Die neuen Wilden 2012 - 2015

Orang-Utans, die grundsätzlich fähig für die Auswilderung sind, benötigen trotzdem noch umfangreiche Vorbereitungen. Zunächst werden nach bestimmten Kriterien die konkreten Kandidaten ausgewählt. Diese unterzieht man medizinischen Tests und beobachtet, wie sie sich in veschiedenen Situationen verhalten. Sie sollen schließlich die bestmöglichen Chancen haben, in der Wildnis alt zu werden.

Bei der Auswilderung unterscheidet man zwei Klassen von Orang-Utans:

Manche Orang-Utans kommen im Alter von drei bis fünf Jahren in die Station. Man spricht hier von halbwilden (semi wild) Tieren, die zumindest grundlegende Überlebenstechniken beherrschen und in der Station lediglich gestärkt, medizinisch versorgt und in ihrem natürlichen Verhalten unterstützt werden. Diese Tiere können sich in der Regel rasch wieder an ihre natürliche Umgebung gewöhnen.
 
Anders sieht es bei den Tieren aus, die entweder als Babys zu BOS kamen oder jahrelang in Gefangenschaft gehalten wurden. Diese müssen durch ein mehrjähriges Rehabilitationsprogramm überhaupt erst in die Lage versetzt werden, wieder wilde Orang-Utans zu werden. Über sechs bis sieben Jahre - ähnlich lange wie ein junger Orang-Utan von seiner Mutter lernt - trainieren sie Fertigkeiten wie Nestbau und Nahrungswahl.

Nach erfolgreicher Auswilderung werden die Menschenaffen noch ein bis zwei Jahre beobachtet (Monitoring). Eigens dafür zusammengestellte Teams verfolgen vor Ort, wie sich die "neuen Wilden" in der Wildnis so machen. Dies geschieht durch direkte Beobachtung der Tiere und ihrer Aktivitäten sowie über Mini-Sender, die allen Orang-Utans vor ihrer Auswilderung in die Nackenhaut implantiert werden.

Allerdings ist die freie Natur eben kein reines Idyll. Der Tod gehört zu ihr wie das Leben. Wie in wilden Orang-Utan-Populationen sterben leider auch unsere ausgewilderten Orang-Utans nicht immer an Alterschwäche. Von den zwischen November 2012 und April 2014 Ausgewilderten haben 11 Individuen nicht überlebt (Stand Februar 2016). Einmal war es eine Krankheit, zweimal lagen Konflikte mit Menschen zugrunde. In den übrigen Fällen waren die genauen Ursachen nicht zu ermitteln. Mögliche Gründe sind Parasitenbefall oder giftige Tiere oder Pflanzen. 

Hier aber stellen wir die glücklichen Orang-Utans vor, die BOS von 2012-2015 auswildern konnte und die sich in der Freiheit offenbar gut eingelebt haben.

Joni ist ein Orang-Utan-Männchen, welches durch die Naturschutzbehörde einem Dorfbewohner in Ost- Kalimantan abgenommen wurde. Er kam nach Samboja Lestari, um sich dort der Rehabilitation zu unterziehen. Die Rehabilitation begann am 11.März 2014, als er sechs Jahre alt war.

Nach einem Jahr der Rehabilitation, wurde Joni in Gruppe zwei der Waldschule versetzt. Er ist für seine unabhängige Natur und seine Entdeckungsfähigkeiten bekannt.

Er bewegt sich sehr aktiv durch die Bäume und ist sehr gut in der Nahrungssuche. Joni würde auch Nächte im Wald verbringen. Dieser dunkelhäutige Orang-Utan-Mann ist jetzt sieben Jahre alt und wiegt 21 Kilogramm. Es ist Zeit ihn als wilder Orang-Utan in den Wald von Kehje Sewen ziehen zu lassen.

Hanung wurde am 28. Juni 2007 von einem Bewohner aus Balikpapan zur Rettungsstation Samboja Lestari übergeben.

Nach der Quarantäne kam Hanung zur Waldschule, um seine natürlichen Fähigkeiten und Verhaltensweisen wiederzugewinnen.

Dieser dunkle Orang-Utan mit braunem Haar ist ein freundliches Wesen mit einem dicken Bart. Er liebt es mit anderen Zeit zu verbringen. Er ist sehr aktiv und durchstreift den Wald sehr intensiv. So freundlich er auch ist, mag er es nicht wenn andere Orang-Utans sein Essen wegschnappen.

Jetzt ist Hanung neun Jahre alt und wiegt 31 Kilogramm. Bald darf er in den Wald von Kehje Sewen, wo er sich zu einem wilden Orang-Utan entfalten kann.

Teresa ist ein Orang-Utan-Weibchen welches von der BKSDA aus Muara Wahau in Ost-Kalimantan am 18. Juni 2010  konfisziert wurde. Als sie nach Samboja Lestari kam, war sie zwei Jahre alt und begann ihre Rehabilitation mit der Waldschule.

Ihre Fähigkeiten im Nestbau sowohl die Nahrungssuche oder die Erkennung natürlicher Prädatoren stellen für sie kein Problem dar. Ihre Neugierde sorgt zudem dafür, dass sie aktiver wird und jede Ecke von Samboja Lestari auskundschaften möchte.

Diese wunderschöne Orang-Utan-Dame ist sieben Jahre alt und wiegt 29 Kilogramm. Nach fünf Jahren Rehabilitation, erhält sie eine neue Chance als freier und wilder Orang-Utan in Kehje Sewen zu leben. Diese Auswilderung ist ein leichtes Spiel für Teresa und Bungan, da sie nach Hause zurückkehren.

Bungan kam am 24. Mai 2007 nach Samboja Lestari. Sie wurde von einem Bewohner aus Muara Wahau an die BOS Foundation übergeben. Zu diesem Zeitpunkt war sie ein Jahr alt.

 

Bungan hat sich zu einem unabhängigen und starken Orang-Utan entwickelt. Ihre Fähigkeiten wurden in der Waldschule immer besser. Sie ist sehr intelligent in der Auswahl natürlicher Früchte und im Nestbau. Die meiste Zeit verbringt sie in den Bäumen und mag es jüngere Orang-Utans zu unterrichten.

Diese Schönheit ist neun Jahre alt und wiegt 32 Kilogramm. In den letzten acht Jahren hat sie viele überlebensnotwendige Fähigkeiten erlernt. Bald lebt sie ihr Leben als wilder Orang-Utan im Wald von Kehje Sewen. Diese Auswilderung ist auch für sie leichtes Spiel denn sie spielt gerne mit Wasser und ihren Besten Freunden Hanung, Leonie und Long, die ebenfalls ausgewildert werden.

Erica ist ein Orang-Utan-Weibchen, welches die Naturschutzbehörde von einem Dorfbewohner in Ost-Kalimantan abgenommen hatte. Sie kam am 17. April 2006 in Samboja Lestari an, als sie gerade mal zehn Monate alt war und die Pflege unserer Babysitter dringlich gebraucht hat.

Erica und ihre Artgenossen lernen und spielen jeden Tag zusammen in der Waldschule. Mit jedem weiteren Tag werden ihre Entwicklungen immer beeindruckender. Man kann sie als einen unabhängigen Orang-Utan betrachten, der sehr aktiv die Bäume erkundet und eine faszinierende Entdeckerin ist.

Nun ist Erica neun Jahre alt und 23 Kilogramm schwer. Bald wird sie in ihr wahres Zuhause in den Wald von Kehje Sewen ausgewildert.

Die Orang-Utan-Dame Long wurde am 8. August 2007 von einem Dorfbewohner gefunden und dann der BOS Foundation übergeben. Sie war gerade ein Jahr alt, als sie nach Samboja Lestari kam. Bei ihrer Rettung zeigte sie wildes Verhalten und wollte in  ihrem natürlichen Lebensraum bleiben. Sie mochte  es nicht berührt oder umarmt werden. Gefunden wurde Long in der Nähe vom Wald von Kehje Sewen. Long hat sich zu einem dominanten Weibchen mit guten Fähigkeiten und einer sanften mütterlichen Seite entwickelt. In der Waldschule ergriff sie die Chance, die Verantwortung für einen jungen Orang-Utan namens Arief zu übernehmen und wurde so seine Pflegemutter. Wo auch immer Long hingeht, weicht ihr Arief nicht von der Seite. Gemeinsam verbringen die beiden lange Stunden im Spielen und Essen. Außerdem wurde sie häufig dabei beobachtet, wie sie Arief den Wald zeigt, sowie ihm beibringt natürliche Früchte zu identifizieren oder Nester zu bauen.

Jetzt ist sie neun Jahre alt und wiegt 34 Kilogramm. Sie ist bereit, wieder als wilder Orang-Utan im Wald von Kehje Sewen zu leben und wird zusammen mit Arief ausgewildert.

Arief ist ein junges Orang-Utan-Männchen, welches von der Naturschutzbehörde aus Ost-Kalimantan konfisziert wurde. Der zweijährige verlor seine Mutter und befand sich seit März 2013 in der Obhut der BOS Foundation. In der Waldschule traf er auf Long, einer neunjährigen Orang-Utan-Dame, die ihn als Adoptivsohn akzeptierte und ihn wie ihr eigenes Kind liebte. Die Geschichte dieser besonderen Beziehung begann mit einem Treffen in der Waldschule Level 1. Long war damals Schülerin der Waldschule Level 2. Long befand sich  außerhalb der üblichen Sichtweise und kam in die Waldschule  Level 1, wo Arief spielte. Sie begutachtete ihn zum ersten Mal und es schien als ob ihre mütterlichen Instinkte geweckt wurden, da sie ihn sofort auf ihren Arm nahm. Arief ein junger Waise, der die mütterliche Nähe brauchte, akzeptierte sie bedingungslos. Seither sind beide unzertrennlich.

Dank der Pflege unserer Babysitter und der mütterlichen Pflege von Long wuchs er zu einem stattlichen Männchen heran. Er ist fünf Jahre alt und wiegt 14 Kilogramm. Arief wird jetzt mit seiner Pflegemutter in den Wald von Kehje Sewen in die Freiheit entlassen.

Leonie ist ein weiblicher Orang-Utan, welches von einem Dorfbewohner aus Ost-Kalimantan der BOS Foundation übergeben wurde. Der Finder behauptete, sie in der Nähe eines Bergwerkes gefunden zu haben. Am 8.November 2006 erreichte sie dann Samboja Lestari im Alter von zwei Jahren und einer großen Enttäuschung gegenüber Menschen.

Leonie die helles braunes Haar und eine große Statur hat, ist eines  der cleversten Schülerinnen in Level 2 der Waldschule. Ständig ermutigt sie ihre Freunde dazu, sie bei Entdeckungstouren und streifen durch den Wald zu begleiten. Außerdem zeigt sie ihnen, welche Früchte essbar sind. In der Waldschule zeigte sie immer die Verachtung gegenüber den Pflegern. Sie ist jetzt ein großer und unabhängiger Orang-Utan.

Mit ihren elf Jahren und einem Gewicht von 34 Kilogramm ist sie bereit ihre erlernten Fähigkeiten im Wald von Kehje Sewen unter Beweis zu stellen.

Ajeng ist ein weiblicher Orang-Utan. Sie wurde von der Naturschutzbehörde in Ost-Kalimantan von illegaler Tierhaltung gerettet. Sie kam am 9. August 2007 in Samboja Lestari an als sie gerade ein Jahr alt war. Ajeng befand sich in guter physischer Verfassung und zeigte zum Teil noch ihr wildes Verhalten. Sie mochte die menschliche Nähe gar nicht und sehnte sich zurück in den Wald.

Über die Zeit, wuchs Ajeng zu einer intelligenten und willigen Schülerin heran. In Level 2 der Waldschule in Samboja Lestari ist sie eins der schlauesten Orang-Utans. Sie ist so gut wie unabhängig und ziemlich gut darin, natürliche Früchte zu identifizieren. Außerdem ist sie eine gute Entdeckerin und sehr aktiv in den Bäumen unterwegs. Im Vergleich zu ihren Artgenossen, ist sie ein sehr entschlossenes Weibchen.

Jetzt ist Ajeng neun Jahre alt und bringt 33 Kilogramm auf die Waage. Diese wunderschöne Orang-Utan-Dame wird bald dazu in der Lage sein, ihre Unabhängigkeit zurück im natürlichen Habitat des Waldes von Kehje Sewen zu beweisen.

Cheetah wurde 2001 nach ihrer Beschlagnahmung in Jakarta in Nyaru Menteng aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war sie drei Jahre alt und in keinem guten Zustand. Ihr rechter Daumen war von einem Messer so traktiert worden, dass die BOS-Tierärzte ihn nur noch amputieren konnten. Einige Monate nach der Operation gesellte sich Cheetah zu ihren Kameraden in der Waldschule. Nach der Waldschul-Zeit wurde sie auf die Palas-Insel gebracht, wo sie zu einer munteren Entdeckerin wurde. Allerdings erlitt sie dort einen schweren Sturz, der einen komplizierten Armbruch nach sich zog. Ihr musste eine spezielle Titaniumplatte eingesetzt werden. Nach der OP erholte sie sich schnell und ihr linker Arm ist nun wieder völlig funktionstüchtig. Mit 17 Jahren und nach 14 Jahren der Rehabilitation durfte die Orang-Utan-Dame ab August 2015 endlich die Freiheit in Bukit Batikap genießen.

Samba wurde 2000 in dem Dorf „Samba“ beschlagnahmt, daher sein Name. Als einjährige Waise war er ohne seine Mutter aufgefunden worden. Die BOS-Waldschule absolvierte er im Rekordtempo und überall nahm man sich vor ihm in Acht, weil er bekannt für seine Abneigung gegen Menschen war. Bevor er seine Quarantänezeit vor der Auswilderung antrat, lebte er zufrieden auf der Flussinsel Palas, wo er sich zu einem dominanten Orang-Utan-Mann entwickelte. Er ist ganz besonders begabt darin, die leckersten Früchte zu finden und spürt auch das kleinste Termitennest auf. Von seinen männlichen Artgenossen wird er gefürchtet. Der 90-Kilo-Koloss wurde 2015 siebzehn Jahre alt und macht nun den Dschungel von Bukit Batikap unsicher.

Bento wurde 2004 in Jakarta aus einem Privathaushalt gerettet, wo man ihn als Haustier gehalten hatte. Die Naturschutzbehörde hatte ihn beschlagnahmt und an BOS übergeben. Er war damals schon 13 Jahre alt. Nach einigen Jahren der Eingewöhnung (Für Bento war die Gegenwart von Artgenossen fremd) konnte er auf die Flussinsel Kaja umgesiedelt werden. Dort legte er ein sehr dominantes Verhalten an den Tag, gebar sich Menschen gegenüber aggressiv und war am liebsten allein, was ganz typisch für erwachsene Orang-Utan-Männchen ist. Als dominantes Männchen bringt er stattliche 75 kg auf die Waage (2015), hat er ausgeprägte Backenwülste und ein langhaariges Fell. Bento findet sich sicher schnell in seiner neuen Heimat zurecht.

Gembira heißt übersetzt „glücklich“. Sie ist Sumehs Tochter und deren erstes 2007 auf der Kaja-Insel geborenes Kind. Sie beherrscht vortrefflich den Nestbau, das Erkennen natürlicher Feinde und die Nahrungssuche. Neigierig und sehr aktiv erforschte sie die Insel gern auf eigene Faust. Wie ein wilder Orang-Utan meidet sie menschliche Nähe und verleiht ihrem Missfallen darüber mit typischen "Kussgeräuschen" Ausdruck. Mit ihren acht Jahren (2015) ist Gembira bereit, in ihrer Waldheimat zu leben – gemeinsam mit ihrer Mutter und dem kleinen Bruder Sawung.

Der kleine Sawung ist Sumehs jüngtes Kind und lebt zusammen mit seiner Mutter in Bukit Batikap. Gembira ist seine ältere Schwester.

Sumeh wurde 2000 als Vierjährige in einer Wohnung in Palangka Raya beschlagnahmt. Sie war fast vollständig abhängig von Menschen – die Folge ihrer langen Gefangenschaft. Daher benötigte sie intensive Betreuung in der Waldschule, um ihre natürlichen Fähigkeiten und ihr wildes Verhalten zurückzuerlangen.

Während ihrer 15 Jahre der Rehabilitation hat Sumeh zweimal Nachwuchs auf der Insel Kaja bekommen. Ihre erste Tochter Gembira, die 2007 geboren wurde, lebt mittlerweile selbstständig. Sumehs zweites Kind, der 2014 geborene Sawung war noch auf die schützenden Arme seiner Mutter angewiesen.

Obwohl sie im Rehabilitationszentrum aufgewachsen ist, zeigt Sumeh ein überraschend natürliches Verhalten gegenüber ihrem Nachwuchs. Sie ist eine aktive und unabhängige Orang-Utan-Dame, die bewiesen hat, dass sie für das Leben im richtigen Urwald bereit ist. Sie wurde 2015 neuzehn  Jahre alt und lebt nun gemeinsam mit ihren Kindern Gembira und Sawung in Bukit Batikap.

Mumpuni ist ein richtiges Energiebündel. Er mag Menschen überhaupt nicht und versteckt sich immer sofort hinter seiner Mutter Mawar, wenn sich ein BOS-Mitarbeiter nähert. Mumpuni wurde 2015 drei Jahre alt. Jetzt leben beide im Regenwald von Bukit Batikap.

Mawar wurde im November 2000 von der Naturschutzbehörde in Palangka Raya beschlagnahmt, wo sie als Haustier gehalten wurde. Sie kam als 7-Jährige nach Nyaru Menteng – auf einem Auge blind. Nach der Waldschule lebte sie auf der BOS-Insel Kaja, wo sie eine der temperamentvollsten Orang-Utan-Damen war. 2012 bekam sie ihren ersten Sohn: Mumpuni. Nach 15 Jahren der Rehabilitation in Nyaru Menteng ist Mawar heute (August 2015) 22 Jahre alt.

Meklias wurde 2015 drei Jahre alt. Mit den Erfahrungen, die seine Mutter während ihrer neun Jahre in Nyaru Menteng gemacht hat, wird Meklias nun direkt im Bukit-Batikap-Urwald lernen, wie man als wilder Orang-Utan lebt.

Das damals dreijährige Orang-Utan-Mädchen wurde 2006 aus einer Palmölplantage gerettet. Sie hatte Schrammen in Gesicht und Nacken, die auf frühere Misshandlungen hinwiesen. Nach der Waldschule kam Meklies auf die Kaja-Insel. Schnell fanden mehrere Männchen auf der Insel Gefallen an ihr. 2012 bekam sie ihren ersten Sohn, der Meklias genannt wurde. Die schöne Meklies liebt ihren Sohn über alles.

Als Nora 2003 in einem Privathaushalt beschlagnahmt wurde, war sie vier Jahre alt und wog 12 kg. Nora lebte die letzte Zeit auf der Palas-Insel. Weil sie sich bei einer Auseinandersetzung mit einem anderen Orang-Utan Wunden am Rücken und am Auge zugezogen hatte, musste sie 2010 wieder nach Nyaru Menteng geholt werden. Nach drei Jahren in einem Käfigkomplex wurde sie 2013 schließlich auf die Insel Kaja gebracht. Die unabhängige Nora zeigte sich kaum in der Nähe der Fütterungsplattform, weil sie es offenbar spannender fand, die Insel zu erkunden und selbst Futter zu suchen. Vielleicht hatte sie aber auch Angst davor, wieder ihre geliebte Insel verlassen zu müssen. Nun hat die 16-Jährige ihre letzte Menschen-Reise angetreten. In Zukunft gestaltet sie ihre Reisen ganz alleine durch die Baumwipfel von Butik Batikap.

Afri wurde in der Provinzhauptstadt Palanka Raya als Haustier gehalten und 1999 beschlagnahmt. In Nyaru Menteng musste die Vierjährige erst wieder lernen, sich wie ein Orang-Utan zu verhalten. Ihre Artgenossen halfen ihr dabei. Nach der Waldschule lebte sie schließlich auf der Insel Palas, auf der sich die freundliche Orang-Utan-Dame gut mit den anderen Inselbewohnern verstand. Sie ist als Entdeckerin bekannt und zeigte sich hervorragend in der Auswahl natürlicher Nahrung. Afri hat in Nyaru Menteng 16 Jahre lang ihre natürlichen Fähigkeiten erlernen können und ein neues Leben in Bukit Batikap begonnen.

Chiki ist ein Weibchen, das am 24. September 2003 von der Naturschutzbehörde BKSDA bei konfisziert wurde, als sie 4 Jahre alt war. Chiki wuchs bei BOS zu einer unabhängigen Orang-Utan-Dame heran. Nachdem sie 2005 die Waldschule beendete, konnte sie auf die Bangamat-Insel umziehen. Die zwölf Jahre, die sie im Rehabilitationszentrum verbrachte, halfen ihr, eine Vielzahl von überlebensnotwendigen Fähigkeiten zu erwerben. Die kann sie nun endlich als freier Orang-Utan im Wald von Bukit Batikap anwenden.

Jamartin ist heute (August 2015) ein zweijähriger kräftiger Orang-Utan-Junge und wiegt drei Kilogramm. Zusammen mit seiner Mutter Jambi leben er nun endlich zusammen in seiner wahren Heimat.

Sigi wurde 2007 von einem Dorfbewohner zu BOS in die Rettungsstation gebracht. Er hatte Sigi in einer Palmölplantage nahe des Dorfs Pundu gefunden. Sigi war in einem sehr schlechten Zustand, hatte eitrige Wunden an den Händen. Als er nach Nyaru Menteng kam, wurde er umgehend medizinisch behandelt und verbrachte die ersten Wochen in der Tierklinik. Drei Finger mussten amputiert werden. Einige Monate nach der Operation begann Sigi schon, seine Kletterkünste in der Waldschule unter Beweis zu stellen. Seine Behinderung hielt ihn nicht davon ab. 2012 trat er die letzte Stufe im Rehabilitationsprozess auf der Insel Bangamat an. Der 2015 elf Jahre alte und 45 kg schwere Sigi zeigt seine Zähne, wenn sich ihm Menschen nähern. Er wird sich in Bukit Batikap gut zurecht finden.

Mardianto wurde 2005 als zweijähriges Orang-Utan-Junges von der Naturschutzbehörde BKSDA aus einem Anbaugebiet für Ölpalmen gerettet. In Nyaru Menteng durchlief er alle Rehabilitationsstufen und wuchs zu einem selbstbewussten Orang-Utan-Mann heran. Als er die Waldschule 2012 verließ, wurde er auf die Bangamat-Insel umgesiedelt. Mardianto hat eine breite, flache Stirn und ein dunkles Gesicht. Er versteht sich gut mit seinen Artgenossen und hat besonders mit Maha und Wombat viel Zeit verbracht. Er ist ein sehr aktiver und abenteuerlustiger Orang-Utan. Der 2015 dreizehnjähige Mardianto war nach zehn Jahren Rehabilitation soweit, in seiner natürlichen Heimat, dem Dschungel Borneos zu leben, gemeinsam mit seinem besten Freund Wombat.

Die Orang-Utan-Dame Jambi wurde schon 1999 aus den Händen eines Dorfbewohners konfisziert. Damals war sie drei Jahre alt war und wog nur sechs Kilogramm. Sie war gesundheitlich in einem sehr schlechten Zustand und hatte Verletzung am Finger, die vermutlich von einer Machete stammte. Vielleicht hatte sie sich geweigert, ihre tote Mutter loszulassen. Nach der Waldschule wurde sie auf die Flussinsel Palas umgesiedelt – die letzte Station vor ihrer Auswilderung. Da sie gern allein auf Entdeckungstour geht, verschwand sie eines Tages und war drei Monate lang wie vom Erdboden verschluckt. Im Dezember 2012 war sie dann plötzlich wieder da und bekam am 20. Juni 2013 ihren kleinen Sohn, der Jamartin genannt wurde. Gemeinsam mit ihm zog sie dann auf die Kaja-Insel und kehrte 2015 – als 18-Jährige –zurück in ihrer wahren Heimat.

Wombat wurde 2007 in einem Privathaushalt beschlagnahmt. Als er nach Nyaru Menteng kam, war er zwei Jahre alt und wog 11 Kilogramm. Seit 2012 lebte er auf der Flussinsel Bangamat. Er hat ein freundliches Wesen und ist gern in Gesellschaft von anderen Orang-Utans. Wombat ist sehr aktiv und geht gern auf Erkundung. Aus der Reserve wird er nur gelockt, wenn ein anderer Orang-Utan ihm seine Früchte wegnehmen will. Dann kann er sehr ungemütlich werden. Markant ist sein dünner roter Bart. Nachdem er acht Jahre in der BOS-Rehabilitation verbracht hat, ist er mittlerweile (2015) 11 Jahre alt und 38 Kilo schwer. Besonders gespannt sind wir auf das Wiedersehen mit Maha im Bukit-Batikap-Wald.

Benjol wurde 2005 von der Naturschutzbehörde in einem Dorf in Zentral-Kalimantan beschlagnahmt. Das verwaiste 2-jährige Orang-Utan-Mädchen war von einem Dorfbewohner aus einer Ölpalmplantage gerettet worden. Die lebhafte Benjol hatte sich bei ihrer Ankunft in Nyaru Menteng noch einiges an wildem Verhalten bewahrt und ihre Überlebensfähigkeiten rasch ausgebaut.
 
2015 war sie 12 Jahre alt und wog 28 kg. In Bukit Batikap hat ihr Leben neu begonnen.

Didik stammt ebenfalls aus einer Beschlagnahmung. Er kam im Jahr 2000 als Vierjähriger nach Nyaru Menteng. Nach einer zweimonatigen Quarantäne ging er zur Waldschule und danach auf die Kaja-Insel, um die finale Phase seiner Ausbildung zu beginnen. 2015 wurde er 18 Jahre alt und wog 75 kg. Der kleine Didik hat sich zu einem großen, dominanten Männchen mit voll ausgebildeten Backenwülsten entwickelt. Anhand seiner etwas nach hinten versetzten Stirn ist er leicht zu erkennen. Nun kann Didik seine Fähigkeiten und seine Unabhängigkeit als wirklich freier Orang-Utan im Wald von Bukit Batikap beweisen.

Maha stammt aus der Stadt Mahajandau in Zentral-Kalimantan. 2007 wurde er von BOS zusammen mit der Forstpolizei und der Naturschutzbehörde beschlagnahmt. Damals war er erst zweieinhalb Jahre alt. Weil er die ersten zwei Jahre seines Lebens in Freiheit verbracht hatte, konnte er als sogenannter „halbwilder“ Orang-Utan im Rehabilitationsprozess eingestuft werden. Deshalb machte Maha auch rasche Fortschritte in der Waldschule. Er war sehr geschickt bei der Auswahl wilder Früchte und beim Nestbau und verbrachte die meiste Zeit in den Bäumen - stets aktiv und unabhängig. 2015 war Maha 10 Jahre alt und wog 35 Kilogramm. Nach acht Jahren im Rehabilitationszentrum kann der hübsche Maha nun wieder ein Leben in Freiheit genießen. 

Als Mentos am 22. Juni 2000 aus einem Privathaushalt beschlagnahmt wurde, war sie erst zweieinhalb Jahre alt. Nach der Quarantäne besuchte sie die Babygruppe. Die dunkelhaarige Orang-Utan-Dame wurde nach der Babygruppe und der Waldschule erst auf die Palas- und 2013 schließlich auf die Kaja-Insel umgesiedelt. Obwohl sie so ruhig ist, verbringt sie gern Zeit mit anderen Orang-Utans und liebt das Wasser. 2015 wurde sie 17, wog 50 Kilogramm und kann endlich wieder als wilder Orang-Utan durch die Baumwipfel von Bukit Batikap streifen.

Jatihan wurde aus illegaler Privathaltung konfisziert. Er kam am 6. Januar 2008 nach Nyaru Menteng und war damals erst eineinhalb Jahre alt. Nach der Waldschule, die er vorbildlich meisterte, wurde Jatihan auf die Bangamat-Insel umgesiedelt. Er hatte sich zu einem furchtlosen jungen Orang-Utan mit guten Kletterfertigkeiten entwickelt - trotz eines fehlenden Fingers, der von unseren Tierärzten nach einem Konflikt mit einem anderen Orang-Utan amputiert werden musste. Er ist ein großer Entdecker und liebt es, sich mit anderen Orang-Utans auszutauschen. 2015 war er schon neun Jahre alt und wog 40 Kilogramm. Das Orang-Utan-Männchen mit dem dunkelbraunen Fell und dem stattlichen Bart hat seinen Weg in die Freiheit gefunden und ein neues Leben im Bukit-Batikap-Wald begonnen.

Das Orang-Utan-Weibchen Dewi wurde am 10. November 2001 in Ost-Java konfisziert. Als sie nach Nyaru Menteng gebracht wurde, war sie sechseinhalb Jahre alt. Dort begann sie ihren Rehabilitationsprozess in der Waldschule. 2005 wurde die wunderschöne braunhaarige Orang-Utan-Dame mit den schwarzen Punkten auf den Augenlidern dann auf die Bangamat-Insel versetzt. Dewi hat trotz ihres fröhlichen Gemüts stets einen sorgenvollen Gesichtsausdruck. 2015 wurde Dewi 20 und wog 44 kg. Sie mag es nicht, wenn Menschen auf sie zukommen und zieht sich dann sofort zurück. Nach 13 Jahren Training im Rehabilitationszentrum war sie bereit, den Bukit-Batikap-Wald ihr neues Zuhause zu nennen.

Orang-Utan-Dame Compost wurde von einem Arbeiter einer Ölpalmenplantage mutterlos in Zentral-Kalimantan gefunden. Ihr Alter wurde damals auf 2 Jahre geschätzt. Nachdem sie von einem Anwohner zwei Tage gepflegt worden war, brachte das Rettungsteam von BOS sie nach Nyaru Menteng. Der Name „Compost“ stammt von dem berühmten Tierfilmer und -fotografen Alain Compost, der die Dokumentation „Story Of Rimba“ drehte, in der Compost als Baby-Rimba mitgewirkt hatte. Sie ist mittlerweile zu einem unabhängigen und starken Orang-Utan herangewachsen. Nach der Waldschule bewohnte sie die Vor-Auswilderungsinsel Palas, und seit 2013 die Insel Kaja. Compost war 2015 13 Jahre alt. In den letzten Jahren hat sie in Nyaru Menteng viele Fertigkeiten für das Überleben im Wald erlernt. Jetzt lebt sie im Wald von Bukit Batikap.

Kiki kam am 18. April 2001 nach Nyaru Menteng, nachdem sie beschlagnahmt wurde. Sie war in West-Kalimantan illegal als Haustier gehalten worden. Damals war sie sechs Jahre alt und wog 18,5 Kilogramm. Neben dem leichten Untergewicht litt sie an einer Atrophie, einem Gewebsschwund, aufgrund des langen Aufenthalts in dem engen Käfig. Sie hatte nicht genug Platz, um sich in dem Käfig aufrichten zu können und war völlig verängstigt. In Nyaru Menteng kümmerte sich das Team liebevoll um die Kleine. Jeden Tag bekam sie Massagen und wurde von den BOS-Tierärzten umfangreich therapiert. Als es ihr besser ging, konnte sie in der Waldschule beweisen, dass sie sich wie ein wilder Orang-Utan verhalten konnte.

2005 wurde sie schließlich auf die Palas-Insel gebracht, wo sie es liebte, umherzustreunen. 2006 brachte sie die kleine Hardi zur Welt. Kiki und ihre Tochter waren zusammen mit Bonita, Kacio und Mego in der Dokumentation „Orangutan Island“ zu sehen. Mit 20 Jahren hat sie zusammen mit ihrer Tochter Hardi ein neues Leben im Bukit-Batikap-Wald begonnen.

Das Orang-Utan-Mädchen Hardi kam am 24. Oktober 2006 auf der Palas-Insel zur Welt. Nicht zuletzt durch ihr wildes und lebendiges Wesen lernte sie sehr rasch selbstständig Essbares zu finden und Schlafnester zu bauen. Sie verbringt die meiste Zeit in den Bäumen und  mag - wie ein wilder Orang-Utan -  die Anwesenheit von Menschen nicht.

Auf der Insel hatte sie nur wenig Kontakt zu anderen Orang-Utans gesucht. Nur weibliche, sanftmütige Orang-Utans genossen ihre Freundschaft; aber sie suchte nie die Nähe dominanter Männchen. Im Alter von acht Jahren wog die agile Hardi 26 Kilogramm und lebt nun mit ihrer Mutter Kiki in Bukit Batikap. 

Kacio wurde in Südkalimantan gerettet, als sie drei Jahre alt war. Das Orang-Utan-Weibchen mit dem dichten Fell kam am 13. Mai 2002 nach Nyaru Menteng. Sie hatte den mittleren Zeh ihres linken Fußes verloren, wahrscheinlich durch eine Verletzung mit einem scharfen Gegenstand. Kacio zog 2006 auf die Orang-Utan-Insel Palas, nachdem sie die Waldschule absolviert hatte. Kacio ist sehr begabt, wenn es darum geht, Futter zu finden. Sie verhielt sich sehr freundlich gegenüber fast allen Orang-Utans auf der Insel. Besonders gut war sie mit Kiki, Olympia und Yasmine befreundet. Wie schön, dass sie auch zusammen ausgewildert wurden!

Die selbstbewusste Karcio kam nur selten zur Fütterungsstelle, sondern erkundete viel lieber die Insel. Auch sie war einer der Stars in der Doku-Serie „Orangutan Island“. Mit 15 Jahren und 56 Kilogramm wurde der wunderschöne Orang-Utan mit den runden Augen im Bukit-Batikap-Schutzwald freigesetzt.

Bonita kam 2003 als Zweijährige zu BOS. Sie wurde in einem Dorf beschlagnahmt, in dem sie als Haustier gehalten worden war.  Das Orang-Utan-Kind wurde zunächst in der BOS-Babygruppe untergebracht. Als sie in die Waldschule kam, war Saturnus ihr bester Freund. Leider verstarb dieser 2011 an einer schweren Krankheit. Nach der Waldschule brachte man Bonita dann ebenfalls auf die Palas-Insel. Einmal war  Bonita zwei Monate lang verschwunden. Alle machten sich große Sorgen und eine erfolglose Suchaktion wurde gestartet. Eines Tages tauchte sie ganz unvermittelt wieder auf.

Bonita hat einen unbändigen Bewegungsdrang. Außerdem findet sie ohne Probleme essbare Blätter und Termiten und liebt die Gesellschaft anderer Orang-Utans. Mit vierzehn Lebensjahren und elf Jahren Rehabilitationserfahrung kommt sie sicher gut in Bukit Batikap zurecht.

Omego, auch Mego genannt, wurde aus Jakarta gerettet und kam 2001 nach Nyaru Menteng, als er gerade drei Jahre alt war. Als er gefunden wurde, hatte er Schorfwunden an der Brust sowie an Beinen und Armen. Nachdem die Tierärzte ihn versorgt hatten, konnte er sich erholen und an die Waldschule übergeben werden. 2005 kam er dann auf die Palas-Insel und wuchs dort zu einem dominanten Männchen mit Backenwülsten heran. Die Erfahrungen, die er in den 13 Jahren in Nyaru Menteng gesammelt hat, bereiteten ihn für ein Leben in der Wildnis gut vor. Tragischerweise wurde der draufgängerische 17-jährige und 72  Kilo schwere Orang-Utan wenigen Monate nach seiner Auswilderung von Unbekannten getötet.

Slamet wurde 1999 noch in der alten Station Wanariset entgegengenommen. Er war von BOS-Mitarbeitern in der Provinzhauptstadt Palangka Raya befreit worden, wo er illegal als Haustier gehalten wurde. Noch im selben Jahr wurde die Rehabilitations-Station Nyaru Menteng in Zentralkalimantan ganz in der Nähe von Palangka Raya gegründet, in der auch Slamet schließlich ein neues Zuhause fand. Zu diesem Zeitpunkt war er drei Jahre alt und 12 Kilogramm schwer.

Nach seiner Zeit in der Waldschule lebte er auf der Palas-Insel. Sein Bewegungsdrang, seine Dominanz und seine feindselige Einstellung gegenüber Menschen machten ihn zu einem idealen Auswilderungskandidaten. Und doch durfte er seine Freiheit nur sehr kurz auskosten. Wenige Monate nach seiner Auswilderung geriet er wohl in Konflikt mit Menschen und wurde getötet.

Am 27.3.2002 wurde Olympia nach Nyaru Menteng gebracht. Bevor sie auf ihre Auswilderung vorbereitet wurde, lernte sie zunächst in der Babygruppe und der Waldschule klettern, Nester bauen und essbare Früchte zu finden. Mit Kacio, ihrem Freund aus der Waldschule, lebte sie dann die letzten Jahre auf der Palas-Insel. Olympia ist ein liebenswürdiger und sehr sozialer Orang-Utan. Mit 15 Jahren und 53 Kilogramm war sie schließlich fähig, ein Leben in Freiheit zu verbringen.

Die damals einjährige Trold kam am 28. Februar 2002 nach Nyaru Menteng. Wie viele andere Orang-Utans wurde auch sie illegal als Haustier gehalten. Das junge, wild geborene Weibchen hatte bei ihrer Beschlagnahmung Wunden an Fingern und Zehen. Als sie 2006 die Waldschule hinter sich gelassen hatte, wurde sie auf die Palas-Insel gebracht. Trold hat ein schönes, dichtes Fell und ist eine Expertin im Erkunden ihrer Umgebung und im Erkennen der richtigen Nahrung im Wald. Außerdem hat sie ein freundliches Wesen und hält sich gern in Gesellschaft anderer Orang-Utans auf. Trold war 12 Jahre lang in Nyaru Menteng und wurde mit ihren 14 Jahren als auswilderungsfähig eingestuft.

Sella wurde von der indonesischen Naturschutzbehörde BKSDA in Palangka Raya beschlagnahmt und kam am 13.4.2002 nach Nyaru Menteng. Sie war erst drei Jahre alt. 2005 verließ sie die Waldschule und wurde auf die Palas-Insel umgesiedelt. Dort hat sie vor allem ihre Fähigkeiten bei der Nahrungssuche noch deutlich verbessern können. Am liebsten suchte sie nach Termiten. Sella wurde von allen Orang-Utans respektiert. Nach 12 Jahren Rehabilitation konnte sie im Alter von 15 Jahren endlich in die Wildnis des Bukit-Batikap-Waldes entlassen werden.

Für Miss Owen begann der Rehabilitationsprozess 1998 in Wanariset in Ost-Kalimantan. Wanariset war damals noch die einzige Orang-Utan-Rehabilitationsstation. Als im November 1999 Nyaru Menteng in Zentral-Kalimantan gegründet wurde, kam auch Miss Owen in die neue Station. Sie war zwei Jahre alt und wog sechseinhalb Kilo. In der Waldschule lernte Miss Owen die wichtigsten Dschungel-Lektionen und freundete sich mit Noor an. Noor war der erste Orang-Utan, der ein neues Zuhause in in Nyaru Menteng gefunden hatte. Er war schon im Februar in Bukit Batikap ausgewildert worden.

Seit 2004 lebte Miss Owen dann auf der Palas-Insel, wo sie viele neue Freunde fand. 15 Jahre Rehabilitation haben einen selbstbewussten Orang-Utan aus Miss Owen gemacht. Seit Apriol 2014 beweist sie, dass sie auch ohne menschliche Hilfe zurechtkommt. Und vielleicht hat sie ja auch schon bald ihren Freund Noor wiedergetroffen.

Wardah lebte ab 2006 in Nyaru Menteng. Die BKSDA (indonesische Naturschutzbehörde) und die BOS Foundation hatten sie aus einer Palmöl-Plantage gerettet. Sie war nur drei Jahre alt. Ihre Mutter war verschwunden, vermutlich getötet. Wardah ist ein sogenannter halb-wilder Orang-Utan. Zwar sind bereits acht Jahre seit Beginn der Rehabilitation vergangen, doch nach wie vor verhielt sie sich wie ein wilder Orang-Utan. Mit elf Jahren erlebt sie endlich wieder echte Freiheit.

Cuplis kam am 29.12.2005 nach Nyaru Menteng. Das BOS-Rettungsteam befreite sie aus dem Haus eines Schlangenbeschwörers. Cuplis war damals erst zwei Jahre alt. Sie war dünn und hatte eine Wunde, die wohl von einer Kette um ihre Hals stammte. Während ihrer Zeit in der Waldschule war die agile Cuplis bekannt für ihre Intelligenz. Mehrmals riss sie aus der Waldschule aus kam erst Tage später wieder zurück. Befördert von ihrer halb wilden Natur verbesserten sich ihre Fertigkeiten rasch. Mit 12 Jahren, strammen 52 Kilogramm und neun Jahren Rehabilitation in Nyaru Menteng war sie befähigt, selbstständig wieder in einem echten Wald zu leben.

Im Alter von vier Jahren kam Acul am 25.6.2001 aus Bontang nach Samboja Lestari. Er war erst vier Jahre alt. In der Waldschule lernte er schnell. Sein ungezügeltes Temperament und seine rasche Auffassungsgabe halfen ihm dabei. Er zeigte sich intelligent bei der Nahrungswahl und beim Nestbau.  Schon von Anfang an verbrachte er die meiste Zeit in den Bäumen. Acul ist heute ein dominanter Orang-Utan mit großen Backenwülsten. Trotz seiner Dominanz zeigt er sich nie aggressiv gegenüber seinen Freunden. 2014 wurde er 17 und brachte 62 Kilo auf die Waage. Nun erlebt der hübsche Acul die Freiheit im Kehje Sewen Wald.

Bajuri wurde 2006 sechsjährig nach Samboja Lestari gebracht. In der Waldschule war Bajuri sehr aktiv und unabhängig. Schnell meisterte er die Kunst des Nestbaus und erkannte schnell essbare Früchte und Blätter. Trotz seines dominanten Verhaltens ist er nicht aggressiv gegenüber seinen Freunden. Deshalb begannen schon bald die Vorbereitungen für seine Auswilderung. Mit 14 Jahren konnte Bajuri dann seine Überlebensfähigkeit im Wald von Kehje Sewen unter Beweis stellen.

Indo wurde 2001 von seinem Halter der BOS Foundation übergeben. Zu der Zeit wog Indo elfeinhalb Kilo und war fünf Jahre alt. Schnell gewöhnte er sich an sein neues Zuhause und war in seiner Waldschulgruppe der Beste. Der Umzug auf die Insel war der letzte Schritt vor der Auswilderung. Mit 18 Jahren war Indo bereit für ein Leben in seinem natürlichen Lebensraum.

Kent kam 1999 als zwei Monate altes Baby nach Samboja Lestari. Man hatte ihn auf einer Farm beschlagnahmt, auf der er - halb verdurstet und von Würmern - offensichtlich nicht gut behandelt worden war. Kent verließ 2004 die Waldschule und zog auf eine der Inseln. Mit 16 Jahren war er nun gut darauf vorbereitet, ein Leben in der Wildnis zu führen.

Leider stand seine Auswilderung unter keinem guten Stern.

Leke kam am 23. April 2001 nach Samboja Lestari. Das kleine Fellbündel, illegal als Haustier gehalten,  war drei Jahre alt und wog 5 Kg. Sie war dehydriert, hatte Durchfall und Mangelerscheinungen durch falsche, nicht artgerechte Ernährung. Zunächst musste sie eine Zeitlang aufgepäppelt und tierärztlich versorgt werden. Dann lernte sie in der Waldschule alles was sie zum Überleben im Dschungel wissen musste.

2008 kam sie auf eine der Inseln und konnte sich dort auf ihre Auswilderung  vorbereiten. Das große und dominante Weibchen lässt sich auch von ihren männlichen Artgenossen nicht beeindrucken und geht ihren Weg. Mit 16 Jahren und 51 kg Gewicht ist die mutige Leke bereit und gut gewappnet für ihr Leben in einem echten Regenwald.

Maduri kam am 16. Dezember 1998 als Zweijährige zu BOS. Sie war illegal als Haustier gehalten worden. Nachdem sie die Waldschule hinter sich gelassen hatte, begann für sie die letzte Phase der Rehabilitation auf einer der Inseln. Maduri zeigte Geschick und selbstständiges Verhalten. Trotz dieser guten Vorbedingung für ein Leben in Freiheit starb sie wenige Monate nach ihrer Auswilderung. Die Ursache konnte nicht ermittelt werden.

Nila kam am 22. April 1998 zu BOS. Sie stammt ebenfalls aus Bontang und war erst vier Jahre alt. Zunächst wurde sie im Sozialisierungsgehege untergebracht und lebte dort zusammen mit Titin, Juminten und Sarmi, die schon ein Jahr zuvor  ausgewildert wurden. Zuletzt bewohnte sie zusammen mit Oneng, die kurz nach ihr ausgewildert wurde, eine der Orang-Utan-Inseln der Station. Dort konnte sie ihre natürlichen Fähigkeiten für das Überleben im Wald schnell verbessern. Nila ist sehr gut bei der Auswahl der Nahrung und lehnte die von den Pflegern angebotenen Früchte irgendwann ab. Sie möchte sie lieber alleine suchen. Am liebsten ernährt sie sich sowieso von Blättern. Mit stolzen 20 Jahren kam sie in die Freiheit.

Oneng war bei ihrer Ankunft in Samboja Lestari 3 Jahre alt. Am 5.4.2006  hatte sie die örtliche Naturschutzbehörde beschlagnahmt. Nach einer Quarantänezeit konnte Oneng auf eine der Inseln ziehen. Zusammen mit Nila und Sarmi verbesserte sie dort ihr Können. Sarmi war bereits ausgewildert worden. Nun kamen Oneng und Nila an der Reihe.

Mit immerhin schon elf Jahren war Oneng der jüngste selbstständige Orang-Utan bei dieser Auswilderung. Oneng war berüchtigt für ihre Intelligenz und ihr Geschick beim Entwischen von der Insel. Sie hat zweifellos alle Fähigkeiten für das Überleben im Dschungel.

Upi wurde 2001 von einem Mann übergeben, der sie als Haustier gehalten hatte. Sie war fünf Jahre alt und 16 kg schwer. Auf ihrem Weg in Richtung Auswilderung lernte sie in der Waldschule und konnte schon 2004 auf eine der Inseln umziehen. Sie findet ohne Probleme ihre natürliche Nahrung und hat ein gutes Gedächtnis. Mit 18 Jahren konnte sie ein wunderschönes, freies Leben in ihrem neuem Zuhause, dem Kehje Sewen Wald beginnen.

Wani stammt ebenfalls aus einem Privathaushalt, in dem sie als Haustier gehalten wurde. Am 26. Juni 2002 kam sie als Fünfjährige nach Samboja Lestari. Wani hatte man mit gerade einmal zwei Monaten von ihrer Mutter getrennt und in einem Holzkäfig gefangen gehalten. Bei BOS besuchte sie bis 2004 die Waldschule und lernte dann weiter auf einer der Inseln. Sie hatte gelernt, sich in der Wildnis zu ernähren und erfüllte auch sonst alle Voraussetzungen für ein Leben im Regenwald. Doch Freiheit kann auch tückisch sein: Wani überlebte die ersten Monate in der Wildnis nicht. Die Ursache ihres Todes bleibt unbekannt - giftige Pflanzen, Gifttiere oder eine Krankheit können die Gründe gewesen sein.

Jane wurde von der Naturschutzbehörde 1999 im Alter von vier Jahren in Palangkaraya beschlagnahmt. Man weiß nicht, wie viel Zeit Jane in diesem Privathaushalt gelebt hatte. Bei ihrer Rettung wog sie 12,5 kg. Sie war sehr schüchtern und wich ihrer Babysitterin in Nyaru Menteng nicht von der Seite. Doch sie wurde älter und selbstbewusster, besuchte die Waldschule und lernte dort alles für das Überleben in der Wildnis. 2012 zog die Orang-Utan-Dame auf die Kaja-Insel um, wo sie nun beweisen musste, dass sie auch ohne Menschen zurechtkommt. Sie wurde immer abenteuerlustiger und unabhängiger. Jane hat inzwischen zwei Kinder.

Jojang wurde am 1.6.2007 noch auf der Kaja-Insel geboren. Jiro kam 2013 zur Welt, als Jane schon im Quarantäne-Komplex auf ihre Freilassung wartete. Eigentlich sollten Jane und Jojang schon im Februar 2013 ausgewildert worden sein. Doch als die Schwangerschaft festgestellt wurde, beschlossen die Tierärzte, die Geburt des Kindes noch abzuwarten. Jiro war schon seit der Geburt gesund und ist jetzt sieben Monate alt. Er wiegt  2,5 kg. Jane ist ebenfalls wohlauf. Sie ist heute (2014) 19 Jahre alt und wiegt 40,5 kg. Zu dritt erkunden sie  ihre neue Heimat.

Jojang ist Janes erster Sohn und wurde auf der Kaja-Insel am 1.6.2007 geboren. Seine Mutter überschüttete ihn regelrecht mit Liebe und lehrte ihn, in der Wildnis zu überleben. Der Orang-Utan-Junge mit dem dichten Fell verhält sich schon wie ein wilder Orang-Utan. Er mag die Anwesenheit von Menschen ganz und gar nicht. Jojang ist bereits ein Inselprofi und ein Experte im Nestbau. So ganz traute er sich aber dennoch nicht, seine  Mutter zu verlassen. 2014 war Jojang sieben Jahre alt und wog 16 kg. Im Dschungel Borneos wird er bestimmt seinen eigenen Weg finden.

Kitty wurde ebenfalls von der indonesischen Naturschutzbehörde (BKSDA) in einem Haushalt in Palangkaraya konfisziert. Das war am 12. August 2000. Sie war erst vier Jahre alt und wog 12 Kilo, als sie in Nyaru Menteng ankam. Auf der Palas-Insel, am Ende ihrer Rehabilitationszeit bei BOS, zeigte sich Kitty als sanfter Orang-Utan, der sich gut mit anderen Orang-Utans verstand. Kitty ist  abenteuerlustig und selbstständig. Am 6.8.2011 gebar sie die kleine Kate. Zusammen mit ihr macht sie nun Bukit Batikap unsicher.

Kitty wurde ebenfalls von der indonesischen Naturschutzbehörde (BKSDA) in einem Haushalt in Palangkaraya konfisziert. Das war am 12. August 2000. Sie war erst vier Jahre alt und wog 12 Kilo, als sie in Nyaru Menteng ankam. Auf der Palas-Insel, am Ende ihrer Rehabilitationszeit bei BOS, zeigte sich Kitty als sanfter Orang-Utan, der sich gut mit anderen Orang-Utans verstand. Kitty ist  abenteuerlustig und selbstständig. Am 6.8.2011 gebar sie die kleine Kate. Zusammen mit ihr macht sie nun Bukit Batikap unsicher.

Zena war fünf Jahre alt und 24 Kilo schwer,  als sie 2002 von der indonesischen Naturschutzbehörde BKSDA beschlagnahmt wurde. Weil sie lange Zeit als Haustier gehalten wurde, war Zena sehr von Menschen abhängig. In der Waldschule der Rettungsstation entdeckte sie aber wieder ihre natürlichen Fähigkeiten und Verhaltensweisen.

Zena ist introvertiert und bevorzugt die Einsamkeit. Aber sie liebt es, den Wald zu entdecken und in den Bäumen zu klettern. Auf der Hampak-Insel saß sie oft allein auf einem hohen Baum. Auch bei der Futtersuche ist sie sehr geschickt. Im Februar 2010 hatte sie auf der Insel ein Baby, William, zur Welt gebracht. 2014 war Zena 17 Jahre alt und 43 Kilo schwer, Baby William vier Jahre alt und acht Kilo schwer. William und seine Mutter Zena dürfen nun endlich als wilde Orang-Utans im Urwald leben.

Im Februar 2010 hatte Zena auf der Insel ein Baby, William, zur Welt gebracht. 2014 war Zena 17 Jahre alt und 43 Kilo schwer, Baby William vier Jahre alt und acht Kilo schwer. William und seine Mutter Zena dürfen nun endlich als wilde Orang-Utans im Urwald leben.

Die vierjährige Dita wurde im November 2002 konfisziert. Sie besuchte in Nyaru Menteng die Waldschule und lebte dann auf der Hampak-Flussinsel. Sie ist aktiv und zeigt gegenüber ihren Artgenossen ein freundliches Wesen. Am 23.1.2012 bekam Dita ein Baby, das Halt getauft wurde. Halt wurde 2014 zwei Jahre alt und war sieben Kilo schwer. Beide leben nun in Bukit Batikap.

Judy wurde 2002 von der indonesischen Naturschutzbehörde BKSDA aus illegaler Haltung beschlagnahmt und kam im Alter von sechs Jahren auf die Station Nyaru Menteng. Im Oktober 2012 bekam Judy ein Baby. BOS-Mitarbeiter nannten ihn Son. Judy liebte ihn offensichtlich sehr und begann damit, dem Zweijährigen wichtige Lektionen für das Überleben im Dschungel beizubringen.

 2014 wurde die damals 58 Kilo schwere Orang-Utan-Dame 18 Jahre alt und erfüllte alle Vorausetzungen für ein Leben in Freiheit. Am 7. Februar 2014 wurde sie zusammen mit ihrem Baby in Kehje Sewen ausgewildert. Aber die freie Natur ist nicht immer schön: Ranger fanden nur wenige Monate später ihre sterblichen Überreste. Was zu ihrem Tod geführt hat, ließ sich nicht mehr feststellen. Vielleicht hat sie trotz aller Vorbereitung giftige Früchte probiert, vielleicht wurde sie von einer Giftschlange gebissen, vielleicht erlag sie dem Befall durch Parasiten. Auch für Orang-Utans kann die Wildnis hart sein.

Im Oktober 2012 bekam Judy ein Baby. BOS-Mitarbeiter nannten ihn Son. Judy liebte ihn offensichtlich sehr und begann damit, dem Zweijährigen wichtige Lektionen für das Überleben im Dschungel beizubringen. Am 7. Februar 2014 wurde Judy zusammen mit ihrem Baby in Kehje Sewen ausgewildert.

Jupiter war erst ein Jahr alt und 4 Kilo leicht als sie konfisziert wurde. Sie hatte ihre Mutter verloren und fand am 13. März 2001 in Nyaru Menteng ein neues Zuhause. Nachdem sie die Waldschule absolviert hatte, zog  sie im Dezember 2006 auf die Palas-Insel. Sie ist aktiv und abenteuerlustig, doch mischt sie sich nur selten unter Artgenossen.

Am 29. April 2013 bekam Jupiter ihr erstes Baby, Julfa. Jupiter zeigt ihrer Tochter bestimmt, wie man sich als echter wilder Orang-Utan verhält. Wir wünschen beiden alles Gute für ihr Leben in Freiheit.

Joys wurde 2003 von der indonesischen Umweltbehörde BKSDA gerettet. Sie war ebenfalls als Haustier gehalten worden und hatte eine große Narbe am Hals, die von der Kette stammte, an der sie jahrelang gehalten wurde. Als sie nach Nyaru Menteng kam, war sie schon 33 Kilo schwer und acht Jahre alt. Nach zehn Jahren in der Waldschule lebte Joys eine lange Zeit auf der Hampak-Insel. Sie ist ein sehr sozialer Orang-Utan, der aber wieder gelernt hat, sich wie ein Wildtier zu verhalten und nicht wie ein Haustier. 2024 war sie 19 Jahre alt. Leider starb sie wenige Monater nach ihrer Auswilderung aus unbekannter Ursache. Giftige Früchte, der Biss eines giftigen Tieres oder Parasitenbefall kann der Grund gewesen sein. Solche traurigen Geschehnisse gehören leider auch zur Freiheit. Die Natur ist nicht immer nett.

Hamlet wurde gerettet, nachdem ein Dorfbewohner gemeldet hatte, dass in der Nachbarschaft ein Orang-Utan-Kind als Haustier gehalten würde. Das war 2001. Hamlet wurde sofort nach Nyaru Menteng gebracht. Er war sehr ängstlich, denn er war zu dem Zeitpunkt gerade einmal drei Jahre alt. In Nyaru Menteng durchlief Hamlet den Rehabilitationsprozess - von der Waldschule bis zur Palas- Insel, auf die er 2006 zog. Doch nach 14 in Nyaru Menteng verbrachten Jahren hatte Hamlet genug für ein Leben im Wald gelernt. Er wollte endlich wissen, wie es sich als wilder Orang-Utan in Freiheit lebt.

Mercury wurde 2002 in dem Dorf Muara Teweh entdeckt, wo er als Haustier missbraucht wurde. Mercury war erst anderthalb Jahre alt und wog 4,4 Kilo. Als die Retter ihn fanden, war er in keinem guten Zustand. Er war dehydriert, hatte Fieber und Durchfall. Mercury erhielt intensive Pflege durch die Tierärzte und Pflegerinnen. Nach zwei Monaten des Bangens ging es ihm bald wieder besser und er konnte die Waldschule besuchen. Auf Artgenossen zu treffen war etwas vollkommen Neues für die Orang-Utan-Waise.

2007 wurde dann das nächste Kapitel seiner Rehabilitation aufgeschlagen: Er durfte auf die Palas-Insel wechseln. Auf ihr konnte er nun ohne nächtliche Gitterstäbe leben. Er entwickelte sich zu einem draufgängerischen, neugierigen Orang-Utan, der gern um sein Futter rangelte. Seine besten Freunde zu der Zeit waren Troll und Jupiter. Nun, in Freiheit, wird der Mercury vielleicht seinen Freund Jupiter wieder sehen und mit ihm um die eine oder andere Orang-Utan-Dame streiten.

Mit zweieinhalb Jahren wurde Reno bei einer Privatperson konfisziert, die ihn illegal als Haustier gehalten hatte. Reno kam bei BOS in Quarantäne und wurde rundum versorgt. Als ansteckende Krankheiten oder der Befall mit Parasiten ausgeschlossen waren, konnte er in die Waldschule gehen, wo er neben Menschen viele Orang-Utans um sich herum hatte. Er fand dort allmählich zu seinen natürlichen Fähigkeiten zurück. 2007 verließ Reno die Waldschule und konnte sich in den Vor-Auswilderungs-Prozess auf der Palas-Insel begeben. Er war sehr ambitioniert bei der Erkundung der Insel und wurde schnell von den anderen männlichen Orang-Utans akzeptiert. Außerdem hatte er viele Verehrerinnen. Vor allem Manisha hatte es auf ihn abgesehen. Nun hat Backenwülste und ist zu einem dominanten Männchen herangewachsen. Zusammen mit Manisha erkundete er von da ab den Bukit-Batikap-Wald.

Am 23. August 1999 wurde das kleine Orang-Utan-Mädchen im Alter von zwei Jahren in Palangka Raya aus einem Privathaushalt gerettet. Damit war Noor der erste Orang-Utan der im gleichen Jahr gegründeten Station Nyaru Menteng. Nach einer Quarantänezeit kam sie in den Kindergarten, besuchte später dann die Waldschule und kam 2003 dann auf die Flussinsel Palas. Noors engste Freunde auf der Insel waren Miss Owen und Praya.

Noor hat im Gegensatz zu vielen ihrer Artgenossen überhaupt keine Angst vor Wasser. Oft sah man sie im Rungan-Fluss baden, bis zum Hals im kühlen Nass. Dabei fischte sie Früchte heraus, die im Wasser trieben. Das tut sie vielleicht jetzt noch in Freiheit.

Sarita kam 2001 als Sechsjährige nach ihrer Beschlagnahmung in die Station Nyaru Menteng. Nach der Waldschule lebte sie auf der Palas-Insel und wurde zu einer ihrer cleversten Erkunderinnen. Trotz ihrer Zierlichkeit ist sie sehr lebhaft und wachsam. Sarita hat kleine Beulen auf der Stirn, an denen man sie immer sofort erkennen kann. Während ihrer 13 Jahre in Nyaru Menteng lernte sie alles, was sie zum Überleben im Dschungel wissen muss. Wir hoffen, dass sie uns das im Regenwald von Bukit Batikap noch lange beweisen wird. 

Auch Manisha stammt aus einem Privathaushalt. Sie war vier Jahre alt, als sie im Jahr 2000 gerettet wurde. Das Orang-Utan-Mädchen war sehr schwach und durch den Verlust ihrer Mutter traumatisiert. 2007 begann Manisha ihr neues Leben auf der Palas-Insel. Sie liebt es, die Insel zu erkunden und hat ein großes Talent dafür entwickelt, essbare Früchte und Blätter zu finden. Am liebsten isst sie allerdings Rinde und Termiten. Zu Beginn der Trockenzeit spielte Manisha immer gern im Schlamm. Mit 17 Jahren konnte die wunderschöne Orang-Utan-Dame endlich in ihr neues Zuhause, den Schutzwald von Bukit Batikap umgesiedelt werden. 

Gefunden und beschlagnahmt in Sebulu, Ostkalimantan, machte Diah die Rehabilitation in Samboja Lestari. Im Jahr 1999 hatte Samboja Lestari durch einen massiven Zugang von neuen Orang-Utans wegen großer Waldbrände mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen. Diah, die erst ein Jahr in Samboja Lestari gewesen war, wurde in das neu gegründete Nyaru Menteng gebracht. Als sie am 20.11.2000 dort ankam, war der weibliche Orang-Utan nur 4 Jahre alt und wog 15,5 kg. Sie trat der Waldschule bei, um ihre natürlichen Fähigkeiten wieder zu erlangen.

 

Diah ist freundlich gegenüber anderen Orang-Utans und hat hier einige Freunde gefunden. Nachdem Diah mit der Waldschule fertig war, kam sie auf die Insel Palas. Diese wird genutzt, um herauszufinden, ob die Orang-Utans wirklich bereit sind in die freie Natur entlassen zu werden. Die Einzelgängerin Diah war vorsichtig beim Erkunden der Insel und sehr gut im Finden von Essen. Diah ist jetzt 17 Jahre alt und wiegt 43 kg. Der wunderschöne weibliche Orang-Utan mit seinem langen braunen Haar genießt mittlerweile ihre Freiheit in ihrer wahren Heimat im Kehje Sewen Wald in Ostkalimantan.

Yayang erreichte die Rettungsstation Nyaru Menteng am 03.01.2004, nachdem sie von der indonesischen Naturschutzbehörde BKSDA aus einer Gegend in Banjar Baru beschlagnahmt wurde. Zu dieser Zeit wurde sie auf 6,5 bis 7 Jahre geschätzt. Als sie in der Rettungsstation ankam, sah man deutlich, dass sie mit einem ein Seil um den Hals gefesselt gewesen war. Sofort erhielt Yayang eine intensive Pflege in der Klinik von Nyaru Menteng und trat bald der Waldschule bei. Heute ist der Orang-Utan mit den leicht schrägen Augen und dem dunkelbraunen Haar einer der Bewohner von Kaja Island. Auf dieser Insel leben Orang-Utans, die kurz vor ihrer Auswilderung stehen.

 

Yayang ist nun 15 Jahre alt und wiegt 36,8 kg. Sie ist sehr aktiv und liebt es, alles zu erkunden, mag es aber nicht, wenn Menschen sich ihr direkt nähern. Im April 2009 bekam Yayang ihr erstes Kind, Sayang, auf Kaja Island. Sayang ist nun vier Jahre alt und wiegt gesunde 9,3 kg. Sayang hat bereits angefangen sich ihr Essen selber zu suchen und ist nicht mehr ständig auf dem Arm ihrer Mutter. Die beiden wurden im Regenwald Kehje Sewen ausgewildert.

Bertha kam am 26. September 2002 nach Nyaru Menteng, als sie erst fünf Jahre alt war und 17 kg wog. Die Naturschutzbehörde BKSDA hatte das Orang-Utan-Weibchen von einem Bewohner aus Palangka Raya konfisziert. Sie hatte eine sichtbare Wunde am Hals, die von der Kette herrührte, mit der sie angebunden wurde. Außerdem hatte sie an ihren beiden großen Zehen die Fußnägel verloren.

 

Dieser weibliche Orang-Utan mit dichtem und langem hellbraunen Fell durchlief die Waldschule und führte ihre Ausbildung zum wilden Orang-Utan auf der Palas-Insel fort. Bertha ist sehr aktiv und geschickt in der Suche nach Früchten und Termiten. Zu anderen Orang-Utans verhält sie sich sehr freundlich, mag die Gegenwart von Menschen aber gar nicht. Mit ärgerlichen Lauten und dem Werfen von Zweigen äußert sie dann ihr Missfallen. Ihre Unabhängigkeit und ihr Gewicht von 48,5 kg machen die 16-jährige Bertha fähig, zu ihrer wahren Heimat, dem Wald von Bukit Batikap in Zentralkalimantan, zurückzukehren.

Die Naturschutzbehörde von Zentralkalimantan beschlagnahmte Boy aus illegaler Haltung von einem Dorfbewohner. Im Alter von sechs Jahren und mit nur 13 kg wurde er wurde am 31. Oktober 2002 nach Naru Menteng gebracht. Er kam zur Waldschule und im Jahr 2004 schließlich auf die Palas-Insel, auf der er seine Überlebenstechniken vervollkommnete. Mittlerweile ist Boy ein Experte im Erforschen der Insel und sehr gut in der Lage, Nahrung zu finden. Auch freundet er sich leicht mit anderen Orang-Utans an, z.B. mit den Männchen Mego und Samba.

 

Boy wurde in 2013 17 Jahre alt und wog 55,2 kg. Seine Backenwülste entwickeln sich allmählich und mit seinen langen dunkelbraunen Haaren sieht er sehr gut aus. Nach 11 Jahren in Nyaru Menteng und der Rückgewinnung seiner natürlichen Fähigkeiten ist auch Boy bereit, die grüne Wildnis von Bukit Batikap zu erforschen.

Cilik ist Riwuts älterer Bruder. Er wurde auch auf der Kaja-Insel geboren. 2007 erblickte er das grüne Licht der Welt. Er zählt schon zu den Halbstarken und kann sich sicher durch das Blätterdach der Inselbäume bewegen. Der sechsjährige Orang-Utan kann schon sein eigenes Nest bauen und eigene Nahrung finden. Er fängt allmählich damit an, den Wald auf eigene Faust zu erforschen, aber zu weit traut er sich doch noch nicht von seiner Mutter weg.

Cindy kam im Jahr 2000 nach Nyaru Menteng, als sie etwa fünf Jahre alt war. Kurz zuvor wurde sie aus einem Privathaushalt in Palangka Raya beschlagnahmt. Sie hatte ihr wildes Naturell nie verloren und so wurde sie nach der Quarantänezeit direkt auf eine der Flussinseln gebracht. Auf der Kaja-Insel hat sie nun jeden Winkel bereits erforscht und freut sich auf neue Herausforderungen. Zwei Babys hat sie seitdem auf der Insel das Leben geschenkt. Von den BOS-Mitarbeitern wurden sie Cilik und Riwut getauft. Cindy ist nun stolze 18 Jahre alt und wiegt 42 Kilo. Wir wünschen ihr ein glückliches neues Leben in Batikap.

Diese Schönheit mit kräftigem, hellbraunem Haar war zusammen mit Hamlet, Chacha, Cantik, Bonita und Komo einer der Hauptstars der Doku-Serie „Orangutan Island“ von Animal Planet. Sie wurde von der Naturschutzbehörde BKSDA von einem Bewohner aus Surabaya (Westjava) beschlagnahmt, der sie als Haustier hielt. Als sie am 27. November 2002 in der BOS-Station Nyaru-Menteng ankam, war sie gerade mal ein Jahr alt und wog 10,5 kg. Am 13. Dezember 2006 wurde sie auf die Palas-Insel umgesiedelt, der letzte Schritt vor der Auswilderung. Sie ist nicht nur eine hervorragende Erforscherin ihrer Umwelt, sondern auch sehr gut darin, Nahrung zu finden. Außerdem baut sie leidenschaftlich Schlafnester. Wenn sie nachts einmal aufwacht, errichtet sie sich gleich ein neues Bett aus Zweigen und Blättern, vielleicht weil sie es immer noch komfortabler haben möchte.

 

Daisy wurde im Jahr 2013 14 Jahre alt und wog 52,4 kg. Angesichts ihrer außerordentlichen Überlebensfertigkeiten hat sie nun die Chance, ihre Unabhängigkeit in ihrer wahren Heimat unter Beweis zu stellen: Im Wald von Bukit Batikap. Wir sind zuversichtlich, all denen, die die Serie von Animal Planet gesehen haben, noch mehr über Daisys Fortschritte berichten zu können.

Mit ihrer jüngeren Tochter Forest wird sie bald durch den Schutzwald von Bukit Batikap streifen. Forest ist Shellis zweites Kind. Sie wurde 2010 auf der Insel Kaja geboren. Dort konnte sie von Mama Shelli schon viel über das Leben im Dschungel lernen und sich Kniffe und Tricks abgucken, die ihr helfen werden, wenn sie einmal allein durch die Wälder streifen wird. Die kleine Forest ist nun drei Jahre alt und wiegt 5,4 Kilo. Gerade hat sie damit begonnen, allein auf den Baumästen zu spielen. Forest hat nun in ihrer Quarantänezeit zum ersten Mal einen Käfig gesehen. Wir alle hoffen, dass es auch das letzte Mal sein wird.

Ina ist Inungs zweites Kind. Sie wurde im Jahr 2012 geboren. Das einjährige Orang-Utan-Mädchen klammert sich immer eng an seine Mama und fühlt sich in ihrer Obhut sicher. Ina bekommt all das von ihrer Mama beigebracht, was sie für ein Leben in Freiheit wissen muss. Auch von ihrer sechsjährigen Schwester Indah lernt sie viele Regenwald-Lektionen. Indah ist Inas ältere Schwester und erstes Kind von Mama Inung. Sie wurde 2007 auf der Kaja-Insel der BOS Foundation geboren. Indah verhält sich wie ein wilder Orang-Utan. Dank der Hilfe ihrer Mutter hat sie schon gute Kenntnisse im Nestbau und bei der Nahrungssuche erworben. Sie baut sich schon ihre eigenen Nester und schläft getrennt von ihrer Mutter. Sie ist ein selbstbewusster, fröhlicher Orang-Utan, der keine Menschen mag. Heute ist Indah sechs Jahre alt und bereit, in einen echten Dschungel umzuziehen und ein glückliches Leben als wilder Orang-Utan zu führen.

Indah ist Inas ältere Schwester und erstes Kind von Mama Inung. Sie wurde 2007 auf der Kaja-Insel der BOS Foundation geboren. Indah verhält sich wie ein wilder Orang-Utan. Dank der Hilfe ihrer Mutter hat sie schon gute Kenntnisse im Nestbau und bei der Nahrungssuche erworben. Sie baut sich schon ihre eigenen Nester und schläft getrennt von ihrer Mutter. Sie ist ein selbstbewusster, fröhlicher Orang-Utan, der keine Menschen mag. Heute ist Indah sechs Jahre alt und bereit, in einen echten Dschungel umzuziehen und ein glückliches Leben als wilder Orang-Utan zu führen.

Inung wurde im Kapuas-Gebiet beschlagnahmt und kam im Jahr 2000 zu BOS. Sie war damals erst  zwei Jahre alt. Die hübsche Inung hat langes, lockiges Fell und ein zartes Wesen. Zwei Jahre nach ihrer Ankunft in Nyaru Menteng wurde sie zusammen mit einigen älteren Orang-Utans auf die Kaja-Insel gebracht, um dort zu beweisen, dass sie bereit sind für ein unabhängiges Leben im Regenwald. Inung fand sich schnell gut zurecht und fand auch schnell Gefallen daran, wilde Früchte zu suchen. Außerdem schloss sie auf der Insel schnell Freundschaften. Gute Freunde von ihr sind die dominanten Männchen Didik und Pedro. In den 13 Jahren bei BOS hat sie zwei Babys zur Welt gebracht. Die 15-jährige wiegt heute (2013) 31,2 Kilo und wird bald mit ihren Töchterchen Indah und Ina ihr neues Zuhause, den Wald von Bukit Batikap, beziehen.

Als Komo am 3. April nach Nyaru Menteng kam, war er gerade zwei Jahre alt. Ein Bewohner des Kapuas-Distrikts übergab ihn der BOS Foundation. Durch seine Haltung als Heimtier war Komo sehr von Menschen abhängig. In der Waldschule sollte er seine natürlichen Fähigkeiten wiedererlangen. Und genau wie Daisy gehörte er zu den Stars der Orangutan-Islands-Serie. Komo ist seit der Babystation und der Waldschule der beste Freund von Mandra. Sogar bis zu der Zeit vor der Auswilderung auf Palas Island waren diese beiden immer zusammen.

 

Trotzdem er kein dominantes Männchen ist, zeigt Komo viel Tapferkeit. Er würde z.B. nicht zögern, gegen andere Orang-Utans um die Wette nach Früchten zu angeln, die auf dem Wasser treiben. Mittlerweile ist Komo 15 Jahre alt, 38,5 kg schwer und unabhängig. Die Gesellschaft von Menschen schätzt er nicht mehr. Seine kurzen braunen Haare und sein dunkles Gesicht verleihen ihm ein schneidiges Äußeres. Bald wird er fähig sein, zusammen mit Mandra die Wildnis des Schutzwaldes von Bukit Batikap zu durchstreifen.

Dieser weibliche Orang-Utan wurde in Jakarta konfisziert und erreichte Nyaru Menteng am 30. Mai 2001. Lolin war erst sieben Jahre alt. Auch sie hatte eine ringförmige Wunde am Hals, hervorgerufen durch eine lange Zeit am Strick. Lolin litt an schwerem Durchfall und verweigerte Nahrung und Wasser, was zusätzlich eine  Dehydrierung verursachte. Sie kam 2004 zunächst auf die Bangamat-Insel und anschließend auf die Hampapak-Insel. Dort trieb sie 2012 auf einem Baumstamm den Rungan-Fluss hinunter, wurde aber glücklicherweise von BOS-Mitarbeitern gerettet, die zufällig gerade Futter auf die Inseln brachten.

Auf der Insel ist Lolin aktiv und unabhängig. Sie ist gut im Bau von Nestern und im Suchen von Nahrung. Mit nunmehr 19 Jahren und 26 kg ist Lolin bereit, im üppigen Wald von Bukit Batikap ausgewildert zu werden.

Mandra wurde ebenfalls von der Naturschutzbehörde BKSDA aus illegaler Gefangenschaft befreit. Am 8. März 2000 traf Mandra in Nyaru Menteng ein, etwa zweijährig und gerade einmal 5 kg leicht. Nach einer Quarantänezeit kam die kleine Mandra in die Babygruppe, wo sie Komo, ihren besten Freund, zum ersten Mal traf. Sie durchlief die Waldschule und setzte ihre Ausbildung auf Palas fort.

 

Obwohl sie nicht zu den dominanten Weibchen gehört, ist Mandra aktiv, unabhängig und sehr wissbegierig. Sie liebt es, zusammen mit Komo die Insel zu durchstreifen und Futter zu suchen. Jetzt ist sie 15 Jahre alt, wiegt 41,7 kg und lebt seit 13 Jahren in Nyaru Menteng. Bald werden Mandra und Komo ihre Tage zusammen in Bukit Batikap in Freiheit verbringen können.

Der kleine Nicky ist Nopis zweites Kind. Er wurde 2010 auf der Kaja-Insel geboren. Mit seinen drei Jahren ist er noch sehr von seiner Mutter abhängig und stets ganz nah bei ihr. Die neunjährige Zona ist Nickys Schwester und Tochter von Nopi. Zona ist sehr agil und hangelt sich schon behände von Ast zu Ast. Sie wird sich gut in ihrem neuen Umfeld zurechtfinden und zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder den Schutzwald von Bukit Batikap erforschen.

Nopi wurde vor ihrer Rettung in Jakarta illegal als Haustier gehalten. Nach ihrer Beschlagnahmung wurde sie nach Borneo zur Station gebracht. Das war 2001. Sie war acht Jahre alt. Während ihrer Zeit auf Kaja gehörte sie eher zu den ruhigen Orang-Utans. Trotzdem hatte sie viele Freunde und keine Scheu vor Artgenossen. In 12 Jahren in der Obhut von BOS hat sie alles gelernt, was das Leben im Dschungel von einem Orang-Utan verlangt. Zwei Kinder namens Zona und Nicki hat sie in den Jahren zur Welt gebracht.

Riwut ist Cindys Zweitgeborenes. Sie wurde im November 2012 geboren und ist noch sehr stark von ihrer Mutter abhängig. Niemals würde sie das Fell ihrer Mutter loslassen, an das sie sich festklammert. Sie beginnt damit, sich Dinge von ihrer Mutter abzuschauen und ihre Umwelt besser wahrzunehmen. Auch lernt sie von ihrem älteren Bruder Cilik. Mittlerweile ist nun ein Jahr alt und wiegt zwei Kilo. Ihr und ihrer Familie steht eine wunderbare Zukunft als wilde Orang-Utans bevor.

Shelli wurde aus einem Privathaushalt in Jakarta gerettet, in dem sie illegal gehalten worden war, und zurück nach Borneo geschickt. Damals war die Kleine erst  acht Jahre alt. Weil sie mehrere Jahre von Menschen gehalten worden war, hatte sie ihr natürliches Verhalten fast vollkommen verlernt. Als sie in Nyaru Menteng ankam, hing sie sehr an ihrer Babysitterin. In der Waldschule schloss sie erstmals Freundschaften zu Artgenossen und schlug sich tapfer beim Erlernen ihrer Dschungel-Lektionen.

 

Nach der Waldschule ging es auf die Flussinsel, wo sie endlich beweisen konnte, dass sie ihr Gelerntes in der Natur, auch wenn es noch kein echter Dschungel war, anwenden konnte. Sie genoss ihre Zeit dort und verbrachte besonders viel Zeit mit den männlichen Bewohnern. Heute ist Shelli 20 Jahre alt und wiegt 30,5 Kilo. Sie ist eine unabhängige Orang-Utan-Dame und hat auf der Insel bereits zwei Kinder zur Welt gebracht.

Zona wurde 2004 auf der Insel Kaja geboren. Ihre Mutter Nopi umsorgte sie mit so viel Liebe und lehrte sie all die Überlebenstechniken, die ein Orang-Utan in der Wildnis braucht. Es überrascht daher nicht, dass sich Zona zu einem unabhängigen wilden Orang-Utan entwickelt hat, der die Insel selbständig erforscht. Zona baut sehr gut Schlafnester und kann ihre natürliche Nahrung auffinden. Sie lehnt auch die Gegenwart von Menschen ab und zeigt ihr Missfallen mit den typischen Kussgeräuschen. Nunmehr neun Jahre alt und 22,4 kg schwer wird dieser wunderschöne Orang-Utan mit dichtem Haar bald in ihre wahre Heimat, dem Schutzwald von Bukit Batikap, gehen. Wir sind sicher, dass sie die Baumkronen selbstsicher erobern wird!

Acong kam am 1. November 1998 als Orang-Utan-Baby in Samboja Lestari an. Damals war sie erst acht bis neun Monate alt. Jetzt ist sie 15 Jahre alt und wiegt 41 kg. In der Waldschule blieb sie die meiste Zeit in der Nähe der Babysisters. Trotzdem war sie beim Klettern sehr geschickt. Mit ihren besten Freunden Cici und Mayang verbrachte sie viel Zeit in den Bäumen. Acong lebt im Moment im Quarantänebereich. Dort ist sie nach Cici die zweitdominanteste Orang-Utan-Frau. Bald wird sie mit ihren besten Freunden im richtigen Regenwald Kehje Sewen leben und spielen. 

Agus kam am 3. Februar 2003 im Alter von drei bis vier Jahren in die BOS-Station Samboja Lestari. Er wurde von seinem ehemaligen Besitzer aus Tenggarong übergeben. Agus hat in der Waldschule und der Insel zweifellos alle Fähigkeiten für sein Leben in Freiheit erworben. Einmal flüchtete Agus aus der Rehabilitationsstation und lebte einige Monate im Wald von Samboja Lestari. Als man ihn wiederfand, wurde er im Sozialisierungskomplex auf seine Auswilderung vorbereitet. Agus ist jetzt 14 Jahre alt und wiegt 56 kg. Er kann es nicht erwarten die Baumkronen von Kehje Sewen zu erforschen.

Emerson war mit seinen 15 Jahren schon ein junger Erwachsener, als er in Sanggata gerettet und nach Samboja Lestari gebracht wurde. Das ist nun 12 Jahre her. Wegen seiner imposanten Größe und der Tatsache, dass die Platzkapazitäten der Station so gut wie ausgeschöpft waren, wurde Emerson in einem Individualkäfig untergebracht. Gegenüber Menschen zeigte Emerson von Beginn an eine gesunde Abneigung. In den letzten Jahren in Samboja Lestari entwickelte er sich aber gegenüber weiblichen Orang-Utans zu einem echten Gentleman. Weil er auch den anderen männlichen Orang-Utans gegenüber freundlich und aufgeschlossen ist, wurde er auf eine Orang-Utan-Insel „verlegt“. Die Insel wird bereits von Leo und seiner „Gang“ bewohnt. Deshalb wurden die Inselbewohner die erste Zeit gründlich beobachtet, um herauszufinden, ob sie sich gut verstehen und es zu keinen ernsthaften Auseinandersetzungen kommt.

 

Leo hieß Emerson willkommen und war regelrecht fasziniert von seiner imposanten Erscheinung mit den riesigen Backenwülsten. Emerson blieb ganz cool und schien froh zu sein, nicht zum Kampf herausgefordert zu werden. Obwohl die Beiden wohl niemals die besten Freunde werden, haben sie sich nie aggressiv verhalten. Während Leo um die Orang-Utan-Dame Juminten buhlt, hat Emerson eine enge Beziehung zu Sami aufgebaut. Das Leben auf der Insel könnte kaum harmonischer und schöner sein. Doch nun wird es ernst für ihre Bewohner. Bald geht es dahin, wo ihre Streifgebiete nahezu grenzenlos sind, und wo sie sich selbst um ihre Nahrung kümmern müssen. Wir wünschen Emerson viel Glück!

Inge wurde dreieinhalb Jahre lang in Bontang als Haustier gehalten. Im Alter von 6 Monaten verkaufte sie ein Tierhändler illegal für 30.000 Rupiah an einen Privatbesitzer. Am 3. März 2002 wurde sie von der Forstpolizei beschlagnahmt und in die Station Samboja Lestari gebracht. Damals war sie 4 Jahre alt und entwickelte sich in der Waldschule außerordentlich gut. Auch sie ist sehr geschickt im Nestbau und bei der Nahrungssuche. Während sie im Sozialisierungs-komplex auf ihre Auswilderung vorbereitet wurde, gehörte sie eher zu den dominanteren Orang-Utans.

 

Wegen ihres schönen Gesichts und ihres wunderbaren Fells gilt sie als schönster Orang-Utan Samboja Lestaris. Inge ist nun 15 Jahre alt und wiegt 37 kg. Schon sehr bald kann  sie ihre neue Freiheit in Kehje Sewen genießen.

Mayang kam am 20. März 2007 nach Samboja Lestari. Sie wurde BOS von der Naturschutzbehörde in Südkalimantan übergeben. Damals war sie etwa 10 Jahre alt. Nach ihrer Ankunft war Mayang sehr gestresst und kämpfte mit ihrer Eingewöhnung. Da sie von ihrem ehemaligen Besitzer jahrelang mit einer Eisenkette gefangen gehalten wurde, hatte sie eine kreisförmige Wunde am Bauch.

 

Mayang ist jetzt (2013) ungefähr 16 Jahre alt und wiegt 46 kg. Nach einem sechsjährigen Rehabilitationsprogramm in Samboja Lestari hat sie alle Fähigkeiten für ein Leben in Freiheit. erworben. Mit ihrer guten Freundin Cici verbringt sie viel Zeit in den Bäumen. Bald werden die beiden gemeinsam mit anderen ausgewilderten Orang-Utans im Regenwald von Kehje Sewen leben.

Auch Mona war vier Jahre alt, als sie 1997 nach Samboja Lestari kam. Sie hat ein hübsches, rundes Gesicht, was darauf schließen lässt, dass es sich bei ihr um einen Ost-Borneo-Orang-Utan (Pongo Pygmaeus morio) handelt. Auch Mona fand einen Platz auf einer der Orang-Utan-Inseln. Sie ist ein sehr kluger Orang-Utan. Sämtliche Fähigkeiten wie das Klettern, Schwingen und Erkennen von Waldfrüchten beherrscht sie ausgezeichnet.

 

Monas Position in der Insel-Hierarchie ist zwar ganz unten, doch weil sie mit Leo, dem großen Orang-Utan-Mann anbändelt, darf sie sich manchmal ihr Nest im selben Baum bauen. Die anderen weiblichen Orang-Utans sind ihr gegenüber sehr tolerant und spielen gern mit ihr. Nur Juminten hält sich ein wenig von ihr fern, um ihre eigene Dominanz nicht zu verlieren. Die hübsche Mona ist heute eine unabhängige Orang-Utan-Dame, die es verdient hat, endlich ein Leben in Freiheit zu führen.

Noel ist ein männlicher Orang-Utan und stammt aus Sangatta. Er kam am 4. Oktober 2013 nach Samboja Lestari und war erst ein bis zwei Jahre alt. In der Waldschule lernte er sehr schnell. Er war sehr geschickt beim Nestbauen und erinnerte sich gut an Stellen im Wald, an denen er Nahrung finden konnte. Er liebte es den Wald zu durchstreifen und entwickelte die unglaubliche Fähigkeit vor seinen Babysisters zu flüchten, wann immer er Lust dazu hatte. Jetzt ist Noel ca. 13 Jahre alt und wiegt 35 kg. Noel ist bereit den Regenwald von Kehje Sewen zu erforschen, der schon bald seine neue Heimat sein wird.

Die vierjährige Sarmi wurde in der Nähe eines Bergwerks gefunden. 1998 entstanden viele Bergbaugebiete, die sich auf Borneo ausbreiteten. Viele Wildtiere verloren ihre Heimat, so auch unzählige Orang-Utans. Im besagten Jahr kam auch die kleine Sarmi nach Samboja Lestari. Zusammen mit Mona und vielen weiteren Orang-Utans, die zu dieser Zeit gerettet wurden, lebte Sarmi in einem Sozialisierungskäfig, bis sie 2010 auf eine der Orang-Utan-Inseln umziehen durfte. In diesem Jahr hatte sie bereits eine fünfjährige Tochter namens Sani. Außerdem nahm sie sich eines kleinen verwaisten Orang-Utan-Jungens an. Sein Name ist Saprol.

 

Zu Beginn dieses Jahres wurde sie mit Emerson bekannt gemacht. Die beiden haben sich gleich gut verstanden und haben seitdem eine harmonische Beziehung zueinander. Wir können es kaum erwarten, wie sich ihre junge Liebe entwickelt, wenn sie erst in Freiheit sind und gemeinsam durch die Baumwipfel von Kehje Sewen streifen können.

Siwie wurde am 16. März 2006 vom Botanischen Garten in Samarinda an die Station Samboja Lestari übergeben. Siwie ist eine Freundin von Abbie, die früher auch im Botanischen Garten lebte. Abbie wurde schon im Mai 2012 nach Kehje Sewen ausgewildert und bekommt dort bald Gesellschaft von ihrer Freundin Siwie.

Siwie ist sehr selbständig und geschickt bei der Nahrungssuche. Sie hat noch viel von ihrem wilden Verhalten bewahrt und konnte deshalb im Vergleich zu anderen Orang-Utans den Rehabilitationsprozess in relativ kurzer Zeit absolvieren.

 

Trotz ihrer Wildheit, ist sie nicht aggressiv ihren Freunden gegenüber. Ihre besten Freunde sind Noel und Inge. Siwie ist jetzt 13 Jahre alt und wiegt 30 kg. Sie wird gemeinsam mit ihren Freunden in ihrer neuen Heimat Kehje Sewen frei gelassen. Vielleicht trifft sie dort auch ihre alte Freundin Abbie.

Arun war erst drei Jahre alt, als er im Dezember 2002 in Banjarmasin (Süd-Borneo) aus privaten Händen beschlagnahmt wurde. Das Rettungsteam der BOS Foundation und die Naturschutzbehörde übergaben den Orang-Utan an die BOS-Station Nyaru Menteng, um ihn der notwendigen medizinischen Versorgung und einer Rehabilitation unterziehen zu können. Nach 10 Jahren Orang-Utan-Training ist Arun heute 13 Jahre alt und bringt 55 Kilo auf die Waage. Gerade beginnen seine Backenwülste zu wachsen. Er ist ein sehr stattlicher und lebendiger Orang-Utan, der in der freien Wildbahn durchaus ein dominantes Männchen werden könnte.

Die kleine Astria, Matildas ältere Tochter, ist ein sehr lebhaftes Orang-Utan-Mädchen. Mit den Fähigkeiten, die sie von ihrer Mutter gelernt hat und noch lernen wird, ist die Fünfjährige selbstbewusst genug, den Wald auf eigene Faust zu erkunden. Auch im Nestbau ist sie schon gut ausgebildet. Astria ist fast wie ein wilder Orang-Utan. Das sieben Kilo leichte Orang-Utan-Mädchen mit dem wunderschönen Fell ist gut gewappnet für ein Leben in Freiheit.

Bonet ist als Dreijähriger in Pontianak, West-Borneo, als Haustier gehalten worden. Im Mai 2002 konnte er von BOS gerettet werden. Bonet ist heute 13 Jahre alt, wiegt etwa 46,6 Kilo und liebt es durch den Wald zu streifen. Er hat schmale Augen und hellbraunes Fell. Erst vor kurzem hat Bonet angefangen, die Aufmerksamkeit von seine weiblichen Artgenossen zu erhaschen.

Der kleine sechs-jährige Bule kam im Dezember 2002 nach Nyaru Menteng. Er war zuvor durch BOS von einem Dorfbewohner in Petak Bahandang beschlagnahmt worden. Er wurde wegen seines hellen Haars Bule genannt. Bule ist indonesisch und heißt Fremder oder Mensch von Übersee. Wer schon einmal in Indonesien war, dem wurde dies sicherlich auch schon hinterhergerufen. Bule ist nun 17 Jahre alt und bringt stattliche 73 Kilo auf die Waage. Mit dem Alter wurden seine Haare dunkler, länger und kräftiger und geben ihm ein sehr hübsches Aussehen. Trotz seiner hinreißenden allgegenwärtigen Neugier ist er doch ein dominanter, erwachsener Orang-Utan.

Die vierjährige Matilda wurde in Palangkara beschlagnahmt. Sie wog zu dem Zeitpunkt zwölf Kilo. 2007 brachte sie die kleine Astria zur Welt. Ihre zweite Tochter Georgina kam im Januar 2012 zur Welt. Matilda ist sehr aktiv und hat einen sehr freundlichen Umgang mit ihren Artgenossen. Viele männliche Orang-Utans fühlen sich von ihr angezogen. Matildas Baby Georgina ist noch sehr winzig und klammert sich stets am Fell ihrer Mutter fest.

In Jakarta beschlagnahmt kam Lona mit sechs Jahren und 18 Kilo in die Rettungsstation Nyaru Menteng. Gründerin der Station, Lone Drøscher Nielsen, gab dem Orang-Utan-Mädchen ihren Namen. Elf Jahre lang lebte Lona ein unbeschwertes Leben auf der Flussinsel Kaja, hatte viele Freunde und genoss das Herumstreifen durch den Wald der Insel.

Lulu wurde in Jakarta von einem Mann beschlagnahmt und im Juni 2002 nach Nyaru Menteng gebracht. Sie wog 17 Kilo und war gerade erst vier Jahre alt. Heute ist Lulu 15 und wiegt beachtliche 37 Kilo. In der letzten Station ihrer Rehabilitation in BOS’ Obhut lebte sie auf der Bangamat-Flussinsel. Dort war sie eher eine Einzelgängerin, die es genoss, den Wald auf eigene Faust zu erkunden. Einmal nahm Lulu Reißaus. Auf einem im Wasser treibenden Ast überquerte sie den Fluss. Nach einer 8-tägigen Suche konnte sie letztlich aufgespürt und zurück auf ihre Insel gebracht werden.

Ein Notruf aus dem Zoo in Pontianak erreichte eines Tages Lone Drøscher Nielsen. Ein weiblicher Orang-Utan und ihr Baby brauchten schnelle, intensive Pflege. Die Namen der Orang-Utans waren Mama Mozzy und Mozzy. Mit Hilfe der Naturschutzbehörde konnten die beiden nach Nyaru Menteng gebracht werden. Leider war der kleine Mozzy nicht kräftig genug und starb zwei Monate später an einem Herzfehler. Im April 2010 gebar Mama Mozzy jedoch ein weiteres Kind. Die kleine Myzo konnte ihre ersten drei Lebensjahre fast wie ein wilder Orang-Utan auf der Kaja-Flussinsel verbringen.

Die vierjährige Matilda wurde in Palangkara beschlagnahmt. Sie wog zu dem Zeitpunkt zwölf Kilo. 2007 brachte sie die kleine Astria zur Welt. Ihre zweite Tochter Georgina kam im Januar 2012 zur Welt. Matilda ist sehr aktiv und hat einen sehr freundlichen Umgang mit ihren Artgenossen. Viele männliche Orang-Utans fühlen sich von ihr angezogen. Matildas Baby Georgina ist noch sehr winzig und klammert sich stets am Fell ihrer Mutter fest.

Der Orang-Utan-Junge Max kam aus Jakarta zu BOS. Damals war er ungefähr drei Jahre alt. In Nyaru Menteng wurde er schnell ein Teil der Waldschule und lernte wissbegierig die Lektionen des Dschungels. Seitdem sind zwölf Jahre vergangen und Max ist zu einem kräftigen Orang-Utan-Mann (55,6 Kilo) herangewachsen. Sein hübsches Gesicht wird von dünnem rotbraunem Haar in den Schläfen umrahmt und gekrönt durch seinen Bart und die Backenwülste. Er ist ein lebhafter Teenager, der sich endlich von seinen menschlichen Pflegern abnabeln möchte.

Als Mita in Palangka Raya beschlagnahmt wurde, war sie vier Jahre alt und wog etwa zwölf Kilo. Mittlerweile hat sie 17 Kilo zugenommen und ist 17 Jahre alt. Mita ist ein sehr graziler Orang-Utan, voller Energie und ihren Artgenossen gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich.

Mongki stammt auch aus Palangka Raya. Er wog bei seiner Beschlagnahmung 17,5 Kilo und war ungefähr vier Jahre alt. Als er nach Nyaru Menteng kam, wurde er schnell ein Mitglied der Waldschule. Nachdem er erfolgreich die Waldschule hinter sich gelassen hatte, durfte Mongki auf die Palas-Flussinsel umziehen. Der kräftige Orang-Utan ist sehr aktiv und dominant. Mit seinen 16 Jahren und 40 Kilo bilden sich auch allmählich Backenwülste in seinem hübschen Gesicht.

Monmon wurde aus einem Haus in Jakarta gerettet, wo sie als Haustier gehalten wurde. Damals wog sie mit ihren vier bis fünf Jahren etwa 19 Kilo. Nach einigen Jahren in der Waldschule wurde sie auf die Flussinsel Bangamat gebracht und später auf die Kaja-Insel umgesiedelt. Die hübsche Monmon ist 13 Jahre alt und mehr als bereit für ihr großes Abenteuer in Freiheit.

Nun, während der Quarantänezeit, ist Myzo zum ersten Mal in einem Käfig. Mama Mozzy, ist heute 22 Jahre alt und wiegt 34 Kilo. Sie ist lebhafter und dominanter als die meisten ihrer Artgenossinnen. Auch sie zieht es immer wieder raus in die Ferne. Oft hat man sie am Flussufer hin und her streifen gesehen. Mama Mozzy und Myzo sind unzertrennlich. Sie werden noch ein paar Jahre gemeinsam die Wildnis erforschen.

Ein Jahr nachdem sie auf die Insel gezogen war, bekam sie schon ihr erstes Junges, die kleine Nielsen, die sie zärtlich umsorgt. Lona ist heute 18 Jahre alt und wiegt 35 Kilo. Sie ist bereit für ein Leben in echter Freiheit. Nielsen ist mittlerweile 7 Jahre alt und wiegt schon 18 Kilo. Sie hat große Angst vor Menschen und wird sich schon allein deshalb in ihrer neuen Heimat wohl fühlen.

Tehang ist ein weiblicher Orang-Utan, der 2003 aus einem kleinen Dorf gerettet wurde. Als sie in Nyaru Menteng ankam, war sie etwa vier Jahre alt. Die heute 14-Jährige hat ein schmales Gesicht, dunkle Haut und rotbraunes Fell. Sie ist sehr selbstbewusst und eine große Entdeckerin.

Auch Ubai stammt aus Jakarta. Das BOS-Rettungsteam vermutete bei ihrer Beschlagnahmung aus einem Privathaushalt, dass sie vorher auf einem illegalen Tiermarkt erworben worden war. Auch sie kam im Juni 2002 nach Nyaru Menteng. Sie muss ebenfalls vier oder viereinhalb Jahre alt gewesen sein. Wie Lulu wog sie 17 Kilo. Ubai ist ein wahrer Wildfang. Mit ihrem langen Bart sieht sie eher aus wie ein Männchen. Die dunkle Gesichtsfarbe und ihr taffes Auftreten verstärken den Eindruck. Sie wirkt sehr still, doch auf der Kaja-Flussinsel hatte sie sich bereits als dominantes Weibchen behauptet.

Der Orang-Utan Uban wurde von der Naturschutzbehörde in Palangka Raya beschlagnahmt und nach Nyaru Menteng gebracht. Er war etwa drei Jahre alt und wog zehn Kilo. Heute, 13 Jahre später, gehört Uban mit seinen 83 Kilo zu den schwersten Orang-Utans seines Alters. Kein Wunder, dass er ein dominantes Wesen hat und am liebsten in Ruhe gelassen wird.

Juminten wurde aus einer Baumplantage in der Nähe des Kutai-Nationalparks gerettet. Damals war sie erst sechs Jahre alt. In diesem Alter sind wilde Orang-Utans Teenager und für gewöhnlich schon unabhängig von ihren Müttern. Meist sind sie in der Lage allein in der Wildnis zurecht zu kommen. Juminten fand man in einer industriellen Akazien-Plantage und brachte sie am 12. April 1998 in die BOS-Station Samboja Lestari. Nach einem Gesundheitscheck stellte sich heraus, dass sie eine umfangreiche medizinische Behandlung benötigte.

 

Vor zwei Jahren konnte sie dann endlich auf die Orang-Utan-Insel umziehen, wo sie auch Leo traf. Die beiden umwerben sich nun schon eine ganze Weile. Juminten hat ein sehr freundliches Wesen. Sie kümmert sich sogar manchmal um das Baby eines anderen Orang-Utan-Weibchens, wenn es dieser nicht gut geht. Juminten ist heute eine 21-jährige Schönheit und wild wie eh und je. Es war an der Zeit, dass sie in ihren eigentlichen Lebensraum zurückkehren konnte.

Leo wurde gerettet, als er 4 oder 5 Jahre alt war. Die Gegend in der man ihn fand war in den Jahren 1997/98 von den schlimmsten Waldbränden heimgesucht worden, die Indonesien je erlebt hat. Im September 1997 kam er nach Samboja Lestari. Leo zeigte ein sehr wildes Verhalten und es war deutlich zu spüren, dass er in der Vergangenheit kaum oder keinen Kontakt zu Menschen gehabt hatte. Nach einigen Jahren im Sozialisierungskäfig, konnte er 2009 endlich auf die Orang-Utan-Insel umgesiedelt werden, auf der er seitdem ein zufriedenes Leben führt. Er war unendlich glücklich, keine Gitterstäbe mehr sehen zu müssen und auf Bäume klettern zu dürfen. Er fing sofort an Nester zu bauen und sich nach Essbarem auf der Insel umzuschauen.

 

2010 wurden ihm die Orang-Utan-Damen Eliza, Mona und Juminten vorgestellt. Er verhielt sich sehr vorbildlich und charmant. Während Mona und Eliza für ihn mittlerweile so etwas wie kleine Schwestern geworden sind, fühlt er sich zu Juminten auf eine ganz andere Art und Weise hingezogen... Leo hat die BOS-Mitarbeiter davon überzeugt, dass er bereit ist, in die Wildnis zurückzukehren. Jetzt ist der Orang-Utan-Mann mit den imposanten Backenwülsten zu Hause.

Titin ist schon seit 1994 ein Mitglied der BOS-Familie. Sie wurde mit 4 Jahren in der nahe gelegenen Stadt Samarinda beschlagnahmt. Im Jahr 2000 brachte sie ihr erstes Kind zur Welt, den kleinen Orang-Utan-Jungen Titon. Nachdem Titon zu anderen Gleichaltrigen umgesiedelt wurde, gebar sie 2008 noch ein weiteres Baby, die kleine Tina-Toon. Vor zwei Jahren brachte man Titin mit ihrer Tochter auf eine der Orang-Utan-Inseln, wo sie Leo und Juminten zum ersten Mal begegneten. Tino-Toon lebt heute nicht mehr bei ihrer Mutter, sondern besucht die Waldschule, in der sie zusammen mit Orang-Utans ihres Alters alle wichtigen Lektionen für das Überleben im Regenwald lernt.

 

Seit die Kleine nicht mehr bei Titin ist, entwickelt sich Titin auch viel schneller. Sie ist ein sehr harmoniebedürftiger Orang-Utan, der sich mit Leo und Juminten sehr gut versteht. Nun ist die heute 23-Jährige in ihre eigentliche Heimat zurückgekehrt.

Alibaba hat als Haustier bei einer Familie in dem Dorf Tumbang Samba gelebt. Als er gefunden wurde, war in schlechter Verfassung und ein Finger an seiner linken Hand war verstümmelt. Damals war er gerade mal zwei Jahre alt. Nach zehn Jahren in der BOS-Station geht es ihm aber wieder gut und er hat sich zu einem selbstbewussten jungen Orang-Utan-Mann entwickelt. Die Nähe zu den Menschen meidet er und auch sonst weist er alle Fähigkeiten auf, die ein wilder Orang-Utan besitzen muss. Heute darf er durch die Wälder von Bukit Batikap streifen und die wilden Orang-Utan-Frauen mit seinem starken Fell und den dunklen Augen beeindrucken.

Im Februar 2002 wurde Centil von der indonesischen Naturschutzbehörde beschlagnahmt. Erste Gesundheitschecks ergaben, dass das etwa 6 jährige Orang-Utan-Mädchen gesund war und nach Nyaru Menteng gebracht werden konnte. Im Oktober 2005 hatte sie die Waldschule abgeschlossen und wurde auf die Fluss-Insel „Bangamat“ gebracht. Man konnte der jungen Dame mit dem dunklen Fell sichtlich ansehen, wie sehr sie das Leben dort genoss.

 

Am 27. November 2009 brachte sie ihr zweites Baby zur Welt. Ihr erstes Kind Edwin verstarb an einer schweren Krankheit. Von dieser schmerzlichen Erfahrung geprägt kümmerte sich Centil nun um ihre Tochter Rose besonders intensiv und lässt sie nie aus den Augen. Mit 17 Jahren und 32,9 Kilo wird sie ihrer kleinen und gesunden Tochter endlich die große weite Welt des indonesischen Dschungels zeigen können.

Dagoy war schon 12 Jahre alt, als sie aus einem Haus in Kasongan befreit wurde. Am 8. März 2000 wurde sie in die BOS-Station gebracht, wo sie mit anderen Orang-Utans ihres Alters in einen der Sozialisierungsgehege kam. Zwei Jahre später durfte sie auf eine der Vor-Auswilderungsinsel umziehen. Dort lebt sie nun seit 10 Jahren. In den 10 Jahren hat sie sich viel Respekt von den anderen Orang-Utans verschafft. Im August 2004 hat sie ihren ersten Sohn geboren. Terusan wurde letztes Jahr ausgewildert und wir sind gespannt, ob es ein freudiges Wiedersehen geben wird. Ihr zweites Kind, Debby, das 2009 zur Welt kam, ist heute fast vier Jahre alt.

Als Danur am 23. August 2000 nach Nyaru Menteng kam mussten sich die Pfleger ganz intensiv um ihn kümmern. Er war 4 Jahre alt und wog 17 Kilo. Er war von einer Familie als Haustier gehalten worden. In der BOS-Station hat er sich durch die Zuwendung und Pflege blendend entwickelt. 

 

Heute ist er ein stolzer Orang-Utan-Mann, der mit 82,2 Kilo ein imposantes Äußeres hat. Doch nicht allein deshalb genießt er so viel Respekt von den anderen Tieren. Danur spielt sehr gern im Wasser, was eher untypisch für einen Orang-Utan ist. Wenn andere vor Wasserspritzern zurückschrecken, beweist er, wie mutig er ist. Er gehört zu den Orang-Utans, bei denen keiner des BOS-Teams Sorge hat, dass er das Leben ohne Menschen nicht perfekt meistern wird.

BOS Mitarbeiter fanden die 4 – 4,5 Jahre alte Darsi im Dezember 2006 in einer Ölpalmplantage in Kotawaringin. Sie war verdreckt, in einem schlechten gesundheitlichen Zustand und von ihrer Mutter war keine Spur zu sehen. Sie wurde nach Nyaru Menteng gebracht, wo sie sich prächtig entwickeln konnte. Jetzt, kurz vor ihrer Rückkehr in den Regenwald ist sie 13 Jahre alt und 47,8 Kilo schwer. Sie lebte bereits 6 Jahre lang im Rehabilitaationsbereich, der ihrer natürlichen Umgebung sehr nahe kam. Dadurch hat sie eine starke Unabhängigkeit entwickelt. Sie scheut die Menschen und lebte absolut selbstständig im Wald. Deshalb sind sich alle Pfleger einig, dass Darsi das Leben in den Tiefen des Regenwaldes ohne Probleme meistern wird.

Edwan wurde ohne seine Mutter in einer Ölpalmplantage in der Nähe des Dorfes Antang Kalang gefunden. Am 27. August 2007 brachten ihn BOS-Mitarbeiter nach Nyaru Menteng. Zu diesem Zeitpunkt war Edwan etwa 4 Jahre alt. Schnell gab er sich seinem wilden Wesen wieder hin und verhielt sich wie ein freier Orang-Utan. Heute ist er 9 Jahre alt, wiegt 32 Kilo und hat kurzes, dickes Fell. Zusammen mit seinen Freunden hat er Nyaru Menteng nun wieder verlassen und wird fortan im geschützten Regenwaldgebiet Bukit Batikap auf Borneo leben.

Nachdem Isis im Februar 2003 mit etwa sieben Jahren aus einem Haus in Palangka Raya gerettet wurde, kam sie nach Nyaru Menteng. Nach mehreren Jahren auf der Vor-Auswilderungsinsel ist sie bereit für die Auswilderung. Sie ist eine hübsche und kreative Orang-Utan-Dame, die die Abwechslung und das Abenteuer liebt! Unzählige Male schwang sie sich elegant an den Ästen über das Wasser, das die Insel umgibt. Nun kann sie noch sehr viel mehr erleben, denn der ganze Wald von Bukit Batikap steht ihr nun zur freien Verfügung.

James wurde im August 2004 von der indonesischen Naturschutzbehörde aus einem Privathaushalt gerettet. Seither lebt der damals etwa Fünfjährige in der BOS-Station in Nyaru Menteng. Heute ist er 14 Jahre alt, wiegt 76 Kilo und hat markante Backenwülste. Zu den BOS-Mitarbeitern ist er sehr zutraulich und sanftmütig. Neugierig schlich er immer um sie herum, wenn sie sein Gehege passierten oder säuberten. Allmählich kommt aber auch ab und zu seine dominante Seite zum Vorschein. Er zeigt ganz deutlich, wenn er nicht gestört werden möchte, z. B. beim Spielen im Wasser oder beim Essen. Dann macht er laute Kussgeräusche mit den Lippen und signalisiert, dass man lieber auf Abstand bleiben sollte.

Klowor kam am 20. Februar 2005 nach Nyaru Menteng. Er war etwa 3 Jahre alt und lebte vorher in einem Privathaushalt im Dorf Pundu. Er ist ein aktiver Orang-Utan. Sobald er hört, dass seine Freunde gegen das Gehege hauen, stimmt er fröhlich mit ein. Er liebt es den Pflegern Streiche zu spielen. Alle nehmen sich in Acht, wenn es an die Gehegereinigung von Klowor geht. Nach 8 lustigen Jahren mit ihm ist es aber mehr als an der Zeit, dass er seine neue Heimat unsicher macht.

Am 17. Dezember 1999 kam Lesta nach Nyaru Menteng, nachdem sie aus einem Privathaushalt in Palangka Raya gerettet wurde. Sie war etwa 4 Jahre alt und wog 12 Kilo. Lange lebte sie auf der Vor-Auswilderungsinsel, wo sie von vielen männlichen Orang-Utans begehrt wurde. Sie ist zwar nicht dominant, steht aber trotzdem weit oben auf der Rangliste.

In den 13 Jahren, die Lesta in Nyaru Menteng lebt, hat sie bereits 3 Kinder zur Welt gebracht. Ihr Jüngstes ist Lewis, der am 16. März 2011 geboren wurde. Der heute Einjährige weicht nicht von ihrer Seite. Oft kann man beobachten, wie Lesta ihn liebevoll mit Früchten füttert. Heute kann Lewis seine ersten Kletterversuche in den Tiefen des Regenwaldes – in Freiheit – machen.

Lupita konnte nach nur 2 Wochen in nicht artgerechter Gefangenschaft von BOS befreit werden. Das Vierjährige Orang-Utan-Mädchen wurde von einem Einwohner von Buntok gefangen gehalten. Nach der Konfiszierung kam sie nach Nyaru Menteng, wo sie die nächsten neun Jahre leben sollte. Aus ihr wurde eine sehr selbstsichere Orang-Utan-Frau mit dickem roten Fell und ovalem Gesicht. Sie ist eine wahre Kletterkünstlerin. Vor keinem Baum macht sie halt. Mit 13 Jahren kann sie nun endlich auch wieder die Bäume in der Freiheit erklimmen.

Manggo ist Markisas Tochter und mittlerweile fast acht Jahre alt. Sie hatte das Glück, dass sie auf einer der Orang-Utan-Inseln von Nyaru Menteng geboren wurde und von Beginn an von ihrer eigenen Mutter aufgezogen werden konnte. Von ihr hat sie gelernt, wie man Nester baut, richtig klettert und welche Früchte und Blätter essbar sind. Sie ist unglaublich wissbegierig und aktiv. Jeden Tag erkundet sie den Wald aufs Neue. Sie ist zum hübschen Teenager herangereift, wiegt 29,7 Kilo und hat dickes langes Fell. Sie gehört eher zu den weniger dominanten Orang-Utans und beweist immer wieder, dass sie sich in unterschiedlichen Situationen richtig verhalten kann.

Markisa war erst vier Jahre alt, als sie aus einem Privathaushalt in Palangka Raya befreit und nach Nyaru Menteng gebracht wurde. 12 Jahre lang war die BOS-Station ihr Zuhause. Auf der Vor-Auswilderungsinsel hat sie zwei hübsche Mädchen geboren. Ihre ältere Tochter Manggo ist schon selbstständig und bestreitet ihr Leben allein.

Mexa wurde aus dem Haushalt eines Ölpalmplantagenarbeiter gerettet, der sie als Haustier hielt. Mit einer Kette um den Hals und in schlechter Verfassung wurde die 15-jährige Orang-Utan-Dame am 6. August 2006 gefunden und nach Nyaru Menteng gebracht. Die Zeit der Gefangenschaft ging nicht spürbar an Mexa vorüber. Nicht nur die Narbe am Hals spiegelten ihre letzten Jahre wider. Immer deutlicher zeigte sich auch ihre Abhängigkeit von den Menschen. Nach 7 Jahren Training und Geduld hat sich Mexa allerdings zu einem „Vorzeige-Orang-Utan“ gemausert. Sie ist gut für den Regenwald und ein Leben ohne Menschen vorbereitet.

Mogok ist ein männlicher Orang-Utan, der im Dezember 2002 aus dem Haus eines Dorfbewohners in Buntut Bali beschlagnahmt und in die BOS-Station Nyaru Menteng gebracht wurde. Damals war er erst zwei Jahre alt. Heute kann man ihn nicht mehr mit früher vergleichen. Der heute 13-Jährige hat sich wunderbar entwickelt, wiegt 49,3 Kilo und hat ausgeprägte Backenwülste bekommen. Der Teenager mit dem braunen Fell ist ein beachtlicher Erkunder! Während der Zeit auf der Vor-Auswilderungsinsel Palas konnte man ihn oft dabei beobachten, wie er wilde Früchte suchte und die größten Bäume erklomm. Oft war ein Orang-Utan-Mädchen namens Bonita an seiner Seite. Wir sind gespannt, was er in Freiheit anstellen wird und wem er im Regenwald näher kommen wird.

Im November 2006 gelang es der BOS Foundation zusammen mit der indonesischen Naturschutzbehörde einen jungen männlichen Orang-Utan zu retten. Sie fanden ihn von seiner Mutter getrennt in einer Ölpalmplantage in Kotawaringin. Am 15. November 2006 erblickte Rachmad erstmals sein neues Zuhause auf Zeit – Die BOS Station in Nyaru Menteng. Damals war er 2,5 – 3 Jahre alt und wog gerade mal 5 Kilo. Heute ist er 9 Jahre alt und bringt stolze 38,5 Kilo auf die Waage. Mit seinem dunklen Fell, den durchdringenden Augen und seinem neu entwickelten Selbstbewusstsein macht er nun endlich seine natürliche Umgebung unsicher.

Im Februar 2002 wurde Centil von der indonesischen Naturschutzbehörde beschlagnahmt. Erste Gesundheitschecks ergaben, dass das etwa 6 jährige Orang-Utan-Mädchen gesund war und nach Nyaru Menteng gebracht werden konnte. Im Oktober 2005 hatte sie die Waldschule abgeschlossen und wurde auf die Fluss-Insel „Bangamat“ gebracht. Man konnte der jungen Dame mit dem dunklen Fell sichtlich ansehen, wie sehr sie das Leben dort genoss.

 

Am 27. November 2009 brachte sie ihr zweites Baby zur Welt. Ihr erstes Kind Edwin verstarb an einer schweren Krankheit. Von dieser schmerzlichen Erfahrung geprägt kümmerte sich Centil nun um ihre Tochter Rose besonders intensiv und lässt sie nie aus den Augen. Mit 17 Jahren und 32,9 Kilo wird sie ihrer kleinen und gesunden Tochter endlich die große weite Welt des indonesischen Dschungels zeigen können.

Die einjährige Uli hingegen klammert sich noch an die liebenden Arme ihrer Mutter. Auch wenn Markisa selbst nicht bei Ihrer Mutter aufwachsen konnte, ist sie eine sehr gute Mutter für ihre Kinder. Sie ist mittlerweile 17 Jahre alt, wiegt 38,9 Kilo, ist sehr aufgeweckt und mehr als bereit für ein Leben im Dschungel.

Als Gadis in die BOS-Station nach Nyaru Menteng kam, war sie etwa 2,5 Jahre alt. Sie wurde von der Naturschutzbehörde in Zentral-Kalimantan beschlagnahmt und zur BOS Foundation gebracht. Zuvor war sie 2 Jahre lang als Haustier gehalten worden, zum Zeitpunkt ihrer Rettung jedoch in einem relativ guten Zustand. Die im Jahr 2012 15-jährige Gadis hat rundliche Wangen und ein dunkles Fell. In der Waldschule war sie sehr unabhängig und zurückgezogen. Später liebte sie es, die Flussinsel Kaja zu erkunden und genoss ihr Leben dort. Sie suchte sich gern ihre Nahrung im Wald und kam nur selten zu den Futterplattformen. Obwohl sie nicht gern mit anderen Orang-Utans zusammen ist, lernte sie vor wenigen Jahren Omega kennen, einen dominanten Orang-Utan-Mann mit stark ausgeprägten Backenwülsten. Die beiden verbrachten viel Zeit zusammen und umwarben sich gegenseitig. Das Ergebnis ihrer Zuneigung war das Orang-Utan-Baby Garu, den Gadis Ende 2009 zur Welt brachte.

Garu wurde am 15. Dezember 2009 auf der Flussinsel Kaja geboren. Sie kann sehr traurig gucken, aber das täuscht, denn die Kleine ist sehr aktiv und verspielt. Die zum Zeitpunkt ihrer Auswilderung dreijährige Garu hing noch sehr an ihrer Mutter und folgte ihr überall hin. Wenn ein Orang-Utan auf der Insel Kaja geboren wird, bedeutet das, dass er wie ein völlig wildes Tier aufwächst und nahezu die gleichen Dinge lernt wie in Freiheit. Wie ein wilder Orang-Utan hat Garu eine gesunde Angst vor Menschen. Wenn sie einen Menschen sieht, macht sie die drohenden Kussgeräusche mit den Lippen. In Bukit Batikap wird sie in Ruhe ihr Leben in Freiheit genießen können.

Die dunkelhaarige Orang-Utan-Dame Leonora wurde am 8. August 2000 vom BOS-Rettungsteam und der Naturschutzbehörde in die BOS-Station Nyaru Menteng gebracht. Leonora hatte davor bei einer Familie gelebt. Mit drei Jahren wurde sie jedoch zu groß und musste deshalb in einem Käfig außerhalb des Hauses ihr Dasein fristen. In den ersten Tagen nach ihrer Ankunft in Nyaru Menteng klatschte die freche Leonora einfach in die Hände, wenn sie trinken oder essen wollte. Nachdem sie aber zur Waldschule ging und später auf die Insel Kaja kam, ließ diese Angewohnheit langsam nach. Leonora wurde im Jahr 2012 16 Jahre alt und ist ein sehr hübscher Orang-Utan. Sie ist eher zurückhaltend, kann aber anderen weiblichen Orang-Utans gegenüber auch dominant sein. Mittlerweile hat sie auch einen kleinen Jungen, den süßen Lamar, geboren. Jetzt wird sie ihm im geschützten Regenwald Bukit Batikap alles beibringen können, was er zum Überleben wissen muss.

Am 7. November 2009 wurde Lamar auf der Flussinsel Kaja geboren. Wie fast alle Orang-Utan-Kinder ist er sehr verspielt und aktiv. 2012 hing er noch sehr an seiner Mutter Leonora und lag am liebsten in ihren sicheren Armen. Er liebte es, die Insel Kaja zu erkunden, aber nur, wenn seine Mutter in der Nähe war. Wenn sich Menschen näherten, machte er die drohenden Kussgeräusche und warf mit Ästen, um sie zu vertreiben. Das sind angeborene Verhaltensweisen von wilden Orang-Utans und somit beste Voraussetzungen für das Leben in Freiheit.

Anfang 2000 erfuhr die BOS Foundation von einem gefangen gehaltenen Orang-Utan in Palangkaraya. Gemeinsam mit der Naturschutzbehörde von Zentral-Kalimantan konfiszierte das BOS-Rettungsteam am 5. Januar das damals vierjährige Orang-Utan-Mädchen Emen. Wie auch bei zahlreichen anderen Orang-Utans waren die Jahre in Gefangenschaft nicht spurlos an ihr vorüber gegangen. So hatte sie an der rechten Hand nur noch den Daumen. Wie sie ihre restlichen Finger verloren hat, ist nicht bekannt.

Nach drei Jahren Waldschule und mit viel Liebe und Fürsorge der BOS-Pfleger konnte Emen bereits 2003 auf die Vorauswilderungsinsel Kaja gebracht werden. Dort hat sie die letzten neun Jahre reichlich an Erfahrungen für ein Leben in Freiheit gesammelt. Sie ist ein ruhiger Orang-Utan und hat sich noch nie aggressiv oder dominant gegenüber ihren Freunden verhalten. 2009 hat Emen einen kleinen Sohn geboren, den die Pfleger Embong nannten. Mit 17 Jahren, 34,3 Kilo schwer und ihrem kleinen Baby wurde auch Emen zurück in den Regenwald Borneos entlassen.

Am 30. November 2009 wurde Embong geboren. Der kleine Orang-Utan-Junge ist sehr verspielt und aktiv. Emong hat drei Jahre auf Kaja gelebt und konnte aus erster Hand von seiner Mutter lernen, was es heißt, im Dschungel zu leben. Mittlerweile ist er zusammen mit seiner Mutter und anderen Orang-Utans in den Tiefen des Regenwaldes verschwunden.

Nachdem Sif von der Naturschutzbehörde von Zentral-Kalimantan aus einem größeren Dorf in Pulang Pisau beschlagnahmt wurde, kam sie am 27. April 2000 zusammen mit dem Orang-Utan Thor in die BOS-Station Nyaru Menteng. Sif und Thor hatten ihr gesamtes Leben in Gefangenschaft verbracht und beide litten unter starker Mangelernährung. Das junge Orang-Utan-Mädchen Sif war damals schätzungsweise zwischen 5 und 5,5 Jahren. In der Waldschule blühte Sif völlig auf und meisterte alles hervorragend! Später wurde auch sie auf die Vorauswilderungsinsel Kaja gebracht.

Sie ist eine clevere Orang-Utan-Dame geworden und findet die leckersten Früchte des Waldes mit Leichtigkeit. Auch wenn etwas Essbares vom Baum in den Fluss gefallen ist, tut sie sich nicht schwer daran, es herauszufischen. Heute sieht Sif ganz zauberhaft aus. Sie hat ein ovales Gesicht, volle dunkle Lippen, gelbliche Locken auf dem Kopf und ein dickes Fell. Ihre Tochter Sifa, die sie auf Kaja geboren hat, ähnelt ihr sehr. Sie lässt sich schnell auf andere Orang-Utans ein und es gibt keinen Zweifel, dass sie in der Freiheit sehr gut allein zurechtkommen wird.

Dieses süße Orang-Utan-Baby ist 2 Jahre alt und Sifs Tochter. Am 8. November 2010 erblickte sie auf Kaja zum ersten Mal die Welt. Sie ist genauso hübsch wie ihre Mutter. Sie hat langes dunkles Fell und ein ovales Gesicht mit dunkler Haut. Wir wünschen dir alles Glück der Erde, kleine Sifa! Im echten Wald zu leben wird großartig werden.

Chanel war etwa drei Jahre alt, als sie am 3. März 2003 in der Nähe einer Ölpalmplantage in Parenggen gefunden wurde. Sie wurde in die BOS-Station Nyaru Menteng gebracht. Bei ihrer Ankunft war sie sehr wild und konnte deshalb nicht in die Waldschule zu den anderen Orang-Utans gehen. Erst mit 5 Jahren konnte man sie zur Kaja-Insel bringen, auf der sie sich selbstständig auf ein Leben in Freiheit vorbereiten konnte. Chanel ist ein charmantes, schlankes Orang-Utan-Mädchen mit rotem Fell, 2013 wurde sie 13 Jahre alt und wog 33,9 Kilo.

Sie ist unabhängig und genießt die Zeit, in der sie allein ist. Ihrer Natur entsprechend scheut sie den Menschen und ist nicht gerne in seiner Nähe. Wenn sich Menschen nähern, macht sie drohende Kussgeräusche. Sie hat einen vierjährigen Jungen, der Charlie heißt und ebenfalls mit ihr im November 2012 in den Urwald zurückgekehrt ist.

Charlie ist der Sohn von Chanel. Er wurde am 1. Mai 2009 auf der Flussinsel Kaja geboren. Der reizende Kleine mit rundlichem Gesicht, gelblicher Haut und dickem, rotem Fell liebt es mit anderen Orang-Utan-Kindern zu spielen. Er verbringt seine Zeit aber auch gerne bei älteren männlichen Tieren. Heute, mit vier Jahren, ist er sehr mutig und hat keine Angst, sich auch mal von seiner Mutter zu entfernen. Er ist auch recht geschickt, denn momentan lernt er, wie man sich sein eigenes Schlafnest in den Bäumen baut. Jetzt, zurück im Regenwald, wird er noch viel mehr Zeit zum Üben haben.

Terusan wurde am 19. August 2004 auf der BOS-Insel Kaja geboren. Seinen Namen bekam er, weil er zum ersten Mal in der Nähe des Flusses Terusan gesehen wurde. Terusan lebt noch mit seiner Mutter Dagoy zusammen, aber er liebt es mindestens genauso sehr mit seinen Freunden und Geschwistern zu spielen. Acht Jahre lang durfte er wie ein wilder Orang-Utan auf der Insel Kaja leben und hat so alles gelernt, was ein Orang-Utan in Freiheit wissen muss.

Wie die Polizei aus Zentral-Kalimantan berichtete, wurde ein männlicher Orang-Utan beschlagnahmt, nachdem er von einem Dorfbewohner über längere Zeit als Haustier gehalten wurde. Am 15. März 2001 wurde der etwa 4 Jahre alte Orang-Utan nach Nyaru Menteng gebracht und „Menteng“ genannt. Nachdem er mit 7 Jahren die Waldschule erfolgreich beendet hatte, fand er schnell seinen Platz auf der Orang-Utan-Insel Kaja. Dort hat er sich zu einem selbstbewussten, aber auch leicht aggressiven Mann entwickelt. Trotz seines recht jungen Alters kann er sich auch gegen Ältere behaupten.

Der im Jahr 2012 15 Jahre alte Menteng ist eine stattliche Erscheinung. Trotzdem zieht es ihn eher selten zu Orang-Utan-Damen. Und Menteng hat noch mehr besondere Eigenschaften: Er kann schwimmen und sogar tauchen! Für Orang-Utans ist das sehr ungewöhnlich.

Am 18. April 2001 landete ein Wasserflugzeug aus Ketapang, West-Kalimantan in Nyaru Menteng. An Bord waren Studenten, die mehrere Orang-Utans in ihrer Obhut hatten. Alle Tiere waren zuvor in Gefangenschaft gewesen. Die Studenten hatten die Hoffnung, dass BOS die Orang-Utans aufnehmen könnte, was sie auch taten.


Einer der Orang-Utans war der 6-jährige Jamiat. Zunächst gab es Zweifel bezüglich seiner Unterart, weil er in West Kalimantan gefunden worden war. Letztendlich ergaben die Gentests aber, dass es sich bei ihm um einen echten Pongo pygmaeus wurmbii, also einen Borneo-Orang-Utan aus Zentral-Kalimantan handelte.

Jamiat genoss die Waldschule von Anfang an. Nachdem er sie erfolgreich beendet hatte, wurde er auf die Kaja-Insel, der Vorauswilderungsinsel in Nyaru Menteng gebracht. 2012 war er mit 17 Jahren und 45 Kilo schon ein junger Erwachsener. Sein Gesicht ist dunkel und lang, ebenso sein Fell, was ihn äußerst elegant wirken lässt. Aber er ist einer der Orang-Utans von Kaja, die ganz unten in der Rangliste stehen, was sich auf seine Statur auswirkt. Auch seine Backenwülste wachsen nur sehr langsam.

Das Leben auf Kaja hat ihm erst ermöglicht seinen wilden Charakter wieder zu entdecken. Er hat eine gesunde Angst vor Menschen und macht oft das drohende Kussgeräusch, wenn man sich ihm nähert, und damit jedem zu verstehen gibt, dass er uns nicht gerne in seinem Gebiet sieht. Nach 11 Jahren Rehabilitation in Nyaru Menteng konnte Jamiat endlich in den grenzenlosen Wald zurückkehren.

2006 gab es viel zu tun für die Mitarbeiter der BOS Foundation. In diesem Jahr boomte das Geschäft der Palmölindustrie und viele kostbare Waldgebiete in Zentral-Kalimantan verschwanden. Stattdessen entstanden unzählige, gigantische Plantagen mit Ölpalmen. Orang-Utans, sowie auch andere Waldtiere, verloren ihre Heimat. Für viele war es das Todesurteil. In einem achttägigen Einsatz an der Grenze zwischen Sampi und Pangkalan Bun gelang es dem BOS-Rettungsteam 12 Orang-Utans zu retten.

 

 Einer von ihnen war Gusti, der zu diesem Zeitpunkt etwa 4 Jahre alt war. Zusammen mit den anderen Orang-Utans kam er am 26. Juli 2006 in die BOS-Station in Nyaru Menteng. Dort hat sich Gusti zu einem aktiven und verspielten Orang-Utan entwickelt. Er hat ein prächtiges dickes Fell und einen starken, stämmigen Körper. Gustis Stimme ist sehr markant, weshalb ihn die Pfleger leicht erkennen konnten. Und so wird es auch anderen Orang-Utans gehen, wenn sie Gustis markantes Rufen in den Tiefen des Waldes hören.

Das vier Jahre alte Orang-Utan-Mädchen Iyos wurde von der Naturschutzbehörde in Zentral-Kalimantan beschlagnahmt, nachdem bekannt wurde, dass Iyos schon seit 6 Monaten als Haustier in einem Privathaushalt nahe Palangka Raya gehalten wurde. Glücklicherweise war sie in einem guten gesundheitlichen Zustand, als sie das BOS-Team am 16. Oktober 2009 in seine Obhut nahm. Menschen gegenüber war sie weder zutraulich noch zahm. Iyos war noch immer wild und hatte somit gute Chancen, bald wieder ausgewildert zu werden. Da sie aber noch so jung war, musste sie erst einmal mit in die BOS-Station in Nyaru Menteng, um alles für ein selbstständiges Leben in Freiheit zu lernen.

 Mit etwa vier Jahren wurde Giant in Sampit beschlagnahmt. Die Naturschutzbehörde informierte die BOS Foundation, die sofort ein Rettungsteam auf den Weg schickte. Am 16. September 2007 kam der damals noch kleine Giant dann in Nyaru Menteng an. Obwohl er bis 2012 in der Station lebte, hat er nie seine wilde Seele verloren. Er ist unberechenbar und lässt sich leichter von uns Menschen irritieren als andere Orang-Utans. In der freien Wildbahn wird er sich aber gut durchsetzen können.

Paluy wurde aus einer Ölpalmplantage in Sampit, Ost Koto Waringin gerettet. Das Orang-Utan Mädchen war sehr angriffslustig und wild, als sie in die Station kam Aber da sie erst 3 - 4 Jahre alt war, konnte man sie nicht sofort wieder auswildern. Stattdessen brachte sie das Rettungsteam am selben Tag (13.2.2006) in die BOS-Station in Nyaru Menteng. Die energische junge Dame hat dunkelrotes Fell, das mit der Zeit um Einiges gewachsen ist und nun ihre Stirn mit einem Pony bedeckt und somit wunderhübsch ihr Gesicht umrahmt. Sie hat einen dünnen gelbbraunen Bart und Narben auf beiden Handflächen sowie auf der linken Seite ihres Bauches, von denen keiner weiß, woher sie stammen.

 

Selbst nach einiger Zeit bei BOS hat sie ihren wilden Charakter behalten. Sie ist aktiv und verspielt, kann aber auch aggressiv sein. Sobald ihr ein Pfleger näher kam, um sie zu füttern oder ihr Gehege zu säubern, machte sie das typische Kussgeräusch, mit dem Orang-Utans Eindringlingen und Feinden drohen. Ihre starke Unabhängigkeit machte deutlich, dass Paluy wirklich bereit war für ein Leben in Freiheit in den Tiefen des Regenwaldes, ganz ohne Menschen. Und genau das hat sie jetzt!

Die kleine Gundul war etwa drei Jahre alt, als sie aus einer Palmölplantage in Ost-Koto Waringin gerettet wurde. Sie wurde zusammen mit ihrer Mutter und sieben weiteren Orang-Utans in die Obhut der BOS Foundation genommen. Unter ihnen war auch Bang Jagur, der bereits im März 2012 erfolgreich ausgewildert werden konnte. Gundul kam also am 18. März 2006 in die BOS-Station nach Nyaru Menteng. Ihre Mutter, Mama Gundul, war in einer sehr schlechten Verfassung, als sie gefunden wurden. Nachdem die Ärzte 2 Monate lang ihr Bestes gaben, erlag Mama Gundul leider den Folgen ihrer starken Verletzungen.

Trotz dieser Tragödie ist Gundul zu einem selbstbewussten Individuum herangewachsen. Manchmal konnte sie auch ganz schön frech sein. Oft ärgerte sie die Pfleger, indem sie diese spielerisch kniff oder anderen Blödsinn machte. Heute kann Gundul endlich wieder das glückliche Leben in ihrer Heimat - dem Regenwald Borneos - auskosten!

Der Orang-Utan-Junge Jamal war erst etwa 4 Jahre alt, als er von einem Plantagen-Mitarbeiter in Ost-Koto-Waringin gefunden wurde. Am 13. Juni 2006 wurde er mit vier weiteren Orang-Utans nach Nyaru Menteng gebracht. Seinen Namen verdankt er dem Rettungsteam. Sie benannten ihn nach dem Restaurant, in dem sie in Sampit manchmal einkehren. Über sechs Jahre später konnte auch Jamal seine Reise nach Hause in den Regenwald antreten.

Im Oktober 2006 berichtete ein BOS-Mitarbeiter des Mawas-Projektes aus Mentangai von einem Orang-Utan-Jungen, der von einem Dorfbewohner zum BOS-Forschungszentrum in Tuanan gebracht worden war. Das Rettungsteam von Nyaru Menteng holte den ungefähr vierjährigen Orang-Utan ab, um ihn in die BOS-Station zu bringen. Dort angekommen, wurde er einer umfangreichen ärztlichen Behandlung unterzogen, denn er hatte am ganzen Körper Verletzungen. Besonders die Wunden um seinen Mund herum mussten schnell desinfiziert und behandelt werden um Entzündungen vorzubeugen.

Im Jahr 2012 und nach sechs lehrreichen Jahren in Nyaru Menteng kam auch er zurück in den Regenwald.

Im März 2006 wurde ein 15-jähriger weiblicher Orang-Utan aus einer Palmölplantage gerettet. An ihr langes Fell klammerte sich ein zweijähriges Baby. Beide wurden zur ärztlichen Untersuchung in die Station Nyaru Menteng gebracht. Sie waren kerngesund und zogen daraufhin in den Sozialisierungsbereich der Station. Mama Ebol war im Jahr 2012 21 Jahre alt und wog über 30 Kilo. Zusammen mit ihrem Töchterchen Ebol ist sie nun endlich wieder frei.

Ebol wurde 2006 zusammen mit ihrer Mama Ebol aus einer Palmölplantage gerettet. Als man sie fand, hatte sie sich ängstlich an das Fell ihrer Mutter geklammert. Seitdem lebten die beiden zusammen in einem Sozialisierungskäfig und warteten dort auf ihre Auswilderung. Wir drücken die Daumen, dass sie sich schnell in ihrem neuen und vor allem freien Umfeld zurechtfinden wird.

Im Februar 2011 wurde die kleine Onceng in einem Dorf bei Palangka Raya beschlagnahmt. Dort hatte sie zwei Monate in einem winzigen Holzverschlag verbringen müssen. Die Dorfbewohner beteuerten, sie hätten Onceng auch aus der Kiste gelassen. Doch da sie dann immer sofort auf den nächsten Baum kletterte und begann ein Nest zu bauen, beschloss man, sie lieber nicht mehr raus zu lassen. Außerdem hatte man Angst, dass sie die Früchte der Ölpalmen fressen würde. Glücklicherweise überstand die siebenjährige Onceng diese schreckliche Zeit des Eingepferchtseins unversehrt. Die medizinische Untersuchung in der Station ergab, dass sie wohlauf und rundum gesund war. Jetzt kann sie wieder durch das Unterholz toben wie ein wilder Orang-Utan ihres Alters.

Auch Abam wurde Opfer der Palmölindustrie. Er wurde 2007 in einer Plantage gefunden. Damals war er erst etwa vier Jahre alt und hatte schwere Verletzungen an den Händen. Das Rettungsteam der BOS Foundation brachte ihn in die Station Nyaru Menteng, um ihn behandeln zu lassen. Leider mussten Teile des Zeige- und Ringfingers seiner rechten Hand amputiert werden. Der Lebensfreude des Wildfangs Abam sollte das aber keinen Abbruch tun. Der ungestüme Abam wurde in einer Gruppe anderer wilder Orang-Utans seines Alters untergebracht. Es war höchste Zeit, dass Abam in seine eigentliche Heimat zurückkehren konnte, um dort nun seine besten Jahre in echten Baumwipfeln zu verbringen.

Eine große, stolze Erscheinung war er bereits 2006, als er in einem Dorf in der Nähe einer Plantage beschlagnahmt wurde. Seine Backenwülste waren damals schon stark ausgeprägt. Die Dorfbewohner hatten ihn eingefangen und mit Seilen an einem Baum festgebunden. Die fest geschnürten Stricke hatten ihm schwere Verletzungen an den Armen zugefügt. Eigentlich wollte man Maradona direkt zu einem sicheren Waldstück bringen. Doch da er so schwer verletzt war, entschieden die BOS-Mitarbeiter, ihn erst einmal medizinisch zu behandeln. Also wurde er nach Nyaru Menteng gebracht, wo seine Wunden versorgt wurden und er aufgepäppelt wurde. Jetzt lebt er wieder frei im Regenwald.

Das damals neunjährige Orang-Utan-Mädchen Jessica kam im Jahr 2007 nach Nyaru Menteng. Auch sie wurde in einer Palmenölplantage gefunden, in der Nähe des Dorfes Sampit. An ihrer linken Hand waren mehrere Finger gebrochen. Sie war sehr temperamentvoll und schwer zu bändigen, ein sicheres Zeichen dafür, dass sie nie zuvor Kontakt zu Menschen gehabt hatte.

Als Sumbing im März 2004 aus einer Ölpalmenplantage gerettet wurde, war er etwa 15 Jahre alt. Er war schon ein stattliches Kerlchen mit seinem langen hellbraunen Haar. Auffällig an ihm war seine Lippen- und Gaumenspalte, die bei Orang-Utans selten vorkommen. Ohne lange zu überlegen, wurde er "Sumbing" getauft, was wortwörtlich Oberlippenspalte bedeutet. Sumbing ist wahrlich lange genug in Gefangenschaft gewesen. Er hat sich geduldig seinem Schicksal hingegeben, doch die Zeit des Ausharrens ist für ihn zum Glück vorbei – er ist wieder im Dschungel.

Im Oktober 2005 rückte das Team von BOS zusammen mit Gemeindevertretern der Region Ost-Kotawaringin im Rahmen einer groß angelegten Rettungsaktion nach Sei Babi aus. Fast eine Woche lang durchkämmten die Primaten-Retter eine Kautschukplantage nach verirrten Tieren, für die die Plantage die letzte Zuflucht war. Sempung war einer der sechs Orang-Utans, die in Sicherheit gebracht wurden. Er war damals 15 Jahre alt. Mittlerweile ist Sembung ein ausgewachsenes Männchen, was man auch an seinen ausgeprägten Backenwülsten erkennen kann. Er hat eine sehr dunkle Haut, wunderschönes braunes Haar und wirkt elegant.

Hamzah war nur vier Jahre mit seiner Mutter zusammen, und man konnte sehen, wieviel Wissen sie ihm in dieser Zeit bereits beigebracht hatte, denn zuhause fühlt sich Hamzah nur im Wald. Er hat eine gute Orientierung, baut stabile Nester und kann das beste Essen finden. Hinzu kommt, dass er total unabhängig ist. Dies verdeutlicht uns, dass wir Menschen, trotz aller Bemühungen und Anstrengungen, den Job eben nicht so gut machen können wie es eine echte Orang-Utan-Mutter tut.

Hamzah findet im Wald Nahrung, von der nur wenige sehr erfahrene Pfleger wissen. Außerdem lagert er seine Nahrung sehr effizient, was ihm Zeit gibt faul zu sein und sich wie ein typischer Halbwüchsiger zu benehmen. Er schläft gerne aus und an den meisten Tagen verlässt er sein Nest nicht vor zehn Uhr. Normalerweise stehen Orang-Utans kurz nach Sonnenaufgang auf, jedoch nicht so Hamzah.

Auch abends geht er erst spät schlafen. Statt mit dem Sonnenuntergang gegen 18 Uhr schlafen zu gehen, wandert er noch längere Zeit durch die Nacht. Sehr zum Leidwesen seiner Pfleger, die so lange bleiben müssen, bis er sich endlich hinlegt hat. Am nächsten Tag wiederum müssen sie schon um fünf Uhr an seinem Nest sein, denn wer weiß, ob er an diesem Tag nicht vielleicht doch schon früh aufsteht.

Hamzah gehörte zur zweiten Gruppe, die in das Waldgebiet Kehje Sewen gebracht wurde. Die Sehnsucht nach einem Zuhause lebt in jedem von uns. Einem sicheren Ort, wo wir nicht gefährdet sind. Hamzah ist endlich zu Hause!

Abbie war im Jahr 2012 bereits eine 12 Jahre alte Teenagerin. Mit 35 Kilo war sie gut genährt und bei weitem die Älteste der sechs Kandidaten. Sie erreichte Samboja Lestari im März 2006 mit einem geschätzten Alter von 7 Jahren. Sie war damals sehr pummelig und wog 26 Kilo. Vor ihrer Ankunft in Samboja Lestari lebte sie im Botanischen Garten von Samarinda, der Hauptstadt Ost-Kalimantans. Wir wissen nicht, wie sie dort hingekommen ist, und wie lange sie dort bereits lebte. Aber es kann nicht allzu lang gewesen sein, da sie kein Interesse daran zeigte, Menschen zu unterhalten oder anderweitig Aufmerksamkeit zu erregen. Zudem baute sie nicht auf menschliche Unterstützung.

In den letzten zwei Jahren lebte Abbie zusammen mit Hamzah, Casey, Berlian und Mail. Mit ihren zwölf Jahren ist Abbie zwar noch zwei Jahre davon entfernt, vom Teenager zum Erwachsenen zu werden, sie hat jedoch definitiv kein Interesse mehr an der Gesellschaft von anderen Weibchen. Sie jagt die jüngeren wie Berlian und Casey oft weg. Andererseits war sie immer sehr nett zu Mail. Es sieht nicht so aus, als würde sie in ihm einen potentiellen Partner sehen. Sie ist eher wie eine große Schwester für ihn, und wir erwarten, dass die beiden Freunde bleiben und Mail weiterhin von Abbie unterstützt wird. Später, in der Freiheit, ist es jedoch unwahrscheinlich, dass sie zusammen bleiben, denn Orang-Utans sind vorwiegend Einzelgänger und bilden keine monogamen Beziehungen.

Da Abbie einer der stärksten Orang-Utans ist, haben wir sie zusammen mit Hamzah und Berlian in Gruppe 2 eingeteilt. Die Gruppe 2 wurde am 5. Mai 2012, zwei Wochen später als Gruppe 1, freigelassen. Dies sollte den schwächeren Tieren extra Zeit geben, um ihre Umgebung zu erforschen und sich einzuleben, bevor sie auf die älteren und stärkeren Orang-Utans wie Abbie treffen würden.

Genau wie Lesan kam Berlian 2006 nach Samboja Lestari. Sie kam aus Samarinda, war schätzungsweise vier Jahre alt und wog 9 Kilo. Von Anfang an wurden Berlian und Lesan Freunde, sodass sie teilweise gar nicht mehr zu trennen waren. Im Dezember 2011 kam Berlian in die Walduniversität. Die Pfleger, Yadi und Dirman, brachten sie dorthin, wo sie unmittelbar auf Mail traf, der gerne mit ihr spielen wollte. Berlian musste ihre Glieder nach der langen, im Transportkäfig verbrachten Zeit strecken, und nachdem sie ein Bisschen miteinander gespielt hatten, lief Berlian in eine andere Richtung, um Nahrung zu suchen. Nach einer kurzen Begegnung mit Hamzah setzte sie ihren Weg fort und baute sich ein Nest.

Sie bestätigte ihre fortgeschrittenen Fähigkeiten auch dadurch, dass sie immer draußen im Wald schlafen wollte. Daher war es kein Wunder, dass sie bereits nach dem ersten Tag zufrieden und vor Kraft strotzend aussah. Aufgrund der großen Unabhängigkeit Berlians war sie ein offensichtlicher Kandidat für die Auswilderungen nach Kehje Sewen. Nun ist sie neun Jahre alt und wiegt 28 Kilo. Sie wurde zusammen mit Hamzah und Abbie als zweite Gruppe am 5. Mai 2012 in die Freiheit entlassen.

Lesan kam im November 2006 nach Samboja Lestari. Der kleine weibliche Orang-Utan kam aus dem Berau Gebiet. Bei ihrer Rettung war sie ungefähr drei Jahre alt und wog sieben Kilo. Nachdem sie die Quarantänezeit hinter sich gebracht hatte, kam sie in die Waldschule und freundete sich schnell mit Berlian an. Berlian und Lesan waren wenig an den menschlichen Pflegemüttern interessiert, anscheinend konnten sie sich gegenseitig genug emotionale Wärme geben. Wie wild lebende Orang-Utan-Kinder verbrachten sie ihre Tage gemeinsam hoch in den Baumwipfeln und auf Futtersuche. Sie spielten auch mit anderen Orang-Utans aus der Waldschule, aber hauptsächlich hielten sie sich in den Bäumen auf. So knüpften sie zu anderen „schlaueren“ Orang-Utan-Waisen Kontakte.

 

Die Babysitter erzählten, dass beide jeden Nachmittag Probleme machten, da sie nicht einfach in die Nachtkäfige zurückkehren wollten. Stattdessen versuchten sie draußen im Wald zu bleiben. Wenn die Babysitter nach ihnen riefen und mit den anderen Tieren nach Hause liefen, blieben sie ganz still im Baum. Um Berlian zu fangen, versuchten die Babysitter oft Lesan mit Futter zu bestechen. Wenn Lesan dann herunter kam, um sich das Futter zu holen, konnten sie sie fangen und in den sicheren Käfig für die Nacht bringen. Meist gab Berlian darauf hin auch auf, herumzustreifen und schloss sich Lesan freiwillig an.

Nun ist Lesan acht Jahre alt und wiegt 31 Kilo. Während das Team sie darauf vorbereitete, sie in die Waldschule 3 (Walduniversität) zu entlassen, hatten sich Lesan und Berlin voneinander entfernt. Auch wenn die beiden sich immer noch gelegentlich trafen, genoss Lesan es, mit anderen Artgenossen gleichen Alters wie Casey und Mail zusammen zu sein. Daher wurden Lesan, Casey und Mail zu einer Gruppe zusammengefasst, der Gruppe 1. Diese Gruppe wurde zuerst freigelassen, sodass seit dem 22. April 2012 das Regenwaldgebiet Kehje Sewen auch Lesans neue Heimat ist.

Obwohl Casey sich mit vier Jahren einen Großteil der Hand verbrannte, bewegt sie sich elegant durch den Wald. Nur der kleine Finger und der Daumen konnten bei der Operation gerettet werden. Bemerkenswerterweise stellt dies jedoch keine Behinderung für sie dar. Casey nutzt ihre „Hand“, um sich von Baum zu Baum zu schwingen und nach den Ästen zu greifen. Ihr Griff ist sehr stark. Der einzelne Finger ist um einiges stärker und strapazierfähiger, da er die Funktion von vier Fingern erfüllen muss. Casey nutzt ihn zusammen mit dem Daumen, wenn sie in den Baumwipfeln unterwegs ist. Wir können keinen Unterschied bei der Benutzung ihrer gesunden linken Hand und der rechten feststellen. Casey ist ein Beispiel für die Grausamkeit beim Handel mit Orang-Utans-Babys. Ihre Besitzer ließen sie in der Nähe von elektrischen Kabeln spielen und dort geschah der Unfall.

Als sie nach Samboja Lestari kam, war sie vier Jahre alt und wog 16 Kilo. 2013 wurde Casey acht Jahre alt und wog das Doppelte. Sie ist sehr gut darin im Regenwald Nahrung zu finden, Nester zu bauen und ihren Weg durch den Dschungel zu finden.

Mail war drei Jahre alt und wog 10 Kilo, als er aus Petung gerettet wurde. Im Jahr 2012 wurde er acht Jahre alt und wog 24 Kilo. Er war schon immer etwas schüchtern und eine Weile auch sehr abhängig von den Babysittern. Dies ist allerdings charakteristisch für die Orang-Utan-Waisen, denn viele von ihnen haben mit ansehen müssen, wie ihre Mütter von Menschen abgeschlachtet wurden. Sie brauchen zuerst Zeit, zu realisieren, dass es auch nette Menschen gibt. Sobald sie das Trauma überwunden haben, suchen sie fast verzweifelt deren Aufmerksamkeit und Wärme.

In der Wildnis ist ein Orang-Utan-Kind fünf bis sieben oder sogar bis acht Jahre 24 Stunden mit seiner Mutter zusammen. Während dieser Zeit bekommt das Weibchen in der Regel keine weiteren Jungen, sodass dem Kleinen die ungeteilte Aufmerksamkeit und offensichtlich auch unerschöpfliche Geduld entgegengebracht werden kann. Wenn BOS Orang-Utan-Waisen rettet, kümmert sich ein Babysitter tagsüber um zwei bis vier Tiere. Somit müssen die Kleinen die sehr wichtigen sozialen Beziehungen untereinander ausbilden. Die dabei entstehenden Bindungen ermöglichen es den Tieren, Orang-Utans zu bleiben und nicht zu vermenschlichen. 

Als Mail zum Auswilderungskandidat ernannt wurde und in die Waldschule 3 kam, wurde er gezwungen, sich mehr auf die anderen Orang-Utans zu konzentrieren. Er behielt seine Freunde, war aber auch sichtlich glücklich darüber, auf Abbie zu treffen. Sie war wie eine ältere Schwester für ihn und tolerierte seine jugendlichen Bedürfnisse. Eine Zeitlang blieb er immer in Abbies Nähe, aß das gleiche Futter und baute sein Nest im selben Baum. Gelegentlich durfte er sogar am Morgen in Abbies Nest kommen und mit ihr zusammen in den Tag starten. Sie wurde für ihn eine Lehrerin und Quelle von Wohlbefinden und Sicherheit. Es ist so viel einfacher neugierig zu sein, wenn du dich sicher fühlst! 

Davon abgesehen hatte sich Mail auch sehr gut mit Casey und Lesan angefreundet. Die drei waren ungefähr im gleichen Alter und nachdem sie oft zusammen beobachtet wurden, traf das BOS-Team die Entscheidung, Mail mit den beiden und nicht mit Abbie freizulassen.

Komeng ist ein beeindruckendes, ausgewachsenes Orang-Utan-Männchen. Er war ungefähr 15 Jahre alt, als er im Jahr 2006 zu BOS kam. Seine Backenwülste waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgebildet. In 2012 war er schon über 20 Jahre alt und wog stattliche 82,5 Kilogramm.

Die Orang-Utan-Dame Ika wurde im Jahr 2006 zusammen mit Bunga aus einer Palmölplantage gerettet. Sie war viereinhalb Jahre alt, unterernährt und wog nur 8,5 Kilo, als sie nach Nyaru Menteng kam. Um ihre Ohren herum hatte sie unzählige Kratzer. Heute wiegt sie über 30 Kilo, ist gesund und immer noch sehr wild.

Auch Bang Jagur wurde im Jahr 2006 aus einer Palmölplantage gerettet. Er befand sich in der Nähe der Ortschaft Sampit. Als er nach Nyaru Menteng kam, war er in einem guten Zustand, ungefähr zwischen 7 und 8 Jahre alt und wog 18 Kilogramm. Bang Jagur ist ein wilder Orang-Utan, der die Anwesenheit von Menschen ganz und gar nicht akzeptiert. Heute ist er etwa 15 Jahre alt, wiegt über 40 Kilo und ist in Topform. 

Mama Tata und ihr Kind Tata wurden im Jahr 2006 in der Palmölplantage bei Sampit aufgelesen und nach Nyaru Menteng gebracht. Sie wurden allerdings nicht von BOS gerettet und waren deshalb in einem sehr schlechten Zustand. Mama Tata war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt und Tata erst 4 Jahre. Heute sind beide rundum gesund. Mama Tata ist heute 21 Jahre alt und wiegt 47 Kilo, ihr Kind Tata ist gerade 10 Jahre alt geworden und wiegt 20 Kilo. Beide waren nur während der Quarantäne voneinander getrennt. Sie werden zusammen ausgewildert, spannend bleibt jedoch, ob Tata bald ihren eigenen Weg gehen wird.

Mama Tata und ihr Kind Tata wurden im Jahr 2006 in der Palmölplantage bei Sampit aufgelesen und nach Nyaru Menteng gebracht. Sie wurden allerdings nicht von BOS gerettet und waren deshalb in einem sehr schlechten Zustand. Mama Tata war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt und Tata erst 4 Jahre. Heute sind beide rundum gesund. Mama Tata ist heute 21 Jahre alt und wiegt 47 Kilo, ihr Kind Tata ist gerade 10 Jahre alt geworden und wiegt 20 Kilo. Beide waren nur während der Quarantäne voneinander getrennt. Sie werden zusammen ausgewildert, spannend bleibt jedoch, ob Tata bald ihren eigenen Weg gehen wird.

Kali ist ein hübsches Orang-Utan-Mädchen. Ihr Fell ist auf den Schultern dunkler als auf dem Rest des Körpers und im Gesicht schimmert es golden. Auch sie wurde aus einer Palmölplantage gerettet. Damals, im Jahr 2007, war sie viereinhalb Jahre alt und gesund. In 2012 war sie schon über 9 Jahre alt, wog 30 Kilo und ist nun endlich wieder frei.

Jojo wurde 2008 vom Nyaru-Menteng-Rettungsteam zusammen mit der Naturschutzbehörde (BKSDA) aus einer Palmölplantage in Murah Teweh gerettet. Er war in einem guten Zustand und rundum gesund. Jojo ist leicht zu erkennen, denn er hat ein sehr charakteristisches Äußeres. Zum Beispiel sind seine Lippen weiß gesprenkelt. Er hat sich in der Vergangenheit immer gut mit seinen Pflegern verstanden. Jetzt wird er sich jedoch wieder daran gewöhnen müssen, nicht von Menschen umgeben zu sein. Jojo ist heute 9 Jahre alt und wiegt 28,2 Kilo. Wahrscheinlich wird er seine neue Heimat zunächst mit seinem besten Freund Heldy erkunden. Wir wünschen Joja viel Spaß und Glück im Dschungel!

Heldi wurde im selben Jahr wie Jojo beschlagnahmt und nach Nyaru Menteng gebracht. Er wog 12 Kilo und war in einem guten Zustand. Zu diesem Zeitpunkt muss er etwa 4 Jahre alt gewesen sein. Alle Pfleger mochten Heldi, weil er so neugierig und freundlich ihnen gegenüber war. Zum Zeitpunkt seines letzten Gesundheitschecks wog er 34,5 Kilo und bewohnte zusammen mit Jojo einen Käfig. Es bleibt spannend, zu beobachten, ob die beiden genauso wie Astrid und Monic die erste Zeit im Dschungel zusammenbleiben und gemeinsam herumstreifen werden.

Bunga ist das indonesische Wort für Blume. Als sie im Jahr 2006 von BOS in einer Palmölplantage gefunden und gerettet wurde, wirkte sie eher wie ein vertrocknetes Pflänzchen. Mit ihren dreieinhalb Jahren wog sie nur 8 Kilo. Nach liebevoller Pflege ist aus ihr eine gesunde und fitte Orang-Utan-Dame geworden. Während ihrer Zeit in Gefangenschaft, hatte sie immer versucht mit lauten Kussgeräuschen ihre Pfleger zu vertreiben. Diese wird sie im Regenwald mit Sicherheit nicht vermissen.

Yaya wurde im Jahr 2006 ebenfalls aus einer Palmölplantage bei Sampit gerettet. Damals war sie erst dreieinhalb Jahre alt. Fast sechs Jahre später lehnte Yaya immer noch jeden Kontakt zu Menschen ab und wird sich deshalb mit Sicherheit schnell in Bukit Batikap eingewöhnen.

Im Juli 2004 wurde Ompong aus einer Plantage bei Palantaran gerettet und in die BOS-Station Nyaru Menteng gebracht. Er war mit seinen 20 Jahren schon ausgewachsen und sein Gesicht schmückten bereits prächtige Backenwülste. Bei seiner Rettung randalierte er dermaßen in seinem Transportkäfig herum, dass er sich dabei ein paar Zähne abbrach. Er wollte sich einen Weg aus der Transportkiste zurück in die Freiheit beißen. Glücklicherweise bereiteten ihm seine lädierten Zähne aber keine Schwierigkeiten und der 58 Kilo schwere Orang-Utan kann bisher alles essen, auch hartes Futter. In den vielen Jahren, die er bei BOS verbrachte, war er kein einziges Mal krank.

Tantri verbrachte fünf Jahre in der Obhut der BOS Foundation. Mit vier Jahren wurde sie gefunden und wog damals zehn Kilo. Ein Team der BOS Foundation und des BKSDA (indonesische Naturschutzbehörde) hat sie aus einer Palmölplantage gerettet. Tantri hatte zu diesem Zeitpunkt noch nie Kontakt zu Menschen gehabt. Im Alter von vier Jahren haben Orang-Utans normalerweise schon alle grundlegenden Fähigkeiten zum Überleben erworben, aber vermutlich wäre sie noch mindestens zwei Jahre bei ihrer Mutter geblieben.

Da sie ohne Mutter auf der Plantage gefunden wurde, war es zu riskant, sie direkt in ein ihr unbekanntes Waldstück freizulassen. Ohne ihre Mutter wäre Tantri wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen, dort zu überleben. Tantri hat langes, braunes, lockiges Haar und ein weiß gesprenkeltes Gesicht. In 2012 war sie neun Jahre alt und glücklicherweise so unabhängig, dass sie bereit war, zurück in die Wildnis entlassen zu werden. Sie befand sich unter den ersten Auswilderungskandidaten von Nyaru Menteng und hat sich bereits gut in ihrer neuen Heimat eingewöhnt.

Tarzan lebte sieben Jahre bei BOS. Als uns Tarzan zum ersten Mal begegnete, sah dieser 17 Jahre alte Orang-Utan sehr verwegen aus. Er hatte schon ausgebildete Backenwülste. Das kann sehr furchteinflößend und einschüchternd wirken. Daher bat die lokale Bevölkerung die BOS Foundation um Hilfe, ihn an einen sicheren Ort zu bringen. Das Team der BOS Foundation rettete Tarzan am 16. Mai 2004 und brachte ihn in die Auffangstation Nyaru Menteng.

Während der ersten Jahre hatte Tarzan dort mindestens drei Mal versucht, sein Gehege zu zerstören und einen Fluchtweg zu schaffen. Er wollte eindeutig zurück in den Urwald! Mittlerweile ist Tarzan 24 Jahre alt. Sein Gesundheitszustand ist gut, er wiegt 78,3 Kilo und sieht noch furchteinflößender aus als früher. Dieser stattliche Orang-Utan ist heute zurück im Regenwald. Dort gibt es keine Käfige, aus denen er entkommen möchte, denn dort ist Tarzan endlich wieder frei!

Vier Jahre lang war Monic in Obhut der BOS Foundation. Anfang Juni 2008 wurde ein weiblicher Orang-Utan zwischen vier und fünf Jahre alt aus einem privaten Haushalt in Mantangai Hulu, Zentralkalimantan, beschlagnahmt. Der Hauseigentümer sagte, dass er das Tier auf einer Palmölplantage in der Nähe gefunden hätte. Bei dem Treffen mit dem Team der BOS Foundation war der Mann sehr kooperativ und übergab den Orang-Utan anstandslos. Das Tier wurde direkt zur Auffangstation Nyaru Menteng gebracht und bekam dort den Namen Monic. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Zustand sehr schlecht. Sie hatte in den zwei Tagen, von der Gefangennahme bis zur Beschlagnahmung, kein Wasser und Futter zu sich genommen. Daher war sie extrem dehydriert. Die Tierärzte gaben ihr intravenös Flüssigkeit, um sicherzustellen, dass sie die fünfstündige Fahrt zur Auffangstation überleben würde. Glücklicherweise waren dies die einzigen medizinischen Probleme.

Sobald Monic sich an die Pfleger gewöhnt hatte, fing sie wieder an zu essen und zu trinken. Diese Art von Stressverhalten bei der Ankunft in der Pflegestation ist sehr häufig, besonders bei wilden, fast erwachsenen Orang-Utans. Nach einer genauen Beurteilung durch unser Expertenteam war klar, dass Monic fast ausgewachsen war und schon das Wissen und die Fähigkeiten hatte, auch ohne Mutter in der Wildnis zu überleben. Heute lebt sie wieder ihr altes Leben frei im Urwald.

Astrid lebte fünf Jahre bei BOS. Die BOS Foundation fand Astrid auf einer Palmölplantage in Zentralkalimantan. Zu dieser Zeit war sie neun Jahre alt. In Nyaru Menteng wurde sie zuerst eingehend von den Tierärzten untersucht. Obwohl Astrid ein wilder Orang-Utan ist, wirkt sie sehr menschlich und zutraulich. Sie hat immer einen Ausdruck von schelmischer Neugier im Gesicht, und wenn sie etwas ärgert, macht sie die für Orang-Utans typischen Kussgeräusche. Wir nennen diese Geräusche kiss-squeakers („Kuss-Quietscher“).

Astrid sieht etwas anders als andere Orang-Utans aus. Die Haut an ihren Beinen scheint gelb zu sein, genauso wie das Haar in ihrem Gesicht. Knapp fünf Jahre war Astrid nun in Nyaru Menteng. Sie war guter Gesundheit und auch deshalb eines der vier glücklichen Tiere, die Nyaru Menteng als Erstes verlassen konnten.