Natur­ka­ta­stro­phen bedrohen die Mensch­heit. Die Auswir­kungen sind verhee­rend — die Vorwarn­zeiten meist zu kurz, trotz aller High­tech-Instal­la­tionen und des Inter­nets. Welt­weit arbeiten Forscher deshalb an anderen Lösungen — und sie haben eine heiße Spur: Tiere sollen dabei helfen, früh­zeitig Natur­ka­ta­stro­phen zu erkennen.

Denn über Jahr­mil­lionen haben sie gelernt, sich auf die launi­schen Schwan­kungen der Erde einzu­stellen. Der Mensch muss sich nur einklinken und die gelie­ferten Infor­ma­tionen richtig inter­pre­tieren. „Terra X — Der sechste Sinn der Tiere“ begleitet führende Wissen­schaftler auf eine span­nende Expe­di­tion rund um den Globus in extreme Gebiete dieser Erde. Martin Wikelski, Direktor des Max-Planck-Insti­tuts für Orni­tho­logie, ist einer der welt­weit führenden Forscher auf diesem Gebiet. Seine Vision: in naher Zukunft ein ganzes Netz aus tieri­schen Früh­warn­in­di­ka­toren zu entwi­ckeln, immer am Puls der Erde, um bei extremen Natur­er­eig­nissen Menschen­leben zu retten. In den Dschun­geln Indo­ne­siens ist er dabei, mit wilden Elefanten ein Tsuna­mif­rüh­warn­system aufzu­bauen. In den Südaus­läu­fern der Rocky Moun­tains beob­achtet er den majes­tä­ti­schen Kondor, und an den Hängen des aktivsten und gefähr­lichsten Vulkans Europas, dem Ätna, unter­sucht er das Verhalten von Ziegen kurz vor einem Vulkan­aus­bruch. Die genaue Beob­ach­tung tieri­schen Verhal­tens kann Aufschluss über bevor­ste­hende, große Umwäl­zungen in der Natur liefern — Kata­stro­phen vorher­sag­barer machen, Menschen­leben retten. Helmut Schmitz von der Univer­sität Bonn hat ein Faible für den Austra­li­schen Feuer­käfer. Denn er spürt über Hunderte von Kilo­me­tern Wald­brände auf, lange bevor irgend­eine Feuer­wehr davon erfährt — und das in einem Land, das jähr­lich von großen Feuer­stürmen heim­ge­sucht wird. Schmitz beob­achtet diese Tiere und versucht, die Wahr­neh­mung des Käfers zu enträt­seln, der bei der Feuer­be­kämp­fung in der Zukunft eine Schlüs­sel­rolle spielen könnte. Er denkt über eine groß­flä­chige Über­wa­chung der Krisen­re­gionen mit Drohnen nach — Drohnen mit Feuer­kä­fer­sen­soren. Der Austra­lier Graham Jones von der Southern Cross Univer­sity mag es eine Spur dicker: Mit der Stein­ko­ralle Acro­pora hofft er ein Tier zu enträt­seln, das eines der drin­gendsten Probleme der Mensch­heit lösen könnte, den Klima­wandel. Denn die Koralle versteht es, sich wie kein anderes Lebe­wesen auf diesem Planeten selbst zu schützen: Wenn es ihr zu heiß wird, entlässt sie einen spezi­ellen Stoff ins Wasser und in die Luft, der nicht nur zur Wolken­bil­dung und damit zur Beschat­tung, sondern sogar zu Regen führt. Jones stellt sich daher die Frage, ob der Mensch mit ange­legten „Koral­len­gärten“ — welt­weit — das Klima beein­flussen könnte. Weitere Geschichten werden in Form einer span­nenden Spuren­suche erzählt. An der Seite der Wissen­schaftler entdeckt „Terra X“ eine neue und unge­wöhn­liche Seite der Tier­welt. Es könnten visio­näre Schritte in eine Zukunft sein, in der Mensch und Natur Seite an Seite exis­tieren — mit gegen­sei­tigem Nutzen. So spannt der Film einen großen Bogen und erzählt eine Geschichte in atem­be­rau­benden Bildern — unter­stützt durch span­nende Grafiken, die uns die sechsten Sinne der Tiere ein Stück näherbringen.