24. Juli 2018

Die letzten Paradiese

Inmitten des Indo­pa­zifik liegt Borneo, die dritt­größte Insel der Welt. Fast zu glei­chen Teilen gehört Borneo zu Indo­ne­sien und Malaysia. Der nörd­liche, malay­si­sche Teil Borneos ist Sabah. Sabah ist mit tiefen Regen­wald über­zogen, nur große Flüsse wie der Kina­bat­angan ermög­li­chen einen Zugang in das grüne Herz. Einzig­ar­tige Tiere und Pflanzen blieben lange unent­deckt, wie zum Beispiel die skur­rilen Nasen­affen oder wunder­schöne Orchi­deen. Der Orang Utan, der “Mensch des Waldes”, kommt nur hier und auf Sumatra vor, genau wie das massiv vom Aussterben bedrohte Sumatra Nashorn. 

Sie alle teilen sich den Urwald mit den Einge­bo­renen, wie denen aus dem Stamm der Murut. Noch vor hundert Jahren waren die Murut gefähr­liche und berüch­tigte Kopf­jäger. Nur wer als Krieger einen Kopf genommen hatte, wurde als voll­wer­tiger Mann aner­kannt. Doch auch in Sabah ist die Zeit nicht stehen geblieben, in vieler Hinsicht ist Sabah sogar wegwei­send. Über Jahr­hun­derte ist eine Gesell­schaft gewachsen, in der alle großen Reli­gionen der Welt fried­lich zusammen leben. Dies spie­gelt sich auch in ihren Glau­bens­häu­sern wieder: Buddha-Tempel, Isla­mi­sche Mosche und christ­liche Kirchen gehören hier ganz selbst­ver­ständ­lich zum Stadtbild.