31. März 2022

Asiens Riesen­schild­kröte teilt sich Lebens­raum mit Orang-Utans

Asiens Riesenschildkröte

Seit rund 225 Millionen Jahren leben Schild­kröten auf unserer Erde. Immer wieder konnten sie sich an ihre Umwelt anpassen und haben so Dino­sau­rier und Eiszeiten über­lebt. Bis auf die Polar­re­gionen kommen Schild­kröten auf allen Konti­nenten der Erde vor; rund 360 Arten gibt es welt­weit. Eine davon ist die Asia­ti­sche Riesen­schild­kröte. Sie ist die größte Land­schild­kröte Asiens und läuft immer mal wieder unseren Post-Moni­to­ring-Teams vor die Füße, wenn sie auf Patrouille in den Wäldern Borneos unter­wegs sind.

Charak­te­ris­ti­sches Aussehen

Der dunkel­braune bis schwärz­liche Panzer der Asia­ti­schen Riesen­schild­kröte (Manouria emys emys) kann bis zu 60 Zenti­meter lang und 35 Kilo­gramm schwer werden. Sie hat vier kräf­tige, robuste Beine, die mit rauen Schuppen bedeckt sind. Die Schuppen schützen sie vor Dornen und zahl­losen scharfen Gegen­ständen, wenn sie sich durch das Unter­holz des Wald­bo­dens wühlt. Am liebsten isst die Asia­ti­sche Riesen­schild­kröte Pflanzen. Ab und zu dürfen es aber auch Würmer, Schne­cken und andere kleine Tiere ein. Weil sie keine Zähne haben, kaut sie ihre Nahrung direkt mit den Kieferleisten.

Zweimal im Jahr legt sie zwischen 20 bis 50 Eier. Die Asia­ti­sche Riesen­schild­kröte ist die einzige Art, die ihre Eier ober­ir­disch ablegt! Dafür bauen die Weib­chen ein Nest aus Blät­tern, die sie mit ihren Vorder- und Hinter­beinen zusam­men­schieben.  Wenn die Eier im Nest liegen, bleibt das Weib­chen in der Nähe, um das Gelege vor Raub­tieren und Eindring­lingen zu schützen.

Vom IUNC als starke Gefähr­dung eingestuft

Leider gelten Schild­kröten ein verschie­denen Teilen Asiens noch immer als Deli­ka­tesse oder ihre Körper­teile werden zu Medizin verar­beitet. Der nach wie vor florie­rende Handel sowie auch die zuneh­mende Zerstö­rung ihres Lebens­raumes führen dazu, dass ihr Bestand konti­nu­ier­lich schrumpft. Die „Inter­na­tional Union for Conser­va­tion of Nature“ (IUCN) ordnet die Art daher als stark gefährdet ein. Ihre wild­le­benden Popu­la­tionen bedürfen daher drin­gend des Schutzes.

Orang-Utans sind Schirmspezies

Die Asia­ti­sche Riesen­schild­kröte lebt im Kehje Sewen Forest im selben Ökosystem wie der Orang-Utan. Die Menschen­affen gelten dabei als soge­nannte Schirm­spe­zies: Wenn sie die Wälder auf der Suche nach Nahrung durch­streifen, scheiden sie dabei unver­daute Samen aus, aus denen dann überall neue Pflanzen wachsen. Werden Popu­la­tion und Lebens­räume der Orang-Utans geschützt, hat das also posi­tive Auswir­kungen auf andere Tier- und Pflanzenarten.

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