Drei weitere Orang-Utans frei

Datum

Freitag, 21. Februar 2020 - 10:00

Nationalpark Bukit Baka Bukit Raya – so heißt das zukünftige Zuhause für drei unserer Schützlinge. Bei der 35. Auswilderung durften am 17. Februar Orang-Utan-Mann Batola (17 Jahre) sowie die Weibchen Paduran (12) und Unyu (6) das Schutzzentrum Nyaru Menteng für immer verlassen und den letzten Schritt in die Freiheit gehen.

In einer etwa 15-stündigen, anstrengenden Fahrt wurde das Trio direkt zum Freisetzungsort in Kasongan gebracht. Dabei hatten die Menschenaffen prominente Begleitung von höchster Stelle: die indonesische Direktorin und Verantwortliche für den Erhalt der biologischen Vielfalt aus dem Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft, Indra Eksploitasia.


Feierliche Eröffnung des neuen Camps

Feierliche Eröffnung des neuen Camps

Neues Monitoring-Camp eröffnet

Sie überzeugte sich nicht nur von der bedeutsamen Arbeit der BOS Foundation für den Artenschutz sondern eröffnete auch das neue Monitoring-Camp unserer Organisation. Es erhielt den Namen "Lewun Kahio", was in der lokalen Dayak-Sprache so viel wie "Orang-Utan-Dorf" bedeutet.

Die Direktorin würdigte explizit die Anstrengungen von BOS im Orang-Utan-Schutz: „Mit dieser Auswilderung hoffen wir, die Population der Tiere in freier Wildbahn zu erhöhen. Außerdem wollen wir die Gemeinschaft mehr an den Projekten beteiligen und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Parteien, insbesondere den bestehenden Gemeinden im Waldgebiet, verbessern.


Los geht´s zur 35. Auswilderung!

Los geht´s zur 35. Auswilderung!

Auswilderungsgebiet wurde genau geprüft

Der Leiter des Bukit Baka Bukit Raya-Nationalparks, Agung Nugroho, berichtete von den weitgehenden Vorbereitungen für diese Auswilderung: „Es wurden mehrere Studien durchgeführt, um die Eignung des Parks als zukünftiges Heim für rehabilitierte Orang-Utans sicherzustellen.“ Viele Faktoren mussten berücksichtigt werden, wie beispielsweise die Verfügbarkeit natürlicher Nahrung, die Höhenlage, die Anzahl an bereits vorhandenen wilden Orang-Utan-Populationen, die Lebensraumtragfähigkeit und die Entfernung von menschlicher Aktivität. „Es muss sichergestellt werden, dass freigelassene Orang-Utans jegliche Gelegenheit haben, im Wald zu gedeihen.“


Batola wagt den letzten großen Schritt

Batola wagt den letzten großen Schritt

Zwei Monate intensiver Beobachtung geplant

Nach der Auswilderung und Camp-Eröffnung begannen unsere Mitarbeiter direkt mit der Beobachtung der neuen Regenwaldbewohner. Die drei Orang-Utans werden wie alle anderen Freigelassenen auch über einen Zeitraum von zwei Monaten intensiv überwacht, um sicherzustellen, dass sie sich gut an ihre neue Umgebung anpassen.

Seit 2016 wurden nunmehr 171 Orang-Utans in den Bukit Baka Bukit Raya-Nationalpark entlassen. Drei von den derzeitigen Waldbewohnern wurden aus Konfliktgebieten umgesiedelt.


Unyu wird in die Freiheit entlassen

Unyu wird in die Freiheit entlassen

Dringend mehr Land benötigt

Die erfolgreiche Rehabilitation der Menschenaffen und deren Auswilderung stellt BOS allerdings auch vor Herausforderungen: Wohin mit den Tieren, wenn sie bereit für die Wildnis sind? Dr. Jamartin Sihite, CEO der BOS Foundation, kennt das Problem „In den letzten Jahren haben wir sehr viele rehabilitierte Orang-Utans freigesetzt. Das gibt uns einerseits die Gelegenheit die noch in den Zentren verbliebenen Menschenaffen neu zu gruppieren und besser auf ihre Freilassung vorzubereiten. Auf der anderen Seite müssen wir dringend neue Wälder finden, die geeignet sind, viele Orang-Utans aufzunehmen.“


Für weitere Auswilderungen wird mehr Land benötigt

Für weitere Auswilderungen wird mehr Land benötigt

Hunderte Menschenaffen warten in den Rettungszentren von BOS noch auf ihre endgültige Freilassung. „Naturschutz ist keine Ein-Mann-Show“ mahnt Dr. Jamartin Sihite. “Daher erwarten wir, dass die Regierung und der Privatsektor unsere Bemühungen unterstützen. Ohne die Zusammenarbeit aller Beteiligten werden wir unsere Ziele nicht erreichen können. “

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