17. Juli 2019

Die 100 geknackt im Schutz­wald von Kehje Sewen

Sechs neue Wilde wandern durch unseren Schutz­wald Kehje Sewen. Das Weib­chen Petak (22) und die Männ­chen Komo (21), Gino (14) und Zakir (15) genießen seit Ende Juni ihre Frei­heit im Regen­wald, das Weib­chen Laila (23) und Männ­chen Lito (26) seit Mitte Juli.

Damit leben mitt­ler­weile 103 ausge­wil­derte Orang-Utans in Kehje Sewen (Ostka­li­mantan), was bedeutet, die Aufnah­me­ka­pa­zität des Schutz­waldes von 150 Tieren ist bald erreicht. Doch ange­sichts von etwa 140 weiteren Orang-Utans, die aktuell in Samboja Lestari auf ihre Auswil­de­rung vorbreitet werden, benö­tigt BOS sehr drin­gend zusätz­liche Schutz­ge­biete in Ostka­li­mantan. Ein Ziel, an dessen Verwirk­li­chung wir mit aller Kraft arbeiten. „Unsere Verpflich­tung, wilde Orang-Utans zu schützen und neue lebens­fä­hige Popu­la­tionen zu schaffen, erlischt nie. Wir werden weiterhin Orang-Utan-Waisen mit dem Ziel reha­bi­li­tieren, sie schließ­lich in geeig­nete Wälder auszu­wil­dern“, verspricht Dr. Jamartin Sihite, CEO der BOS Foun­da­tion. „Im Moment verhan­deln wir über eine weitere Ecosystem Resto­ra­tion Conces­sion (Konzes­sion für ein Schutz­ge­biet), um das Gebiet von Kehje Sewen zu erwei­tern. Wir hoffen sehr, dass das Forst­mi­nis­te­rium und die Provinz­re­gie­rung von Ostka­li­mantan uns bald die notwen­digen Geneh­mi­gungen erteilen werden.“

Stra­pa­ziöse Anreise

Keine unserer Auswil­de­rung ist ein Spazier­gang. Schließ­lich müssen wir die Tiere in die entle­gensten Regen­wälder trans­por­tieren, wo sie unge­stört und sicher leben können. 

Auf schlammigen Dschungelpisten dem Ziel entgegen
Auf schlam­migen Dschun­gel­pisten dem Ziel entgegen

Kehje Sewen stellt für unsere erfah­renen Auswil­de­rungs­ex­perten bei BOS Foun­da­tion aber noch eine beson­dere Heraus­for­de­rung dar, da das Terri­to­rium des Schutz­waldes aus Extremen besteht: Steile Hänge, reißende Flüsse, dichte Wälder. Aus diesem Grund fanden die meisten Auswil­de­rungen nach Kehje Sewen mit Hubschrau­ber­un­ter­stüt­zung statt. Doch das ist aktuell nicht möglich – es sind zurzeit einfach keine Hubschrauber in der Region verfügbar. Also blieb nur der beschwer­liche Land- und Wasserweg. 

Auch das müssen die Trucks aushalten
Auch das müssen die Trucks aushalten

Zunächst fuhren die Trucks über dicht bewal­dete Hügel und durch reißende Flüsse. Obwohl genau dafür präpa­riert, schafften es die Trans­port­wagen kaum über den Schlamm der Wald­pfade und die Untiefen der zu über­que­renden Fluss­läufe. Mehr als einmal mussten die Fahr­zeuge mühselig von Hand wieder flott gemacht werden. Eines brach endgültig beim Versuch, einen Fluss zu über­queren. Schließ­lich ging die Reise mit Lang­booten auf dem wilden Fluss Telen weiter zum Camp Lesik im Norden von Kehje Sewen. 

Auf dem reißenden Telen-Fluß
Auf dem reißenden Telen-Fluß
Ein echter Knochenjob für das Auswilderungsteam
Ein echter Knochenjob für das Auswilderungsteam

Doch Ende gut, alles gut. Nach drei Tagen anstren­gender Auswil­de­rungs­ex­pe­di­tion konnten die ersten vier Menschen­affen endlich in die Frei­heit entlassen werden. Das Weib­chen Petak wurde als erstes aus dem Käfig gelassen, gefolgt von Komo, Gino und Zakir. Jedes der vier Tiere nahm sich gebüh­rend Zeit, sich erst umzu­schauen, sich dann in den Schatten zu begeben und schließ­lich in den Baum­kronen zu verschwinden. 

Komos erste Schritte in Freiheit
Komos erste Schritte in Freiheit

Und gleich nochmal 

Zwei Wochen später war es für zwei weitere Orang-Utans soweit: Lito und Laila wurden in derselben Gegend wie die anderen vier ausge­wil­dert. Auch diese Reise in die Frei­heit gestal­tete sich genauso mühsam und lang­wierig. Aber Mitte Juli begann schließ­lich auch für diese beiden Menschen­affen das Aben­teuer in der Frei­heit von Kehje Sewen. 

Lailas Käfig geht auf
Lailas Käfig geht auf

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