Neues Jahr, neue Klasse!

Datum

Montag, 13. Januar 2020 - 8:30

Der Beginn eines neuen Jahres ist der perfekte Zeitpunkt, um etwas Neues zu beginnen. Das gilt auch für Uru und Rachel. 2020 startete für die zwei ganz besonders aufregend: mit ihrem Eintritt in die 4. Klasse der Waldschule!

Wie menschliche Schüler jedes Jahr in eine höhere Klasse versetzt werden, müssen sich auch unsere Orang-Utans immer wieder auf´s neue beweisen, um in ihrem jungen Leben voranzukommen. Allem voran steht dabei ein vollständiger, erfolgreicher Gesundheitscheck. Erst danach geht es in den Waldkindergarten, gefolgt von Waldschule und den Vorauswilderungsinseln, sozusagen der Universität.

Als Neulinge in Gruppe 4 haben sich Uru und Rachel in der Vergangenheit überraschend gut auf ihr neues Umfeld eingestellt. Ihre Gruppe besteht aus mehreren Orang-Utans gleichen Alters wie beispielsweise Malika, Napri oder Otong. In Gruppe 3 war Uru sehr gesellig. Jetzt aber verbringt er eher Zeit allein in den Bäumen. 2017 wurde der Kleine aus dem Dorf Lawang Uru in Zentral-Kalimantan gerettet. Zum diesem Zeitpunkt war Uru ganz offensichtlich unterernährt und traumatisiert, da er fast zwei Jahre lang als Haustier gehalten wurde.


Uru klettert auf einen Baum


Uru genießt eine Banane

Rachel ist mittlerweile eine begeisterte Entdeckerin. Sie erforscht und untersucht ihre Umgebung so eindringlich, dass unsere Babysitterinnen die Kleine regelrecht antreiben müssen, damit sie rechtzeitig die Waldschule erreicht. Im Gegensatz zu Uru war Rachel immer eine Einzelgängerin, die mehr Zeit alleine im Blätterwald verbringt als mit Gleichaltrigen. Das Orang-Utan-Mädchen wurde BOS von einer Dorfbewohnerin aus Bajuh, Zentral-Kalimantan, übergeben, als sie erst 18 Monate alt war. Jetzt ist sie vier Jahre alt und kann bemerkenswerte Fortschritte in der Schule aufweisen.

Rachel erkundet den Wald

Urus und Rachels zunehmende Unabhängigkeit ist typisch für Orang-Utans im Alter von vier bis fünf Jahren. Dann fangen sie an, einen ganz natürlichen Drang zu entwickeln, das Unbekannte zu erforschen und zu untersuchen.

Dass Uru und Rachel jetzt nicht mehr zu den ganz Kleinen gehören, zeigt sich auch an folgendem Beispiel: Seit Beginn der Regenzeit Mitte Dezember ist ein Großteil des „Klassenzimmers“ der Waldschule mit Pfützen übersät. Im Gegensatz zu den jüngeren Klassenkameraden, die ausgiebig in dem kühlen Nass planschen, bleiben die älteren aus Gruppe 4 lieber im Baldachin, wo sie Nester bauen, Futter suchen und tiefer in den Wald vordringen.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass diese klugen Schüler alles lernen werden, was sie für eine freie Zukunft in wilden Wäldern benötigen.

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