4. Juni 2020

Der schreck­liche Schreck vom Schlammloch

Einmal als Baby­sitter für die BOS Foun­da­tion zu arbeiten – für viele ein echter Traumjob. Auch wenn dies an sechs Tagen die Woche harte Arbeit bedeutet. Dazu Schlamm, Schweiß, Insek­ten­at­ta­cken und nicht immer sanfte Orang-Utan-Kinder. Dennoch: Tag für Tag inmitten unser Wald­schüler zu sein, ist mehr als ein Geschenk. Und ein unter­halt­sames noch dazu. Heute erzählt uns Baby­sit­terin Dessi Sida­butar eine ihrer Lieblingsanekdoten.

„Buah yoooo! Beni, Valen, Noni, Lala! Buah yooooo “, schallte der Ruf der Baby­sit­te­rinnen durch die Wald­schule von Nyaru Menteng. Die Obst­mahl­zeit für Gruppe 5 war ange­richtet. In null Komma nichts purzelten die kleinen Orang-Utans herbei. Denn für einen leckeren Obst­s­nack wird auch das span­nendste Spiel unter­bro­chen. Suzanne, Lala, Kejora und Langit klet­terten schnell herunter von den hohen Bäumen, auf denen sie sich gerade noch vergnügt hatten. Aus einer anderen Rich­tung näherten sich Noni, Yutris, Valen­tino und Meryl. An diesem Tag hatten die Baby­sit­te­rinnen kleine Beutel, gefüllt mit Bananen, Melonen und Mais als Nach­mit­tags­im­biss mitgebracht.

Ein Imbiss lockt Waldschulgruppe 5 von den Bäumen
Ein Imbiss lockt Wald­schul­gruppe 5 von den Bäumen

 Doch plötz­lich fing Noni an zu rennen. Hektisch blickte sie über ihre Schulter zurück. Sie schien total verängs­tigt. Die anderen Orang-Utans wurden neugierig und schauten sich bei den Büschen um, von denen Noni gekommen war. Es waren hohe, dichte Büsche und dahinter befand sich eine tiefe Pfütze, die die jüngeren Orang-Utans norma­ler­weise meiden. 

Ein kurzer Blick hinter die Blät­ter­hecke genügte – und auch Suzanne, Lala, Langit, Kejora, Yutris, Meryl und Valen­tino flitzten so schnell sie konnten. Nur weg von den Büschen. Trost konnte den aufge­brachten kleinen Orang-Utans nur ein ordent­li­ches Grup­pen­ku­scheln spenden. Angkasa und Taymur, die gerade erst bei der Gruppe einge­troffen waren, ließen sich von der Aufre­gung anste­cken und eilten eben­falls panisch auf ihre Baby­sitter zu. Doch was war da nur los?

Trostkuscheln der aufgebrachten Waldschüler
Trost­ku­scheln der aufge­brachten Waldschüler

Die Baby­sitter mussten der Sache auf den Grund gehen. Lauerte hinter den Büschen womög­lich eine ernst­hafte Gefahr? Beim Näher­kommen hörten sie ein leises Plät­schern hinter den Büschen. Vorsichtig schauten sie hinter das Buschwerk…und brachen in lautes Lachen aus. Denn in der Pfütze plantschte eine gar nicht schreck­liche Kreatur – sondern der Spaß­vogel Beni! Er genoss voll­kommen entspannt ein Bad im kühlen Wasser. Aber irgendwie hatte er es geschafft, all seinen Klas­sen­ka­me­raden einen gehö­rigen Schre­cken einzujagen. 

Beni aber war sich keiner Schuld bewusst, selbst die große Angst seiner Freunde bekam er nicht einmal mit. Und auch die lachenden Baby­sit­te­rinnen irri­tierten ihn kein Stück. Er tauchte einfach ein Stück tiefer ab in seinem Wasser­loch und planschte fröh­lich weiter.
Doch so ein Bad macht eben auch hungrig. Und so gesellte sich Beni schließ­lich doch noch zu seinen inzwi­schen wieder entspannten Kumpels, schnappte sich eine Portion Obst und tat, als wäre nichts passiert.
Beni, Du bist schon echt ’ne Marke.

Beni bei seiner Lieblingsbeschäftigung
Beni bei seiner Lieblingsbeschäftigung

 

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