23. Januar 2020

Im Doppel­pack durch den Regenwald

Orang-Utans sind für gewöhn­lich Einzel­gänger. Hin und wieder kommt es jedoch auch unter ihnen vor, dass sie unzer­trenn­lich werden. Das zumin­dest beob­ach­tete unser Post-Release-Moni­to­ring (PRM)-Team unlängst im Schutz­wald Kehje Sewen.

Hierhin wurden das einst aus Gefan­gen­schaft geret­tete Orang-Utan-Männ­chen Komo und das Weib­chen Petak am 26. Juni 2019 ausge­wil­dert. Schon, als sich die Käfig­türen öffneten, orien­tierte Petak sich an Komo. Und auch in den Tagen danach sah man die beiden immer häufiger zusammen. Tatsäch­lich berich­tete unser Team von zuneh­mend gemein­samen Unternehmungen. 

Dazu gehört beispiels­weise das tägliche Früh­stück zu zweit ebenso wie ein anschlie­ßendes gemein­sames Durch­streifen des Regen­walds. Natür­lich „beschnup­perten“ Petak und Komo sich auch gegen­seitig, wie das nun mal unter Männ­chen und Weib­chen so ist. Und schließ­lich wurde das Pärchen auch beim Kopu­lieren beob­achtet. Eines war jedoch augen­schein­lich: Petak wollte Komo folgen, wohin er auch ging. Selbst ihr Schlaf­nest baute sie konse­quent neben dem seinen.

Zweisamkeit

Zwei­sam­keit

Ein zärt­li­cher Moment

Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass die beiden Orang-Utans in der Wildnis völlig selb­ständig ohne mensch­liche Hilfe gut klar­kommen würden. Dennoch machten sich Thomas und Yudhi vom Obser­va­tions-Team ein letztes Mal an einem frühen Morgen auf, um das Verhalten der beiden abschlie­ßend doku­men­tieren zu können. Diesmal entdeckten sie aller­dings nur einen der beiden: Komo.

Dieser tole­rierte zunächst seine Beob­achter. Nach zwei Stunden jedoch wurde er unruhig, begann, Äste nach dem Team zu werfen und stieß letzt­lich einen soge­nannten Long­call, einen Warnruf, aus, um die Menschen zu vertreiben. In genau diesem Moment kam Petak aus ihrem Versteck hervor. Der Anblick der Dame schien Komo wieder zu beru­higen. Als ob sie Komos Bedrängnis verstehen würde, schlang Petak sofort ihre Arme um ihn und hielt ihn beru­hi­gend fest. Er schmiegte daraufhin sein Gesicht an ihres. Was für ein zärt­li­cher Moment! 

Innigkeit zwischen Komo und Petak

Innig­keit zwischen Komo und Petak

Erleich­tert darüber, dass Petak es geschafft hatte Komo zu beru­higen, zog das Team sich zurück, um dem Paar etwas Platz zu geben. Die beiden Menschen­affen erforschten weiter gemeinsam den Wald auf der Suche nach natür­li­chen Nahrungs­mit­teln wie Etlin­gera, Rambutan und Ficus. Und in der Abend­däm­me­rung machten die zwei es sich wieder ganz eng beiein­ander für die Nacht bequem. Uns lässt diese so innige Bezie­hung zwischen den zwei ausge­wil­derten Orang-Utans sehr auf eines hoffen: ein neues, wild­ge­bo­renes Orang-Utan-Baby! 

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