Besuch bei den Dayaks (Teil 4)

Datum

Freitag, 6. Mai 2016 - 16:45

Die Overs gründen eine Grundschulpartnerschaft, pflanzen einen Baum und verabschieden sich von den Dayaks. Zum Abschluss des Berichts über den Ausflug zu den Dayaks nun auch das Videotagebuch.

29. April / Letzte Nacht im Longhouse / Gründung Schulpartnerschaft mit Grundschule Straßenhaus (Kreis Neuwied) / Abschied

Gegen sechs Uhr früh werden wir wach. Benni hat im Longhouse der Dayaks besser geschlafen als im Hotel und ist gut drauf. Alle freuen sich auf frischen Kaffee. Die Dayaks bringen das Frühstück auf die Holzdielen. Es gibt - wie jeden Morgen - nur Herzhaftes (auch Hühnchen mit Currysoße) und nichts Süßes.
Durch das Dorf fahren Kinder mit ihren Mopeds. Einen Führerschein braucht man hier nicht wirklich. Diesen kann man wie eine Lizenz kaufen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegen acht Uhr fahren wir zur Primary School (Grundschule) von Tembak, wo wir eine weitere Schulpartnerschaft ins Leben rufen werdenDie Schülerinnen und Schüler (Klasse 1 bis 4) versammeln sich im größten Klassenraum der Schule und schauen neugierig, wer sie da besucht und warum? Wir erläutern Bennis Projekt. Willie übersetzt in die indonesische Sprache, auch jeden Satz des Trickfilms „Henry rettet den Regenwald“. Es kommt wohl selten vor im Dayak-Dorf, dass ihre Schule Besuch hat von so weit her. Alle folgen gespannt und sehr aufmerksam dem Trickfilm. „Nein“, einen Orang-Utan hätten sie noch nicht gesehen, antworten sie auf unsere Frage. 
Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich geehrt, als wir ihnen am Ende einen Button mit der Aufschrift „Together We Will Save The Orang-Utan“ überreichen. Auch jedes der Kinder erhält einen Button. Man spürt, wie stolz sie sind über diese Wertschätzung. 
Dann kommt der feierliche Moment. Mit einem Foto grüßt die Grundschule Tembak alle Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer der Grundschule Strassenhaus im Kreis Neuwied (Schulleitung Melanie Freiholz, Stv. Schulleiter Oliver Kren) und freut sich über die Gründung ihrer Indonesisch-Deutschen Schulpartnerschaft. „Lasst uns was klar machen!“

Im Februar hatten das Team Benni das Projekt und den Trickfilm in der Grundschule Strassenhaus vorgestellt. Man war gleichermaßen begeistert und betroffen und alle haben gesagt: „Wir möchten Benni und Henry helfen und uns der „Affen-Menschen-Kette“ anschließen. Herzlichen Gruß nach Strassenhaus und ganz lieben Dank. Das sagen Benni und seine Familie.

Wir verabschieden uns von der Schule und man winkt Benni und uns noch lange Zeit hinter her. Unsere Fahrt geht nochmals zur Öl-Gewinnungs-Fabrik. Dort angekommen, wissen wir welche Bestimmung die von Sintang mitgereisten vier Jungbäume haben sollen. Jeder von uns darf einen Baum direkt neben die Fabrik pflanzen. Wir fühlen uns sehr geehrt. Es bedeutet auch, dass wir wiederkommen müssen. 
Dann wird gepackt und alles verstaut, denn in wenigen Minuten treten wir die Rückreise an.
Nach dem gemeinsamen Abschiedsfoto umarmen wir uns herzlich; so, als würde man sich schon seit langer Zeit kennen, hätte sich seit langer Zeit mal wieder gesehen und würde sich für lange Zeit nicht mehr begegnen.

Kurz vor der Abreise ruft Willie nochmal alle zusammen und wendet sich an Benni. Die folgenden Minuten bewegen uns sehr. Wir müssen weinen, als Willie einen Brief von Jessy, einer Betreuerin im Orang-Utan Camp die wir tags zuvor kennen gelernt haben, vorliest. Der Text ist so persönlich und ein solch großes Geschenk, dass wir diesen für uns behalten möchten. Dem Brief ist ein Geldbetrag beigefügt, der dem Monatsgehalt von Jessy entspricht. Benni möge das Geld für sein Projekt einsetzen. Uns fehlen die Worte.
Mit dem Gefühl großer Berührtheit und Demut verlassen wir das Dayak-Dorf. Keiner sagt ein Wort. 

Ohne Panne schaffen wir es über die Behelfsbrücke und den holperigen Weg zurück zu unserm Auto auf die andere Seite der eingestürzten Brücke. Das Gepäck wird umgeladen. In dem kleinen Laden versorgen wir uns mit Wasser und begeben uns auf die rund zweistündige Fahrt nach Sintang. Unterwegs sagt Willie zu Benni: „Ich bin so stolz auf dich, dass du es bis nach Indonesien und dann auch noch in das Dayak-Dorf geschafft hast. In Sintang möchte ich dich mit einer Überraschung belohnen“.  
Wieder bei Pastor Maessen und im Orang-Utan-Center angekommen, verschwindet Willie für eine halbe Stunde und kommt auf einmal mit dem kleinen Boy an der Hand zu Benni. Tage und Momente in unserem Leben, die wir nie mehr vergessen werden. Danke. 

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