Ein Hoch auf unsere Babysitterinnen!

Datum

Montag, 10. Juli 2017 - 8:00

Jungen Orang-Utans die natürliche Mutter zu ersetzen – so gut man das als Mensch eben kann - bringt begreiflicherweise große Verantwortung mit sich. Unsere Babysitterinnen spielen denn auch eine ganz zentrale Rolle im Rehabilitationsprozess sowohl in Nyaru Menteng als auch in Samboja Lestari.

So gut wie alle der jungen Orang-Utans, die BOS erreichen, wurden von ihren Müttern gewaltsam getrennt. Dadurch sind die Kleinen nicht nur schwer traumatisiert, sondern auch aller Möglichkeit beraubt, die notwendigen Überlebensfähigkeiten zu erlernen. Sind sie zudem noch auf Muttermilch angewiesen, ist ihre Situation nahezu hoffnungslos.

Kommen solche Tiere aber zu BOS, nehmen unsere Babysitterinnen vom allerersten Tag an die Rolle der Mutter für sie ein. Jede Pflegerin entwickelt eine persönliche Beziehung zu ihren Babys, füttert sie, tröstet sie, wenn irgendetwas nicht stimmt und ist überhaupt rund um die Uhr für sie da. Medizinische Behandlungen obliegen natürlich unseren Veterinären, aber es sind die Babysitterinnen, die bei den Kleinen den Bruch mit der Welt heilen, den der Tod der Mutter für sie mit sich brachte.

Nach einer gewissen Quarantänezeit werden die Babys in den Waldkindergarten verlegt, wo sie beginnen, sich mit ihren Artgenossen zu sozialisieren. Dies setzt sich fort, wenn die jungen Tiere in die Waldschule kommen. Dort lernen sie Klettern, Nester bauen, Nahrungspflanzen erkennen und etliches mehr. Unsere Pflegerinnen gehen diese immens wichtige Aufgabe mit sehr viel Liebe und Geduld an. Sie spielen die wesentliche Rolle in der Charakterentwicklung ihrer Schützlinge im Laufe der ersten sechs Jahre des Rehabilitationsprozesses. Die starke emotionale Basis, die unsere Babysitterinnen  aufbauen, stellt einen Schlüsselfaktor dar, damit ein Orang-Utan später in der Lage ist, in der Wildnis zu überleben.

BOS bedankt sich ganz herzlich bei diesen jungen Frauen und zollt ihrer Arbeit den allergrößten Respekt! Ohne unsere Babysitterinnen wären wir gar nicht in der Lage, Orang-Utans zu schützen und auszuwildern. Vielen Dank!