BOS 2014 – Einige Streiflichter

Foto: BOS Foundation

Für die BOS Foundation war 2014 ein gemischtes Jahr. Traurige Ereignisse kontrastierten mit hoffnungsvollen Aussichten. Rückblicke auf vergangene Jahre zeigten, dass man insgesamt auf dem richtigen Weg ist. BOS Deutschland rührte weiterhin die Werbetrommel für Regenwald und Orang-Utans und leistete konkrete Unterstützung für unsere indonesischen Partner. Wir möchten uns an dieser Stelle auch wieder sehr herzlich bei allen Spender_innen und ehrenamtlichen Helfer_innen bedanken.

 

Kalimantan

Das im Februar 2012 so erfolgreich begonnene Auswilderungsprogramm der BOS Foundation konnte auch 2014 fortgesetzt werden. 42 Orangutans – 31 aus Nyaru Menteng, 10 aus Samboja Lestari – wurde die Freiheit gegeben. Damit hat BOS nunmehr insgesamt 165 rehabilitierte „Waldmenschen“ in den Gebieten Kehje Sewen und Butik Batikap ausgewildert.

 

Der Kreislauf des Lebens Die BOS Foundation betrat mit der Verwirklichung ihres Programms Neuland. Zum ersten Mal wurden Auswilderungen von Orang-Utans auf Borneo derart umfassend und sorgfältig vorbereitet, durchgeführt und nachbeobachtet. Doch leider werden auch immer wieder Verluste verzeichnet. Für die rehabilitierten Orang-Utan-Waisen ist ihre Auswilderung einerseits zwar der lang ersehnte Start in ein artgerechtes Leben, andererseits aber auch eine ziemliche Bewährungsprobe, deren Ergebnis nie mit letzter Sicherheit vorhergesagt werden kann. Das bedeutet dann leider auch, dass wir mit dem Tod konfrontiert werden.

 

2014 traf es die BOS Foundation besonders hart. Insgesamt elf ausgewilderte Orang-Utans kamen letztes Jahr ums Leben. Die Todesursachen waren entweder unklar oder natürlicher Art. Allerdings wurden zwei Tiere von Unbekannten erschossen! Letzteres ruft einem drastisch in Erinnerung, wie sehr Orang-Utans auf ganz Borneo bedroht sind, nicht nur als Art, sondern genauso auch als Individuen. Insgesamt liegt die Todesrate bei den seit Anfang 2012 ausgewilderten Orang-Utans knapp unter acht Prozent, übersteigt also einschließlich der getöteten Orang-Utans nicht die jährliche Todesrate unter vollständig natürlich Bedingungen. Frühere Auswilderungsbemühungen auch anderer Organisationen wiesen dagegen eine Sterberate von 20 bis sogar 80 Prozent  aus.

Ganz jenseits solcher Berechnungen ist der Tod eines Menschenaffen, gerade auch wenn er mit so viel Mühe und Liebe auf die Freiheit vorbereitet wurde, natürlich stets ein tragischer Verlust.

Im Januar des zurückliegenden Jahres feierte aber auch der kleine Astro seinen ersten Geburtstag. Astro, Sohn seiner 2012 ausgewilderten Mutter Astrid, ist sozusagen das erste echte Dschungelbaby von BOS. Trotz seiner traurigen Wechselfälle geht das Leben weiter…

 

Neues Auswilderungsgebiet gesichertDamit der Lebensraum im Auswilderungsgebiet Bukit Batikap für die Orang-Utans auch weiterhin ausreicht, musste ein neues Regenwaldgebiet gefunden werden. her. Es liegt östlich von Bukit Batikap und heißt nach dem ehemaligen Konzessionsinhaber noch (Ex)-Tunggal Pamenang. Im März 2014 konnte die BOS Foundation diesen Lebensraum für 256 Orang-Utans sichern.

 

Fünf Jahre RHOI (Indonesia Orangutan Habitat Restoration)2009 wurde PT RHOI (Indonesia Orangutan Habitat Restoration/Renaturierung von Orang-Utan-Habitat) von der BOS Foundation als Firma gegründet. Dies war nach indonesischem Recht notwendig um Naturschutzkonzessionen zu erwerben, mit denen die BOS Foundation berechtigt ist, ein bestimmtes Waldgebiet für Auswilderungszwecke zu verwalten. PT RHOI ist die erste „Naturschutzfirma“ dieser Art in Indonesien.

 

 

BOS in Deutschland 

Am 28. März wurde die Wanderausstellung „Letzte Hoffnung für die Orang-Utans“ in der Darwin-Box des Rostocker Zoos eröffnet. Die Ausstellung zeigt in Bildern die Arbeit in den Orang-Utan-Rettungsstationen und macht gleichzeitig auf die Bedrohung der Orang-Utans durch die Palmölproduktion aufmerksam. Von August bis Januar 2015 war die Ausstellung dann im Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie zu sehen.

Im April 2014 forderte BOS Deutschland zusammen mit Robin Wood, Watch Indonesia und Orang-Utans in Not und weiteren Organisationen in einer gemeinsamen Pressemitteilung grundlegende Änderungen der Wirtschaftspraxis bezüglich Palmöls. Dies besonders hinsichtlich der fortschreitenden Zerstörung tropischer Torfwälder mit ihren für das Weltklima so wichtigen Böden. Anlass war der kurz zuvor veröffentlichte Sachstandsbericht des Weltklimarats.

 

Mit Infoständen machten wir wieder auf die Gefährdung der rothaarigen Menschenaffen aufmerksam.  Vor allem unsere engagierten Regionalgruppen sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Fast wöchentlich sind sie bei Veranstaltungen vertreten oder klären mit Infomaterial interessierte Besucher_innen auf. Gerade bei solchen Gelegenheiten zeigt sich immer wieder, wie wichtig unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer für die Arbeit von BOS sind. Wir möchten uns bei allen für ihren aufopferungsvollen Einsatz für die Orang-Utans bedanken.

 

 

Ende September 2014 trafen sich Vertreter von BOS-Organisationen verschiedener Länder in Bogor mit der BOS Foundation, um über eine noch bessere Zusammenarbeit, Finanzbedarf und verbessertes Fundraising zu beraten. BOS Deutschland war natürlich ebenfalls vertreten.

 

 

Im Oktober fand BOS Deutschlands turnusmäßige Mitgliederversammlung statt, in der der Vorstand entlastet und fast vollständig wiedergewählt wurde. Die bisherige Beisitzerin Ulrike Barnett wurde von Cornelia Weiß abgelöst.

Im Dezember richtete BOS Deutschland schließlich eine eindringliche Petition an den Deutschen Bundestag, die hoffnungsvollen Ansätze der Umweltpolitik des neuen indonesischen Präsidenten Joko Widodo auf bilateraler, europäischer und globaler Ebene nach Kräften zu unterstützen. Die Orang-Utans brauchen internationale Unterstützung!

Lesen Sie mehr in unserem demnächst erscheinenden Jahresbericht für 2014.

 

Quelle: BOS Deutschland

 

Galerie

Foto: BOS Foundation
Mutter Astrid mit Sohn Astro (Foto: BOS Foundation)
Ira Gubernath klärt über Palmöl auf (Foto: BOS Deutschland)
Partnertreffen in Bogor 2014 (Foto: BOS Deutschland)