldschule werden zusätzliche Behälter mit sauberem Wasser aufgestellt, damit die Trinkwasserversorgung unserer Waldschüler immer gesichert ist.
Auch die Feuerpatrouillen werden weiterhin regelmäßig durchgeführt – Tag und Nacht. So stellen wir sicher, dass wir eventuelle neue Brandherde in der Nähe der Rettungszentren frühzeitig entdecken können. Gleichzeitig wird der ausgetrocknete Boden regelmäßig vernässt.
Niedriger Wasserstände bergen Gefahr für unsere Waldstudenten
Allen Orang-Utans auf den Vorauswilderungsinseln Kaja und Bangamat geht es gut, und sie können vorerst in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Unsere Teams beobachten das Gebiet und die Wasserstände der Flüsse rings um die Inseln regelmäßig. Bei Bedarf werden wir Orang-Utans aus Bereichen umsiedeln, die aufgrund der niedrigen Wasserstände für sie gefährlich werden könnten, da sie einfach in die umliegenden Gebiete ausbrechen können.

Auf der Vorauswilderungsinsel Salat stellt sich die Situation etwas anders dar. Aufgrund des niedrigen Wasserstands konnten sechs Orang-Utans den Kanal selbständig überqueren. Timpah, Nita, Hanin, Baun, Christina und Winey hatten offenbar unser Rettungszentrum als Ziel vor Augen. Dadurch war es für unsere Teams einfacher, sie aufzufangen und anschließend sicher unterzubringen. Nun werden sie im Rettungszentrum überwacht und versorgt.
Atemwegserkrankungen bei Orang-Utans durch Waldbrandrauch
Mittlerweile leiden 38 Orang-Utans an Atemwegserkrankungen, die durch den giftigen Smog der Waldbrände verursacht wurden. Die betroffenen Tiere werden von unseren Tierärztinnen und Tierärzten engmaschig überwacht. Je nach Zustand des einzelnen Tieres erhalten sie unterstützende Behandlung und entsprechende Pflege. Die Tiere bekommen regelmäßig Vitamin C, Honig und Inhalationen.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung in diesen schwierigen Zeiten. Die Situation bleibt weiterhin herausfordernd für Menschen und Tiere. Unsere Teams tun alles, um auf die weitere Entwicklung vorbereitet zu sein und Menschen wie Orang-Utans angesichts der Waldbrände bestmöglich zu schützen.
Update vom 17. September 2026: Die Situation verschärft sich — Erste Orang-Utan-Rettung aus Brandgebiet
Am 14. September 2026 konnte die BOS Foundation gemeinsam mit der Wildlife Rescue Unit (WRU) der Naturschutzbehörde BKSDA Zentral-Kalimantan einen männlichen Orang-Utan aus einem Brandgebiet in Tumbang Nusa retten.



Der Orang-Utan ist schätzungsweise etwa 20 Jahre alt und wiegt rund 70 kg. Sein Gesundheitszustand wird derzeit überwacht. Unsere Tierärzte konnten ältere Verletzungen an den Zehen seines linken Fußes und den Fingern seiner linken Hand feststellen. Er wurde ins BOS-Rettungszentrum Nyaru Menteng gebracht, wo er versorgt und kontinuierlich medizinisch überwacht wird. Sobald er fit genug und unsere Tierärzte ihn für die Auswilderung bereit erklären, wird der Orang-Utan in einen geeigneten, sicheren Lebensraum umgesiedelt.
Dies ist der erste Orang-Utan, den die BOS Foundation im Zusammenhang mit den aktuellen Wald- und Flächenbränden gerettet hat.
Zunehmende Brände in den BOS-Gebieten
Die Situation in den Arbeitsgebieten der BOS Foundation bleibt angespannt. Die anhaltende Trockenheit und Zunahme von Bränden erfordern an mehreren Orten eine erhöhte Einsatzbereitschaft. Während die Lage an den meisten Standorten derzeit noch beherrschbar ist, wurden die Schutz- und Überwachungsmaßnahmen inzwischen verstärkt.
Die Rettungszentren Samboja Lestari und Nyaru Menteng sowie unsere Arbeitsgebiete im Nationalpark Sebangau befinden sich inzwischen in der gelben Zone, während die Gebiete von RHOI (Ost-Kalimantan) weiterhin in der grünen Zone sind. Besonders besorgniserregend bleibt die Situation im Mawas-Schutzgebiet, das aufgrund der anhaltenden Brände und dem erhöhten Feuerrisiko des Torfmoors weiterhin zur roten Zone gehört.
70,5 Hektar in Mawas von Bränden betroffen
Die von Bränden betroffene Fläche ist inzwischen auf insgesamt 70,5 Hektar angewachsen – 21 Hektar mehr als beim vorherigen Update.

So brannte am 11. September im Dorf Tuanan eine Fläche von etwa 14 Hektar. Im Gebiet des Dorfes Mantangai Hulu waren vom 11. auf den 12. September etwa 7 Hektar von einem Brand betroffen. Am 14. und 15. September brachen im Dorf Tuanan erneut Feuer aus.



Unser Mawas-Team ist gemeinsam mit dem Team der Forschungsstation Tuanan, lokalen Feuerwehreinheiten und Löschteams der anliegenden Gemeinden im ständigen Einsatz. Noch sind die Torfmoorbrände nicht gelöscht. Doch den Löschteams ist es gelungen, die Brände einzudämmen und zu verhindern, dass es sich in Richtung des Tuanan-Forschungscamps ausbreitet.


Wir beobachten die Lage weiterhin genau, um direkt auf jede weitere Ausbreitung des Feuers zu reagieren. Unser oberstes Ziel ist es, den Lebensraum der wilden Orang-Utan-Population von Mawas und unsere Wiederaufforstungsgebiete vor den Flammen zu beschützen.
15 Orang-Utans von Vorauswilderungsinseln umgesiedelt
Aufgrund der weiterhin sinkenden Wasserstände in den Flüssen rund um die Vorauswilderungsinseln, haben wir 14 Orang-Utans von den Inseln Kaja, Bangamat und Salat vorsorglich umgesiedelt. Damit gewährleisten wir die Sicherheit der Tiere und sorgen für eine angemessene Versorgung unter den derzeit schwierigen Umweltbedingungen.

Auch der Orang-Utan Zahri, ein Bewohner der Insel Salat, wurde nach einer Verletzung zur medizinischen Behandlung umgesiedelt.
Eine komplette Evakuierung der Orang-Utans von den Inseln ist bisher nicht notwendig.
Mehr Orang-Utans mit Atemwegssymptomen
Neben der unmittelbaren Brandgefahr bereitet uns auch die zunehmende Rauchbelastung weiterhin Sorgen. Daher überwachen wir nach wie vor die Atemwegsgesundheit der Orang-Utans besonders aufmerksam. Zwischen dem 16. August und dem 13. September 2026 wurden bei 31 Orang-Utans in Nyaru Menteng Atemwegssymptome wie Niesen, Husten und Nasenausfluss festgestellt.

Die betroffenen Tiere – darunter Waldschüler wie Niniek, Monyo, Rambo, Onyer und Greta, aber auch ältere Tiere wie Hercules – werden engmaschig von den Tierpflege- und Veterinärteams beobachtet. Wenn erforderlich, erhalten sie unterstützende Behandlung und medizinische Versorgung in Form von Vitaminen, Honig und Hustensaft.
Aktuell überprüft die BOS Foundation den Bedarf an zusätzlichen Messungen der Luftqualität, um die Rauchbelastung besser einschätzen und feststellen zu können, wann weitere Schutzmaßnahmen notwendig werden. Abhängig von Luftqualität und Belastungsgrad könnten beispielsweise die Waldschulzeiten und Aktivitäten im Freien verkürzt oder die medizinische Behandlung angepasst werden.
BOS bereitet sich auf weitere mögliche Notfälle vor
Angesichts der zunehmenden Brandaktivität hat die BOS Foundation die Überwachung und Vorbereitungen an ihren Einsatzorten verstärkt. Die Fire Task Force kontrolliert regelmäßig die Grenzen der Arbeitsgebiete – auch während der Nacht. So sollen neue Brandherde möglichst früh erkannt und bekämpft werden können.
In Nyaru Menteng und Samboja Lestari überprüfen die Teams außerdem die vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten und bereiten zusätzliche Kapazitäten vor. So stellen wir sicher, dass Orang-Utans im Fall von Bränden vorübergehend umgesiedelt oder aus Notsituationen gerettet werden könnten. Das sind vorsorgliche Maßnahmen, um im Notfall bereit zu sein.
Die Situation bleibt dynamisch
Die Waldbrandgefahr auf Borneo kann sich innerhalb kurzer Zeit verändern. Trockenheit, Wind und neue Brandherde beeinflussen die Situation ebenso wie die zunehmende Rauchbelastung.
Die BOS Foundation bleibt deshalb an ihren Einsatzorten in erhöhter Bereitschaft und überwacht die Entwicklung kontinuierlich. Ziel ist es, mögliche Gefahren möglichst früh zu erkennen und sowohl die Orang-Utans in den Rettungszentren als auch ihre Lebensräume bestmöglich zu schützen.
Wir halten Sie an dieser Stelle über die weitere Entwicklung der Wald- und Landbrände auf Borneo auf dem Laufenden.
~~~~~~~~~~~~~~~

Update vom 14. September 2026: Die Feuer rücken näher an Nyaru Menteng heran
In den vergangenen Tagen sind Brandherde näher an unser Rettungszentrum gerückt. Alle Feuer konnten gelöscht werden. Mithilfe von Drohnen mit Wärmebildkameras identifizieren wir unterirdische Hotspots.
Unsere Feuerwehrteams waren in den zurückliegenden Tagen im Dauereinsatz. Denn die Brände sind zuletzt immer näher an unser Orang-Utan-Rettungszentrum Nyaru Menteng herangerückt. Glücklicherweise konnten wir alle Feuer löschen. Doch da in den trockenen Torfmoorböden die Gefahr von unterirdischen Bränden bestehen bleibt, waren jeweils zwei Löschteams 24 Stunden im Einsatz, um die Böden weiterhin zu durchfeuchten.
Große Dienste hat uns der Einsatz unserer Drohne mit Wärmebildkamera geleistet, die eigentlich auf unseren Vorauswilderungsinseln und in unseren Auswilderungsgebieten genutzt wird, um dort Orang-Utans zu beobachten. Aktuell nutzen wir die Wärmebild-Drohne allerdings, um unterirdische Hotspots zu identifizieren und schwelende Glutnester zu bekämpfen. Unterirdisch können Flammennester im Torfboden tagelang weiterglühen und sich kilometerweit verbreiten.

Aktuell gibt es keine weiteren Brände rund um unsere Gebiete. Unsere Feuerwehrteams sind aber weiterhin auf Abruf bereit, um im Notfall schnell eingreifen zu können.

Die Orang-Utans in Nyaru Menteng versorgen wir weiterhin mit Vitaminen und Medikamenten gegen Atemwegserkrankungen.


~~~~~~~~~~~~~~~

Update vom 4. September 2026: Rehabilitationszentren und Auswilderungsgebiete weiterhin sicher
Nach den jüngsten Beobachtungen sind die Rehabilitationszentren und Auswilderungsgebiete der BOS Foundation derzeit sicher vor direkten Auswirkungen der Brände.
In Zentral-Kalimantan sind das Orang-Utan-Rehabilitationszentrum Nyaru Menteng sowie die Vorauswilderungsinseln Kaja und Bangamat bislang nicht direkt von Bränden betroffen. Evakuierungen aufgrund von Feuer waren dort bis jetzt nicht erforderlich.
Allerdings ist aktuell einer der großen Feuer-Hotspots nur ca. 15 Kilometer von Nyaru Menteng entfernt, weshalb unsere Teams 24 Stunden in Bereitschaft sind. Durch die Brände ist die Luft in der Region extrem durch Rauch belastet. Unsere aktuell wichtigste Herausforderung ist es daher, die Orang-Utans vor den Auswirkungen und Folgen der Rauchbelastung zu schützen.
Wegen der niedrigen Wasserstände der Flüsse rund um die Vorauswilderungsinseln haben wir elf Orang-Utans von den Inseln präventiv nach Nyaru Menteng geholt.
Auch für den Schutzwald Bukit Batikap sowie die Auswilderungsgebiete im Nationalpark Bukit Baka Bukit Raya besteht aktuell keine unmittelbare Gefahr durch Brände.
In Ost-Kalimantan ist die Situation derzeit ebenfalls stabil: Samboja Lestari und der Auswilderungswald Kehje Sewen sind weiterhin sicher.
Große Sorge bereitet uns hingegen die Situation in Mawas. Etwa 49,5 Hektar des Mawas-Schutzgebiets sind bereits von Bränden betroffen. Mawas ist eine ausgedehnte Torfmoorlandschaft und damit besonders empfindlich gegenüber Feuer. Brände in Torfböden können schwer zu erkennen und zu löschen sein. Selbst wenn an der Oberfläche keine Flammen mehr sichtbar sind, kann das Feuer unterirdisch weiter schwelen und sich unbemerkt ausbreiten.
Der Rauch belastet die Orang-Utans
Waldbrände gefährden Orang-Utans nicht nur dort, wo die Flammen unmittelbar ihren Lebensraum erreichen. Eine große Belastung ist der allgegenwärtige Rauch.
Rauch und Dunst – der sogenannte Haze – breitet sich über große Entfernungen aus und beeinträchtigt die Atemwege von Menschen und Tieren. Eine länger andauernde Rauchbelastung kann das Verhalten und die täglichen Aktivitäten der Orang-Utans verändern. Die Mitarbeiter der BOS-Rettungszentren beobachten daher den Gesundheitszustand der Tiere besonders aufmerksam.

21 Orang-Utans zeigen Atemwegssymptome
Aktuell zeigen 21 Orang-Utans in Nyaru Menteng Symptome von Atemwegsproblemen, wie Husten, Niesen und Nasenausfluss. Darunter sind einige unserer jüngsten Waldschüler wie Momo und Selfie.
Die betroffenen Tiere werden engmaschig von unseren Veterinär- und Tierpflegeteams überwacht. Bei Bedarf erhalten sie die notwendige medizinische Versorgung und Behandlung.
Situation der Waldschüler
Die Ausbildung in der Waldschule findet derzeit weiterhin wie gewohnt statt. Die jungen Orang-Utans verbringen bis zu sieben Stunden im Wald und trainieren unter möglichst natürlichen Bedingungen all jene Fähigkeiten, die sie später für ein selbstständiges Leben in Freiheit benötigen. Sollte sich die Rauch- und Dunstbelastung jedoch verschlechtern, wird die Dauer der Waldschulaktivitäten vorsorglich angepasst. Denn auch wenn die Waldschule ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation ist, gilt: Die Gesundheit und Sicherheit der Orang-Utans gehen immer vor.
Die Gesamtlage im Blick
Die BOS Foundation hält in all ihren Einsatzgebieten weiterhin eine erhöhte Einsatzbereitschaft aufrecht. Unsere Teams überwachen regelmäßig akute und potentielle Brandherde. Dafür werden Satellitendaten mit Beobachtungen vor Ort kombiniert, um Entwicklungen möglichst früh zu erkennen. Zusätzlich führen unsere Einsatzkräfte Patrouillen in besonders brandgefährdeten Gebieten durch, kontrollieren die Grenzen des Rettungszentrums Nyaru Menteng und Brandschneisen und überwachen Wasserquellen, Kanäle sowie andere Infrastrukturen, die für die Brandbekämpfung benötigt werden könnten.
Als Vorbereitung auf die Brandsaison haben wir 22 Brunnen gebohrt, die einen Kreis um die Waldschule von Nyaru Menteng bilden. Zusätzlich wurden fünf Wassertanks eingerichtet, drei davon mobil. Sie können beim Bedarf zu Bränden transportiert werden.

Die BOS-Fire Task Force ist auch außerhalb der eigenen Gebiete im Einsatz
Die BOS Foundation beschränkt die Einsätze zur Brandbekämpfung nicht auf ihre eigenen Einrichtungen. In Zentral-Kalimantan unterstützt unsere Fire Task Force derzeit auch die Löscharbeiten rund um Palangka Raya. Einige dieser Einsatzorte liegen mehr als zehn Kilometer von Nyaru Menteng entfernt.
Dabei arbeitet BOS mit der Naturschutzbehörde von Zentral-Kalimantan (BKSDA) und der Forstbehörde der Provinz Zentral-Kalimantan zusammen. Dabei unterstützen wir sowohl innerhalb von Wildtierreservaten und Naturschutzgebieten als auch außerhalb dieser geschützten Areale. Denn ein Feuer macht nicht an einer Schutzgebietsgrenze Halt. Brände können Wälder, Gemeinden und ganze Ökosysteme bedrohen, unabhängig davon, ob sie innerhalb oder außerhalb eines offiziell geschützten Gebietes entstehen.
Gemeinsam für die Orang-Utans und ihren Wald
BOS setzt alles daran, die Orang-Utans während der Brandsaison zu schützen – vor den unmittelbaren Gefahren des Feuers ebenso wie vor den langfristigen Folgen von Rauch und Lebensraumverlust.
Unsere Teams bleiben in erhöhter Einsatzbereitschaft und beobachten die Situation in den Arbeitsgebieten engmaschig.
