Tiere aus Kalimantan

Datum

Donnerstag, 12. Oktober 2017 - 10:00

Kalimantan ist der indonesische Name für die Insel Borneo, der drittgrößten der Welt nach Grönland und Neuguinea. Kalimantan ist auch die Heimat der Borneo-Orang-Utans, die sie sich natürlich mit unzähligen anderen Tierarten teilen. Viele von ihnen sind nicht minder bedroht als unsere rothaarigen Vettern. Wir wollen hier in loser Reihenfolge immer mal wieder einige dieser faszinierenden Geschöpfe vorstellen.

Das Bartschwein (Sus barbatus)

Eigentlich sind sie bloß Wildschweine wie sie auch bei uns vorkommen und mancherorts sogar zur Plage werden. Sie sehen ihren europäischen Verwandten auch sehr ähnlich und haben ungefähr dieselbe Körpergröße. Außer durch eine etwas andere Kopfform unterscheiden sie sich vom Eurasischen Wildschwein (Sus scrofa) unter anderem durch die namensgebenden paarigen Haarbüschel an der Schnauze.


//creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons


Ihre Lebensweise entspricht mehr oder weniger der aller Schweine: Einzeln oder in kleinen Familienverbänden durchstreifen sie die Wälder und suchen als Allesfresser nach pflanzlicher Nahrung aller Art, aber auch nach Insekten, Larven, kleinen Wirbeltieren und Aas. Eine Besonderheit der Bartschweine sind ihre periodischen Massenwanderungen, eigentlich ganz untypisch für Regenwaldbewohner. Hin und wieder brechen sie zu Hunderten auf und wandern viele Kilometer weit. Woher sie kommen, wohin sie gehen weiß niemand so genau. Vermutlich folgen sie wechselnden Nahrungsangeboten.

Bartschweine sind nicht etwa verwilderte Hausschweine – die allesamt von Sus scrofa abstammen -, sondern eine eigenständige, auf Borneo und Sumatra endemische Spezies. Ganz anders als unsere Schwarzkittel gelten sie allerdings als Vulnerable – gefährdet. Wie so viele Tiere Borneos und Indonesiens sind auch die Bartschweine der tropischen Regenwälder vom Verlust ihres Lebensraumes bedroht. Dazu kommt, dass sie traditionell stark bejagt werden. Das war für die Bestände insgesamt nie ein Problem - seit Jahrhunderten bilden sie für indigene Völker eine wichtige Nahrungsquelle.

Ärmeren Gemeinschaften bereichern sie bis heute den Speisezettel. Das Bartschwein ist in seinem Verbreitungsgebiet eine sogenannte kulturelle Schlüsselspezies und spielt in entlegenen Regionen Kalimantans weiterhin eine wichtige Rolle. Möglicherweise wird man in Zusammenarbeit mit örtlichen Gemeinschaften Managementpläne zur nachhaltigen Nutzung der Bestände entwickeln. In jedem Fall sollte man diesem von außen wenig beachtetem Tier mehr Aufmerksamkeit widmen.

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