Ein Ninja in Kehje Sewen?

Datum

Freitag, 5. Januar 2018 - 14:00

Tag für Tag durchstreifen BOS-Teams die Regenwälder Borneos. Ihre Mission: ausgewilderte Orang-Utans ausfindig machen, checken, wie es ihnen geht und wie sie sich entwickeln. Alles, was unsere Mitarbeiter beobachten, wird genauestens protokolliert.

Manchmal braucht es dafür mehr als ein scharfes Auge und einen spitzen Bleistift. Dann zum Beispiel, wenn sich unsere ehemaligen Schützlinge so gut in ihrer neuen Umgebung eingelebt haben, dass sie für uns quasi unsichtbar werden. So wie Orang-Utan-Weibchen Ung.





Die junge Dame ist bei BOS auch als „Ninja von Kehje Sewen“ bekannt. Aus gutem Grund: Genau wie die berühmten japanischen Kampfkünstler und Kundschafter versteht sie sich darauf, sich still und leise zu bewegen. Kaum aufgetaucht, ist sie auch schon wieder verschwunden. Und obwohl sie rund um die Uhr aktiv ist, konnte sie seit ihrer Auswilderung im April 2017 nur ganz kurz gesichtet werden.

Pünktlich zum Jahreswechsel empfing unser Beobachtungsteam auf einem seiner Patrouillen das Signal von Ungs Tracker. Da sie bei der letzten Sichtung am Fluss Telen unterwegs war, war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich hier aufhalten könnte. Die Strategie stand damit fest: das Flussufer immer wieder absuchen, um damit dem gewieften Weibchen auf die Spur zu kommen.





Tatsächlich tauchte unser weiblicher Ninja nach einer Weile auf. Und war nur wenige Minuten und eine Flussüberquerung später schon wieder verschwunden. Doch so leicht geben BOS-Mitarbeiter nicht auf. Die Kollegen folgten dem Tracking-Signal und fanden Ung schließlich Halme und Früchte essend auf einem Baum sitzend. Die rastlose Menschenaffendame wirkte gesund. Und, wie um ihrem Spitznamen alle Ehre zu machen, schwang sie sich direkt wieder in die Baumwipfel von Kehje Sewen.

Sie verschwand in Richtung der nahen Berge. Unser Team konnte ihr diesmal nicht folgen. Eigentlich ein gutes Zeichen, denn an Erlebnissen wie diesen zeigt sich, wie sehr sich unsere harte Arbeit auszahlt. Nämlich immer dann, wenn unsere Schützlinge sich in ihrem neu gewonnen Lebensraum so wunderbar entfalten. Einem Lebensraum in den sie einfach gehören.

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