Der große Wald von Kehje Sewen wird erobert

Datum

Mittwoch, 26. September 2018 - 8:45

Durch unseren geschützten Auswilderungswald Kehje Sewen streifen seit dem 28. August sechs neue Bewohner: Mads, Menur, Josta, Bieber, Riva und Restu. Um sicher zu gehen, dass sich die neuen Wilden gut in der Freiheit eingewöhnt haben, sind unsere Mitarbeiter den Orang-Utans dicht auf der Spur und beobachten sie intensiv.

 

Der erste Tag in Freiheit

Mads, ein achtjähriges Orang-Utan-Männchen, ist eher ruhig und achtsam. Seine ersten Stunden in Freiheit verbrachte er hoch oben in den Bäumen. Er beobachtete seine Umgebung und wagte sich ab und zu hinab auf den Boden, um frische Triebe zu suchen. Unser Team musste vorsichtig sein beim Beobachten, denn Mads mag menschliche Gegenwart überhaupt nicht.

Menur ist dagegen deutlich aktiver. Das elfjährige Orang-Utan-Weibchen hat ihre neue Umgebung sehr schnell erkundet. Dabei ist sie auf Josta gestoßen – eine alte Freundin von der Vorauswilderungsinsel. Gemeinsam erkundeten sie weiter den Regenwald und suchten nach Futter.


Menur

Menur

Die drei jüngsten der sechs ausgewilderten Orang-Utans – Bieber, Riva und Restu – waren zu dritt unterwegs. Sie spielten miteinander und suchten auch gemeinsam nach Nahrung. Als das Trio eine Pause einlegen wollte, trafen Menur und Josta auf die drei Jungs. Zu fünft verbrachten sie den Rest des Tages zusammen. Menur und Bieber rangelten freundschaftlich miteinander. Restu und Josta fanden an diesem aufregenden Tag sogar noch mehr Gefallen aneinander und paarten sich. Jetzt sind wir gespannt, ob sich bald auch Nachwuchs ankündigen wird.

Bei so viel Action bemerkte das Beobachtungsteam gar nicht, dass es bereits Abend geworden war. Sie sahen noch zu, wie die fünf Orang-Utans ihre Nester bauten – zum ersten Mal in der echten Freiheit des Regenwalds von Kehje Sewen. Als dann auch noch die Nachricht kam, dass auch Mads sein erstes Nest gebaut hatte und es sich für die Nacht gemütlich gemacht hatte, machte sich das Team gut gelaunt zurück auf den Weg ins Camp. Ihren ersten Tag in der Wildnis meisterten die sechs Orang-Utans mit Bravour.

Weite Streifzüge durch die Wildnis

Auch in den folgenden Tagen und Wochen war das Beobachtungsteam den sechs neuen Waldbewohnern auf den Fersen.

Bieber ist seit seinem ersten Tag im Wald sehr aktiv und hat sich auf seinen Wanderungen schon weit von dem Ort entfernt, an dem sein Käfig für immer aufgegangen ist. Er verbrachte dabei viel Zeit mit seinem Freund Riva und hatte auch schon Kontakt zu Bungan, Bong und Agus, die schon etwas länger den Wald von Kehje Sewen bewohnen.

Auch Riva genießt die langen Streifzüge durch seine neue Heimat. Gemeinsam mit Bieber hat Riva die meiste Zeit in den höchsten Wipfeln der Baumriesen nach Futter gesucht, seine Umgebung erforscht und eine entspannte Zeit verbracht. Unsere Kollegen im Wald berichten, dass die beiden siebenjährigen Männchen immer noch viel Zeit zusammen verbringen und ihre Nester meist dicht beieinander bauen.

Restu, der die ersten Tagen nach der Auswilderung auch mit Bieber und Riva unterwegs war, verschwand am dritten Tag im Wald. Wir konnten ihn seitdem nicht mehr aufspüren. Aber nach unserer Erfahrung treffen wir in der Regel nach einiger Zeit wieder auf solch aktive Orang-Utans wie Restu – nachdem sie ein paar Wochen den Wald erkundet haben.


Restu

Restu

Mads, der seine ersten Stunden in Freiheit gemütlich auf einem Ast verbrachte und seine Umgebung beobachtete, wurde in den folgenden Tagen aktiver. Er beschäftigte sich eifrig mit der Futtersuche und schloss sich den beiden Ladies Menur und Josta an.


Josta


Josta

Nachdem Josta und Menur die ersten Tage im Wald gemeinsam verbracht hatten, entschieden sie sich, auf getrennten Pfaden zu wandern. Josta wurde zuletzt in der Nähe des Hubschrauberlandeplatzes gesichtet, rund einen Kilometer von dem Ort entfernt, an dem sie ausgewildert wurde.

Unser Beobachtungsteam ist begeistert, wie gut sich die sechs in ihren ersten Wochen in Freiheit entwickelt haben. Ihre erfolgreiche Nahrungssuche, Aktivität und hohe Reichweite sind ein gutes Zeichen für eine erfolgreiche Auswilderung. Wir werden die sechs weiter im Auge behalten und hoffen, dass sie den Ausgangspunkt für eine neue Generation Orang-Utans im Wald von Kehje Sewen bilden.

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