6. Juli 2021

Der verschwun­dene Wald

Was verbindet eine abge­le­gene indi­gene Gemein­schaft auf Borneo mit den Olym­pi­schen Spielen in Tokio? Die Doku­men­ta­tion ist dieser Frage nach­ge­gangen. Sie fängt die Schön­heit des tropi­schen Urwalds ebenso ein wie die jahr­tau­sen­de­alte Bezie­hung des indi­genen Volks der Dayak mit ihrem Wald und findet Zusam­men­hänge von Liefer­ketten, Güte­sie­geln und Nach­hal­tig­keits­ver­spre­chen in einer globa­li­sierten Welt. Ein Film über eine atem­be­rau­bend schöne Land­schaft im Wandel.

Borneo, größ­ten­teils Staats­ge­biet Indo­ne­siens, ist die dritt­größte Insel der Welt und gehört zu den wich­tigsten Regen­wald­ge­bieten der Erde. Noch vor 60 Jahren war sie fast voll­ständig von Urwald bedeckt. Dieser Wald ist Heimat vieler indi­gener Völker, die Arten­viel­falt ist hier so groß wie nirgendwo sonst auf der Welt. Doch auch auf Borneo wird der Regen­wald immer massiver abge­holzt, große Holz­in­dus­trie­firmen roden Natur­wald für Palmöl und Holz­plan­tagen. Ein jahr­tau­sen­de­alter Lebens­raum droht, nach und nach zu verschwinden.

Die Filme­ma­cher Bálint Révész und Angus MacInnes haben mehrere Jahre beim Volk der Dayak-Bahau im zentralen Hoch­land auf Borneo gelebt und mit ihnen gemeinsam den schlei­chenden Verlust ihrer Heimat beob­achtet und erforscht. Gemeinsam mit drei Abge­sandten des Dorfes begeben sie sich auf eine Reise, die von den Regen­wäl­dern Borneos bis in die japa­ni­sche Millio­nen­me­tro­pole Tokio führt, wo tropi­sches Holz in den Stadien für die Olym­pi­schen Spiele verbaut wird. Sie folgen dem Weg der gefällten Bäume, stoßen auf Schneisen der Verwüs­tung mitten im Urwald und riesige Palm­öl­plan­tagen. Die Doku­men­ta­tion wirft zum einen die Frage auf, wie sich Liefer­ketten verfolgen bezie­hungs­weise verschleiern lassen und welche Rolle die Politik hierbei spielt. Zum anderen taucht sie ein in das indi­gene Leben und die mythi­sche Bezie­hung der Indi­genen zum Wald, der seit Jahr­tau­senden durch ihre Völker bewahrt wird. Die Filme­ma­cher erzählen von einer Land­schaft im Wandel und von einem ganz beson­deren Verhältnis zwischen Mensch und Natur.