9. Januar 2018

30 Tage auf der Suche nach den Waldmenschen

Klappe auf, Affe frei. So stellen sich viele die Auswil­de­rung eines Orang-Utans vor. Dabei bedeutet solch ein Ereignis viel mehr als nur Käfig­türen zu öffnen. Unsere Schütz­linge auf das Leben in Frei­heit vorzu­be­reiten, kann mehr als sieben Jahre dauern!

Türen auf, und weiter?

Wenn der Weg in den Regen­wald für unsere Artver­wandten endgültig frei ist, beginnt für unser Beob­ach­t­unsg­team die Arbeit. Ihre Aufgabe: den ausge­wil­derten Orang-Utans einen vollen Monat lang auf Schritt und Tritt folgen. In dieser Zeit werden sie beob­achtet und Daten über ihr Verhalten erhoben. Vom Moment des Aufwa­chens und Nest­ver­las­sens am Morgen bis zum Abend, wenn es Zeit ist, sich ein neues Nest für die Nacht zu bauen, stehen die Tiere unter diskreter Aufsicht unserer Mitar­beiter. Wir nennen das Nest-zu-Nest-Beob­ach­tung. Die in dieser Phase gesam­melten Daten verwenden wir, um die indi­vi­du­elle Anpas­sung an den natür­li­chen Lebens­raum Wald zu beur­teilen und auch den Reha­bi­li­ta­ti­ons­pro­zess in unseren Pfle­ge­zen­tren zu bewerten.

Kein Job für Langschläfer

Für diese Aufgabe müssen unsere Mitar­beiter im wahrsten Sinn aufge­weckt sein. Sie müssen sich nämlich auf den Weg zu den Orang-Utan-Nestern machen, bevor diese aufge­wacht sind, also vor Sonnen­auf­gang. Mit den ersten Sonnen­strahlen beginnt dann das Aufzeichnen der Akti­vi­täten. Was essen unsere ehema­ligen Schütz­linge? Wie vertreiben sie sich die Zeit? Wo schlafen sie?

Um mit ihnen Schritt zu halten, müssen unsere Kollegen echt fit sein. Während die Wald­be­wohner sich behende durch die Bäume schwingen, kämpfen die Teams am Boden ziem­lich oft mit unweg­samen Gelände. Manchmal wird solch eine 30-Tage-Beob­ach­tung dann leider auch unter­bro­chen, vor allem, wenn die Orang-Utans spurlos in den Wald verschwinden.

Um die Beob­ach­tung dennoch erfolg­reich zum Abschluss zu bringen, patrouil­liert unser Team in solchen Fällen oft an soge­nannten Tran­sekten, bestimmten abge­steckten Berei­chen, welche die Tiere am wahr­schein­lichsten besu­chen. So gelingt es hin und wieder, verlo­rene Menschen­affen wieder aufzu­spüren wie erst kürz­lich in Kehje Sewen. Wen unsere Teams gefunden haben und mehr über ihre Beob­ach­tungen lesen Sie in unseren nächsten Berichten!

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