21. November 2018

Eine Freundin für Dennis

Aller Anfang ist schwer. Diese alte Weis­heit galt auch für unseren Neuzu­gang, den kleinen Dennis. Er wurde am 14. September 2018 von der Natur­schutz­be­hörde BKSDA an unser Rettungs­zen­trum Samboja Lestari über­geben. Das drei­jäh­rige Männ­chen war sehr geschwächt und fiebrig, als es in Samboja Lestari ankam. Zunächst wurde er in der Tier­klinik von Samboja Lestari gründ­lich von unseren Tier­ärzten unter­sucht und wird seitdem auf der Quaran­tä­ne­sta­tion des Baby­hauses liebe­voll betreut.

In den zwei Monaten seit seiner Ankunft entwi­ckelt sich Dennis zu unserer vollsten Zufrie­den­heit. Er ist inzwi­schen topfit und ernährt sich von vielen verschie­denen Obst­sorten. Bei seiner Ankunft weigerte sich Dennis zunächst, Milch zu trinken. Inzwi­schen hat sich das glück­li­cher­weise geän­dert und er nimmt gern sein Fläsch­chen von den Baby­sit­tern an. Dank seines gesunden Appe­tits, konnte er sein Gewicht schon auf zehn Kilo erhöhen.

Soziale Bande
Doch nicht nur die körper­liche Fitness ist wichtig für die Reha­bi­li­ta­tion unserer Schütz­linge. Auch auf die sozialen Fähig­keiten kommt es an.
Als er im Rettungs­zen­trum ankam, war Dennis zunächst schüch­tern und mied den Kontakt zu anderen Orang-Utans auf der Quaran­tä­ne­sta­tion. Er hielt sich im Hinter­grund und beob­ach­tete still seine Kollegen beim Spielen. Die anderen Babys – Frank, Klaus und Ecky – waren durchaus neugierig auf Dennis und versuchten, sich ihm zu nähern und ihn zu ihren Spielen einzu­laden. Doch all ihre inten­siven Bemü­hungen schei­terten: Dennis ließ sie abblitzen und spielte lieber allein.

An seinem zweiten Tag auf der Quaran­tä­ne­sta­tion nahmen die Baby­sit­te­rinnen Dennis und die anderen Waisen­kinder mit auf den nebenan gele­genen Spiel­platz. Ecky, das einzige Mädchen der Gruppe, versuchte erneut, Dennis zum Spielen einzu­laden. Aber Dennis rührte sich nicht. Ecky gab schließ­lich auf und zog los, um alleine am Gummi­seil zu turnen, während Dennis sich nicht aus der Hänge­matte bequemen wollte.

Mit der Zeit wurde Dennis aber wohl doch ein biss­chen lang­weilig. Immer öfter wanderte sein Blick in Rich­tung Gummi­seil, Schaukel und Ecky. Langsam verließ er sogar die Hänge­matte und versuchte vorsichtig, nach einem Gummi­seil in der Nähe zu greifen.  Einer aufmerk­samen Baby­sit­terin entging seine erwa­chende Neugier nicht. Sie ermu­tigte Dennis, auch am Gummi­seil zu klettern.

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Das brachte den Knoten zum Platzen! Mit einer alle über­ra­schenden Selbst­si­cher­heit und durchaus fort­ge­schrit­tenen Klet­ter­fä­hig­keiten, legte Dennis los – und folgte Ecky sogar bis in den Baum. Seitdem sind die beiden unzer­trenn­lich – beim Spielen, beim Klet­tern und beim Entde­cken neuer Lecke­reien. „Dennis scheint sich jetzt in seiner neuen Umge­bung wohl zu fühlen“, freut sich seine Baby­sit­terin Rani. „Er ist auch gegen­über den anderen Orang-Utans nicht mehr schüch­tern, spielt mit ihnen und hat in Ecky eine rich­tige Freundin gefunden.“

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