Ihre Orang-Utan-Patenschaft

Es war ein Zufall, der Taymur rettete. Noch keine zwei Jahre alt, wurde er Opfer des illegalen internationalen Handels mit Wildtieren. Aus Indonesien wurde er nach Kuwait geschmuggelt. Dort hielt ihn sein Besitzer als Haustier, gab ihm zum Spaß Drogen. Heute lebt Taymur im Rehabilitationszentrum der BOS Foundation in Nyaru Menteng. Hier erlernt er mit anderen, gleichaltrigen Menschenaffen-Waisen alle Fähigkeiten, um eines Tages selbständig im Regenwald zu bestehen. 

Als wir die kleine Topan retteten, war ihr Zustand lebensbedrohlich. Mit ihren gerade einmal 1,5 kg war sie so abgemagert und dehydriert, dass wir sie sofort auf unsere Intensivstation brachten. Sie erholte sich körperlich, doch die Trauer über den Verlust ihrer Mutter, war noch lange spürbar. Oft schrie und weinte sie und suchte die Nähe und Geborgenheit ihrer Babysitter. Heute geht sie in die erste Klasse der Waldschule und ist ein vor allem sehr unabhängiges und wildes Mädchen. Zwar ist sie die kleinste in der Gruppe, doch erklimmt gerade sie die höchsten Bäume von allen. Ihre ungezähmte Art ist unsere größte Freude, zeigt sie doch, dass sich Topan später in Freiheit wunderbar zurechtfinden wird.

Diese kleine Orang-Utan-Dame ist eine echte Kämpfernatur. Als Meryl zu uns kam, hatte sie starkes Fieber, litt unter Malaria und einer Grippe. Wir konnten nicht sicher sein, ob sie wieder gesund werden würde. Doch Meryl wollte leben. Dank der intensiven Betreuung durch unsere Ärzte und Babysitter erholte sich die kleine vollständig. Heute ist sie eine der neugierigsten und wissbegierigsten Orang-Utan-Schüler. Egal ob es um den Bau von Schlafnestern, das Klettern oder um die Nahrungssuche geht – Meryl ist ihren Mitschülern immer eine Nasenlänge voraus und macht uns stolz.

Bei seiner Rettung war Bumi stark unterkühlt und so geschwächt, dass er kaum die Augen öffnen konnte. Er war noch so jung, dass sein Bauchnabel noch nicht einmal von der Geburt verheilt war. Wir wickelten den kleinen Bumi sofort in eine Decke und blieben Tag und Nacht an seiner Seite. Anfangs weinte er noch sehr oft, aber nachdem wir ihm ein Kuscheltier schenkten, das ihm zusätzlichen Trost spendete, ging es ihm deutlich besser. Der inzwischen dreijährige Waldschüler ist nun ein ganz aufgewecktes Kerlchen. Er überlässt den Mittagsschlaf lieber anderen Klassenkameraden, um weiter durch die Bäume zu klettern und leckere Früchte zu naschen.

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