22. Dezember 2021

Leben mit Vulkanen

Der Geologe Arnaud Guérin erkundet aktive Vulkane rund um den Globus. Der Kilauea auf Hawaiis größter Insel Big Island ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Seit 1983 quellen aus dem Krater Pu’u ‘O’o Tag für Tag uner­müd­lich Lava­massen heraus, die den Vulkan ständig verformen und die Insel­ober­fläche wachsen lassen.

Da es zu gefähr­lich wäre, sich zu Fuß in die vulka­ni­sche Hölle zu begeben, betrachtet Arnaud das beein­dru­ckende Schau­spiel aus der Luft. Inmitten des Kraters befindet sich ein brodelnder Lavasee, in dem das frische Magma aufsteigt und die Krus­ten­stücke an der Ober­fläche verschluckt – als würde man die Erde atmen sehen. Seine Reise führt Arnaud auf ein riesiges Feld erstarrter Lava, wo früher über 250 Fami­lien gewohnt haben, deren Häuser von den Lava­strömen vernichtet wurden. Allein das Anwesen von Pi’i­lani Karvaloa und ihrer Familie blieb verschont, was sie Pele verdanken – der Göttin des Feuers, der Erde und der Vulkane. Für die Menschen auf Hawaii verkör­pert Pele die Kraft der Schöp­fung, aber auch der Zerstö­rung. Um dem Wirken des Vulkans noch einmal aus der Nähe zu sehen, wird Arnaud von dem Lava-Jäger Eric Storm so dicht an die Lava geführt, wie es sonst an keinem Ort der Welt möglich ist. Unauf­haltsam wälzt sich der Lava­strom voran. Den größten Teil des Wegs legt er unter­ir­disch in Lava­r­öhren zurück, was das Abkühlen verhin­dert und es ihm ermög­licht, sich in einem spek­ta­ku­lären Finale ins Meer zu stürzen. Sobald es Nacht wird, bietet sich ein über­ir­disch anmu­tender Anblick: Die Feuer­zungen tauchen in den Ozean ein, riesige weiße Dampf­wolken steigen auf. Beim Kontakt mit dem Wasser erstarrt die Lava sofort und türmt sich zu einem Boll­werk aus Basalt­blö­cken auf. Langsam und geduldig schafft der Vulkan neues Land – Pele kann zufrieden sein.