26. Februar 2021

Indo­ne­sien — ungezähmt

Eine Welt von Sein und Schein: Die Kronen­fang­schrecke imitiert perfekt eine Orchi­deen­blüte — auf der Suche nach vermeint­lich süßem Nektar laufen ihr kleine Insekten direkt ins Maul. Andere Insekten tarnen sich als welkes Blatt: „Phyto­mi­mese“ heißt es, wenn ein Lebe­wesen sein Aussehen so verän­dert, dass es Pflan­zen­teilen gleicht.

Auch auf dem Meeres­boden leben unge­wöhn­liche Krea­turen. Röhrenaale wiegen sich sanft in der Strö­mung wie Seegras. Der Papa­gei­fisch umhüllt sich abends mit einem schüt­zenden Kokon aus gallertar­tigem Schleim. Indo­ne­sien ist der größte Insel­staat der Welt. Die über 17 000 Inseln liegen in einem weiten Bogen zwischen Pazifik und Indi­schem Ozean entlang des Äqua­tors. In seinen tropi­schen Gewäs­sern und unbe­rührten Regen­wäl­dern haben sich faszi­nie­rende Lebens­ge­mein­schaften gebildet. Tiere und Pflanzen sind teils mit asia­ti­schen, teils mit austra­li­schen Arten verwandt, da noch vor 10 000 Jahren aufgrund eines nied­ri­geren Wasser­spie­gels die Inseln zum Fest­land gehörten.