Die neuen Wilden 2015

Orang-Utans, die grundsätzlich fähig für die Auswilderung sind, benötigen trotzdem noch umfangreiche Vorbereitungen. Zunächst werden nach bestimmten Kriterien die konkreten Kandidaten ausgewählt. Diese unterzieht man medizinischen Tests und beobachtet, wie sie sich in veschiedenen Situationen verhalten. Sie sollen schließlich die bestmöglichen Chancen haben, in der Wildnis alt zu werden.

Bei der Auswilderung unterscheidet man zwei Klassen von Orang-Utans:

Manche Orang-Utans kommen im Alter von drei bis fünf Jahren in die Station. Man spricht hier von halbwilden (semi wild) Tieren, die zumindest grundlegende Überlebenstechniken beherrschen und in der Station lediglich gestärkt, medizinisch versorgt und in ihrem natürlichen Verhalten unterstützt werden. Diese Tiere können sich in der Regel rasch wieder an ihre natürliche Umgebung gewöhnen.
 
Anders sieht es bei den Tieren aus, die entweder als Babys zu BOS kamen oder jahrelang in Gefangenschaft gehalten wurden. Diese müssen durch ein mehrjähriges Rehabilitationsprogramm überhaupt erst in die Lage versetzt werden, wieder wilde Orang-Utans zu werden. Über sechs bis sieben Jahre - ähnlich lange wie ein junger Orang-Utan von seiner Mutter lernt - trainieren sie Fertigkeiten wie Nestbau und Nahrungswahl.

Nach erfolgreicher Auswilderung werden die Menschenaffen noch ein bis zwei Jahre beobachtet (Monitoring). Eigens dafür zusammengestellte Teams verfolgen vor Ort, wie sich die "neuen Wilden" in der Wildnis so machen. Dies geschieht durch direkte Beobachtung der Tiere und ihrer Aktivitäten sowie über Mini-Sender, die allen Orang-Utans vor ihrer Auswilderung in die Nackenhaut implantiert werden.

Allerdings ist die freie Natur eben kein reines Idyll. Der Tod gehört zu ihr wie das Leben. Wie in wilden Orang-Utan-Populationen sterben leider auch unsere ausgewilderten Orang-Utans nicht immer an Alterschwäche. Von den zwischen November 2012 und April 2014 Ausgewilderten haben 11 Individuen nicht überlebt (Stand Februar 2016). Einmal war es eine Krankheit, zweimal lagen Konflikte mit Menschen zugrunde. In den übrigen Fällen waren die genauen Ursachen nicht zu ermitteln. Mögliche Gründe sind Parasitenbefall oder giftige Tiere oder Pflanzen. 

Hier aber stellen wir die glücklichen Orang-Utans vor, die BOS 2015 auswildern konnte und die sich in der Freiheit offenbar gut eingelebt haben.

Maha stammt aus der Stadt Mahajandau in Zentral-Kalimantan. 2007 wurde er von BOS zusammen mit der Forstpolizei und der Naturschutzbehörde beschlagnahmt. Damals war er erst zweieinhalb Jahre alt. Weil er die ersten zwei Jahre seines Lebens in Freiheit verbracht hatte, konnte er als sogenannter „halbwilder“ Orang-Utan im Rehabilitationsprozess eingestuft werden. Deshalb machte Maha auch rasche Fortschritte in der Waldschule. Er war sehr geschickt bei der Auswahl wilder Früchte und beim Nestbau und verbrachte die meiste Zeit in den Bäumen - stets aktiv und unabhängig. 2015 war Maha 10 Jahre alt und wog 35 Kilogramm. Nach acht Jahren im Rehabilitationszentrum kann der hübsche Maha nun wieder ein Leben in Freiheit genießen. 

Jatihan wurde aus illegaler Privathaltung konfisziert. Er kam am 6. Januar 2008 nach Nyaru Menteng und war damals erst eineinhalb Jahre alt. Nach der Waldschule, die er vorbildlich meisterte, wurde Jatihan auf die Bangamat-Insel umgesiedelt. Er hatte sich zu einem furchtlosen jungen Orang-Utan mit guten Kletterfertigkeiten entwickelt - trotz eines fehlenden Fingers, der von unseren Tierärzten nach einem Konflikt mit einem anderen Orang-Utan amputiert werden musste. Er ist ein großer Entdecker und liebt es, sich mit anderen Orang-Utans auszutauschen. 2015 war er schon neun Jahre alt und wog 40 Kilogramm. Das Orang-Utan-Männchen mit dem dunkelbraunen Fell und dem stattlichen Bart hat seinen Weg in die Freiheit gefunden und ein neues Leben im Bukit-Batikap-Wald begonnen.

Orang-Utan-Dame Compost wurde von einem Arbeiter einer Ölpalmenplantage mutterlos in Zentral-Kalimantan gefunden. Ihr Alter wurde damals auf 2 Jahre geschätzt. Nachdem sie von einem Anwohner zwei Tage gepflegt worden war, brachte das Rettungsteam von BOS sie nach Nyaru Menteng. Der Name „Compost“ stammt von dem berühmten Tierfilmer und -fotografen Alain Compost, der die Dokumentation „Story Of Rimba“ drehte, in der Compost als Baby-Rimba mitgewirkt hatte. Sie ist mittlerweile zu einem unabhängigen und starken Orang-Utan herangewachsen. Nach der Waldschule bewohnte sie die Vor-Auswilderungsinsel Palas, und seit 2013 die Insel Kaja. Compost war 2015 13 Jahre alt. In den letzten Jahren hat sie in Nyaru Menteng viele Fertigkeiten für das Überleben im Wald erlernt. Jetzt lebt sie im Wald von Bukit Batikap.

Das Orang-Utan-Weibchen Dewi wurde am 10. November 2001 in Ost-Java konfisziert. Als sie nach Nyaru Menteng gebracht wurde, war sie sechseinhalb Jahre alt. Dort begann sie ihren Rehabilitationsprozess in der Waldschule. 2005 wurde die wunderschöne braunhaarige Orang-Utan-Dame mit den schwarzen Punkten auf den Augenlidern dann auf die Bangamat-Insel versetzt. Dewi hat trotz ihres fröhlichen Gemüts stets einen sorgenvollen Gesichtsausdruck. 2015 wurde Dewi 20 und wog 44 kg. Sie mag es nicht, wenn Menschen auf sie zukommen und zieht sich dann sofort zurück. Nach 13 Jahren Training im Rehabilitationszentrum war sie bereit, den Bukit-Batikap-Wald ihr neues Zuhause zu nennen.

Als Mentos am 22. Juni 2000 aus einem Privathaushalt beschlagnahmt wurde, war sie erst zweieinhalb Jahre alt. Nach der Quarantäne besuchte sie die Babygruppe. Die dunkelhaarige Orang-Utan-Dame wurde nach der Babygruppe und der Waldschule erst auf die Palas- und 2013 schließlich auf die Kaja-Insel umgesiedelt. Obwohl sie so ruhig ist, verbringt sie gern Zeit mit anderen Orang-Utans und liebt das Wasser. 2015 wurde sie 17, wog 50 Kilogramm und kann endlich wieder als wilder Orang-Utan durch die Baumwipfel von Bukit Batikap streifen.

Benjol wurde 2005 von der Naturschutzbehörde in einem Dorf in Zentral-Kalimantan beschlagnahmt. Das verwaiste 2-jährige Orang-Utan-Mädchen war von einem Dorfbewohner aus einer Ölpalmplantage gerettet worden. Die lebhafte Benjol hatte sich bei ihrer Ankunft in Nyaru Menteng noch einiges an wildem Verhalten bewahrt und ihre Überlebensfähigkeiten rasch ausgebaut.
 
2015 war sie 12 Jahre alt und wog 28 kg. In Bukit Batikap hat ihr Leben neu begonnen.

Wombat wurde 2007 in einem Privathaushalt beschlagnahmt. Als er nach Nyaru Menteng kam, war er zwei Jahre alt und wog 11 Kilogramm. Seit 2012 lebte er auf der Flussinsel Bangamat. Er hat ein freundliches Wesen und ist gern in Gesellschaft von anderen Orang-Utans. Wombat ist sehr aktiv und geht gern auf Erkundung. Aus der Reserve wird er nur gelockt, wenn ein anderer Orang-Utan ihm seine Früchte wegnehmen will. Dann kann er sehr ungemütlich werden. Markant ist sein dünner roter Bart. Nachdem er acht Jahre in der BOS-Rehabilitation verbracht hat, ist er mittlerweile (2015) 11 Jahre alt und 38 Kilo schwer. Besonders gespannt sind wir auf das Wiedersehen mit Maha im Bukit-Batikap-Wald.

Die Orang-Utan-Dame Jambi wurde schon 1999 aus den Händen eines Dorfbewohners konfisziert. Damals war sie drei Jahre alt war und wog nur sechs Kilogramm. Sie war gesundheitlich in einem sehr schlechten Zustand und hatte Verletzung am Finger, die vermutlich von einer Machete stammte. Vielleicht hatte sie sich geweigert, ihre tote Mutter loszulassen. Nach der Waldschule wurde sie auf die Flussinsel Palas umgesiedelt – die letzte Station vor ihrer Auswilderung. Da sie gern allein auf Entdeckungstour geht, verschwand sie eines Tages und war drei Monate lang wie vom Erdboden verschluckt. Im Dezember 2012 war sie dann plötzlich wieder da und bekam am 20. Juni 2013 ihren kleinen Sohn, der Jamartin genannt wurde. Gemeinsam mit ihm zog sie dann auf die Kaja-Insel und kehrte 2015 – als 18-Jährige –zurück in ihrer wahren Heimat.

Mardianto wurde 2005 als zweijähriges Orang-Utan-Junges von der Naturschutzbehörde BKSDA aus einem Anbaugebiet für Ölpalmen gerettet. In Nyaru Menteng durchlief er alle Rehabilitationsstufen und wuchs zu einem selbstbewussten Orang-Utan-Mann heran. Als er die Waldschule 2012 verließ, wurde er auf die Bangamat-Insel umgesiedelt. Mardianto hat eine breite, flache Stirn und ein dunkles Gesicht. Er versteht sich gut mit seinen Artgenossen und hat besonders mit Maha und Wombat viel Zeit verbracht. Er ist ein sehr aktiver und abenteuerlustiger Orang-Utan. Der 2015 dreizehnjähige Mardianto war nach zehn Jahren Rehabilitation soweit, in seiner natürlichen Heimat, dem Dschungel Borneos zu leben, gemeinsam mit seinem besten Freund Wombat.

Sigi wurde 2007 von einem Dorfbewohner zu BOS in die Rettungsstation gebracht. Er hatte Sigi in einer Palmölplantage nahe des Dorfs Pundu gefunden. Sigi war in einem sehr schlechten Zustand, hatte eitrige Wunden an den Händen. Als er nach Nyaru Menteng kam, wurde er umgehend medizinisch behandelt und verbrachte die ersten Wochen in der Tierklinik. Drei Finger mussten amputiert werden. Einige Monate nach der Operation begann Sigi schon, seine Kletterkünste in der Waldschule unter Beweis zu stellen. Seine Behinderung hielt ihn nicht davon ab. 2012 trat er die letzte Stufe im Rehabilitationsprozess auf der Insel Bangamat an. Der 2015 elf Jahre alte und 45 kg schwere Sigi zeigt seine Zähne, wenn sich ihm Menschen nähern. Er wird sich in Bukit Batikap gut zurecht finden.

Jamartin ist heute (August 2015) ein zweijähriger kräftiger Orang-Utan-Junge und wiegt drei Kilogramm. Zusammen mit seiner Mutter Jambi leben er nun endlich zusammen in seiner wahren Heimat.

Chiki ist ein Weibchen, das am 24. September 2003 von der Naturschutzbehörde BKSDA bei konfisziert wurde, als sie 4 Jahre alt war. Chiki wuchs bei BOS zu einer unabhängigen Orang-Utan-Dame heran. Nachdem sie 2005 die Waldschule beendete, konnte sie auf die Bangamat-Insel umziehen. Die zwölf Jahre, die sie im Rehabilitationszentrum verbrachte, halfen ihr, eine Vielzahl von überlebensnotwendigen Fähigkeiten zu erwerben. Die kann sie nun endlich als freier Orang-Utan im Wald von Bukit Batikap anwenden.

Afri wurde in der Provinzhauptstadt Palanka Raya als Haustier gehalten und 1999 beschlagnahmt. In Nyaru Menteng musste die Vierjährige erst wieder lernen, sich wie ein Orang-Utan zu verhalten. Ihre Artgenossen halfen ihr dabei. Nach der Waldschule lebte sie schließlich auf der Insel Palas, auf der sich die freundliche Orang-Utan-Dame gut mit den anderen Inselbewohnern verstand. Sie ist als Entdeckerin bekannt und zeigte sich hervorragend in der Auswahl natürlicher Nahrung. Afri hat in Nyaru Menteng 16 Jahre lang ihre natürlichen Fähigkeiten erlernen können und ein neues Leben in Bukit Batikap begonnen.

Als Nora 2003 in einem Privathaushalt beschlagnahmt wurde, war sie vier Jahre alt und wog 12 kg. Nora lebte die letzte Zeit auf der Palas-Insel. Weil sie sich bei einer Auseinandersetzung mit einem anderen Orang-Utan Wunden am Rücken und am Auge zugezogen hatte, musste sie 2010 wieder nach Nyaru Menteng geholt werden. Nach drei Jahren in einem Käfigkomplex wurde sie 2013 schließlich auf die Insel Kaja gebracht. Die unabhängige Nora zeigte sich kaum in der Nähe der Fütterungsplattform, weil sie es offenbar spannender fand, die Insel zu erkunden und selbst Futter zu suchen. Vielleicht hatte sie aber auch Angst davor, wieder ihre geliebte Insel verlassen zu müssen. Nun hat die 16-Jährige ihre letzte Menschen-Reise angetreten. In Zukunft gestaltet sie ihre Reisen ganz alleine durch die Baumwipfel von Butik Batikap.

Das damals dreijährige Orang-Utan-Mädchen wurde 2006 aus einer Palmölplantage gerettet. Sie hatte Schrammen in Gesicht und Nacken, die auf frühere Misshandlungen hinwiesen. Nach der Waldschule kam Meklies auf die Kaja-Insel. Schnell fanden mehrere Männchen auf der Insel Gefallen an ihr. 2012 bekam sie ihren ersten Sohn, der Meklias genannt wurde. Die schöne Meklies liebt ihren Sohn über alles.

Meklias wurde 2015 drei Jahre alt. Mit den Erfahrungen, die seine Mutter während ihrer neun Jahre in Nyaru Menteng gemacht hat, wird Meklias nun direkt im Bukit-Batikap-Urwald lernen, wie man als wilder Orang-Utan lebt.

Mawar wurde im November 2000 von der Naturschutzbehörde in Palangka Raya beschlagnahmt, wo sie als Haustier gehalten wurde. Sie kam als 7-Jährige nach Nyaru Menteng – auf einem Auge blind. Nach der Waldschule lebte sie auf der BOS-Insel Kaja, wo sie eine der temperamentvollsten Orang-Utan-Damen war. 2012 bekam sie ihren ersten Sohn: Mumpuni. Nach 15 Jahren der Rehabilitation in Nyaru Menteng ist Mawar heute (August 2015) 22 Jahre alt.

Mumpuni ist ein richtiges Energiebündel. Er mag Menschen überhaupt nicht und versteckt sich immer sofort hinter seiner Mutter Mawar, wenn sich ein BOS-Mitarbeiter nähert. Mumpuni wurde 2015 drei Jahre alt. Jetzt leben beide im Regenwald von Bukit Batikap.

Sumeh wurde 2000 als Vierjährige in einer Wohnung in Palangka Raya beschlagnahmt. Sie war fast vollständig abhängig von Menschen – die Folge ihrer langen Gefangenschaft. Daher benötigte sie intensive Betreuung in der Waldschule, um ihre natürlichen Fähigkeiten und ihr wildes Verhalten zurückzuerlangen.

Während ihrer 15 Jahre der Rehabilitation hat Sumeh zweimal Nachwuchs auf der Insel Kaja bekommen. Ihre erste Tochter Gembira, die 2007 geboren wurde, lebt mittlerweile selbstständig. Sumehs zweites Kind, der 2014 geborene Sawung war noch auf die schützenden Arme seiner Mutter angewiesen.

Obwohl sie im Rehabilitationszentrum aufgewachsen ist, zeigt Sumeh ein überraschend natürliches Verhalten gegenüber ihrem Nachwuchs. Sie ist eine aktive und unabhängige Orang-Utan-Dame, die bewiesen hat, dass sie für das Leben im richtigen Urwald bereit ist. Sie wurde 2015 neuzehn  Jahre alt und lebt nun gemeinsam mit ihren Kindern Gembira und Sawung in Bukit Batikap.

Der kleine Sawung ist Sumehs jüngtes Kind und lebt zusammen mit seiner Mutter in Bukit Batikap. Gembira ist seine ältere Schwester.

Gembira heißt übersetzt „glücklich“. Sie ist Sumehs Tochter und deren erstes 2007 auf der Kaja-Insel geborenes Kind. Sie beherrscht vortrefflich den Nestbau, das Erkennen natürlicher Feinde und die Nahrungssuche. Neigierig und sehr aktiv erforschte sie die Insel gern auf eigene Faust. Wie ein wilder Orang-Utan meidet sie menschliche Nähe und verleiht ihrem Missfallen darüber mit typischen "Kussgeräuschen" Ausdruck. Mit ihren acht Jahren (2015) ist Gembira bereit, in ihrer Waldheimat zu leben – gemeinsam mit ihrer Mutter und dem kleinen Bruder Sawung.

Bento wurde 2004 in Jakarta aus einem Privathaushalt gerettet, wo man ihn als Haustier gehalten hatte. Die Naturschutzbehörde hatte ihn beschlagnahmt und an BOS übergeben. Er war damals schon 13 Jahre alt. Nach einigen Jahren der Eingewöhnung (Für Bento war die Gegenwart von Artgenossen fremd) konnte er auf die Flussinsel Kaja umgesiedelt werden. Dort legte er ein sehr dominantes Verhalten an den Tag, gebar sich Menschen gegenüber aggressiv und war am liebsten allein, was ganz typisch für erwachsene Orang-Utan-Männchen ist. Als dominantes Männchen bringt er stattliche 75 kg auf die Waage (2015), hat er ausgeprägte Backenwülste und ein langhaariges Fell. Bento findet sich sicher schnell in seiner neuen Heimat zurecht.

Samba wurde 2000 in dem Dorf „Samba“ beschlagnahmt, daher sein Name. Als einjährige Waise war er ohne seine Mutter aufgefunden worden. Die BOS-Waldschule absolvierte er im Rekordtempo und überall nahm man sich vor ihm in Acht, weil er bekannt für seine Abneigung gegen Menschen war. Bevor er seine Quarantänezeit vor der Auswilderung antrat, lebte er zufrieden auf der Flussinsel Palas, wo er sich zu einem dominanten Orang-Utan-Mann entwickelte. Er ist ganz besonders begabt darin, die leckersten Früchte zu finden und spürt auch das kleinste Termitennest auf. Von seinen männlichen Artgenossen wird er gefürchtet. Der 90-Kilo-Koloss wurde 2015 siebzehn Jahre alt und macht nun den Dschungel von Bukit Batikap unsicher.

Cheetah wurde 2001 nach ihrer Beschlagnahmung in Jakarta in Nyaru Menteng aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war sie drei Jahre alt und in keinem guten Zustand. Ihr rechter Daumen war von einem Messer so traktiert worden, dass die BOS-Tierärzte ihn nur noch amputieren konnten. Einige Monate nach der Operation gesellte sich Cheetah zu ihren Kameraden in der Waldschule. Nach der Waldschul-Zeit wurde sie auf die Palas-Insel gebracht, wo sie zu einer munteren Entdeckerin wurde. Allerdings erlitt sie dort einen schweren Sturz, der einen komplizierten Armbruch nach sich zog. Ihr musste eine spezielle Titaniumplatte eingesetzt werden. Nach der OP erholte sie sich schnell und ihr linker Arm ist nun wieder völlig funktionstüchtig. Mit 17 Jahren und nach 14 Jahren der Rehabilitation durfte die Orang-Utan-Dame ab August 2015 endlich die Freiheit in Bukit Batikap genießen.

Didik stammt ebenfalls aus einer Beschlagnahmung. Er kam im Jahr 2000 als Vierjähriger nach Nyaru Menteng. Nach einer zweimonatigen Quarantäne ging er zur Waldschule und danach auf die Kaja-Insel, um die finale Phase seiner Ausbildung zu beginnen. 2015 wurde er 18 Jahre alt und wog 75 kg. Der kleine Didik hat sich zu einem großen, dominanten Männchen mit voll ausgebildeten Backenwülsten entwickelt. Anhand seiner etwas nach hinten versetzten Stirn ist er leicht zu erkennen. Nun kann Didik seine Fähigkeiten und seine Unabhängigkeit als wirklich freier Orang-Utan im Wald von Bukit Batikap beweisen.

Als Gadis in die BOS-Station nach Nyaru Menteng kam, war sie etwa 2,5 Jahre alt. Sie wurde von der Naturschutzbehörde in Zentral-Kalimantan beschlagnahmt und zur BOS Foundation gebracht. Zuvor war sie 2 Jahre lang als Haustier gehalten worden, zum Zeitpunkt ihrer Rettung jedoch in einem relativ guten Zustand. Die im Jahr 2012 15-jährige Gadis hat rundliche Wangen und ein dunkles Fell. In der Waldschule war sie sehr unabhängig und zurückgezogen. Später liebte sie es, die Flussinsel Kaja zu erkunden und genoss ihr Leben dort. Sie suchte sich gern ihre Nahrung im Wald und kam nur selten zu den Futterplattformen. Obwohl sie nicht gern mit anderen Orang-Utans zusammen ist, lernte sie vor wenigen Jahren Omega kennen, einen dominanten Orang-Utan-Mann mit stark ausgeprägten Backenwülsten. Die beiden verbrachten viel Zeit zusammen und umwarben sich gegenseitig. Das Ergebnis ihrer Zuneigung war das Orang-Utan-Baby Garu, den Gadis Ende 2009 zur Welt brachte.

Garu wurde am 15. Dezember 2009 auf der Flussinsel Kaja geboren. Sie kann sehr traurig gucken, aber das täuscht, denn die Kleine ist sehr aktiv und verspielt. Die zum Zeitpunkt ihrer Auswilderung dreijährige Garu hing noch sehr an ihrer Mutter und folgte ihr überall hin. Wenn ein Orang-Utan auf der Insel Kaja geboren wird, bedeutet das, dass er wie ein völlig wildes Tier aufwächst und nahezu die gleichen Dinge lernt wie in Freiheit. Wie ein wilder Orang-Utan hat Garu eine gesunde Angst vor Menschen. Wenn sie einen Menschen sieht, macht sie die drohenden Kussgeräusche mit den Lippen. In Bukit Batikap wird sie in Ruhe ihr Leben in Freiheit genießen können.

Die dunkelhaarige Orang-Utan-Dame Leonora wurde am 8. August 2000 vom BOS-Rettungsteam und der Naturschutzbehörde in die BOS-Station Nyaru Menteng gebracht. Leonora hatte davor bei einer Familie gelebt. Mit drei Jahren wurde sie jedoch zu groß und musste deshalb in einem Käfig außerhalb des Hauses ihr Dasein fristen. In den ersten Tagen nach ihrer Ankunft in Nyaru Menteng klatschte die freche Leonora einfach in die Hände, wenn sie trinken oder essen wollte. Nachdem sie aber zur Waldschule ging und später auf die Insel Kaja kam, ließ diese Angewohnheit langsam nach. Leonora wurde im Jahr 2012 16 Jahre alt und ist ein sehr hübscher Orang-Utan. Sie ist eher zurückhaltend, kann aber anderen weiblichen Orang-Utans gegenüber auch dominant sein. Mittlerweile hat sie auch einen kleinen Jungen, den süßen Lamar, geboren. Jetzt wird sie ihm im geschützten Regenwald Bukit Batikap alles beibringen können, was er zum Überleben wissen muss.

Am 7. November 2009 wurde Lamar auf der Flussinsel Kaja geboren. Wie fast alle Orang-Utan-Kinder ist er sehr verspielt und aktiv. 2012 hing er noch sehr an seiner Mutter Leonora und lag am liebsten in ihren sicheren Armen. Er liebte es, die Insel Kaja zu erkunden, aber nur, wenn seine Mutter in der Nähe war. Wenn sich Menschen näherten, machte er die drohenden Kussgeräusche und warf mit Ästen, um sie zu vertreiben. Das sind angeborene Verhaltensweisen von wilden Orang-Utans und somit beste Voraussetzungen für das Leben in Freiheit.

Anfang 2000 erfuhr die BOS Foundation von einem gefangen gehaltenen Orang-Utan in Palangkaraya. Gemeinsam mit der Naturschutzbehörde von Zentral-Kalimantan konfiszierte das BOS-Rettungsteam am 5. Januar das damals vierjährige Orang-Utan-Mädchen Emen. Wie auch bei zahlreichen anderen Orang-Utans waren die Jahre in Gefangenschaft nicht spurlos an ihr vorüber gegangen. So hatte sie an der rechten Hand nur noch den Daumen. Wie sie ihre restlichen Finger verloren hat, ist nicht bekannt.

Nach drei Jahren Waldschule und mit viel Liebe und Fürsorge der BOS-Pfleger konnte Emen bereits 2003 auf die Vorauswilderungsinsel Kaja gebracht werden. Dort hat sie die letzten neun Jahre reichlich an Erfahrungen für ein Leben in Freiheit gesammelt. Sie ist ein ruhiger Orang-Utan und hat sich noch nie aggressiv oder dominant gegenüber ihren Freunden verhalten. 2009 hat Emen einen kleinen Sohn geboren, den die Pfleger Embong nannten. Mit 17 Jahren, 34,3 Kilo schwer und ihrem kleinen Baby wurde auch Emen zurück in den Regenwald Borneos entlassen.

Am 30. November 2009 wurde Embong geboren. Der kleine Orang-Utan-Junge ist sehr verspielt und aktiv. Emong hat drei Jahre auf Kaja gelebt und konnte aus erster Hand von seiner Mutter lernen, was es heißt, im Dschungel zu leben. Mittlerweile ist er zusammen mit seiner Mutter und anderen Orang-Utans in den Tiefen des Regenwaldes verschwunden.

Nachdem Sif von der Naturschutzbehörde von Zentral-Kalimantan aus einem größeren Dorf in Pulang Pisau beschlagnahmt wurde, kam sie am 27. April 2000 zusammen mit dem Orang-Utan Thor in die BOS-Station Nyaru Menteng. Sif und Thor hatten ihr gesamtes Leben in Gefangenschaft verbracht und beide litten unter starker Mangelernährung. Das junge Orang-Utan-Mädchen Sif war damals schätzungsweise zwischen 5 und 5,5 Jahren. In der Waldschule blühte Sif völlig auf und meisterte alles hervorragend! Später wurde auch sie auf die Vorauswilderungsinsel Kaja gebracht.

Sie ist eine clevere Orang-Utan-Dame geworden und findet die leckersten Früchte des Waldes mit Leichtigkeit. Auch wenn etwas Essbares vom Baum in den Fluss gefallen ist, tut sie sich nicht schwer daran, es herauszufischen. Heute sieht Sif ganz zauberhaft aus. Sie hat ein ovales Gesicht, volle dunkle Lippen, gelbliche Locken auf dem Kopf und ein dickes Fell. Ihre Tochter Sifa, die sie auf Kaja geboren hat, ähnelt ihr sehr. Sie lässt sich schnell auf andere Orang-Utans ein und es gibt keinen Zweifel, dass sie in der Freiheit sehr gut allein zurechtkommen wird.

Dieses süße Orang-Utan-Baby ist 2 Jahre alt und Sifs Tochter. Am 8. November 2010 erblickte sie auf Kaja zum ersten Mal die Welt. Sie ist genauso hübsch wie ihre Mutter. Sie hat langes dunkles Fell und ein ovales Gesicht mit dunkler Haut. Wir wünschen dir alles Glück der Erde, kleine Sifa! Im echten Wald zu leben wird großartig werden.

Chanel war etwa drei Jahre alt, als sie am 3. März 2003 in der Nähe einer Ölpalmplantage in Parenggen gefunden wurde. Sie wurde in die BOS-Station Nyaru Menteng gebracht. Bei ihrer Ankunft war sie sehr wild und konnte deshalb nicht in die Waldschule zu den anderen Orang-Utans gehen. Erst mit 5 Jahren konnte man sie zur Kaja-Insel bringen, auf der sie sich selbstständig auf ein Leben in Freiheit vorbereiten konnte. Chanel ist ein charmantes, schlankes Orang-Utan-Mädchen mit rotem Fell, 2013 wurde sie 13 Jahre alt und wog 33,9 Kilo.

Sie ist unabhängig und genießt die Zeit, in der sie allein ist. Ihrer Natur entsprechend scheut sie den Menschen und ist nicht gerne in seiner Nähe. Wenn sich Menschen nähern, macht sie drohende Kussgeräusche. Sie hat einen vierjährigen Jungen, der Charlie heißt und ebenfalls mit ihr im November 2012 in den Urwald zurückgekehrt ist.

Charlie ist der Sohn von Chanel. Er wurde am 1. Mai 2009 auf der Flussinsel Kaja geboren. Der reizende Kleine mit rundlichem Gesicht, gelblicher Haut und dickem, rotem Fell liebt es mit anderen Orang-Utan-Kindern zu spielen. Er verbringt seine Zeit aber auch gerne bei älteren männlichen Tieren. Heute, mit vier Jahren, ist er sehr mutig und hat keine Angst, sich auch mal von seiner Mutter zu entfernen. Er ist auch recht geschickt, denn momentan lernt er, wie man sich sein eigenes Schlafnest in den Bäumen baut. Jetzt, zurück im Regenwald, wird er noch viel mehr Zeit zum Üben haben.

Terusan wurde am 19. August 2004 auf der BOS-Insel Kaja geboren. Seinen Namen bekam er, weil er zum ersten Mal in der Nähe des Flusses Terusan gesehen wurde. Terusan lebt noch mit seiner Mutter Dagoy zusammen, aber er liebt es mindestens genauso sehr mit seinen Freunden und Geschwistern zu spielen. Acht Jahre lang durfte er wie ein wilder Orang-Utan auf der Insel Kaja leben und hat so alles gelernt, was ein Orang-Utan in Freiheit wissen muss.

Wie die Polizei aus Zentral-Kalimantan berichtete, wurde ein männlicher Orang-Utan beschlagnahmt, nachdem er von einem Dorfbewohner über längere Zeit als Haustier gehalten wurde. Am 15. März 2001 wurde der etwa 4 Jahre alte Orang-Utan nach Nyaru Menteng gebracht und „Menteng“ genannt. Nachdem er mit 7 Jahren die Waldschule erfolgreich beendet hatte, fand er schnell seinen Platz auf der Orang-Utan-Insel Kaja. Dort hat er sich zu einem selbstbewussten, aber auch leicht aggressiven Mann entwickelt. Trotz seines recht jungen Alters kann er sich auch gegen Ältere behaupten.

Der im Jahr 2012 15 Jahre alte Menteng ist eine stattliche Erscheinung. Trotzdem zieht es ihn eher selten zu Orang-Utan-Damen. Und Menteng hat noch mehr besondere Eigenschaften: Er kann schwimmen und sogar tauchen! Für Orang-Utans ist das sehr ungewöhnlich.

Am 18. April 2001 landete ein Wasserflugzeug aus Ketapang, West-Kalimantan in Nyaru Menteng. An Bord waren Studenten, die mehrere Orang-Utans in ihrer Obhut hatten. Alle Tiere waren zuvor in Gefangenschaft gewesen. Die Studenten hatten die Hoffnung, dass BOS die Orang-Utans aufnehmen könnte, was sie auch taten.


Einer der Orang-Utans war der 6-jährige Jamiat. Zunächst gab es Zweifel bezüglich seiner Unterart, weil er in West Kalimantan gefunden worden war. Letztendlich ergaben die Gentests aber, dass es sich bei ihm um einen echten Pongo pygmaeus wurmbii, also einen Borneo-Orang-Utan aus Zentral-Kalimantan handelte.

Jamiat genoss die Waldschule von Anfang an. Nachdem er sie erfolgreich beendet hatte, wurde er auf die Kaja-Insel, der Vorauswilderungsinsel in Nyaru Menteng gebracht. 2012 war er mit 17 Jahren und 45 Kilo schon ein junger Erwachsener. Sein Gesicht ist dunkel und lang, ebenso sein Fell, was ihn äußerst elegant wirken lässt. Aber er ist einer der Orang-Utans von Kaja, die ganz unten in der Rangliste stehen, was sich auf seine Statur auswirkt. Auch seine Backenwülste wachsen nur sehr langsam.

Das Leben auf Kaja hat ihm erst ermöglicht seinen wilden Charakter wieder zu entdecken. Er hat eine gesunde Angst vor Menschen und macht oft das drohende Kussgeräusch, wenn man sich ihm nähert, und damit jedem zu verstehen gibt, dass er uns nicht gerne in seinem Gebiet sieht. Nach 11 Jahren Rehabilitation in Nyaru Menteng konnte Jamiat endlich in den grenzenlosen Wald zurückkehren.

2006 gab es viel zu tun für die Mitarbeiter der BOS Foundation. In diesem Jahr boomte das Geschäft der Palmölindustrie und viele kostbare Waldgebiete in Zentral-Kalimantan verschwanden. Stattdessen entstanden unzählige, gigantische Plantagen mit Ölpalmen. Orang-Utans, sowie auch andere Waldtiere, verloren ihre Heimat. Für viele war es das Todesurteil. In einem achttägigen Einsatz an der Grenze zwischen Sampi und Pangkalan Bun gelang es dem BOS-Rettungsteam 12 Orang-Utans zu retten.

 

 Einer von ihnen war Gusti, der zu diesem Zeitpunkt etwa 4 Jahre alt war. Zusammen mit den anderen Orang-Utans kam er am 26. Juli 2006 in die BOS-Station in Nyaru Menteng. Dort hat sich Gusti zu einem aktiven und verspielten Orang-Utan entwickelt. Er hat ein prächtiges dickes Fell und einen starken, stämmigen Körper. Gustis Stimme ist sehr markant, weshalb ihn die Pfleger leicht erkennen konnten. Und so wird es auch anderen Orang-Utans gehen, wenn sie Gustis markantes Rufen in den Tiefen des Waldes hören.

Das vier Jahre alte Orang-Utan-Mädchen Iyos wurde von der Naturschutzbehörde in Zentral-Kalimantan beschlagnahmt, nachdem bekannt wurde, dass Iyos schon seit 6 Monaten als Haustier in einem Privathaushalt nahe Palangka Raya gehalten wurde. Glücklicherweise war sie in einem guten gesundheitlichen Zustand, als sie das BOS-Team am 16. Oktober 2009 in seine Obhut nahm. Menschen gegenüber war sie weder zutraulich noch zahm. Iyos war noch immer wild und hatte somit gute Chancen, bald wieder ausgewildert zu werden. Da sie aber noch so jung war, musste sie erst einmal mit in die BOS-Station in Nyaru Menteng, um alles für ein selbstständiges Leben in Freiheit zu lernen.

 Mit etwa vier Jahren wurde Giant in Sampit beschlagnahmt. Die Naturschutzbehörde informierte die BOS Foundation, die sofort ein Rettungsteam auf den Weg schickte. Am 16. September 2007 kam der damals noch kleine Giant dann in Nyaru Menteng an. Obwohl er bis 2012 in der Station lebte, hat er nie seine wilde Seele verloren. Er ist unberechenbar und lässt sich leichter von uns Menschen irritieren als andere Orang-Utans. In der freien Wildbahn wird er sich aber gut durchsetzen können.

Paluy wurde aus einer Ölpalmplantage in Sampit, Ost Koto Waringin gerettet. Das Orang-Utan Mädchen war sehr angriffslustig und wild, als sie in die Station kam Aber da sie erst 3 - 4 Jahre alt war, konnte man sie nicht sofort wieder auswildern. Stattdessen brachte sie das Rettungsteam am selben Tag (13.2.2006) in die BOS-Station in Nyaru Menteng. Die energische junge Dame hat dunkelrotes Fell, das mit der Zeit um Einiges gewachsen ist und nun ihre Stirn mit einem Pony bedeckt und somit wunderhübsch ihr Gesicht umrahmt. Sie hat einen dünnen gelbbraunen Bart und Narben auf beiden Handflächen sowie auf der linken Seite ihres Bauches, von denen keiner weiß, woher sie stammen.

 

Selbst nach einiger Zeit bei BOS hat sie ihren wilden Charakter behalten. Sie ist aktiv und verspielt, kann aber auch aggressiv sein. Sobald ihr ein Pfleger näher kam, um sie zu füttern oder ihr Gehege zu säubern, machte sie das typische Kussgeräusch, mit dem Orang-Utans Eindringlingen und Feinden drohen. Ihre starke Unabhängigkeit machte deutlich, dass Paluy wirklich bereit war für ein Leben in Freiheit in den Tiefen des Regenwaldes, ganz ohne Menschen. Und genau das hat sie jetzt!

Die kleine Gundul war etwa drei Jahre alt, als sie aus einer Palmölplantage in Ost-Koto Waringin gerettet wurde. Sie wurde zusammen mit ihrer Mutter und sieben weiteren Orang-Utans in die Obhut der BOS Foundation genommen. Unter ihnen war auch Bang Jagur, der bereits im März 2012 erfolgreich ausgewildert werden konnte. Gundul kam also am 18. März 2006 in die BOS-Station nach Nyaru Menteng. Ihre Mutter, Mama Gundul, war in einer sehr schlechten Verfassung, als sie gefunden wurden. Nachdem die Ärzte 2 Monate lang ihr Bestes gaben, erlag Mama Gundul leider den Folgen ihrer starken Verletzungen.

Trotz dieser Tragödie ist Gundul zu einem selbstbewussten Individuum herangewachsen. Manchmal konnte sie auch ganz schön frech sein. Oft ärgerte sie die Pfleger, indem sie diese spielerisch kniff oder anderen Blödsinn machte. Heute kann Gundul endlich wieder das glückliche Leben in ihrer Heimat - dem Regenwald Borneos - auskosten!

Der Orang-Utan-Junge Jamal war erst etwa 4 Jahre alt, als er von einem Plantagen-Mitarbeiter in Ost-Koto-Waringin gefunden wurde. Am 13. Juni 2006 wurde er mit vier weiteren Orang-Utans nach Nyaru Menteng gebracht. Seinen Namen verdankt er dem Rettungsteam. Sie benannten ihn nach dem Restaurant, in dem sie in Sampit manchmal einkehren. Über sechs Jahre später konnte auch Jamal seine Reise nach Hause in den Regenwald antreten.

Im Oktober 2006 berichtete ein BOS-Mitarbeiter des Mawas-Projektes aus Mentangai von einem Orang-Utan-Jungen, der von einem Dorfbewohner zum BOS-Forschungszentrum in Tuanan gebracht worden war. Das Rettungsteam von Nyaru Menteng holte den ungefähr vierjährigen Orang-Utan ab, um ihn in die BOS-Station zu bringen. Dort angekommen, wurde er einer umfangreichen ärztlichen Behandlung unterzogen, denn er hatte am ganzen Körper Verletzungen. Besonders die Wunden um seinen Mund herum mussten schnell desinfiziert und behandelt werden um Entzündungen vorzubeugen.

Im Jahr 2012 und nach sechs lehrreichen Jahren in Nyaru Menteng kam auch er zurück in den Regenwald.

Im Oktober 2005 rückte das Team von BOS zusammen mit Gemeindevertretern der Region Ost-Kotawaringin im Rahmen einer groß angelegten Rettungsaktion nach Sei Babi aus. Fast eine Woche lang durchkämmten die Primaten-Retter eine Kautschukplantage nach verirrten Tieren, für die die Plantage die letzte Zuflucht war. Sempung war einer der sechs Orang-Utans, die in Sicherheit gebracht wurden. Er war damals 15 Jahre alt. Mittlerweile ist Sembung ein ausgewachsenes Männchen, was man auch an seinen ausgeprägten Backenwülsten erkennen kann. Er hat eine sehr dunkle Haut, wunderschönes braunes Haar und wirkt elegant.

Als Sumbing im März 2004 aus einer Ölpalmenplantage gerettet wurde, war er etwa 15 Jahre alt. Er war schon ein stattliches Kerlchen mit seinem langen hellbraunen Haar. Auffällig an ihm war seine Lippen- und Gaumenspalte, die bei Orang-Utans selten vorkommen. Ohne lange zu überlegen, wurde er "Sumbing" getauft, was wortwörtlich Oberlippenspalte bedeutet. Sumbing ist wahrlich lange genug in Gefangenschaft gewesen. Er hat sich geduldig seinem Schicksal hingegeben, doch die Zeit des Ausharrens ist für ihn zum Glück vorbei – er ist wieder im Dschungel.

Das damals neunjährige Orang-Utan-Mädchen Jessica kam im Jahr 2007 nach Nyaru Menteng. Auch sie wurde in einer Palmenölplantage gefunden, in der Nähe des Dorfes Sampit. An ihrer linken Hand waren mehrere Finger gebrochen. Sie war sehr temperamentvoll und schwer zu bändigen, ein sicheres Zeichen dafür, dass sie nie zuvor Kontakt zu Menschen gehabt hatte.

Eine große, stolze Erscheinung war er bereits 2006, als er in einem Dorf in der Nähe einer Plantage beschlagnahmt wurde. Seine Backenwülste waren damals schon stark ausgeprägt. Die Dorfbewohner hatten ihn eingefangen und mit Seilen an einem Baum festgebunden. Die fest geschnürten Stricke hatten ihm schwere Verletzungen an den Armen zugefügt. Eigentlich wollte man Maradona direkt zu einem sicheren Waldstück bringen. Doch da er so schwer verletzt war, entschieden die BOS-Mitarbeiter, ihn erst einmal medizinisch zu behandeln. Also wurde er nach Nyaru Menteng gebracht, wo seine Wunden versorgt wurden und er aufgepäppelt wurde. Jetzt lebt er wieder frei im Regenwald.

Auch Abam wurde Opfer der Palmölindustrie. Er wurde 2007 in einer Plantage gefunden. Damals war er erst etwa vier Jahre alt und hatte schwere Verletzungen an den Händen. Das Rettungsteam der BOS Foundation brachte ihn in die Station Nyaru Menteng, um ihn behandeln zu lassen. Leider mussten Teile des Zeige- und Ringfingers seiner rechten Hand amputiert werden. Der Lebensfreude des Wildfangs Abam sollte das aber keinen Abbruch tun. Der ungestüme Abam wurde in einer Gruppe anderer wilder Orang-Utans seines Alters untergebracht. Es war höchste Zeit, dass Abam in seine eigentliche Heimat zurückkehren konnte, um dort nun seine besten Jahre in echten Baumwipfeln zu verbringen.

Im Februar 2011 wurde die kleine Onceng in einem Dorf bei Palangka Raya beschlagnahmt. Dort hatte sie zwei Monate in einem winzigen Holzverschlag verbringen müssen. Die Dorfbewohner beteuerten, sie hätten Onceng auch aus der Kiste gelassen. Doch da sie dann immer sofort auf den nächsten Baum kletterte und begann ein Nest zu bauen, beschloss man, sie lieber nicht mehr raus zu lassen. Außerdem hatte man Angst, dass sie die Früchte der Ölpalmen fressen würde. Glücklicherweise überstand die siebenjährige Onceng diese schreckliche Zeit des Eingepferchtseins unversehrt. Die medizinische Untersuchung in der Station ergab, dass sie wohlauf und rundum gesund war. Jetzt kann sie wieder durch das Unterholz toben wie ein wilder Orang-Utan ihres Alters.

Im März 2006 wurde ein 15-jähriger weiblicher Orang-Utan aus einer Palmölplantage gerettet. An ihr langes Fell klammerte sich ein zweijähriges Baby. Beide wurden zur ärztlichen Untersuchung in die Station Nyaru Menteng gebracht. Sie waren kerngesund und zogen daraufhin in den Sozialisierungsbereich der Station. Mama Ebol war im Jahr 2012 21 Jahre alt und wog über 30 Kilo. Zusammen mit ihrem Töchterchen Ebol ist sie nun endlich wieder frei.

Ebol wurde 2006 zusammen mit ihrer Mama Ebol aus einer Palmölplantage gerettet. Als man sie fand, hatte sie sich ängstlich an das Fell ihrer Mutter geklammert. Seitdem lebten die beiden zusammen in einem Sozialisierungskäfig und warteten dort auf ihre Auswilderung. Wir drücken die Daumen, dass sie sich schnell in ihrem neuen und vor allem freien Umfeld zurechtfinden wird.

Hamzah war nur vier Jahre mit seiner Mutter zusammen, und man konnte sehen, wieviel Wissen sie ihm in dieser Zeit bereits beigebracht hatte, denn zuhause fühlt sich Hamzah nur im Wald. Er hat eine gute Orientierung, baut stabile Nester und kann das beste Essen finden. Hinzu kommt, dass er total unabhängig ist. Dies verdeutlicht uns, dass wir Menschen, trotz aller Bemühungen und Anstrengungen, den Job eben nicht so gut machen können wie es eine echte Orang-Utan-Mutter tut.

Hamzah findet im Wald Nahrung, von der nur wenige sehr erfahrene Pfleger wissen. Außerdem lagert er seine Nahrung sehr effizient, was ihm Zeit gibt faul zu sein und sich wie ein typischer Halbwüchsiger zu benehmen. Er schläft gerne aus und an den meisten Tagen verlässt er sein Nest nicht vor zehn Uhr. Normalerweise stehen Orang-Utans kurz nach Sonnenaufgang auf, jedoch nicht so Hamzah.

Auch abends geht er erst spät schlafen. Statt mit dem Sonnenuntergang gegen 18 Uhr schlafen zu gehen, wandert er noch längere Zeit durch die Nacht. Sehr zum Leidwesen seiner Pfleger, die so lange bleiben müssen, bis er sich endlich hinlegt hat. Am nächsten Tag wiederum müssen sie schon um fünf Uhr an seinem Nest sein, denn wer weiß, ob er an diesem Tag nicht vielleicht doch schon früh aufsteht.

Hamzah gehörte zur zweiten Gruppe, die in das Waldgebiet Kehje Sewen gebracht wurde. Die Sehnsucht nach einem Zuhause lebt in jedem von uns. Einem sicheren Ort, wo wir nicht gefährdet sind. Hamzah ist endlich zu Hause!

Abbie war im Jahr 2012 bereits eine 12 Jahre alte Teenagerin. Mit 35 Kilo war sie gut genährt und bei weitem die Älteste der sechs Kandidaten. Sie erreichte Samboja Lestari im März 2006 mit einem geschätzten Alter von 7 Jahren. Sie war damals sehr pummelig und wog 26 Kilo. Vor ihrer Ankunft in Samboja Lestari lebte sie im Botanischen Garten von Samarinda, der Hauptstadt Ost-Kalimantans. Wir wissen nicht, wie sie dort hingekommen ist, und wie lange sie dort bereits lebte. Aber es kann nicht allzu lang gewesen sein, da sie kein Interesse daran zeigte, Menschen zu unterhalten oder anderweitig Aufmerksamkeit zu erregen. Zudem baute sie nicht auf menschliche Unterstützung.

In den letzten zwei Jahren lebte Abbie zusammen mit Hamzah, Casey, Berlian und Mail. Mit ihren zwölf Jahren ist Abbie zwar noch zwei Jahre davon entfernt, vom Teenager zum Erwachsenen zu werden, sie hat jedoch definitiv kein Interesse mehr an der Gesellschaft von anderen Weibchen. Sie jagt die jüngeren wie Berlian und Casey oft weg. Andererseits war sie immer sehr nett zu Mail. Es sieht nicht so aus, als würde sie in ihm einen potentiellen Partner sehen. Sie ist eher wie eine große Schwester für ihn, und wir erwarten, dass die beiden Freunde bleiben und Mail weiterhin von Abbie unterstützt wird. Später, in der Freiheit, ist es jedoch unwahrscheinlich, dass sie zusammen bleiben, denn Orang-Utans sind vorwiegend Einzelgänger und bilden keine monogamen Beziehungen.

Da Abbie einer der stärksten Orang-Utans ist, haben wir sie zusammen mit Hamzah und Berlian in Gruppe 2 eingeteilt. Die Gruppe 2 wurde am 5. Mai 2012, zwei Wochen später als Gruppe 1, freigelassen. Dies sollte den schwächeren Tieren extra Zeit geben, um ihre Umgebung zu erforschen und sich einzuleben, bevor sie auf die älteren und stärkeren Orang-Utans wie Abbie treffen würden.

Genau wie Lesan kam Berlian 2006 nach Samboja Lestari. Sie kam aus Samarinda, war schätzungsweise vier Jahre alt und wog 9 Kilo. Von Anfang an wurden Berlian und Lesan Freunde, sodass sie teilweise gar nicht mehr zu trennen waren. Im Dezember 2011 kam Berlian in die Walduniversität. Die Pfleger, Yadi und Dirman, brachten sie dorthin, wo sie unmittelbar auf Mail traf, der gerne mit ihr spielen wollte. Berlian musste ihre Glieder nach der langen, im Transportkäfig verbrachten Zeit strecken, und nachdem sie ein Bisschen miteinander gespielt hatten, lief Berlian in eine andere Richtung, um Nahrung zu suchen. Nach einer kurzen Begegnung mit Hamzah setzte sie ihren Weg fort und baute sich ein Nest.

Sie bestätigte ihre fortgeschrittenen Fähigkeiten auch dadurch, dass sie immer draußen im Wald schlafen wollte. Daher war es kein Wunder, dass sie bereits nach dem ersten Tag zufrieden und vor Kraft strotzend aussah. Aufgrund der großen Unabhängigkeit Berlians war sie ein offensichtlicher Kandidat für die Auswilderungen nach Kehje Sewen. Nun ist sie neun Jahre alt und wiegt 28 Kilo. Sie wurde zusammen mit Hamzah und Abbie als zweite Gruppe am 5. Mai 2012 in die Freiheit entlassen.

Mail war drei Jahre alt und wog 10 Kilo, als er aus Petung gerettet wurde. Im Jahr 2012 wurde er acht Jahre alt und wog 24 Kilo. Er war schon immer etwas schüchtern und eine Weile auch sehr abhängig von den Babysittern. Dies ist allerdings charakteristisch für die Orang-Utan-Waisen, denn viele von ihnen haben mit ansehen müssen, wie ihre Mütter von Menschen abgeschlachtet wurden. Sie brauchen zuerst Zeit, zu realisieren, dass es auch nette Menschen gibt. Sobald sie das Trauma überwunden haben, suchen sie fast verzweifelt deren Aufmerksamkeit und Wärme.

In der Wildnis ist ein Orang-Utan-Kind fünf bis sieben oder sogar bis acht Jahre 24 Stunden mit seiner Mutter zusammen. Während dieser Zeit bekommt das Weibchen in der Regel keine weiteren Jungen, sodass dem Kleinen die ungeteilte Aufmerksamkeit und offensichtlich auch unerschöpfliche Geduld entgegengebracht werden kann. Wenn BOS Orang-Utan-Waisen rettet, kümmert sich ein Babysitter tagsüber um zwei bis vier Tiere. Somit müssen die Kleinen die sehr wichtigen sozialen Beziehungen untereinander ausbilden. Die dabei entstehenden Bindungen ermöglichen es den Tieren, Orang-Utans zu bleiben und nicht zu vermenschlichen. 

Als Mail zum Auswilderungskandidat ernannt wurde und in die Waldschule 3 kam, wurde er gezwungen, sich mehr auf die anderen Orang-Utans zu konzentrieren. Er behielt seine Freunde, war aber auch sichtlich glücklich darüber, auf Abbie zu treffen. Sie war wie eine ältere Schwester für ihn und tolerierte seine jugendlichen Bedürfnisse. Eine Zeitlang blieb er immer in Abbies Nähe, aß das gleiche Futter und baute sein Nest im selben Baum. Gelegentlich durfte er sogar am Morgen in Abbies Nest kommen und mit ihr zusammen in den Tag starten. Sie wurde für ihn eine Lehrerin und Quelle von Wohlbefinden und Sicherheit. Es ist so viel einfacher neugierig zu sein, wenn du dich sicher fühlst! 

Davon abgesehen hatte sich Mail auch sehr gut mit Casey und Lesan angefreundet. Die drei waren ungefähr im gleichen Alter und nachdem sie oft zusammen beobachtet wurden, traf das BOS-Team die Entscheidung, Mail mit den beiden und nicht mit Abbie freizulassen.

Lesan kam im November 2006 nach Samboja Lestari. Der kleine weibliche Orang-Utan kam aus dem Berau Gebiet. Bei ihrer Rettung war sie ungefähr drei Jahre alt und wog sieben Kilo. Nachdem sie die Quarantänezeit hinter sich gebracht hatte, kam sie in die Waldschule und freundete sich schnell mit Berlian an. Berlian und Lesan waren wenig an den menschlichen Pflegemüttern interessiert, anscheinend konnten sie sich gegenseitig genug emotionale Wärme geben. Wie wild lebende Orang-Utan-Kinder verbrachten sie ihre Tage gemeinsam hoch in den Baumwipfeln und auf Futtersuche. Sie spielten auch mit anderen Orang-Utans aus der Waldschule, aber hauptsächlich hielten sie sich in den Bäumen auf. So knüpften sie zu anderen „schlaueren“ Orang-Utan-Waisen Kontakte.

 

Die Babysitter erzählten, dass beide jeden Nachmittag Probleme machten, da sie nicht einfach in die Nachtkäfige zurückkehren wollten. Stattdessen versuchten sie draußen im Wald zu bleiben. Wenn die Babysitter nach ihnen riefen und mit den anderen Tieren nach Hause liefen, blieben sie ganz still im Baum. Um Berlian zu fangen, versuchten die Babysitter oft Lesan mit Futter zu bestechen. Wenn Lesan dann herunter kam, um sich das Futter zu holen, konnten sie sie fangen und in den sicheren Käfig für die Nacht bringen. Meist gab Berlian darauf hin auch auf, herumzustreifen und schloss sich Lesan freiwillig an.

Nun ist Lesan acht Jahre alt und wiegt 31 Kilo. Während das Team sie darauf vorbereitete, sie in die Waldschule 3 (Walduniversität) zu entlassen, hatten sich Lesan und Berlin voneinander entfernt. Auch wenn die beiden sich immer noch gelegentlich trafen, genoss Lesan es, mit anderen Artgenossen gleichen Alters wie Casey und Mail zusammen zu sein. Daher wurden Lesan, Casey und Mail zu einer Gruppe zusammengefasst, der Gruppe 1. Diese Gruppe wurde zuerst freigelassen, sodass seit dem 22. April 2012 das Regenwaldgebiet Kehje Sewen auch Lesans neue Heimat ist.

Obwohl Casey sich mit vier Jahren einen Großteil der Hand verbrannte, bewegt sie sich elegant durch den Wald. Nur der kleine Finger und der Daumen konnten bei der Operation gerettet werden. Bemerkenswerterweise stellt dies jedoch keine Behinderung für sie dar. Casey nutzt ihre „Hand“, um sich von Baum zu Baum zu schwingen und nach den Ästen zu greifen. Ihr Griff ist sehr stark. Der einzelne Finger ist um einiges stärker und strapazierfähiger, da er die Funktion von vier Fingern erfüllen muss. Casey nutzt ihn zusammen mit dem Daumen, wenn sie in den Baumwipfeln unterwegs ist. Wir können keinen Unterschied bei der Benutzung ihrer gesunden linken Hand und der rechten feststellen. Casey ist ein Beispiel für die Grausamkeit beim Handel mit Orang-Utans-Babys. Ihre Besitzer ließen sie in der Nähe von elektrischen Kabeln spielen und dort geschah der Unfall.

Als sie nach Samboja Lestari kam, war sie vier Jahre alt und wog 16 Kilo. 2013 wurde Casey acht Jahre alt und wog das Doppelte. Sie ist sehr gut darin im Regenwald Nahrung zu finden, Nester zu bauen und ihren Weg durch den Dschungel zu finden.

Die Orang-Utan-Dame Ika wurde im Jahr 2006 zusammen mit Bunga aus einer Palmölplantage gerettet. Sie war viereinhalb Jahre alt, unterernährt und wog nur 8,5 Kilo, als sie nach Nyaru Menteng kam. Um ihre Ohren herum hatte sie unzählige Kratzer. Heute wiegt sie über 30 Kilo, ist gesund und immer noch sehr wild.

Auch Bang Jagur wurde im Jahr 2006 aus einer Palmölplantage gerettet. Er befand sich in der Nähe der Ortschaft Sampit. Als er nach Nyaru Menteng kam, war er in einem guten Zustand, ungefähr zwischen 7 und 8 Jahre alt und wog 18 Kilogramm. Bang Jagur ist ein wilder Orang-Utan, der die Anwesenheit von Menschen ganz und gar nicht akzeptiert. Heute ist er etwa 15 Jahre alt, wiegt über 40 Kilo und ist in Topform. 

Komeng ist ein beeindruckendes, ausgewachsenes Orang-Utan-Männchen. Er war ungefähr 15 Jahre alt, als er im Jahr 2006 zu BOS kam. Seine Backenwülste waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgebildet. In 2012 war er schon über 20 Jahre alt und wog stattliche 82,5 Kilogramm.

Yaya wurde im Jahr 2006 ebenfalls aus einer Palmölplantage bei Sampit gerettet. Damals war sie erst dreieinhalb Jahre alt. Fast sechs Jahre später lehnte Yaya immer noch jeden Kontakt zu Menschen ab und wird sich deshalb mit Sicherheit schnell in Bukit Batikap eingewöhnen.

Im Juli 2004 wurde Ompong aus einer Plantage bei Palantaran gerettet und in die BOS-Station Nyaru Menteng gebracht. Er war mit seinen 20 Jahren schon ausgewachsen und sein Gesicht schmückten bereits prächtige Backenwülste. Bei seiner Rettung randalierte er dermaßen in seinem Transportkäfig herum, dass er sich dabei ein paar Zähne abbrach. Er wollte sich einen Weg aus der Transportkiste zurück in die Freiheit beißen. Glücklicherweise bereiteten ihm seine lädierten Zähne aber keine Schwierigkeiten und der 58 Kilo schwere Orang-Utan kann bisher alles essen, auch hartes Futter. In den vielen Jahren, die er bei BOS verbrachte, war er kein einziges Mal krank.

Mama Tata und ihr Kind Tata wurden im Jahr 2006 in der Palmölplantage bei Sampit aufgelesen und nach Nyaru Menteng gebracht. Sie wurden allerdings nicht von BOS gerettet und waren deshalb in einem sehr schlechten Zustand. Mama Tata war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt und Tata erst 4 Jahre. Heute sind beide rundum gesund. Mama Tata ist heute 21 Jahre alt und wiegt 47 Kilo, ihr Kind Tata ist gerade 10 Jahre alt geworden und wiegt 20 Kilo. Beide waren nur während der Quarantäne voneinander getrennt. Sie werden zusammen ausgewildert, spannend bleibt jedoch, ob Tata bald ihren eigenen Weg gehen wird.

Mama Tata und ihr Kind Tata wurden im Jahr 2006 in der Palmölplantage bei Sampit aufgelesen und nach Nyaru Menteng gebracht. Sie wurden allerdings nicht von BOS gerettet und waren deshalb in einem sehr schlechten Zustand. Mama Tata war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt und Tata erst 4 Jahre. Heute sind beide rundum gesund. Mama Tata ist heute 21 Jahre alt und wiegt 47 Kilo, ihr Kind Tata ist gerade 10 Jahre alt geworden und wiegt 20 Kilo. Beide waren nur während der Quarantäne voneinander getrennt. Sie werden zusammen ausgewildert, spannend bleibt jedoch, ob Tata bald ihren eigenen Weg gehen wird.

Kali ist ein hübsches Orang-Utan-Mädchen. Ihr Fell ist auf den Schultern dunkler als auf dem Rest des Körpers und im Gesicht schimmert es golden. Auch sie wurde aus einer Palmölplantage gerettet. Damals, im Jahr 2007, war sie viereinhalb Jahre alt und gesund. In 2012 war sie schon über 9 Jahre alt, wog 30 Kilo und ist nun endlich wieder frei.

Jojo wurde 2008 vom Nyaru-Menteng-Rettungsteam zusammen mit der Naturschutzbehörde (BKSDA) aus einer Palmölplantage in Murah Teweh gerettet. Er war in einem guten Zustand und rundum gesund. Jojo ist leicht zu erkennen, denn er hat ein sehr charakteristisches Äußeres. Zum Beispiel sind seine Lippen weiß gesprenkelt. Er hat sich in der Vergangenheit immer gut mit seinen Pflegern verstanden. Jetzt wird er sich jedoch wieder daran gewöhnen müssen, nicht von Menschen umgeben zu sein. Jojo ist heute 9 Jahre alt und wiegt 28,2 Kilo. Wahrscheinlich wird er seine neue Heimat zunächst mit seinem besten Freund Heldy erkunden. Wir wünschen Joja viel Spaß und Glück im Dschungel!

Heldi wurde im selben Jahr wie Jojo beschlagnahmt und nach Nyaru Menteng gebracht. Er wog 12 Kilo und war in einem guten Zustand. Zu diesem Zeitpunkt muss er etwa 4 Jahre alt gewesen sein. Alle Pfleger mochten Heldi, weil er so neugierig und freundlich ihnen gegenüber war. Zum Zeitpunkt seines letzten Gesundheitschecks wog er 34,5 Kilo und bewohnte zusammen mit Jojo einen Käfig. Es bleibt spannend, zu beobachten, ob die beiden genauso wie Astrid und Monic die erste Zeit im Dschungel zusammenbleiben und gemeinsam herumstreifen werden.

Bunga ist das indonesische Wort für Blume. Als sie im Jahr 2006 von BOS in einer Palmölplantage gefunden und gerettet wurde, wirkte sie eher wie ein vertrocknetes Pflänzchen. Mit ihren dreieinhalb Jahren wog sie nur 8 Kilo. Nach liebevoller Pflege ist aus ihr eine gesunde und fitte Orang-Utan-Dame geworden. Während ihrer Zeit in Gefangenschaft, hatte sie immer versucht mit lauten Kussgeräuschen ihre Pfleger zu vertreiben. Diese wird sie im Regenwald mit Sicherheit nicht vermissen.

Tantri verbrachte fünf Jahre in der Obhut der BOS Foundation. Mit vier Jahren wurde sie gefunden und wog damals zehn Kilo. Ein Team der BOS Foundation und des BKSDA (indonesische Naturschutzbehörde) hat sie aus einer Palmölplantage gerettet. Tantri hatte zu diesem Zeitpunkt noch nie Kontakt zu Menschen gehabt. Im Alter von vier Jahren haben Orang-Utans normalerweise schon alle grundlegenden Fähigkeiten zum Überleben erworben, aber vermutlich wäre sie noch mindestens zwei Jahre bei ihrer Mutter geblieben.

Da sie ohne Mutter auf der Plantage gefunden wurde, war es zu riskant, sie direkt in ein ihr unbekanntes Waldstück freizulassen. Ohne ihre Mutter wäre Tantri wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen, dort zu überleben. Tantri hat langes, braunes, lockiges Haar und ein weiß gesprenkeltes Gesicht. In 2012 war sie neun Jahre alt und glücklicherweise so unabhängig, dass sie bereit war, zurück in die Wildnis entlassen zu werden. Sie befand sich unter den ersten Auswilderungskandidaten von Nyaru Menteng und hat sich bereits gut in ihrer neuen Heimat eingewöhnt.

Tarzan lebte sieben Jahre bei BOS. Als uns Tarzan zum ersten Mal begegnete, sah dieser 17 Jahre alte Orang-Utan sehr verwegen aus. Er hatte schon ausgebildete Backenwülste. Das kann sehr furchteinflößend und einschüchternd wirken. Daher bat die lokale Bevölkerung die BOS Foundation um Hilfe, ihn an einen sicheren Ort zu bringen. Das Team der BOS Foundation rettete Tarzan am 16. Mai 2004 und brachte ihn in die Auffangstation Nyaru Menteng.

Während der ersten Jahre hatte Tarzan dort mindestens drei Mal versucht, sein Gehege zu zerstören und einen Fluchtweg zu schaffen. Er wollte eindeutig zurück in den Urwald! Mittlerweile ist Tarzan 24 Jahre alt. Sein Gesundheitszustand ist gut, er wiegt 78,3 Kilo und sieht noch furchteinflößender aus als früher. Dieser stattliche Orang-Utan ist heute zurück im Regenwald. Dort gibt es keine Käfige, aus denen er entkommen möchte, denn dort ist Tarzan endlich wieder frei!

Astrid lebte fünf Jahre bei BOS. Die BOS Foundation fand Astrid auf einer Palmölplantage in Zentralkalimantan. Zu dieser Zeit war sie neun Jahre alt. In Nyaru Menteng wurde sie zuerst eingehend von den Tierärzten untersucht. Obwohl Astrid ein wilder Orang-Utan ist, wirkt sie sehr menschlich und zutraulich. Sie hat immer einen Ausdruck von schelmischer Neugier im Gesicht, und wenn sie etwas ärgert, macht sie die für Orang-Utans typischen Kussgeräusche. Wir nennen diese Geräusche kiss-squeakers („Kuss-Quietscher“).

Astrid sieht etwas anders als andere Orang-Utans aus. Die Haut an ihren Beinen scheint gelb zu sein, genauso wie das Haar in ihrem Gesicht. Knapp fünf Jahre war Astrid nun in Nyaru Menteng. Sie war guter Gesundheit und auch deshalb eines der vier glücklichen Tiere, die Nyaru Menteng als Erstes verlassen konnten.

Vier Jahre lang war Monic in Obhut der BOS Foundation. Anfang Juni 2008 wurde ein weiblicher Orang-Utan zwischen vier und fünf Jahre alt aus einem privaten Haushalt in Mantangai Hulu, Zentralkalimantan, beschlagnahmt. Der Hauseigentümer sagte, dass er das Tier auf einer Palmölplantage in der Nähe gefunden hätte. Bei dem Treffen mit dem Team der BOS Foundation war der Mann sehr kooperativ und übergab den Orang-Utan anstandslos. Das Tier wurde direkt zur Auffangstation Nyaru Menteng gebracht und bekam dort den Namen Monic. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Zustand sehr schlecht. Sie hatte in den zwei Tagen, von der Gefangennahme bis zur Beschlagnahmung, kein Wasser und Futter zu sich genommen. Daher war sie extrem dehydriert. Die Tierärzte gaben ihr intravenös Flüssigkeit, um sicherzustellen, dass sie die fünfstündige Fahrt zur Auffangstation überleben würde. Glücklicherweise waren dies die einzigen medizinischen Probleme.

Sobald Monic sich an die Pfleger gewöhnt hatte, fing sie wieder an zu essen und zu trinken. Diese Art von Stressverhalten bei der Ankunft in der Pflegestation ist sehr häufig, besonders bei wilden, fast erwachsenen Orang-Utans. Nach einer genauen Beurteilung durch unser Expertenteam war klar, dass Monic fast ausgewachsen war und schon das Wissen und die Fähigkeiten hatte, auch ohne Mutter in der Wildnis zu überleben. Heute lebt sie wieder ihr altes Leben frei im Urwald.

Yayang erreichte die Rettungsstation Nyaru Menteng am 03.01.2004, nachdem sie von der indonesischen Naturschutzbehörde BKSDA aus einer Gegend in Banjar Baru beschlagnahmt wurde. Zu dieser Zeit wurde sie auf 6,5 bis 7 Jahre geschätzt. Als sie in der Rettungsstation ankam, sah man deutlich, dass sie mit einem ein Seil um den Hals gefesselt gewesen war. Sofort erhielt Yayang eine intensive Pflege in der Klinik von Nyaru Menteng und trat bald der Waldschule bei. Heute ist der Orang-Utan mit den leicht schrägen Augen und dem dunkelbraunen Haar einer der Bewohner von Kaja Island. Auf dieser Insel leben Orang-Utans, die kurz vor ihrer Auswilderung stehen.

 

Yayang ist nun 15 Jahre alt und wiegt 36,8 kg. Sie ist sehr aktiv und liebt es, alles zu erkunden, mag es aber nicht, wenn Menschen sich ihr direkt nähern. Im April 2009 bekam Yayang ihr erstes Kind, Sayang, auf Kaja Island. Sayang ist nun vier Jahre alt und wiegt gesunde 9,3 kg. Sayang hat bereits angefangen sich ihr Essen selber zu suchen und ist nicht mehr ständig auf dem Arm ihrer Mutter. Die beiden wurden im Regenwald Kehje Sewen ausgewildert.

Gefunden und beschlagnahmt in Sebulu, Ostkalimantan, machte Diah die Rehabilitation in Samboja Lestari. Im Jahr 1999 hatte Samboja Lestari durch einen massiven Zugang von neuen Orang-Utans wegen großer Waldbrände mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen. Diah, die erst ein Jahr in Samboja Lestari gewesen war, wurde in das neu gegründete Nyaru Menteng gebracht. Als sie am 20.11.2000 dort ankam, war der weibliche Orang-Utan nur 4 Jahre alt und wog 15,5 kg. Sie trat der Waldschule bei, um ihre natürlichen Fähigkeiten wieder zu erlangen.

 

Diah ist freundlich gegenüber anderen Orang-Utans und hat hier einige Freunde gefunden. Nachdem Diah mit der Waldschule fertig war, kam sie auf die Insel Palas. Diese wird genutzt, um herauszufinden, ob die Orang-Utans wirklich bereit sind in die freie Natur entlassen zu werden. Die Einzelgängerin Diah war vorsichtig beim Erkunden der Insel und sehr gut im Finden von Essen. Diah ist jetzt 17 Jahre alt und wiegt 43 kg. Der wunderschöne weibliche Orang-Utan mit seinem langen braunen Haar genießt mittlerweile ihre Freiheit in ihrer wahren Heimat im Kehje Sewen Wald in Ostkalimantan.

Shelli wurde aus einem Privathaushalt in Jakarta gerettet, in dem sie illegal gehalten worden war, und zurück nach Borneo geschickt. Damals war die Kleine erst  acht Jahre alt. Weil sie mehrere Jahre von Menschen gehalten worden war, hatte sie ihr natürliches Verhalten fast vollkommen verlernt. Als sie in Nyaru Menteng ankam, hing sie sehr an ihrer Babysitterin. In der Waldschule schloss sie erstmals Freundschaften zu Artgenossen und schlug sich tapfer beim Erlernen ihrer Dschungel-Lektionen.

 

Nach der Waldschule ging es auf die Flussinsel, wo sie endlich beweisen konnte, dass sie ihr Gelerntes in der Natur, auch wenn es noch kein echter Dschungel war, anwenden konnte. Sie genoss ihre Zeit dort und verbrachte besonders viel Zeit mit den männlichen Bewohnern. Heute ist Shelli 20 Jahre alt und wiegt 30,5 Kilo. Sie ist eine unabhängige Orang-Utan-Dame und hat auf der Insel bereits zwei Kinder zur Welt gebracht.

Mit ihrer jüngeren Tochter Forest wird sie bald durch den Schutzwald von Bukit Batikap streifen. Forest ist Shellis zweites Kind. Sie wurde 2010 auf der Insel Kaja geboren. Dort konnte sie von Mama Shelli schon viel über das Leben im Dschungel lernen und sich Kniffe und Tricks abgucken, die ihr helfen werden, wenn sie einmal allein durch die Wälder streifen wird. Die kleine Forest ist nun drei Jahre alt und wiegt 5,4 Kilo. Gerade hat sie damit begonnen, allein auf den Baumästen zu spielen. Forest hat nun in ihrer Quarantänezeit zum ersten Mal einen Käfig gesehen. Wir alle hoffen, dass es auch das letzte Mal sein wird.

Inung wurde im Kapuas-Gebiet beschlagnahmt und kam im Jahr 2000 zu BOS. Sie war damals erst  zwei Jahre alt. Die hübsche Inung hat langes, lockiges Fell und ein zartes Wesen. Zwei Jahre nach ihrer Ankunft in Nyaru Menteng wurde sie zusammen mit einigen älteren Orang-Utans auf die Kaja-Insel gebracht, um dort zu beweisen, dass sie bereit sind für ein unabhängiges Leben im Regenwald. Inung fand sich schnell gut zurecht und fand auch schnell Gefallen daran, wilde Früchte zu suchen. Außerdem schloss sie auf der Insel schnell Freundschaften. Gute Freunde von ihr sind die dominanten Männchen Didik und Pedro. In den 13 Jahren bei BOS hat sie zwei Babys zur Welt gebracht. Die 15-jährige wiegt heute (2013) 31,2 Kilo und wird bald mit ihren Töchterchen Indah und Ina ihr neues Zuhause, den Wald von Bukit Batikap, beziehen.

Ina ist Inungs zweites Kind. Sie wurde im Jahr 2012 geboren. Das einjährige Orang-Utan-Mädchen klammert sich immer eng an seine Mama und fühlt sich in ihrer Obhut sicher. Ina bekommt all das von ihrer Mama beigebracht, was sie für ein Leben in Freiheit wissen muss. Auch von ihrer sechsjährigen Schwester Indah lernt sie viele Regenwald-Lektionen. Indah ist Inas ältere Schwester und erstes Kind von Mama Inung. Sie wurde 2007 auf der Kaja-Insel der BOS Foundation geboren. Indah verhält sich wie ein wilder Orang-Utan. Dank der Hilfe ihrer Mutter hat sie schon gute Kenntnisse im Nestbau und bei der Nahrungssuche erworben. Sie baut sich schon ihre eigenen Nester und schläft getrennt von ihrer Mutter. Sie ist ein selbstbewusster, fröhlicher Orang-Utan, der keine Menschen mag. Heute ist Indah sechs Jahre alt und bereit, in einen echten Dschungel umzuziehen und ein glückliches Leben als wilder Orang-Utan zu führen.

Indah ist Inas ältere Schwester und erstes Kind von Mama Inung. Sie wurde 2007 auf der Kaja-Insel der BOS Foundation geboren. Indah verhält sich wie ein wilder Orang-Utan. Dank der Hilfe ihrer Mutter hat sie schon gute Kenntnisse im Nestbau und bei der Nahrungssuche erworben. Sie baut sich schon ihre eigenen Nester und schläft getrennt von ihrer Mutter. Sie ist ein selbstbewusster, fröhlicher Orang-Utan, der keine Menschen mag. Heute ist Indah sechs Jahre alt und bereit, in einen echten Dschungel umzuziehen und ein glückliches Leben als wilder Orang-Utan zu führen.

Cindy kam im Jahr 2000 nach Nyaru Menteng, als sie etwa fünf Jahre alt war. Kurz zuvor wurde sie aus einem Privathaushalt in Palangka Raya beschlagnahmt. Sie hatte ihr wildes Naturell nie verloren und so wurde sie nach der Quarantänezeit direkt auf eine der Flussinseln gebracht. Auf der Kaja-Insel hat sie nun jeden Winkel bereits erforscht und freut sich auf neue Herausforderungen. Zwei Babys hat sie seitdem auf der Insel das Leben geschenkt. Von den BOS-Mitarbeitern wurden sie Cilik und Riwut getauft. Cindy ist nun stolze 18 Jahre alt und wiegt 42 Kilo. Wir wünschen ihr ein glückliches neues Leben in Batikap.

Riwut ist Cindys Zweitgeborenes. Sie wurde im November 2012 geboren und ist noch sehr stark von ihrer Mutter abhängig. Niemals würde sie das Fell ihrer Mutter loslassen, an das sie sich festklammert. Sie beginnt damit, sich Dinge von ihrer Mutter abzuschauen und ihre Umwelt besser wahrzunehmen. Auch lernt sie von ihrem älteren Bruder Cilik. Mittlerweile ist nun ein Jahr alt und wiegt zwei Kilo. Ihr und ihrer Familie steht eine wunderbare Zukunft als wilde Orang-Utans bevor.

Cilik ist Riwuts älterer Bruder. Er wurde auch auf der Kaja-Insel geboren. 2007 erblickte er das grüne Licht der Welt. Er zählt schon zu den Halbstarken und kann sich sicher durch das Blätterdach der Inselbäume bewegen. Der sechsjährige Orang-Utan kann schon sein eigenes Nest bauen und eigene Nahrung finden. Er fängt allmählich damit an, den Wald auf eigene Faust zu erforschen, aber zu weit traut er sich doch noch nicht von seiner Mutter weg.

Nopi wurde vor ihrer Rettung in Jakarta illegal als Haustier gehalten. Nach ihrer Beschlagnahmung wurde sie nach Borneo zur Station gebracht. Das war 2001. Sie war acht Jahre alt. Während ihrer Zeit auf Kaja gehörte sie eher zu den ruhigen Orang-Utans. Trotzdem hatte sie viele Freunde und keine Scheu vor Artgenossen. In 12 Jahren in der Obhut von BOS hat sie alles gelernt, was das Leben im Dschungel von einem Orang-Utan verlangt. Zwei Kinder namens Zona und Nicki hat sie in den Jahren zur Welt gebracht.

Der kleine Nicky ist Nopis zweites Kind. Er wurde 2010 auf der Kaja-Insel geboren. Mit seinen drei Jahren ist er noch sehr von seiner Mutter abhängig und stets ganz nah bei ihr. Die neunjährige Zona ist Nickys Schwester und Tochter von Nopi. Zona ist sehr agil und hangelt sich schon behände von Ast zu Ast. Sie wird sich gut in ihrem neuen Umfeld zurechtfinden und zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder den Schutzwald von Bukit Batikap erforschen.

Zona wurde 2004 auf der Insel Kaja geboren. Ihre Mutter Nopi umsorgte sie mit so viel Liebe und lehrte sie all die Überlebenstechniken, die ein Orang-Utan in der Wildnis braucht. Es überrascht daher nicht, dass sich Zona zu einem unabhängigen wilden Orang-Utan entwickelt hat, der die Insel selbständig erforscht. Zona baut sehr gut Schlafnester und kann ihre natürliche Nahrung auffinden. Sie lehnt auch die Gegenwart von Menschen ab und zeigt ihr Missfallen mit den typischen Kussgeräuschen. Nunmehr neun Jahre alt und 22,4 kg schwer wird dieser wunderschöne Orang-Utan mit dichtem Haar bald in ihre wahre Heimat, dem Schutzwald von Bukit Batikap, gehen. Wir sind sicher, dass sie die Baumkronen selbstsicher erobern wird!

Diese Schönheit mit kräftigem, hellbraunem Haar war zusammen mit Hamlet, Chacha, Cantik, Bonita und Komo einer der Hauptstars der Doku-Serie „Orangutan Island“ von Animal Planet. Sie wurde von der Naturschutzbehörde BKSDA von einem Bewohner aus Surabaya (Westjava) beschlagnahmt, der sie als Haustier hielt. Als sie am 27. November 2002 in der BOS-Station Nyaru-Menteng ankam, war sie gerade mal ein Jahr alt und wog 10,5 kg. Am 13. Dezember 2006 wurde sie auf die Palas-Insel umgesiedelt, der letzte Schritt vor der Auswilderung. Sie ist nicht nur eine hervorragende Erforscherin ihrer Umwelt, sondern auch sehr gut darin, Nahrung zu finden. Außerdem baut sie leidenschaftlich Schlafnester. Wenn sie nachts einmal aufwacht, errichtet sie sich gleich ein neues Bett aus Zweigen und Blättern, vielleicht weil sie es immer noch komfortabler haben möchte.

 

Daisy wurde im Jahr 2013 14 Jahre alt und wog 52,4 kg. Angesichts ihrer außerordentlichen Überlebensfertigkeiten hat sie nun die Chance, ihre Unabhängigkeit in ihrer wahren Heimat unter Beweis zu stellen: Im Wald von Bukit Batikap. Wir sind zuversichtlich, all denen, die die Serie von Animal Planet gesehen haben, noch mehr über Daisys Fortschritte berichten zu können.

Bertha kam am 26. September 2002 nach Nyaru Menteng, als sie erst fünf Jahre alt war und 17 kg wog. Die Naturschutzbehörde BKSDA hatte das Orang-Utan-Weibchen von einem Bewohner aus Palangka Raya konfisziert. Sie hatte eine sichtbare Wunde am Hals, die von der Kette herrührte, mit der sie angebunden wurde. Außerdem hatte sie an ihren beiden großen Zehen die Fußnägel verloren.

 

Dieser weibliche Orang-Utan mit dichtem und langem hellbraunen Fell durchlief die Waldschule und führte ihre Ausbildung zum wilden Orang-Utan auf der Palas-Insel fort. Bertha ist sehr aktiv und geschickt in der Suche nach Früchten und Termiten. Zu anderen Orang-Utans verhält sie sich sehr freundlich, mag die Gegenwart von Menschen aber gar nicht. Mit ärgerlichen Lauten und dem Werfen von Zweigen äußert sie dann ihr Missfallen. Ihre Unabhängigkeit und ihr Gewicht von 48,5 kg machen die 16-jährige Bertha fähig, zu ihrer wahren Heimat, dem Wald von Bukit Batikap in Zentralkalimantan, zurückzukehren.

Dieser weibliche Orang-Utan wurde in Jakarta konfisziert und erreichte Nyaru Menteng am 30. Mai 2001. Lolin war erst sieben Jahre alt. Auch sie hatte eine ringförmige Wunde am Hals, hervorgerufen durch eine lange Zeit am Strick. Lolin litt an schwerem Durchfall und verweigerte Nahrung und Wasser, was zusätzlich eine  Dehydrierung verursachte. Sie kam 2004 zunächst auf die Bangamat-Insel und anschließend auf die Hampapak-Insel. Dort trieb sie 2012 auf einem Baumstamm den Rungan-Fluss hinunter, wurde aber glücklicherweise von BOS-Mitarbeitern gerettet, die zufällig gerade Futter auf die Inseln brachten.

Auf der Insel ist Lolin aktiv und unabhängig. Sie ist gut im Bau von Nestern und im Suchen von Nahrung. Mit nunmehr 19 Jahren und 26 kg ist Lolin bereit, im üppigen Wald von Bukit Batikap ausgewildert zu werden.

Die Naturschutzbehörde von Zentralkalimantan beschlagnahmte Boy aus illegaler Haltung von einem Dorfbewohner. Im Alter von sechs Jahren und mit nur 13 kg wurde er wurde am 31. Oktober 2002 nach Naru Menteng gebracht. Er kam zur Waldschule und im Jahr 2004 schließlich auf die Palas-Insel, auf der er seine Überlebenstechniken vervollkommnete. Mittlerweile ist Boy ein Experte im Erforschen der Insel und sehr gut in der Lage, Nahrung zu finden. Auch freundet er sich leicht mit anderen Orang-Utans an, z.B. mit den Männchen Mego und Samba.

 

Boy wurde in 2013 17 Jahre alt und wog 55,2 kg. Seine Backenwülste entwickeln sich allmählich und mit seinen langen dunkelbraunen Haaren sieht er sehr gut aus. Nach 11 Jahren in Nyaru Menteng und der Rückgewinnung seiner natürlichen Fähigkeiten ist auch Boy bereit, die grüne Wildnis von Bukit Batikap zu erforschen.

Mandra wurde ebenfalls von der Naturschutzbehörde BKSDA aus illegaler Gefangenschaft befreit. Am 8. März 2000 traf Mandra in Nyaru Menteng ein, etwa zweijährig und gerade einmal 5 kg leicht. Nach einer Quarantänezeit kam die kleine Mandra in die Babygruppe, wo sie Komo, ihren besten Freund, zum ersten Mal traf. Sie durchlief die Waldschule und setzte ihre Ausbildung auf Palas fort.

 

Obwohl sie nicht zu den dominanten Weibchen gehört, ist Mandra aktiv, unabhängig und sehr wissbegierig. Sie liebt es, zusammen mit Komo die Insel zu durchstreifen und Futter zu suchen. Jetzt ist sie 15 Jahre alt, wiegt 41,7 kg und lebt seit 13 Jahren in Nyaru Menteng. Bald werden Mandra und Komo ihre Tage zusammen in Bukit Batikap in Freiheit verbringen können.

Als Komo am 3. April nach Nyaru Menteng kam, war er gerade zwei Jahre alt. Ein Bewohner des Kapuas-Distrikts übergab ihn der BOS Foundation. Durch seine Haltung als Heimtier war Komo sehr von Menschen abhängig. In der Waldschule sollte er seine natürlichen Fähigkeiten wiedererlangen. Und genau wie Daisy gehörte er zu den Stars der Orangutan-Islands-Serie. Komo ist seit der Babystation und der Waldschule der beste Freund von Mandra. Sogar bis zu der Zeit vor der Auswilderung auf Palas Island waren diese beiden immer zusammen.

 

Trotzdem er kein dominantes Männchen ist, zeigt Komo viel Tapferkeit. Er würde z.B. nicht zögern, gegen andere Orang-Utans um die Wette nach Früchten zu angeln, die auf dem Wasser treiben. Mittlerweile ist Komo 15 Jahre alt, 38,5 kg schwer und unabhängig. Die Gesellschaft von Menschen schätzt er nicht mehr. Seine kurzen braunen Haare und sein dunkles Gesicht verleihen ihm ein schneidiges Äußeres. Bald wird er fähig sein, zusammen mit Mandra die Wildnis des Schutzwaldes von Bukit Batikap zu durchstreifen.

Arun war erst drei Jahre alt, als er im Dezember 2002 in Banjarmasin (Süd-Borneo) aus privaten Händen beschlagnahmt wurde. Das Rettungsteam der BOS Foundation und die Naturschutzbehörde übergaben den Orang-Utan an die BOS-Station Nyaru Menteng, um ihn der notwendigen medizinischen Versorgung und einer Rehabilitation unterziehen zu können. Nach 10 Jahren Orang-Utan-Training ist Arun heute 13 Jahre alt und bringt 55 Kilo auf die Waage. Gerade beginnen seine Backenwülste zu wachsen. Er ist ein sehr stattlicher und lebendiger Orang-Utan, der in der freien Wildbahn durchaus ein dominantes Männchen werden könnte.

Lulu wurde in Jakarta von einem Mann beschlagnahmt und im Juni 2002 nach Nyaru Menteng gebracht. Sie wog 17 Kilo und war gerade erst vier Jahre alt. Heute ist Lulu 15 und wiegt beachtliche 37 Kilo. In der letzten Station ihrer Rehabilitation in BOS’ Obhut lebte sie auf der Bangamat-Flussinsel. Dort war sie eher eine Einzelgängerin, die es genoss, den Wald auf eigene Faust zu erkunden. Einmal nahm Lulu Reißaus. Auf einem im Wasser treibenden Ast überquerte sie den Fluss. Nach einer 8-tägigen Suche konnte sie letztlich aufgespürt und zurück auf ihre Insel gebracht werden.

Auch Ubai stammt aus Jakarta. Das BOS-Rettungsteam vermutete bei ihrer Beschlagnahmung aus einem Privathaushalt, dass sie vorher auf einem illegalen Tiermarkt erworben worden war. Auch sie kam im Juni 2002 nach Nyaru Menteng. Sie muss ebenfalls vier oder viereinhalb Jahre alt gewesen sein. Wie Lulu wog sie 17 Kilo. Ubai ist ein wahrer Wildfang. Mit ihrem langen Bart sieht sie eher aus wie ein Männchen. Die dunkle Gesichtsfarbe und ihr taffes Auftreten verstärken den Eindruck. Sie wirkt sehr still, doch auf der Kaja-Flussinsel hatte sie sich bereits als dominantes Weibchen behauptet.

Bonet ist als Dreijähriger in Pontianak, West-Borneo, als Haustier gehalten worden. Im Mai 2002 konnte er von BOS gerettet werden. Bonet ist heute 13 Jahre alt, wiegt etwa 46,6 Kilo und liebt es durch den Wald zu streifen. Er hat schmale Augen und hellbraunes Fell. Erst vor kurzem hat Bonet angefangen, die Aufmerksamkeit von seine weiblichen Artgenossen zu erhaschen.

Ein Notruf aus dem Zoo in Pontianak erreichte eines Tages Lone Drøscher Nielsen. Ein weiblicher Orang-Utan und ihr Baby brauchten schnelle, intensive Pflege. Die Namen der Orang-Utans waren Mama Mozzy und Mozzy. Mit Hilfe der Naturschutzbehörde konnten die beiden nach Nyaru Menteng gebracht werden. Leider war der kleine Mozzy nicht kräftig genug und starb zwei Monate später an einem Herzfehler. Im April 2010 gebar Mama Mozzy jedoch ein weiteres Kind. Die kleine Myzo konnte ihre ersten drei Lebensjahre fast wie ein wilder Orang-Utan auf der Kaja-Flussinsel verbringen.

Nun, während der Quarantänezeit, ist Myzo zum ersten Mal in einem Käfig. Mama Mozzy, ist heute 22 Jahre alt und wiegt 34 Kilo. Sie ist lebhafter und dominanter als die meisten ihrer Artgenossinnen. Auch sie zieht es immer wieder raus in die Ferne. Oft hat man sie am Flussufer hin und her streifen gesehen. Mama Mozzy und Myzo sind unzertrennlich. Sie werden noch ein paar Jahre gemeinsam die Wildnis erforschen.

Der kleine sechs-jährige Bule kam im Dezember 2002 nach Nyaru Menteng. Er war zuvor durch BOS von einem Dorfbewohner in Petak Bahandang beschlagnahmt worden. Er wurde wegen seines hellen Haars Bule genannt. Bule ist indonesisch und heißt Fremder oder Mensch von Übersee. Wer schon einmal in Indonesien war, dem wurde dies sicherlich auch schon hinterhergerufen. Bule ist nun 17 Jahre alt und bringt stattliche 73 Kilo auf die Waage. Mit dem Alter wurden seine Haare dunkler, länger und kräftiger und geben ihm ein sehr hübsches Aussehen. Trotz seiner hinreißenden allgegenwärtigen Neugier ist er doch ein dominanter, erwachsener Orang-Utan.

Der Orang-Utan-Junge Max kam aus Jakarta zu BOS. Damals war er ungefähr drei Jahre alt. In Nyaru Menteng wurde er schnell ein Teil der Waldschule und lernte wissbegierig die Lektionen des Dschungels. Seitdem sind zwölf Jahre vergangen und Max ist zu einem kräftigen Orang-Utan-Mann (55,6 Kilo) herangewachsen. Sein hübsches Gesicht wird von dünnem rotbraunem Haar in den Schläfen umrahmt und gekrönt durch seinen Bart und die Backenwülste. Er ist ein lebhafter Teenager, der sich endlich von seinen menschlichen Pflegern abnabeln möchte.

Der Orang-Utan Uban wurde von der Naturschutzbehörde in Palangka Raya beschlagnahmt und nach Nyaru Menteng gebracht. Er war etwa drei Jahre alt und wog zehn Kilo. Heute, 13 Jahre später, gehört Uban mit seinen 83 Kilo zu den schwersten Orang-Utans seines Alters. Kein Wunder, dass er ein dominantes Wesen hat und am liebsten in Ruhe gelassen wird.

Tehang ist ein weiblicher Orang-Utan, der 2003 aus einem kleinen Dorf gerettet wurde. Als sie in Nyaru Menteng ankam, war sie etwa vier Jahre alt. Die heute 14-Jährige hat ein schmales Gesicht, dunkle Haut und rotbraunes Fell. Sie ist sehr selbstbewusst und eine große Entdeckerin.

Die vierjährige Matilda wurde in Palangkara beschlagnahmt. Sie wog zu dem Zeitpunkt zwölf Kilo. 2007 brachte sie die kleine Astria zur Welt. Ihre zweite Tochter Georgina kam im Januar 2012 zur Welt. Matilda ist sehr aktiv und hat einen sehr freundlichen Umgang mit ihren Artgenossen. Viele männliche Orang-Utans fühlen sich von ihr angezogen. Matildas Baby Georgina ist noch sehr winzig und klammert sich stets am Fell ihrer Mutter fest.

Die vierjährige Matilda wurde in Palangkara beschlagnahmt. Sie wog zu dem Zeitpunkt zwölf Kilo. 2007 brachte sie die kleine Astria zur Welt. Ihre zweite Tochter Georgina kam im Januar 2012 zur Welt. Matilda ist sehr aktiv und hat einen sehr freundlichen Umgang mit ihren Artgenossen. Viele männliche Orang-Utans fühlen sich von ihr angezogen. Matildas Baby Georgina ist noch sehr winzig und klammert sich stets am Fell ihrer Mutter fest.

Die kleine Astria, Matildas ältere Tochter, ist ein sehr lebhaftes Orang-Utan-Mädchen. Mit den Fähigkeiten, die sie von ihrer Mutter gelernt hat und noch lernen wird, ist die Fünfjährige selbstbewusst genug, den Wald auf eigene Faust zu erkunden. Auch im Nestbau ist sie schon gut ausgebildet. Astria ist fast wie ein wilder Orang-Utan. Das sieben Kilo leichte Orang-Utan-Mädchen mit dem wunderschönen Fell ist gut gewappnet für ein Leben in Freiheit.

Als Mita in Palangka Raya beschlagnahmt wurde, war sie vier Jahre alt und wog etwa zwölf Kilo. Mittlerweile hat sie 17 Kilo zugenommen und ist 17 Jahre alt. Mita ist ein sehr graziler Orang-Utan, voller Energie und ihren Artgenossen gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich.

Monmon wurde aus einem Haus in Jakarta gerettet, wo sie als Haustier gehalten wurde. Damals wog sie mit ihren vier bis fünf Jahren etwa 19 Kilo. Nach einigen Jahren in der Waldschule wurde sie auf die Flussinsel Bangamat gebracht und später auf die Kaja-Insel umgesiedelt. Die hübsche Monmon ist 13 Jahre alt und mehr als bereit für ihr großes Abenteuer in Freiheit.

Mongki stammt auch aus Palangka Raya. Er wog bei seiner Beschlagnahmung 17,5 Kilo und war ungefähr vier Jahre alt. Als er nach Nyaru Menteng kam, wurde er schnell ein Mitglied der Waldschule. Nachdem er erfolgreich die Waldschule hinter sich gelassen hatte, durfte Mongki auf die Palas-Flussinsel umziehen. Der kräftige Orang-Utan ist sehr aktiv und dominant. Mit seinen 16 Jahren und 40 Kilo bilden sich auch allmählich Backenwülste in seinem hübschen Gesicht.

In Jakarta beschlagnahmt kam Lona mit sechs Jahren und 18 Kilo in die Rettungsstation Nyaru Menteng. Gründerin der Station, Lone Drøscher Nielsen, gab dem Orang-Utan-Mädchen ihren Namen. Elf Jahre lang lebte Lona ein unbeschwertes Leben auf der Flussinsel Kaja, hatte viele Freunde und genoss das Herumstreifen durch den Wald der Insel.

Ein Jahr nachdem sie auf die Insel gezogen war, bekam sie schon ihr erstes Junges, die kleine Nielsen, die sie zärtlich umsorgt. Lona ist heute 18 Jahre alt und wiegt 35 Kilo. Sie ist bereit für ein Leben in echter Freiheit. Nielsen ist mittlerweile 7 Jahre alt und wiegt schon 18 Kilo. Sie hat große Angst vor Menschen und wird sich schon allein deshalb in ihrer neuen Heimat wohl fühlen.

Emerson war mit seinen 15 Jahren schon ein junger Erwachsener, als er in Sanggata gerettet und nach Samboja Lestari gebracht wurde. Das ist nun 12 Jahre her. Wegen seiner imposanten Größe und der Tatsache, dass die Platzkapazitäten der Station so gut wie ausgeschöpft waren, wurde Emerson in einem Individualkäfig untergebracht. Gegenüber Menschen zeigte Emerson von Beginn an eine gesunde Abneigung. In den letzten Jahren in Samboja Lestari entwickelte er sich aber gegenüber weiblichen Orang-Utans zu einem echten Gentleman. Weil er auch den anderen männlichen Orang-Utans gegenüber freundlich und aufgeschlossen ist, wurde er auf eine Orang-Utan-Insel „verlegt“. Die Insel wird bereits von Leo und seiner „Gang“ bewohnt. Deshalb wurden die Inselbewohner die erste Zeit gründlich beobachtet, um herauszufinden, ob sie sich gut verstehen und es zu keinen ernsthaften Auseinandersetzungen kommt.

 

Leo hieß Emerson willkommen und war regelrecht fasziniert von seiner imposanten Erscheinung mit den riesigen Backenwülsten. Emerson blieb ganz cool und schien froh zu sein, nicht zum Kampf herausgefordert zu werden. Obwohl die Beiden wohl niemals die besten Freunde werden, haben sie sich nie aggressiv verhalten. Während Leo um die Orang-Utan-Dame Juminten buhlt, hat Emerson eine enge Beziehung zu Sami aufgebaut. Das Leben auf der Insel könnte kaum harmonischer und schöner sein. Doch nun wird es ernst für ihre Bewohner. Bald geht es dahin, wo ihre Streifgebiete nahezu grenzenlos sind, und wo sie sich selbst um ihre Nahrung kümmern müssen. Wir wünschen Emerson viel Glück!

Auch Mona war vier Jahre alt, als sie 1997 nach Samboja Lestari kam. Sie hat ein hübsches, rundes Gesicht, was darauf schließen lässt, dass es sich bei ihr um einen Ost-Borneo-Orang-Utan (Pongo Pygmaeus morio) handelt. Auch Mona fand einen Platz auf einer der Orang-Utan-Inseln. Sie ist ein sehr kluger Orang-Utan. Sämtliche Fähigkeiten wie das Klettern, Schwingen und Erkennen von Waldfrüchten beherrscht sie ausgezeichnet.

 

Monas Position in der Insel-Hierarchie ist zwar ganz unten, doch weil sie mit Leo, dem großen Orang-Utan-Mann anbändelt, darf sie sich manchmal ihr Nest im selben Baum bauen. Die anderen weiblichen Orang-Utans sind ihr gegenüber sehr tolerant und spielen gern mit ihr. Nur Juminten hält sich ein wenig von ihr fern, um ihre eigene Dominanz nicht zu verlieren. Die hübsche Mona ist heute eine unabhängige Orang-Utan-Dame, die es verdient hat, endlich ein Leben in Freiheit zu führen.

Die vierjährige Sarmi wurde in der Nähe eines Bergwerks gefunden. 1998 entstanden viele Bergbaugebiete, die sich auf Borneo ausbreiteten. Viele Wildtiere verloren ihre Heimat, so auch unzählige Orang-Utans. Im besagten Jahr kam auch die kleine Sarmi nach Samboja Lestari. Zusammen mit Mona und vielen weiteren Orang-Utans, die zu dieser Zeit gerettet wurden, lebte Sarmi in einem Sozialisierungskäfig, bis sie 2010 auf eine der Orang-Utan-Inseln umziehen durfte. In diesem Jahr hatte sie bereits eine fünfjährige Tochter namens Sani. Außerdem nahm sie sich eines kleinen verwaisten Orang-Utan-Jungens an. Sein Name ist Saprol.

 

Zu Beginn dieses Jahres wurde sie mit Emerson bekannt gemacht. Die beiden haben sich gleich gut verstanden und haben seitdem eine harmonische Beziehung zueinander. Wir können es kaum erwarten, wie sich ihre junge Liebe entwickelt, wenn sie erst in Freiheit sind und gemeinsam durch die Baumwipfel von Kehje Sewen streifen können.

Noel ist ein männlicher Orang-Utan und stammt aus Sangatta. Er kam am 4. Oktober 2013 nach Samboja Lestari und war erst ein bis zwei Jahre alt. In der Waldschule lernte er sehr schnell. Er war sehr geschickt beim Nestbauen und erinnerte sich gut an Stellen im Wald, an denen er Nahrung finden konnte. Er liebte es den Wald zu durchstreifen und entwickelte die unglaubliche Fähigkeit vor seinen Babysisters zu flüchten, wann immer er Lust dazu hatte. Jetzt ist Noel ca. 13 Jahre alt und wiegt 35 kg. Noel ist bereit den Regenwald von Kehje Sewen zu erforschen, der schon bald seine neue Heimat sein wird.

Acong kam am 1. November 1998 als Orang-Utan-Baby in Samboja Lestari an. Damals war sie erst acht bis neun Monate alt. Jetzt ist sie 15 Jahre alt und wiegt 41 kg. In der Waldschule blieb sie die meiste Zeit in der Nähe der Babysisters. Trotzdem war sie beim Klettern sehr geschickt. Mit ihren besten Freunden Cici und Mayang verbrachte sie viel Zeit in den Bäumen. Acong lebt im Moment im Quarantänebereich. Dort ist sie nach Cici die zweitdominanteste Orang-Utan-Frau. Bald wird sie mit ihren besten Freunden im richtigen Regenwald Kehje Sewen leben und spielen. 

Siwie wurde am 16. März 2006 vom Botanischen Garten in Samarinda an die Station Samboja Lestari übergeben. Siwie ist eine Freundin von Abbie, die früher auch im Botanischen Garten lebte. Abbie wurde schon im Mai 2012 nach Kehje Sewen ausgewildert und bekommt dort bald Gesellschaft von ihrer Freundin Siwie.

Siwie ist sehr selbständig und geschickt bei der Nahrungssuche. Sie hat noch viel von ihrem wilden Verhalten bewahrt und konnte deshalb im Vergleich zu anderen Orang-Utans den Rehabilitationsprozess in relativ kurzer Zeit absolvieren.

 

Trotz ihrer Wildheit, ist sie nicht aggressiv ihren Freunden gegenüber. Ihre besten Freunde sind Noel und Inge. Siwie ist jetzt 13 Jahre alt und wiegt 30 kg. Sie wird gemeinsam mit ihren Freunden in ihrer neuen Heimat Kehje Sewen frei gelassen. Vielleicht trifft sie dort auch ihre alte Freundin Abbie.

Inge wurde dreieinhalb Jahre lang in Bontang als Haustier gehalten. Im Alter von 6 Monaten verkaufte sie ein Tierhändler illegal für 30.000 Rupiah an einen Privatbesitzer. Am 3. März 2002 wurde sie von der Forstpolizei beschlagnahmt und in die Station Samboja Lestari gebracht. Damals war sie 4 Jahre alt und entwickelte sich in der Waldschule außerordentlich gut. Auch sie ist sehr geschickt im Nestbau und bei der Nahrungssuche. Während sie im Sozialisierungs-komplex auf ihre Auswilderung vorbereitet wurde, gehörte sie eher zu den dominanteren Orang-Utans.

 

Wegen ihres schönen Gesichts und ihres wunderbaren Fells gilt sie als schönster Orang-Utan Samboja Lestaris. Inge ist nun 15 Jahre alt und wiegt 37 kg. Schon sehr bald kann  sie ihre neue Freiheit in Kehje Sewen genießen.

Mayang kam am 20. März 2007 nach Samboja Lestari. Sie wurde BOS von der Naturschutzbehörde in Südkalimantan übergeben. Damals war sie etwa 10 Jahre alt. Nach ihrer Ankunft war Mayang sehr gestresst und kämpfte mit ihrer Eingewöhnung. Da sie von ihrem ehemaligen Besitzer jahrelang mit einer Eisenkette gefangen gehalten wurde, hatte sie eine kreisförmige Wunde am Bauch.

 

Mayang ist jetzt (2013) ungefähr 16 Jahre alt und wiegt 46 kg. Nach einem sechsjährigen Rehabilitationsprogramm in Samboja Lestari hat sie alle Fähigkeiten für ein Leben in Freiheit. erworben. Mit ihrer guten Freundin Cici verbringt sie viel Zeit in den Bäumen. Bald werden die beiden gemeinsam mit anderen ausgewilderten Orang-Utans im Regenwald von Kehje Sewen leben.

Agus kam am 3. Februar 2003 im Alter von drei bis vier Jahren in die BOS-Station Samboja Lestari. Er wurde von seinem ehemaligen Besitzer aus Tenggarong übergeben. Agus hat in der Waldschule und der Insel zweifellos alle Fähigkeiten für sein Leben in Freiheit erworben. Einmal flüchtete Agus aus der Rehabilitationsstation und lebte einige Monate im Wald von Samboja Lestari. Als man ihn wiederfand, wurde er im Sozialisierungskomplex auf seine Auswilderung vorbereitet. Agus ist jetzt 14 Jahre alt und wiegt 56 kg. Er kann es nicht erwarten die Baumkronen von Kehje Sewen zu erforschen.

Juminten wurde aus einer Baumplantage in der Nähe des Kutai-Nationalparks gerettet. Damals war sie erst sechs Jahre alt. In diesem Alter sind wilde Orang-Utans Teenager und für gewöhnlich schon unabhängig von ihren Müttern. Meist sind sie in der Lage allein in der Wildnis zurecht zu kommen. Juminten fand man in einer industriellen Akazien-Plantage und brachte sie am 12. April 1998 in die BOS-Station Samboja Lestari. Nach einem Gesundheitscheck stellte sich heraus, dass sie eine umfangreiche medizinische Behandlung benötigte.

 

Vor zwei Jahren konnte sie dann endlich auf die Orang-Utan-Insel umziehen, wo sie auch Leo traf. Die beiden umwerben sich nun schon eine ganze Weile. Juminten hat ein sehr freundliches Wesen. Sie kümmert sich sogar manchmal um das Baby eines anderen Orang-Utan-Weibchens, wenn es dieser nicht gut geht. Juminten ist heute eine 21-jährige Schönheit und wild wie eh und je. Es war an der Zeit, dass sie in ihren eigentlichen Lebensraum zurückkehren konnte.

Leo wurde gerettet, als er 4 oder 5 Jahre alt war. Die Gegend in der man ihn fand war in den Jahren 1997/98 von den schlimmsten Waldbränden heimgesucht worden, die Indonesien je erlebt hat. Im September 1997 kam er nach Samboja Lestari. Leo zeigte ein sehr wildes Verhalten und es war deutlich zu spüren, dass er in der Vergangenheit kaum oder keinen Kontakt zu Menschen gehabt hatte. Nach einigen Jahren im Sozialisierungskäfig, konnte er 2009 endlich auf die Orang-Utan-Insel umgesiedelt werden, auf der er seitdem ein zufriedenes Leben führt. Er war unendlich glücklich, keine Gitterstäbe mehr sehen zu müssen und auf Bäume klettern zu dürfen. Er fing sofort an Nester zu bauen und sich nach Essbarem auf der Insel umzuschauen.

 

2010 wurden ihm die Orang-Utan-Damen Eliza, Mona und Juminten vorgestellt. Er verhielt sich sehr vorbildlich und charmant. Während Mona und Eliza für ihn mittlerweile so etwas wie kleine Schwestern geworden sind, fühlt er sich zu Juminten auf eine ganz andere Art und Weise hingezogen... Leo hat die BOS-Mitarbeiter davon überzeugt, dass er bereit ist, in die Wildnis zurückzukehren. Jetzt ist der Orang-Utan-Mann mit den imposanten Backenwülsten zu Hause.

Titin ist schon seit 1994 ein Mitglied der BOS-Familie. Sie wurde mit 4 Jahren in der nahe gelegenen Stadt Samarinda beschlagnahmt. Im Jahr 2000 brachte sie ihr erstes Kind zur Welt, den kleinen Orang-Utan-Jungen Titon. Nachdem Titon zu anderen Gleichaltrigen umgesiedelt wurde, gebar sie 2008 noch ein weiteres Baby, die kleine Tina-Toon. Vor zwei Jahren brachte man Titin mit ihrer Tochter auf eine der Orang-Utan-Inseln, wo sie Leo und Juminten zum ersten Mal begegneten. Tino-Toon lebt heute nicht mehr bei ihrer Mutter, sondern besucht die Waldschule, in der sie zusammen mit Orang-Utans ihres Alters alle wichtigen Lektionen für das Überleben im Regenwald lernt.

 

Seit die Kleine nicht mehr bei Titin ist, entwickelt sich Titin auch viel schneller. Sie ist ein sehr harmoniebedürftiger Orang-Utan, der sich mit Leo und Juminten sehr gut versteht. Nun ist die heute 23-Jährige in ihre eigentliche Heimat zurückgekehrt.

Im November 2006 gelang es der BOS Foundation zusammen mit der indonesischen Naturschutzbehörde einen jungen männlichen Orang-Utan zu retten. Sie fanden ihn von seiner Mutter getrennt in einer Ölpalmplantage in Kotawaringin. Am 15. November 2006 erblickte Rachmad erstmals sein neues Zuhause auf Zeit – Die BOS Station in Nyaru Menteng. Damals war er 2,5 – 3 Jahre alt und wog gerade mal 5 Kilo. Heute ist er 9 Jahre alt und bringt stolze 38,5 Kilo auf die Waage. Mit seinem dunklen Fell, den durchdringenden Augen und seinem neu entwickelten Selbstbewusstsein macht er nun endlich seine natürliche Umgebung unsicher.

BOS Mitarbeiter fanden die 4 – 4,5 Jahre alte Darsi im Dezember 2006 in einer Ölpalmplantage in Kotawaringin. Sie war verdreckt, in einem schlechten gesundheitlichen Zustand und von ihrer Mutter war keine Spur zu sehen. Sie wurde nach Nyaru Menteng gebracht, wo sie sich prächtig entwickeln konnte. Jetzt, kurz vor ihrer Rückkehr in den Regenwald ist sie 13 Jahre alt und 47,8 Kilo schwer. Sie lebte bereits 6 Jahre lang im Rehabilitaationsbereich, der ihrer natürlichen Umgebung sehr nahe kam. Dadurch hat sie eine starke Unabhängigkeit entwickelt. Sie scheut die Menschen und lebte absolut selbstständig im Wald. Deshalb sind sich alle Pfleger einig, dass Darsi das Leben in den Tiefen des Regenwaldes ohne Probleme meistern wird.

Mexa wurde aus dem Haushalt eines Ölpalmplantagenarbeiter gerettet, der sie als Haustier hielt. Mit einer Kette um den Hals und in schlechter Verfassung wurde die 15-jährige Orang-Utan-Dame am 6. August 2006 gefunden und nach Nyaru Menteng gebracht. Die Zeit der Gefangenschaft ging nicht spürbar an Mexa vorüber. Nicht nur die Narbe am Hals spiegelten ihre letzten Jahre wider. Immer deutlicher zeigte sich auch ihre Abhängigkeit von den Menschen. Nach 7 Jahren Training und Geduld hat sich Mexa allerdings zu einem „Vorzeige-Orang-Utan“ gemausert. Sie ist gut für den Regenwald und ein Leben ohne Menschen vorbereitet.

Klowor kam am 20. Februar 2005 nach Nyaru Menteng. Er war etwa 3 Jahre alt und lebte vorher in einem Privathaushalt im Dorf Pundu. Er ist ein aktiver Orang-Utan. Sobald er hört, dass seine Freunde gegen das Gehege hauen, stimmt er fröhlich mit ein. Er liebt es den Pflegern Streiche zu spielen. Alle nehmen sich in Acht, wenn es an die Gehegereinigung von Klowor geht. Nach 8 lustigen Jahren mit ihm ist es aber mehr als an der Zeit, dass er seine neue Heimat unsicher macht.

Edwan wurde ohne seine Mutter in einer Ölpalmplantage in der Nähe des Dorfes Antang Kalang gefunden. Am 27. August 2007 brachten ihn BOS-Mitarbeiter nach Nyaru Menteng. Zu diesem Zeitpunkt war Edwan etwa 4 Jahre alt. Schnell gab er sich seinem wilden Wesen wieder hin und verhielt sich wie ein freier Orang-Utan. Heute ist er 9 Jahre alt, wiegt 32 Kilo und hat kurzes, dickes Fell. Zusammen mit seinen Freunden hat er Nyaru Menteng nun wieder verlassen und wird fortan im geschützten Regenwaldgebiet Bukit Batikap auf Borneo leben.

Am 17. Dezember 1999 kam Lesta nach Nyaru Menteng, nachdem sie aus einem Privathaushalt in Palangka Raya gerettet wurde. Sie war etwa 4 Jahre alt und wog 12 Kilo. Lange lebte sie auf der Vor-Auswilderungsinsel, wo sie von vielen männlichen Orang-Utans begehrt wurde. Sie ist zwar nicht dominant, steht aber trotzdem weit oben auf der Rangliste.

In den 13 Jahren, die Lesta in Nyaru Menteng lebt, hat sie bereits 3 Kinder zur Welt gebracht. Ihr Jüngstes ist Lewis, der am 16. März 2011 geboren wurde. Der heute Einjährige weicht nicht von ihrer Seite. Oft kann man beobachten, wie Lesta ihn liebevoll mit Früchten füttert. Heute kann Lewis seine ersten Kletterversuche in den Tiefen des Regenwaldes – in Freiheit – machen.

Dagoy war schon 12 Jahre alt, als sie aus einem Haus in Kasongan befreit wurde. Am 8. März 2000 wurde sie in die BOS-Station gebracht, wo sie mit anderen Orang-Utans ihres Alters in einen der Sozialisierungsgehege kam. Zwei Jahre später durfte sie auf eine der Vor-Auswilderungsinsel umziehen. Dort lebt sie nun seit 10 Jahren. In den 10 Jahren hat sie sich viel Respekt von den anderen Orang-Utans verschafft. Im August 2004 hat sie ihren ersten Sohn geboren. Terusan wurde letztes Jahr ausgewildert und wir sind gespannt, ob es ein freudiges Wiedersehen geben wird. Ihr zweites Kind, Debby, das 2009 zur Welt kam, ist heute fast vier Jahre alt.

Markisa war erst vier Jahre alt, als sie aus einem Privathaushalt in Palangka Raya befreit und nach Nyaru Menteng gebracht wurde. 12 Jahre lang war die BOS-Station ihr Zuhause. Auf der Vor-Auswilderungsinsel hat sie zwei hübsche Mädchen geboren. Ihre ältere Tochter Manggo ist schon selbstständig und bestreitet ihr Leben allein.

Die einjährige Uli hingegen klammert sich noch an die liebenden Arme ihrer Mutter. Auch wenn Markisa selbst nicht bei Ihrer Mutter aufwachsen konnte, ist sie eine sehr gute Mutter für ihre Kinder. Sie ist mittlerweile 17 Jahre alt, wiegt 38,9 Kilo, ist sehr aufgeweckt und mehr als bereit für ein Leben im Dschungel.

Manggo ist Markisas Tochter und mittlerweile fast acht Jahre alt. Sie hatte das Glück, dass sie auf einer der Orang-Utan-Inseln von Nyaru Menteng geboren wurde und von Beginn an von ihrer eigenen Mutter aufgezogen werden konnte. Von ihr hat sie gelernt, wie man Nester baut, richtig klettert und welche Früchte und Blätter essbar sind. Sie ist unglaublich wissbegierig und aktiv. Jeden Tag erkundet sie den Wald aufs Neue. Sie ist zum hübschen Teenager herangereift, wiegt 29,7 Kilo und hat dickes langes Fell. Sie gehört eher zu den weniger dominanten Orang-Utans und beweist immer wieder, dass sie sich in unterschiedlichen Situationen richtig verhalten kann.

Im Februar 2002 wurde Centil von der indonesischen Naturschutzbehörde beschlagnahmt. Erste Gesundheitschecks ergaben, dass das etwa 6 jährige Orang-Utan-Mädchen gesund war und nach Nyaru Menteng gebracht werden konnte. Im Oktober 2005 hatte sie die Waldschule abgeschlossen und wurde auf die Fluss-Insel „Bangamat“ gebracht. Man konnte der jungen Dame mit dem dunklen Fell sichtlich ansehen, wie sehr sie das Leben dort genoss.

 

Am 27. November 2009 brachte sie ihr zweites Baby zur Welt. Ihr erstes Kind Edwin verstarb an einer schweren Krankheit. Von dieser schmerzlichen Erfahrung geprägt kümmerte sich Centil nun um ihre Tochter Rose besonders intensiv und lässt sie nie aus den Augen. Mit 17 Jahren und 32,9 Kilo wird sie ihrer kleinen und gesunden Tochter endlich die große weite Welt des indonesischen Dschungels zeigen können.

Im Februar 2002 wurde Centil von der indonesischen Naturschutzbehörde beschlagnahmt. Erste Gesundheitschecks ergaben, dass das etwa 6 jährige Orang-Utan-Mädchen gesund war und nach Nyaru Menteng gebracht werden konnte. Im Oktober 2005 hatte sie die Waldschule abgeschlossen und wurde auf die Fluss-Insel „Bangamat“ gebracht. Man konnte der jungen Dame mit dem dunklen Fell sichtlich ansehen, wie sehr sie das Leben dort genoss.

 

Am 27. November 2009 brachte sie ihr zweites Baby zur Welt. Ihr erstes Kind Edwin verstarb an einer schweren Krankheit. Von dieser schmerzlichen Erfahrung geprägt kümmerte sich Centil nun um ihre Tochter Rose besonders intensiv und lässt sie nie aus den Augen. Mit 17 Jahren und 32,9 Kilo wird sie ihrer kleinen und gesunden Tochter endlich die große weite Welt des indonesischen Dschungels zeigen können.

Als Danur am 23. August 2000 nach Nyaru Menteng kam mussten sich die Pfleger ganz intensiv um ihn kümmern. Er war 4 Jahre alt und wog 17 Kilo. Er war von einer Familie als Haustier gehalten worden. In der BOS-Station hat er sich durch die Zuwendung und Pflege blendend entwickelt. 

 

Heute ist er ein stolzer Orang-Utan-Mann, der mit 82,2 Kilo ein imposantes Äußeres hat. Doch nicht allein deshalb genießt er so viel Respekt von den anderen Tieren. Danur spielt sehr gern im Wasser, was eher untypisch für einen Orang-Utan ist. Wenn andere vor Wasserspritzern zurückschrecken, beweist er, wie mutig er ist. Er gehört zu den Orang-Utans, bei denen keiner des BOS-Teams Sorge hat, dass er das Leben ohne Menschen nicht perfekt meistern wird.

Nachdem Isis im Februar 2003 mit etwa sieben Jahren aus einem Haus in Palangka Raya gerettet wurde, kam sie nach Nyaru Menteng. Nach mehreren Jahren auf der Vor-Auswilderungsinsel ist sie bereit für die Auswilderung. Sie ist eine hübsche und kreative Orang-Utan-Dame, die die Abwechslung und das Abenteuer liebt! Unzählige Male schwang sie sich elegant an den Ästen über das Wasser, das die Insel umgibt. Nun kann sie noch sehr viel mehr erleben, denn der ganze Wald von Bukit Batikap steht ihr nun zur freien Verfügung.

James wurde im August 2004 von der indonesischen Naturschutzbehörde aus einem Privathaushalt gerettet. Seither lebt der damals etwa Fünfjährige in der BOS-Station in Nyaru Menteng. Heute ist er 14 Jahre alt, wiegt 76 Kilo und hat markante Backenwülste. Zu den BOS-Mitarbeitern ist er sehr zutraulich und sanftmütig. Neugierig schlich er immer um sie herum, wenn sie sein Gehege passierten oder säuberten. Allmählich kommt aber auch ab und zu seine dominante Seite zum Vorschein. Er zeigt ganz deutlich, wenn er nicht gestört werden möchte, z. B. beim Spielen im Wasser oder beim Essen. Dann macht er laute Kussgeräusche mit den Lippen und signalisiert, dass man lieber auf Abstand bleiben sollte.

Mogok ist ein männlicher Orang-Utan, der im Dezember 2002 aus dem Haus eines Dorfbewohners in Buntut Bali beschlagnahmt und in die BOS-Station Nyaru Menteng gebracht wurde. Damals war er erst zwei Jahre alt. Heute kann man ihn nicht mehr mit früher vergleichen. Der heute 13-Jährige hat sich wunderbar entwickelt, wiegt 49,3 Kilo und hat ausgeprägte Backenwülste bekommen. Der Teenager mit dem braunen Fell ist ein beachtlicher Erkunder! Während der Zeit auf der Vor-Auswilderungsinsel Palas konnte man ihn oft dabei beobachten, wie er wilde Früchte suchte und die größten Bäume erklomm. Oft war ein Orang-Utan-Mädchen namens Bonita an seiner Seite. Wir sind gespannt, was er in Freiheit anstellen wird und wem er im Regenwald näher kommen wird.

Alibaba hat als Haustier bei einer Familie in dem Dorf Tumbang Samba gelebt. Als er gefunden wurde, war in schlechter Verfassung und ein Finger an seiner linken Hand war verstümmelt. Damals war er gerade mal zwei Jahre alt. Nach zehn Jahren in der BOS-Station geht es ihm aber wieder gut und er hat sich zu einem selbstbewussten jungen Orang-Utan-Mann entwickelt. Die Nähe zu den Menschen meidet er und auch sonst weist er alle Fähigkeiten auf, die ein wilder Orang-Utan besitzen muss. Heute darf er durch die Wälder von Bukit Batikap streifen und die wilden Orang-Utan-Frauen mit seinem starken Fell und den dunklen Augen beeindrucken.

Lupita konnte nach nur 2 Wochen in nicht artgerechter Gefangenschaft von BOS befreit werden. Das Vierjährige Orang-Utan-Mädchen wurde von einem Einwohner von Buntok gefangen gehalten. Nach der Konfiszierung kam sie nach Nyaru Menteng, wo sie die nächsten neun Jahre leben sollte. Aus ihr wurde eine sehr selbstsichere Orang-Utan-Frau mit dickem roten Fell und ovalem Gesicht. Sie ist eine wahre Kletterkünstlerin. Vor keinem Baum macht sie halt. Mit 13 Jahren kann sie nun endlich auch wieder die Bäume in der Freiheit erklimmen.