20. Juli 2021

Förde­rung lokaler Gemeinden: Wir schaffen Einkom­mens­mög­lich­keiten für Frauen

In unseren Projekten auf Borneo arbeiten wir sehr eng mit den lokalen Gemeinden vor Ort zusammen. Studien und Projekte des Borneo Oran­gutan Survival (BOS)-Netzwerkes in Kali­mantan haben gezeigt, dass es sich positiv auf den Schutz der Orang-Utans und ihres Lebens­raums auswirkt, wenn es auch den Gemeinden besser geht. Unter­stützt werden wir bei dieser Arbeit vom Bundes­mi­nis­te­rium für wirt­schaft­liche Zusam­men­ar­beit und Entwick­lung (BMZ) über die Bera­tungs­stelle Bengo, die privaten Trägern rund um die entwick­lungs­po­li­ti­sche Projekt­ar­beit mit Rat und Tat zur Seite steht.

Förde­rung von Frauen im Fokus

Unser Projekt zielt darauf ab, Einkommen für die lokalen Gemeinden zu gene­rieren. Dafür haben wir verschie­dene nach­hal­tige Akti­vi­täten ins Leben gerufen. Eine davon ist die  Imple­men­tie­rung soge­nannter “revol­vie­renden Fonds”, bei denen die ausge­schüt­teten Gelder über die dadurch finan­zierten Projekte wieder in den Fond zurück­fließen. Konkret geht es darum, die Frauen der Gemeinde Magkatip in der Produk­tion von Hand­werks­pro­dukten aus Rattan auszubilden.

Eine wich­tige Heraus­for­de­rung im Projekt­ge­biet betrifft die Förde­rung von Frauen: Wenn über­haupt, verdienen sie deut­lich weniger als Männer und sind meist von Entschei­dungs­pro­zessen in Haus­halten und Gemeinden ausge­schlossen. Auch haben Frauen tenden­ziell weniger Zugang zu Bildung, da arme Fami­lien oft nicht allen Kindern eine Ausbil­dung ermög­li­chen können. Dann müssen die Mädchen meis­tens hintenanstehen. 

Inves­ti­tion in Gesund­heit, Ernäh­rung und Bildung

Genau hier setzt das Projekt an: Um Frauen in ihrer Rolle zu stärken, wurde jetzt eine Gender-Kompo­nente aufge­nommen und  revol­vie­rende Fonds speziell für Frauen ange­boten. Derzeit sind es 18 Frauen, die sich betei­ligen. Gleich­zeitig wurde die Gruppe in den Themen Buch­hal­tung und Verwal­tung von revol­vie­renden Fonds geschult.  BOS macht die Erfah­rung, dass Projekte dieser Art am besten funk­tio­nieren, wenn sowohl Frauen als auch Männer betei­ligt sind. Ein inter­es­santer Aspekt: Die Rück­zah­lungs­quote ist bei Frauen höher als bei Männern. Außerdem inves­tieren Frauen die zusätz­li­chen Einkommen in bessere Gesund­heits­vor­sorge und Ernäh­rung sowie in die Schul­bil­dung ihrer Kinder

Anschub­fi­nan­zie­rung über die Gemeinschaft

Und so funk­tio­nieren die revol­vie­renden Fonds: Jede Frau, die mitmacht,  zahlt einen einma­ligen Grund­bei­trag. Zusätz­lich fließen monat­liche Beiträge, die sich nach dem jewei­ligen Einkommen richten, sowie frei­wil­lige Beiträge in einen gemein­samen Topf. Aus diesem Topf werden die Fonds vergeben. Das Projekt leistet ledig­lich die Anschub­fi­nan­zie­rung. Der Zuschuss ist derzeit auf maximal 90 Euro begrenzt. So hat es die Gruppe aufgrund des begrenzten Grün­dungs­ka­pi­tals selbst beschlossen.
Die Verwal­tung und die Vergabe der Gelder orga­ni­siert die Gruppe selbst. BOS-Mawas unter­stützt sie dabei. Der Rück­zah­lungs­zeit­raum beträgt zehn Monate bei einem Zins­satz von drei Prozent (einschließ­lich Risi­korück­lage). Bislang haben die Teil­neh­me­rinnen der revol­vie­renden Fonds ihre Kredite jeden Monat pünkt­lich zurückgezahlt.

Neue Fähig­keiten ermög­li­chen neue Einnahmequellen

Gemeinsam werden die Schnittmuster erarbeitet
Gemeinsam werden die Schnitt­muster erarbeitet

Im Rahmen des Projekts wurden die Frauen auch in der Herstel­lung, Verbes­se­rung und Vermark­tung von Ratt­an­hand­werk geschult. Rattan ist eine einhei­mi­sche Palme, die in der Gegend reich­lich vorkommt und schon seit vielen Jahren für die Herstel­lung von Körben, Taschen und anderem Flecht­werk verwendet wird. Das Projekt sorgt dafür, dass tradi­tio­nelles Hand­werk erhalten bleibt und gleich­zeitig die betei­ligten Frauen neue Fähig­keiten erlernen. Dafür finden regel­mäßig Schu­lungen statt. Außerdem werden die Grund­ma­te­ria­lien für die Herstel­lung von Rattan­pro­dukten zur Verfü­gung gestellt.

Ein erster Erfolg ist schon zu verbu­chen: Bis Ende 2020 sind bereits 100 Rattan­ta­schen verkauft worden. In diesem Jahr steht auch die Suche nach neuen Märkten für Rattan­pro­dukte im Fokus der Projektarbeit.

Es entstehen chice Taschen, die auf Märkten verkauft werden
Es entstehen chice Taschen, die auf Märkten verkauft werden

Orang-Utan- und Wald­schutz funk­tio­nieren nur zusammen mit den Menschen vor Ort. Unter­stützen Sie unsere Arbeit und ermög­li­chen es den Fami­lien, ein sicheres und umwelt­ver­träg­li­ches Einkommen zu gene­rieren. Ihre Spende für die Orang-Utans.