26. März 2018

Indo­nesia — die Feinschmeckerin

Nach wochen­langer Nest-zu-Nest-Beob­ach­tungen von fünf im Dezember 2017 ausge­wil­derten Orang-Utans konzen­triert sich unser Moni­to­ring-Team auf die schon älteren Bewohner des Kehje-Sewen-Waldes. So zum Beispiel auf Indo­nesia. Die Orang-Utan-Dame hatten wir im Dezember 2016 in die Frei­heit entlassen. Kürz­lich empfingen wir wieder Signale ihres Tracking-Implantats.

Das Moni­to­ring-Team verließ das Camp und machte sich auf den Weg zu der Stelle, an der das Signal zuletzt regis­triert wurde. Obwohl unser Team zeitig bei Sonnen­auf­gang aufbrach, war es bereits Mittag, als wir sie entdeckten. Indo­nesia fischte Termiten aus einem verwit­terten Stück Holz. Die Orang-Utan-Dame schien bei bester Gesund­heit zu sein.

Nach Been­di­gung ihrer Termiten-Vorspeise klet­terte Indo­nesia auf einen Baum und ging zur Haupt­mahl­zeit über. Dazu schälte sie Rinde vom Baum ab und verschlang diese mit Genuss.

Plötz­lich fing es an zu regnen. Unser Team beeilte sich, die Ausrüs­tungs­ge­gen­stände vor dem einset­zenden Regen zu schützen. Dann suchten sie sich einen guten Aussichts­punkt, an welchem sie nicht allzu nass wurden und trotzdem einen opti­malen Blick auf Indo­nesia zu hatten. Unglück­li­cher­weise war Indo­nesia in der Zwischen­zeit verschwunden. Viel­leicht ist sie auf der Suche nach einem trockenen Plätz­chen weitergezogen.

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Am nächsten Tag kehrte das Moni­to­ring-Team zurück zu der Stelle, an der Indo­nesia zuletzt gesehen wurde. Das Glück war uns hold! Das Orang-Utan-Weib­chen war immer noch da. Und dieses Mal war sie damit beschäf­tigt, Wald­früchte zu essen. Ab und zu klet­terte sie auf den Wald­boden, um junge Pflan­zen­triebe und Termiten zu verspeisen. Somit deckt sie alle Kompo­nenten einer gesunden und ausge­wo­genen Orang-Utan-Mahl­zeit ab!

Nachdem sie ihren letzten Hunger gestillt hatte, stieg Indo­nesia höher in die Bäume und baute ein Nest für eine wohl­ver­diente Pause. Unser Team packte die Ausrüs­tung zusammen und verließ den Beob­ach­tungs­posten, um noch vor Einbruch der Dunkel­heit wieder im Camp zu sein. Alle sind sehr glück­lich über die gemachten Beob­ach­tungen und Aufzeich­nungen von einer zufrie­denen Indonesia.

Wir sind dankbar, Indo­nesia wieder getroffen zu haben, zumal wir sie schon lange nicht mehr gesehen hatten. Es war toll, sie endlich wieder gefunden zu haben und sie im Kehje Sewen-Wald so glück­lich und zufrieden zu sehen.  Behalte deinen gesunden Appetit, Indonesia!

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