Jejes lang ersehnte Augenoperation war erfolgreich

Datum

Mittwoch, 1. September 2021 - 9:00

Viele der Orang-Utans, die in unsere Rehabilitationszentren kommen, befinden sich in einem schlechten Gesundheitszustand. Einige leiden sogar an schweren Krankheiten oder Störungen, die eine besondere Pflege oder Behandlung erfordern. So war es auch bei dem Männchen Jeje, der im Rehabilitationszentrum in Samboja Lestari lebt.

Gefangenschaft machen die Rehabilitation schwieriger

Jeje war schätzungsweise fünf Jahre alt, als das Tenggarong Natural Resources Conservation Office (BKSDA) ihn im September 2016 an uns übergab. Das Rettungsteam hatte das junge Männchen zuvor in einem Dorf im Bezirk Barong Tongkok beschlagnahmt. Ein Dorfbewohner hatte Jeje als Haustier gehalten seitdem er ein Säugling war. Damit war leider zu erwarten, dass eine Rehabilitation nach so vielen Jahren schwierig werden würde.

Eine Augenverletzung machte ihm zu schaffen

Dann kam Jeje nach Samboja Lestari. Schon bei seiner Ankunft fiel auf, dass mit seinem linken Auge etwas nicht in Ordnung war. Das Ärzteteam erkannte, dass sein Augapfel irgendwann einmal durch einen scharfen Gegenstand verletzt worden war. Das Auge wurde medizinisch versorgt und Jeje weiter beobachtet. Ein wundes Auge kann zu ernsten und langfristigen Problemen führen.


Schon als Jeje zu uns kam war sein Auge beeinträchtigt

Schon als Jeje zu uns kam war sein Auge beeinträchtigt

Nach seiner Quarantäne kam der junge Orang-Utan in die Waldschule. Es fiel auf, dass er neue Fähigkeiten im Vergleich zu den Gleichaltrigen deutlich langsamer erlernte. Außerdem war er schüchtern und suchte eher selten Kontakt zu anderen Orang-Utans. Jeje mied die Nähe zu Menschen und verhielt sich ihnen gegenüber manchmal sogar leicht aggressiv. Wenn er den Wald erkundete, blieb er am liebsten auf dem Boden.  

Dann musste Jeje auf die Krankestation

Im März letzten Jahres wurde bei Jeje dann das „Orangutan Respiratory Disease Syndrome“ diagnostiziert. Diese Erkrankung des Atmungssystems wird in der Regel durch eine bakterielle Infektion verursacht – in einigen Fällen kann sie sogar tödlich enden. Vier Monate musste Jeje auf der Krankenstation bleiben und wurde dann zur weiteren Genesung in einen Einzelkäfig verlegt.

Die Unterbringung ganz alleine schien Jeje zu gefallen. Das junge Männchen wurde deutlich ruhiger und verhielt sich seinen Betreuern gegenüber auch nicht mehr aggressiv. Lieber beobachtete er still seine Umgebung, wartete geduldig auf sein Futter und beschäftgte sich mit seinen „enrichment tools“.

Die Entfernung des verletzten Augapfels als letzte Lösung  

Was leider nicht besser wurde, war Jejes Auge. Es produzierte immer wieder infektiösen Schleim, so dass die Tierärzt:innen eine schwere Entscheidung trafen: Der linke Augapfel sollte entfernt werden. Dies wäre der Schlüssel, um das Risiko einer Infektion zu verringern und sein allgemeines Wohlbefinden zu verbessern. Da dem Team jedoch die Erfahrung in der Augenchirurgie fehlte, bat es einen externen Experten um Unterstützung.


Jeder Schritt wird genau dokumentiert

Jeder Schritt wird genau dokumentiert

Und genau dieser Experte war glücklicherweise schon vor Ort: Der renommierte und auf Operationen bei Primaten spezialisierte Tierarzt Joost Philippa unterstützte bereits mehrere Monate das Veterinärteam für die Malaienbären mit seiner Expertise. Dr. Joost hatte den komplizierten Eingriff zur Entfernung des Augapfels schon mehrfach durchgeführt und war nun der richtige Mann am richtigen Ort. Während der Operation erläuterte er seine Schritte sehr genau und schulte die anderen Tierärzt:innen darin, wie sie zukünftig so einen Eingriff selbst durchführen könnten. Glücklicherweise verlief alles verlief reibungslos, und Jejes Augapfel konnte sicher und ohne Komplikationen entfernt werden.


Am Ende wurde die Wunde genäht

Am Ende wurde die Wunde genäht

Die Operation ist jetzt zwei Monate her und die Narben verheilt. Jejes allgemeiner Gesundheitszustand hat sich deutlich verbessert und er spielt sogar mit den anderen!

Weiterhin gute Besserung, Jeje.

 

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