8. Juli 2016

Der Borneo-Orang-Utan ist jetzt akut vom Aussterben bedroht!

Der Regen­wald von Borneo droht zu verschwinden und mit ihm die letzten Orang-Utans, denn sie haben nur diese eine Heimat. Dass die Borneo-Orang-Utans gefährdet sind, ist nicht neu, aber criti­cally endan­gered – also akut vom Aussterben bedroht – schienen sie bisher noch nicht zu sein. Doch jetzt haben wir es offi­ziell: Die Inter­na­tional Union for Conser­va­tion of Nature (IUCN) hat auch den Borneo-Orang-Utan Pongo pygmaeus auf der Bedro­hungs­skala hoch­ge­stuft.

Diese Status­än­de­rung basiert auf einer neuen Studie. Laut dieser werden gerechnet ab 1950 bis zum Jahr 2025 ca. 82 Prozent der Borneo-Orang-Utans verschwunden sein.

Zwischen 1973 und 2010 wurden 56 Prozent des Lebens­raumes der Orang-Utans zerstört und 39 % sind voll­ständig verschwunden – Letz­teres betrifft ein Gebiet größer als Portugal (fast 99.000 km²). Bis 2025 werden voraus­sicht­lich weitere 57.000 km² Wald in Plan­tagen umge­wan­delt, etwa die doppelte Fläche Belgiens. Eben diese fort­dau­ernde Bedro­hung des Lebens­raumes der Orang-Utans — in Verbin­dung mit ihrer von Natur aus geringen Fort­pflan­zungs­rate — hat die Experten dazu veran­lasst, den Bedro­hungs­status zu revidieren.

Dr. Jamartin Sihite, CEO der indo­ne­si­schen BOS Foun­da­tion, kommen­tiert die neue Situation:

„Die verschärfte Einstu­fung der Bedro­hung bedeutet, dass wir trotz aller Erfolge offen­sicht­lich noch nicht genug getan haben. Wir müssen in Zukunft noch härter und bestimmter für das Über­leben der Orang-Utans arbeiten, noch mehr Exper­tise entwi­ckeln und immer besser zusam­men­wirken. Aber, wir Orang-Utan-Schützer schaffen das nicht alleine! Alle müssen sich ernst­haft einbringen: Unsere Unter­stützer welt­weit, aber insbe­son­dere auch die Bürger Indo­ne­siens und ihr Staat. Lasst uns Hand in Hand für die Bewah­rung dieser einzig­ar­tigen Spezie kämpfen! Ihre Zukunft liegt in unserer Hand. Die Uhr läuft — it’s now or never!“ 

Die Arbeit von Dr. Jamartin Sihite für BOS – der welt­weit größten und erfolg­reichsten Prima­ten­schutz­or­ga­ni­sa­tion — wurde im Juli 2015 von der UN-Orga­ni­sa­tion Great Ape Survival Part­nership (GRASP) ausge­zeichnet. Ein guter Ansporn, jetzt erst recht die Kräfte zu bündeln!