17. September 2026
Orang-Utan und Waldbrand Kollage

Wald­brände auf Borneo 2026

Die aktuelle Brandsituation in den Projektgebieten der BOS Foundation auf Borneo, die Auswirkungen auf Orang-Utans und welche Maßnahmen BOS aktuell durchführt

  • 2 Orang-Utans sind aus Brand­ge­biet gerettet
  • Die Lage um das BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng hat sich soweit stabilisiert
  • In Samboja Lestari sind gerade die Wasser­stände um die Schutz­insel besorgniserregend
  • Orang-Utans mit Atem­wegs­sym­ptomen weiterhin in Behandlung
  • 327,8 Hektar in Mawas von Feuern betroffen
  • BOS-Fire Task Force Tag und Nacht im Einsatz

Jedes Jahr bringt die Trocken­zeit auf Borneo ein erhöhtes Risiko für Wald- und Land­brände mit sich. Gerade in den Torf­mooren Kali­mantans sind Feuer beson­ders gefähr­lich, da sie sich schnell unter- und ober­ir­disch ausbreiten können und schwer zu löschen sind. Die Präven­tion von Bränden ist daher unser größtes Anliegen, an dem wir seit Jahren mit aller Kraft arbeiten. Aufgrund der großen Trocken­heit und dem extremen El Niño-Ereignis in diesem Jahr, steht Borneo – und damit das BOS-Einsatz­ge­biet – vor extremen Heraus­for­de­rungen. Die Situa­tion ist derzeit äußerst dyna­misch. Wetter­be­din­gungen, Wind, Trocken­heit und neue Brand­herde können die Lage inner­halb kurzer Zeit verändern.

Wir sind bereit, uns den Flammen zu stellen. 24 Stunden an jedem Tag.

Auf dieser Seite infor­mieren wir fort­lau­fend über die aktu­elle Entwick­lung, mögliche Gefahren für Orang-Utans und ihre Lebens­räume sowie über die Maßnahmen der BOS Foun­da­tion zur Brand­prä­ven­tion und ‑bekämp­fung.

Update vom 30. September 2026: Feuer und nied­rige Wasserstände

Die Wald­brände wüten weiter und kein Ende ist in Sicht. Mitt­ler­weile hat das Feuer 327,8 Hektar im Schutz­ge­biet Mawas in Zentral­ka­li­mantan vernichtet. Unsere Teams geben nicht auf, doch auf den trocken­ge­legten Torf­moor­böden ist der Kampf gegen das Feuer eine riesige Heraus­for­de­rung. Erschwe­rend hinzu kommen die anhal­tende Trocken­heit und die nied­rigen Wasser­stände in den Wald­ge­bieten.
Die Situa­tion rund um unser Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng in Zentral­ka­li­mantan hat sich glück­li­cher­weise stabi­li­siert. Dennoch patrouil­lieren unsere Teams weiterhin rund um die Uhr. Als Präven­ti­ons­maß­nahme werden aktuell außerdem weitere Brunnen gebohrt. Denn auch Lösch­wasser wird aufgrund der andau­ernden Trocken­heit zu einer immer knap­peren Ressource.
Unser Rettungs­zen­trum Samboja Lestari in Ostka­li­mantan ist aktuell vor den Feuern sicher. Die andau­ernde Trocken­zeit hat aller­dings auch hier den Wasser­stand der Flüsse stark sinken lassen. Rund um unsere Voraus­wil­de­rungs­in­seln ist der Pegel bereits so weit gesunken, dass einige neugie­rige Orang-Utans auf Entde­ckungs­reise gegangen sind – beispiels­weise unser Orang-Utan-Weib­chen Lesley. Zu ihrem Schutz hat unser Team Lesley deshalbauf eine andere Voraus­wil­de­rungs­insel umge­sie­delt, auf der bereits Orang-Utan Bujan lebt.


Orang-Utan-Weib­chen aus bren­nendem Wald gerettet

Drohnenaufnahme der Orang-Utan-Dame Novita während der Rettungsaktion
Orang-Utan Novita kämpft um ihr Leben


Zwei Tage lang hat BOS gemeinsam mit Dorf­be­woh­nern, der Natur­schutz­be­hörde Zentral­ka­li­mantans und der indo­ne­si­schen Armee gegen Flammen und dichten Rauch gekämpft, um das Leben eines jungen Orang-Utans zu retten. Die drama­ti­sche Rettungs­ak­tion zeigt, wie akut die Wald­brände auf Borneo Orang-Utans und andere Wild­tiere bedrohen.


Rauch der Wald­brände: Atem­wegs­pro­bleme bei Orang-Utans


Doch nicht nur die Feuer stellen aktuell eine Bedro­hung dar. Der Rauch der Wald­brände (Haze) verbreitet sich kilo­me­ter­weit und entwi­ckelt sich zu einem massiven Gesund­heits­pro­blem für Menschen und Tiere. Welche Folgen der giftige Smog haben wird, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen. Wir haben bereits eine ganze Reihe von Präven­tiv­maß­nahmen ergriffen, um unsere Orang-Utans zu schützen. Sie bekommen regel­mäßig Vitamine, Inha­la­tionen, Honig und Zwie­bel­saft. Trotzdem sind bereits die Atem­wege von 45 Orang-Utans ange­griffen — die Tiere zeigen Erkrankungssymptome.

Update vom 24. September 2026: Feuer breiten sich im Torf­moor­ge­biet Mawas aus

Wir hätten uns für dieses Update bessere Neuig­keiten gewünscht, doch die Situa­tion in Zentral­ka­li­mantan bleibt weiterhin kritisch. Beson­ders schwer betroffen ist das Torf­ge­biet Mawas in Zentral­ka­li­mantan, das in den vergan­genen Tagen stark von den anhal­tenden Wald­bränden gelitten hat. Eine Fläche von rund 171 Hektar im Gebiet um Tuanan sowie Teile der Rand­ge­biete stehen in Flammen.
Unsere Teams sind unun­ter­bro­chen im Einsatz. Doch der wochen­lange Kampf gegen die Feuer zehrt zuneh­mend an ihren Kräften. Was ihnen Kraft gibt, ist der Gedanke daran, dass auch die Exis­tenz ihres eigenen Zuhauses auf dem Spiel steht.


Orang-Utan-Rettungs­zen­tren: Lage stabil, Brand­ge­fahr bleibt hoch


Zum Glück hat sich die Lage rund um unsere beiden Orang-Utan-Rettungs­zen­tren stabi­li­siert. Die Brände in der Nähe des Rettungs­zen­trums Nyaru Menteng sind inzwi­schen gelöscht. Dennoch bleibt das Risiko weiterer Brände hoch.

Feuerwehreinsatz in der Nähe des Orang-Utan-Rettungszentrums Nyaru Menteng
Feuer­wehr­ein­satz in der Nähe des Orang-Utan-Rettungs­zen­trums Nyaru Menteng


Deshalb über­prüfen unsere Kolle­ginnen und Kollegen die Gehe­ge­ka­pa­zi­täten, um für den Fall einer Evaku­ie­rung vorbe­reitet zu sein. Aktuell ist eine solche Maßnahme nicht notwendig. Ange­sichts der dyna­mi­schen Situa­tion müssen wir jedoch auf alle Even­tua­li­täten vorbe­reitet sein.
Unsere Teams bereiten außerdem Wasser- und Kühl­maß­nahmen rund um die Orang-Utan-Gehege vor, darunter auch die Instal­la­tion von Sprink­lern. In der Wald­schule werden zusätz­liche Behälter mit sauberem Wasser aufge­stellt, damit die Trink­was­ser­ver­sor­gung unserer Wald­schüler immer gesi­chert ist.
Auch die Feuer­pa­trouillen werden weiterhin regel­mäßig durch­ge­führt – Tag und Nacht. So stellen wir sicher, dass wir even­tu­elle neue Brand­herde in der Nähe der Rettungs­zen­tren früh­zeitig entde­cken können. Gleich­zeitig wird der ausge­trock­nete Boden regel­mäßig vernässt.


Nied­riger Wasser­stände bergen Gefahr für unsere Waldstudenten


Allen Orang-Utans auf den Voraus­wil­de­rungs­in­seln Kaja und Bangamat geht es gut, und sie können vorerst in ihrer gewohnten Umge­bung bleiben. Unsere Teams beob­achten das Gebiet und die Wasser­stände der Flüsse rings um die Inseln regel­mäßig. Bei Bedarf werden wir Orang-Utans aus Berei­chen umsie­deln, die aufgrund der nied­rigen Wasser­stände für sie gefähr­lich werden könnten, da sie einfach in die umlie­genden Gebiete ausbre­chen können.

Niedriger Wasserstand der Kanäle um die Orang-Utan-Vorauswilderungsinseln
Der nied­rige Wasser­stand der Kanäle um die Voraus­wil­de­rungs­insel verleitet die Orang-Utans dazu, diese eigen­ständig zu über­queren und bringt sie dadurch in Gefahr.


Auf der Voraus­wil­de­rungs­insel Salat stellt sich die Situa­tion etwas anders dar. Aufgrund des nied­rigen Wasser­stands konnten sechs Orang-Utans den Kanal selb­ständig über­queren. Timpah, Nita, Hanin, Baun, Chris­tina und Winey hatten offenbar unser Rettungs­zen­trum als Ziel vor Augen. Dadurch war es für unsere Teams einfa­cher, sie aufzu­fangen und anschlie­ßend sicher unter­zu­bringen. Nun werden sie im Rettungs­zen­trum über­wacht und versorgt.


Atem­wegs­er­kran­kungen bei Orang-Utans durch Waldbrandrauch


Mitt­ler­weile leiden 38 Orang-Utans an Atem­wegs­er­kran­kungen, die durch den giftigen Smog der Wald­brände verur­sacht wurden. Die betrof­fenen Tiere werden von unseren Tier­ärz­tinnen und Tier­ärzten engma­schig über­wacht. Je nach Zustand des einzelnen Tieres erhalten sie unter­stüt­zende Behand­lung und entspre­chende Pflege. Die Tiere bekommen regel­mäßig Vitamin C, Honig und Inhalationen.

Vielen Dank für Ihre Unter­stüt­zung in diesen schwie­rigen Zeiten. Die Situa­tion bleibt weiterhin heraus­for­dernd für Menschen und Tiere. Unsere Teams tun alles, um auf die weitere Entwick­lung vorbe­reitet zu sein und Menschen wie Orang-Utans ange­sichts der Wald­brände best­mög­lich zu schützen.

Update vom 17. September 2026: Die Situa­tion verschärft sich — Erste Orang-Utan-Rettung aus Brandgebiet 

Am 14. September 2026 konnte die BOS Foun­da­tion gemeinsam mit der Wild­life Rescue Unit (WRU) der Natur­schutz­be­hörde BKSDA Zentral-Kali­mantan einen männ­li­chen Orang-Utan aus einem Brand­ge­biet in Tumbang Nusa retten. 

Der Orang-Utan ist schät­zungs­weise etwa 20 Jahre alt und wiegt rund 70 kg. Sein Gesund­heits­zu­stand wird derzeit über­wacht. Unsere Tier­ärzte konnten ältere Verlet­zungen an den Zehen seines linken Fußes und den Fingern seiner linken Hand fest­stellen. Er wurde ins BOS-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng gebracht, wo er versorgt und konti­nu­ier­lich medi­zi­nisch über­wacht wird. Sobald er fit genug und unsere Tier­ärzte ihn für die Auswil­de­rung bereit erklären, wird der Orang-Utan in einen geeig­neten, sicheren Lebens­raum umgesiedelt.

Dies ist der erste Orang-Utan, den die BOS Foun­da­tion im Zusam­men­hang mit den aktu­ellen Wald- und Flächen­bränden gerettet hat.

Zuneh­mende Brände in den BOS-Gebieten

Die Situa­tion in den Arbeits­ge­bieten der BOS Foun­da­tion bleibt ange­spannt. Die anhal­tende Trocken­heit und Zunahme von Bränden erfor­dern an mehreren Orten eine erhöhte Einsatz­be­reit­schaft. Während die Lage an den meisten Stand­orten derzeit noch beherrschbar ist, wurden die Schutz- und Über­wa­chungs­maß­nahmen inzwi­schen verstärkt.
Die Rettungs­zen­tren Samboja Lestari und Nyaru Menteng sowie unsere Arbeits­ge­biete im Natio­nal­park Sebangau befinden sich inzwi­schen in der gelben Zone, während die Gebiete von RHOI (Ost-Kali­mantan) weiterhin in der grünen Zone sind. Beson­ders besorg­nis­er­re­gend bleibt die Situa­tion im Mawas-Schutz­ge­biet, das aufgrund der anhal­tenden Brände und dem erhöhten Feuer­ri­siko des Torf­moors weiterhin zur roten Zone gehört.

70,5 Hektar in Mawas von Bränden betroffen

Die von Bränden betrof­fene Fläche ist inzwi­schen auf insge­samt 70,5 Hektar ange­wachsen – 21 Hektar mehr als beim vorhe­rigen Update.

Luftaufnahme der Brände im Torfmoorgebiet von Mawas mit starker Rauchentwicklung
Brände im Torf­moor­ge­biet von Mawas

So brannte am 11. September im Dorf Tuanan eine Fläche von etwa 14 Hektar. Im Gebiet des Dorfes Mant­angai Hulu waren vom 11. auf den 12. September etwa 7 Hektar von einem Brand betroffen. Am 14. und 15. September brachen im Dorf Tuanan erneut Feuer aus.

Unser Mawas-Team ist gemeinsam mit dem Team der Forschungs­sta­tion Tuanan, lokalen Feuer­wehr­ein­heiten und Lösch­teams der anlie­genden Gemeinden im stän­digen Einsatz. Noch sind die Torf­moor­brände nicht gelöscht. Doch den Lösch­teams ist es gelungen, die Brände einzu­dämmen und zu verhin­dern, dass es sich in Rich­tung des Tuanan-Forschungs­camps ausbreitet.

Wir beob­achten die Lage weiterhin genau, um direkt auf jede weitere Ausbrei­tung des Feuers zu reagieren. Unser oberstes Ziel ist es, den Lebens­raum der wilden Orang-Utan-Popu­la­tion von Mawas und unsere Wieder­auf­fors­tungs­ge­biete vor den Flammen zu beschützen.

15 Orang-Utans von Voraus­wil­de­rungs­in­seln umgesiedelt

Aufgrund der weiterhin sinkenden Wasser­stände in den Flüssen rund um die Voraus­wil­de­rungs­in­seln, haben wir 14 Orang-Utans von den Inseln Kaja, Bangamat und Salat vorsorg­lich umge­sie­delt. Damit gewähr­leisten wir die Sicher­heit der Tiere und sorgen für eine ange­mes­sene Versor­gung unter den derzeit schwie­rigen Umweltbedingungen.

Orang-Utans auf BOS-Vorauswilderungsinsel sitzen am Ufer der Flüsse. Im Hintergrund der Smog der Waldbrände
Der Wasser­stand in den Flüssen rund um die Voraus­wil­de­rungs­in­seln ist weiter gesunken

Auch der Orang-Utan Zahri, ein Bewohner der Insel Salat, wurde nach einer Verlet­zung zur medi­zi­ni­schen Behand­lung umge­sie­delt.
Eine komplette Evaku­ie­rung der Orang-Utans von den Inseln ist bisher nicht notwendig.

Mehr Orang-Utans mit Atemwegssymptomen

Neben der unmit­tel­baren Brand­ge­fahr bereitet uns auch die zuneh­mende Rauch­be­las­tung weiterhin Sorgen. Daher über­wa­chen wir nach wie vor die Atem­wegs­ge­sund­heit der Orang-Utans beson­ders aufmerksam. Zwischen dem 16. August und dem 13. September 2026 wurden bei 31 Orang-Utans in Nyaru Menteng Atem­wegs­sym­ptome wie Niesen, Husten und Nasen­aus­fluss festgestellt.

Orang-Utans in der BOS-Waldschule, umgeben vom Haze
Der Rauch belastet die Orang-Utans in der Waldschule

Die betrof­fenen Tiere – darunter Wald­schüler wie Niniek, Monyo, Rambo, Onyer und Greta, aber auch ältere Tiere wie Hercules – werden engma­schig von den Tier­pflege- und Vete­ri­när­teams beob­achtet. Wenn erfor­der­lich, erhalten sie unter­stüt­zende Behand­lung und medi­zi­ni­sche Versor­gung in Form von Vitaminen, Honig und Hustensaft.

Aktuell über­prüft die BOS Foun­da­tion den Bedarf an zusätz­li­chen Messungen der Luft­qua­lität, um die Rauch­be­las­tung besser einschätzen und fest­stellen zu können, wann weitere Schutz­maß­nahmen notwendig werden. Abhängig von Luft­qua­lität und Belas­tungs­grad könnten beispiels­weise die Wald­schul­zeiten und Akti­vi­täten im Freien verkürzt oder die medi­zi­ni­sche Behand­lung ange­passt werden.

BOS bereitet sich auf weitere mögliche Notfälle vor

Ange­sichts der zuneh­menden Brand­ak­ti­vität hat die BOS Foun­da­tion die Über­wa­chung und Vorbe­rei­tungen an ihren Einsatz­orten verstärkt. Die Fire Task Force kontrol­liert regel­mäßig die Grenzen der Arbeits­ge­biete – auch während der Nacht. So sollen neue Brand­herde möglichst früh erkannt und bekämpft werden können.

In Nyaru Menteng und Samboja Lestari über­prüfen die Teams außerdem die vorhan­denen Unter­brin­gungs­mög­lich­keiten und bereiten zusätz­liche Kapa­zi­täten vor. So stellen wir sicher, dass Orang-Utans im Fall von Bränden vorüber­ge­hend umge­sie­delt oder aus Notsi­tua­tionen gerettet werden könnten. Das sind vorsorg­liche Maßnahmen, um im Notfall bereit zu sein.

Die Situa­tion bleibt dynamisch

Die Wald­brand­ge­fahr auf Borneo kann sich inner­halb kurzer Zeit verän­dern. Trocken­heit, Wind und neue Brand­herde beein­flussen die Situa­tion ebenso wie die zuneh­mende Rauch­be­las­tung.
Die BOS Foun­da­tion bleibt deshalb an ihren Einsatz­orten in erhöhter Bereit­schaft und über­wacht die Entwick­lung konti­nu­ier­lich. Ziel ist es, mögliche Gefahren möglichst früh zu erkennen und sowohl die Orang-Utans in den Rettungs­zen­tren als auch ihre Lebens­räume best­mög­lich zu schützen.
Wir halten Sie an dieser Stelle über die weitere Entwick­lung der Wald- und Land­brände auf Borneo auf dem Laufenden.

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Orang-Utan in der BOS-Waldschule, umgeben vom Haze der Waldbrände
Der Smog, verur­sacht durch die anhal­tenden Brände auf Borneo, belastet auch unsere Orang-Utans

Update vom 14. September 2026: Die Feuer rücken näher an Nyaru Menteng heran

In den vergan­genen Tagen sind Brand­herde näher an unser Rettungs­zen­trum gerückt. Alle Feuer konnten gelöscht werden. Mithilfe von Drohnen mit Wärme­bild­ka­meras iden­ti­fi­zieren wir unter­ir­di­sche Hotspots.

Unsere Feuer­wehr­teams waren in den zurück­lie­genden Tagen im Dauer­ein­satz. Denn die Brände sind zuletzt immer näher an unser Orang-Utan-Rettungs­zen­trum Nyaru Menteng heran­ge­rückt. Glück­li­cher­weise konnten wir alle Feuer löschen. Doch da in den trockenen Torf­moor­böden die Gefahr von unter­ir­di­schen Bränden bestehen bleibt, waren jeweils zwei Lösch­teams 24 Stunden im Einsatz, um die Böden weiterhin zu durchfeuchten.

Große Dienste hat uns der Einsatz unserer Drohne mit Wärme­bild­ka­mera geleistet, die eigent­lich auf unseren Voraus­wil­de­rungs­in­seln und in unseren Auswil­de­rungs­ge­bieten genutzt wird, um dort Orang-Utans zu beob­achten. Aktuell nutzen wir die Wärme­bild-Drohne aller­dings, um unter­ir­di­sche Hotspots zu iden­ti­fi­zieren und schwe­lende Glut­nester zu bekämpfen. Unter­ir­disch können Flam­men­nester im Torf­boden tage­lang weiter­glühen und sich kilo­me­ter­weit verbreiten.

Aufnahmen einer Drohne mit Wärmebildkamera von Brandherden auf Borneo
Mit der Wärme­bild­ka­mera (links) konnten wir auch unter­ir­di­sche Brand­herde iden­ti­fi­zieren, die auf den normalen Droh­nen­auf­nahmen (rechts) nicht zu sehen waren

Aktuell gibt es keine weiteren Brände rund um unsere Gebiete. Unsere Feuer­wehr­teams sind aber weiterhin auf Abruf bereit, um im Notfall schnell eingreifen zu können.

Aufnahmen einer Drohne mit Wärmebildkamera von Brandherden auf Borneo
Aufnahmen der Wärme­bild­ka­mera nach den Bränden: Es sind noch immer unter­ir­di­sche Hotspots zu erkennen

Die Orang-Utans in Nyaru Menteng versorgen wir weiterhin mit Vitaminen und Medi­ka­menten gegen Atemwegserkrankungen.

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Rund um die BOS-Vorauswilderungsinseln für Orang-Utans steht das Wasser aufgrund der Trockenzeit extrem niedrig
Wie groß die Trocken­heit in Kali­mantan aktuell ist, zeigt sich auch am nied­rigen Wasser­stand rund um unsere Vorauswilderungsinseln

Update vom 4. September 2026: Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­tren und Auswil­de­rungs­ge­biete weiterhin sicher

Nach den jüngsten Beob­ach­tungen sind die Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­tren und Auswil­de­rungs­ge­biete der BOS Foun­da­tion derzeit sicher vor direkten Auswir­kungen der Brände.

In Zentral-Kali­mantan sind das Orang-Utan-Reha­bi­li­ta­ti­ons­zen­trum Nyaru Menteng sowie die Voraus­wil­de­rungs­in­seln Kaja und Bangamat bislang nicht direkt von Bränden betroffen. Evaku­ie­rungen aufgrund von Feuer waren dort bis jetzt nicht erforderlich.

Aller­dings ist aktuell einer der großen Feuer-Hotspots nur ca. 15 Kilo­meter von Nyaru Menteng entfernt, weshalb unsere Teams 24 Stunden in Bereit­schaft sind. Durch die Brände ist die Luft in der Region extrem durch Rauch belastet. Unsere aktuell wich­tigste Heraus­for­de­rung ist es daher, die Orang-Utans vor den Auswir­kungen und Folgen der Rauch­be­las­tung zu schützen.

Wegen der nied­rigen Wasser­stände der Flüsse rund um die Voraus­wil­de­rungs­in­seln haben wir elf Orang-Utans von den Inseln präventiv nach Nyaru Menteng geholt.

Auch für den Schutz­wald Bukit Batikap sowie die Auswil­de­rungs­ge­biete im Natio­nal­park Bukit Baka Bukit Raya besteht aktuell keine unmit­tel­bare Gefahr durch Brände.

In Ost-Kali­mantan ist die Situa­tion derzeit eben­falls stabil: Samboja Lestari und der Auswil­de­rungs­wald Kehje Sewen sind weiterhin sicher.

Große Sorge bereitet uns hingegen die Situa­tion in Mawas. Etwa 49,5 Hektar des Mawas-Schutz­ge­biets sind bereits von Bränden betroffen. Mawas ist eine ausge­dehnte Torf­moor­land­schaft und damit beson­ders empfind­lich gegen­über Feuer. Brände in Torf­böden können schwer zu erkennen und zu löschen sein. Selbst wenn an der Ober­fläche keine Flammen mehr sichtbar sind, kann das Feuer unter­ir­disch weiter schwelen und sich unbe­merkt ausbreiten.

Der Rauch belastet die Orang-Utans

Wald­brände gefährden Orang-Utans nicht nur dort, wo die Flammen unmit­telbar ihren Lebens­raum errei­chen. Eine große Belas­tung ist der allge­gen­wär­tige Rauch.
Rauch und Dunst – der soge­nannte Haze – breitet sich über große Entfer­nungen aus und beein­träch­tigt die Atem­wege von Menschen und Tieren. Eine länger andau­ernde Rauch­be­las­tung kann das Verhalten und die tägli­chen Akti­vi­täten der Orang-Utans verän­dern. Die Mitar­beiter der BOS-Rettungs­zen­tren beob­achten daher den Gesund­heits­zu­stand der Tiere beson­ders aufmerksam.

Orang-Utan im BOS-Rettungszentrum ist vom Rauch der Waldbrände umgeben
Der giftige Haze hat sich über Kali­mantan ausge­breitet und beein­träch­tigt auch die Orang-Utans in unseren Rettungszentren

21 Orang-Utans zeigen Atemwegssymptome

Aktuell zeigen 21 Orang-Utans in Nyaru Menteng Symptome von Atem­wegs­pro­blemen, wie Husten, Niesen und Nasen­aus­fluss. Darunter sind einige unserer jüngsten Wald­schüler wie Momo und Selfie.
Die betrof­fenen Tiere werden engma­schig von unseren Vete­rinär- und Tier­pfle­ge­teams über­wacht. Bei Bedarf erhalten sie die notwen­dige medi­zi­ni­sche Versor­gung und Behandlung.

Situa­tion der Waldschüler

Die Ausbil­dung in der Wald­schule findet derzeit weiterhin wie gewohnt statt. Die jungen Orang-Utans verbringen bis zu sieben Stunden im Wald und trai­nieren unter möglichst natür­li­chen Bedin­gungen all jene Fähig­keiten, die sie später für ein selbst­stän­diges Leben in Frei­heit benö­tigen. Sollte sich die Rauch- und Dunst­be­las­tung jedoch verschlech­tern, wird die Dauer der Wald­schul­ak­ti­vi­täten vorsorg­lich ange­passt. Denn auch wenn die Wald­schule ein wich­tiger Bestand­teil der Reha­bi­li­ta­tion ist, gilt: Die Gesund­heit und Sicher­heit der Orang-Utans gehen immer vor.

Die Gesamt­lage im Blick

Die BOS Foun­da­tion hält in all ihren Einsatz­ge­bieten weiterhin eine erhöhte Einsatz­be­reit­schaft aufrecht. Unsere Teams über­wa­chen regel­mäßig akute und poten­ti­elle Brand­herde. Dafür werden Satel­li­ten­daten mit Beob­ach­tungen vor Ort kombi­niert, um Entwick­lungen möglichst früh zu erkennen. Zusätz­lich führen unsere Einsatz­kräfte Patrouillen in beson­ders brand­ge­fähr­deten Gebieten durch, kontrol­lieren die Grenzen des Rettungs­zen­trums Nyaru Menteng und Brand­schneisen und über­wa­chen Wasser­quellen, Kanäle sowie andere Infra­struk­turen, die für die Brand­be­kämp­fung benö­tigt werden könnten.

Als Vorbe­rei­tung auf die Brand­saison haben wir 22 Brunnen gebohrt, die einen Kreis um die Wald­schule von Nyaru Menteng bilden. Zusätz­lich wurden fünf Wasser­tanks einge­richtet, drei davon mobil. Sie können beim Bedarf zu Bränden trans­por­tiert werden.

22 Brunnen für Brandschutzprävention im Rettungszentrum Nyaru Menteng
22 Brunnen wurden um die Wald­schule im Nyaru Menteng 2 gebaut. So kommen Einsatz­kräfte im Fall eines Brandes schnell an Wasser.

Die BOS-Fire Task Force ist auch außer­halb der eigenen Gebiete im Einsatz

Die BOS Foun­da­tion beschränkt die Einsätze zur Brand­be­kämp­fung nicht auf ihre eigenen Einrich­tungen. In Zentral-Kali­mantan unter­stützt unsere Fire Task Force derzeit auch die Lösch­ar­beiten rund um Palangka Raya. Einige dieser Einsatz­orte liegen mehr als zehn Kilo­meter von Nyaru Menteng entfernt.

Dabei arbeitet BOS mit der Natur­schutz­be­hörde von Zentral-Kali­mantan (BKSDA) und der Forst­be­hörde der Provinz Zentral-Kali­mantan zusammen. Dabei unter­stützen wir sowohl inner­halb von Wild­tier­re­ser­vaten und Natur­schutz­ge­bieten als auch außer­halb dieser geschützten Areale. Denn ein Feuer macht nicht an einer Schutz­ge­biets­grenze Halt. Brände können Wälder, Gemeinden und ganze Ökosys­teme bedrohen, unab­hängig davon, ob sie inner­halb oder außer­halb eines offi­ziell geschützten Gebietes entstehen.

Gemeinsam für die Orang-Utans und ihren Wald

BOS setzt alles daran, die Orang-Utans während der Brand­saison zu schützen – vor den unmit­tel­baren Gefahren des Feuers ebenso wie vor den lang­fris­tigen Folgen von Rauch und Lebens­raum­ver­lust.
Unsere Teams bleiben in erhöhter Einsatz­be­reit­schaft und beob­achten die Situa­tion in den Arbeits­ge­bieten engmaschig.

Vielen Dank für Ihre Unter­stüt­zung und dafür, dass Sie gemeinsam mit uns dazu beitragen, Orang-Utans und ihren Lebens­raum zu schützen.