21. Juni 2021

Im Zauber der Wildnis — Yellowstone

Ein ZDF-Team reiste für ein Jahr in den legen­dären „Yellow­stone National Park“. Hinter den Kulissen beglei­tete es Ranger, Forscher und junge Leute, die das Aben­teuer suchen. Eine brodelnde Magma­kammer unter der Erde, ein fantas­ti­scher Tier­reichtum — was sind heute die Heraus­for­de­rungen für diesen ältesten Natio­nal­park der Erde? Die Doku­men­ta­tion fragt im Yellow­stone nach der Zukunft der großen Parks. Der Yellow­stone-Natio­nal­park ist der berühm­teste und, bereits 1872 gegründet, auch der älteste Natio­nal­park der Welt.

Die UNESCO erklärte ihn zum Welt­na­tur­erbe, weil er eine einzig­ar­tige Tier­welt schützt: Wolfs­rudel, Bisons, Elche, Grizz­ly­bären, Kojoten, Stein­adler und viele andere wilde Park­be­wohner. Unver­gleich­lich ist die Vulkan­land­schaft mit Geysiren, Fuma­rolen, Schlamm­töpfen und mehr als der Hälfte aller heißen Quellen der Erde. Nur fünf Kilo­meter unter der Erdober­fläche brodelt eine gigan­ti­sche Magma­kammer, die an der Ober­fläche Farb­spek­takel und bizarre Land­schafts­for­ma­tionen erschafft. Irgend­wann wird der Vulkan wieder ausbre­chen, sagt der Geologe Kenneth Sims, der das Kame­ra­team mitnimmt, wenn er mithilfe moderner Technik den Gestein­strumm unter­sucht, dessen bis zu 1600 Grad Celsius heiße Masse aus der Tiefe aufsteigt. Der Yellow­stone-Natio­nal­park ist inter­na­tio­naler Vorreiter für die Idee der Natio­nal­parks und Antrieb für Menschen, die ihr Leben dem Schutz der Natur widmen — ein wich­tiges Ziel ange­sichts von mitt­ler­weile fast 7,3 Milli­arden Welt­be­völ­ke­rung. Hier begann auch eine ehrgei­zige Vision: Die „Yellow­stone to Yukon Conser­va­tion Initia­tive“ will Ökosys­teme in Nord­ame­rika groß­flä­chig verbinden, sodass Wild­tiere weit in den Norden wandern und ihre Wege dem verän­derten Klima der Erde anpassen können. Die Zuschauer treffen Karsten Heuer und Harvey Locke, die Initia­toren der Y2Y-Initia­tive. Aller­dings erlebt der Park selbst bereits an den eigenen Grenzen Konflikte. Viele Tiere verlassen das Schutz­ge­biet — auch die Wölfe, die erst 1995 wieder ange­sie­delt wurden. Die scheuen Raub­tiere werden immer wieder gejagt, von Trophä­en­jä­gern und von Farmern, die um ihren Vieh­be­stand fürchten. Auch die Bisons sorgen immer wieder für Streit. Heute leben im Yellow­stone-Natio­nal­park über 4000 Tiere. Herden suchen neue Lebens­räume und drängen gerade im Winter in tiefer­ge­le­gene Gebiete außer­halb des Parks, wo sich leichter Nahrung findet lässt. So wurden in den vergan­genen Jahren wieder massen­haft Bisons abge­schossen, obwohl die Tiere eigent­lich geschützt sind. Ein neues Projekt zu ihrer Rettung zieht junge Leute aus aller Welt in den Yellow­stone. Auch Andreas Hofer (21), gelernter Elek­triker aus Kitz­bühel, gab zu Hause alles auf, um sich mit den Bison­schüt­zern eine Holz­hütte zu teilen und in der nord­ame­ri­ka­ni­schen Wildnis zu leben. Die Zuschauer erleben eine der schönsten und wildesten Gegenden der Erde von der Schnee­schmelze durch den India­ner­sommer bis hin zum Winter­ein­bruch. Der Film macht in großen Bildern und moderner Grafik die Faszi­na­tion des Yellow­stone im Verlauf eines Jahres spürbar und nimmt die Zuschauer mit zu Orten, die Besu­chern sonst verborgen bleiben. Die Doku­men­ta­tion widmet sich den Chancen der Natio­nal­parks für die Heraus­for­de­rungen unserer Zeit.